Für Lehrende

Für Lehrende

Wissen Sie eigentlich, was Ihre Schüler/innen im Internet und am Handy genau tun? Für Kinder und Jugendliche sind digitale Medien ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags. Oft unterschätzen sie aber die Risiken und Folgen ihres Handelns im Netz. Lehrenden fehlt wiederum oft die Erfahrung, um ihre „Schützlinge“ bei der sicheren Internet- und Handynutzung kompetent zu unterstützen.

Erfahren Sie hier, wie Sie die sichere Internet- und Handynutzung in der Schule zum Thema machen können – und zwar von der Volksschule bis zur Oberstufe –, wie Sie digitale Medien kreativ in den Unterricht einbringen und wie Sie bei Problemen (z.B. Cyber-Mobbing, Tausch ungeeigneter Inhalte ...) richtig reagieren.

FAQ - Häufige Fragen und Antworten

Safer Internet für Kinder und Jugendliche – was ist besonders relevant?
  • Medienkompetenz in der Schule erwerben: Für Kinder und Jugendliche gehört der Umgang mit digitalen Medien fix zum Alltag. Immer häufiger wird von Schüler/innen und Eltern gefordert, dass in der Schule eine kompetente Aufklärung und Beschäftigung mit den Chancen und Risiken dieser Technologien stattfindet. Eltern erwarten, dass ihre Kinder jene Kompetenzen in der Schule erwerben, die sie später im Berufsleben brauchen.

  • Schutz der Privatsphäre: Kinder und Jugendliche gehen mit dem Schutz der eigenen Privatsphäre oft nicht sehr aufmerksam um. Es herrscht ein mangelndes Bewusstsein, dass die Privatsphäre ein schützenswertes Gut ist. Leichtfertig werden Name, Adresse, Telefonnummer oder private Fotos veröffentlicht. Dies kann sexuelle Belästigungen oder Cyber-Mobbing zur Folge haben. Siehe auch: Schutz der Privatsphäre im Internet – welche Tipps kann ich den Schüler/innen geben?

  • Wahre Identitäten erkennen: Jemanden im Netz kennenzulernen und sich dann über Hobbies o.ä. auszutauschen, ist ein wichtiges Motiv für Jugendliche, das Internet zu nutzen. Schnell stellt sich eine trügerische Vertrautheit ein. Für Kinder und Jugendliche ist es häufig noch schwer, eine vorgetäuschte Identität zu durchschauen.

  • Quellen richtig beurteilen: Das Internet bietet eine Fülle an Informationen zu allen möglichen Themen. Was liegt da näher, diesen Informationspool auch als Grundlage für Referate, Hausübungen etc. zu nutzen. Nicht alles, was im Internet steht, ist aber auch gleichzeitig richtig. Kinder und Jugendliche müssen daher lernen, wie der Wahrheitsgehalt einer Online-Quelle überprüft werden kann. Dies muss im Unterricht aktiv geübt werden. Siehe auch: Wie kann ich mit meinen Schüler/innen „Quellenkritik“ üben?

  • Vertrauensverhältnis zwischen Lehrenden und Schüler/innen stärken: Erfahrungen zeigen, dass Schüler/innen, die zu ihren Lehrenden ein gutes Vertrauensverhältnis haben, sich besser gegen Belästigungen im Internet wehren können – nicht zuletzt, weil Lehrende dann als Ansprechperson im Fall von Problemen akzeptiert werden.

Weiterführender Link:

 

 

Warum soll man sich schon in der Volksschule mit Safer Internet beschäftigen?

Kinder werden immer jünger, wenn sie beginnen, sich eigenständig im Internet zu bewegen. Dank Tablets und Smartphones fängt das manchmal sogar schon bei den ganz Kleinen an. Einerseits gelingt der Umgang mit digitalen Medien dadurch spielend, andererseits ist das Risikobewusstsein noch wenig ausgeprägt.

In der Freizeit sind Computer, Internet und Handy für die meisten Volksschulkinder fester Bestandteil ihrer Lebenswelt, wie Studien belegen. In der 2. Oö. Kinder-Medien-Studie gaben 71% der befragten 8- bis 10-Jährigen an, Zugang zum Internet zu haben. Aus der Untersuchung Informationskompetenz an österreichischen UNESCO-Schulen (2010) geht hervor, dass 36% der Volksschüler/innen das Internet in der Freizeit häufig nutzen, es allerdings nur 3% für die Schule verwenden.

Es gibt also eine Kluft zwischen der Internetnutzung in der Schule und jener in der Freizeit, die sich ohne gezielte pädagogische Maßnahmen weiter vergrößern wird. Im Erlass Digitale Kompetenz an Österreichs Schulen (pdf, 157 KB) hat das BMUKK den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf festgehalten. Digitale Kompetenz wird darin neben Lesen, Schreiben und Rechnen als zentrale Kulturtechnik genannt. Im Sinn des Bildungsauftrages der Schulen ist es daher notwendig, dass auch der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien in den Unterricht eingebunden wird – auch schon in der Volksschule.

Unterstützen Sie Ihre (Volks-)Schüler/innen in ihrer Medienkompetenz, damit sie Internet, Handy & Co. selbstbestimmt, kritisch und sicher nutzen können! Knüpfen Sie an die Erfahrungen der Kinder an und nehmen Sie diese als Ausgangspunkt, um sie für Risiken im Netz zu sensibilisieren. Welche Kompetenzen und Fähigkeiten Kinder für die sichere Internet- und Handynutzung brauchen und wie Sie diese fördern können, lesen Sie im Saferinternet.at-Unterrichtsmaterial Safer Internet in der Volksschule (pdf, 4.6 MB).

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Wie kann ich Safer Internet-Themen in den Unterricht einbeziehen?
  • Quellenkritik I. Besprechen Sie mit Ihren Schüler/innen: Wer steht hinter einer Website (Impressum, Logos …)? Welche Gründe könnte es geben, warum eine Organisation bestimmte Inhalte verbreitet? Werden auf der Seite Quellen genannt? Wie aktuell sind die Inhalte? Schüler/innen werden immer kompetenter, wenn sie sich selbst auf die Suche im Internet machen. Verweisen Sie als Lehrende nicht nur auf sinnvolle Quellen, sondern sagen Sie auch dazu, warum Sie gerade diese ausgewählt haben. Machen Sie so Ihre eigene Vorgehensweise bei der Recherche transparent, dann können die Schüler/innen davon lernen. Dieses Thema kann nicht nur im Deutsch-Unterricht bearbeitet werden. Auch in Geschichte, Biologie, Geografie etc. gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich mit Internet-Quellen zu beschäftigen.

  • Quellenkritik II. Oft wird bei Präsentationen und Arbeiten von Schüler/innen nur die „äußere Form“ durch die Lehrenden beurteilt. Auf die Qualität der genutzten Quellen wird nicht weiter eingegangen. Dies wird oft damit begründet, dass es zu viel Arbeit sei oder die Lehrenden sich dies nicht zutrauen würden. Diese Beurteilung ist aber für Ihre Schüler/innen wichtig, damit sie lernen, die Qualität einer Quelle selbst einschätzen zu können.

  • Schutz der Privatsphäre im Internet. Kinder und Jugendliche haben von sich aus oft kein Gefühl dafür, dass ihre Privatsphäre etwas „wert“ ist. Sie müssen erst für mögliche Nachteile einer zu großen „Freizügigkeit“ sensibilisiert werden. Gut ansprechen lässt sich dieses Thema, wenn Sie im Unterricht z.B. ein Soziales Netzwerk nutzen: Wer bin ich im Netz? Wer soll aller davon wissen, was ich hier tue? Was gebe ich über mich bekannt? Siehe auch: Schutz der Privatsphäre im Internet – welche Tipps kann ich den Schüler/innen geben?

  • Schreiben online vs. offline. Oft ist beim Chatten, in Facebook, beim SMSen etc. eine spezielle Form des Schreibens in Gebrauch, meist ein Mix aus gesprochener und geschriebener Sprache, versehen mit vielen Abkürzungen, Smileys und Kunstwörtern. Kinder und Jugendliche „erlernen“ diese Sprache oft sehr schnell. Sie übertragen dann diese Form des Schreibens in andere Bereiche, wie z.B. in die Schule. Bekannt sind Beispiele für Hausübungen, die in Chatsprache verfasst sind, von den Lehrenden dann aber nicht verstanden werden. Thematisieren Sie diese unterschiedlichen Schreibweisen und lassen Sie sich die „Internet-Sprache“ von Ihren Schüler/innen erklären. Lassen Sie z.B. einen Brief zu einem bestimmten Thema in unterschiedlicher Schriftform erstellen und vergleichen Sie dann gemeinsam!

  • Netiquette – Umgangsformen im Netz. Auch im Internet ist ein gutes Miteinander wichtig. Einfach gesagt: Alles, was man im „richtigen“ Leben nicht tun sollte oder nicht tun darf, sollte man auch im Internet bleiben lassen. Fördern Sie einen wertschätzenden Umgang miteinander in der Klasse und erstellen Sie gemeinsame Klassenregeln. Leiten Sie daraus mit den Schüler/innen eine „Netiquette“ für den Umgang mit anderen Nutzer/innen im Internet ab. Dies ist u.a. eine gute Maßnahme, um Cyber-Mobbing vorzubeugen.

  • Was steht über mich im Internet? Im Zuge des Erstellens eines Lebenslaufes oder eines Bewerbungsschreibens kann recherchiert werden, was über die Schüler/innen im Internet alles zu finden ist. Lassen Sie Ihre Schüler/innen ihre eigenen potenziellen Arbeitgeber nachahmen, die sich über Bewerber/innen auch im Netz schlau machen.

  • Umgang mit Bildern. Schüler/innen sind mit ihren Handys immer sehr schnell zur Stelle. Wenn der Adventkranz in der Schule brennt, sind gleich dutzende Filme erstellt und erscheinen dann wenig später auf Facebook oder YouTube. Nutzen Sie dieses Verhalten in Ihrem Unterricht: Lassen Sie Schüler/innen Handy-Fotos zu unterrichtsbezogenen Themen erstellen. Lassen Sie kurze Rollenspiele zu einem Thema durchführen, die dann gefilmt und im Unterricht analysiert werden. In diesem Zusammenhang lässt sich auch gut das „Recht am eigenen Bild“ thematisieren.

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Ich möchte das Internet für meinen Unterricht nutzen – worauf achten?
  • Treffen Sie Lernvereinbarungen zwischen Lehrenden und Schüler/innen bzw. Eltern, wenn Hausaufgaben am Computer erwartet werden. Manchmal sind Eltern und auch Schüler/innen nicht bereit, den Computer/das Internet zu Hause für die Schule zu verwenden. Durch vorher getroffene Vereinbarungen kann Problemen vorgebeugt werden.
  • Setzen Sie keine kostenpflichtige Software am Computer zu Hause voraus. Sollten Ihre Schüler/innen für das Erledigen von Hausaufgaben bestimmte (kostenpflichtige) Programme benötigen, sorgen Sie für einen gleichberechtigten Zugang. Als Alternative zu kostenpflichtigen Programmen können „Open Source“-Software oder Programme, die rein über das Internet laufen, verwendet werden.
  • Sorgen Sie für einen alternativen Internetzugang in der Schule. Nicht alle Schüler/innen haben zu Hause einen Computer und einen Internetzugang. Die Schule kann hier Abhilfe schaffen:
  • Zugänge zu EDV-Räumen
  • Internetzugang in der Schulbibliothek oder am Gang
  • Vereinbarungen mit außerschulischen Einrichtungen in der Nähe (Hort, Jugendzentrum etc.)
  • Deaktivieren Sie Bluetooth auf Geräten in der Schule. Über Bluetooth können kabellos Dateien übertragen oder auf andere Geräte zugegriffen werden. Damit wird es aber auch möglich, mit dem Handy z.B. einen Lehrercomputer zu „besuchen“, ohne dass der/die Lehrende dies bemerkt.
  • Gehen Sie sorgfältig mit Urheberrechten um. Plagiate und die widerrechtliche Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke sind auch für die Schule wichtige Themen. Achten Sie bei der Erstellung Ihrer eigenen Materialien daher unbedingt auf Urheberrechte und machen Sie stets z.B. korrekte Quellenangaben. Damit sind Sie nicht nur wichtiges Vorbild, sondern können auch besser den Umgang mit Quellen durch Ihre Schüler/innen beurteilen. Siehe auch: Darf ich Fotos, Videos, Texte etc. aus dem Internet im Unterricht verwenden?
  • Verwenden Sie Lernplattformen. Eine Lernplattform (wie z.B. Moodle) ist eine gemeinsame und von überall zugängliche Dokumentation und Ablage. Damit ist sie eine ideale Drehscheibe für alle unterrichtsbezogenen Aktivitäten. Ein Laufwerk im Schulnetzwerk ist von zu Hause aus nicht zugänglich und damit weniger geeignet.

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Wie soll die Computer- und Internetnutzung in der Schule ablaufen?
  • Trennen Sie das unterrichtsbezogene vom administrativen Schulnetzwerk. Um Schüler/innen in die Betreuung des unterrichtsbezogenen Netzwerkes einbinden zu können (damit erwerben sie die entsprechenden Kompetenzen und entlasten die zuständigen Lehrkräfte), ist eine Trennung vom administrativen Schulnetzwerk sinnvoll. Damit ist es auch weniger wahrscheinlich, dass Schadprogramme das komplette Schulnetzwerk lahm legen.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Bandbreite und verhindern Sie damit frustrierendes Arbeiten mit einem langsamen Internet. Überlegen Sie auch sorgfältig die Vor- und Nachteile eines WLAN-Netzwerks.
  • Treffen Sie klare Vereinbarungen, was erlaubt ist und was nicht. Transparente und im Idealfall gemeinsam erarbeitete Regeln, deren Einhaltung auch kontrolliert wird, sind eine wichtige Voraussetzung, um Missbrauch zu verhindern. Siehe auch: Wie kann eine „Internet- und Handy-Policy“ in der Schule aussehen? Wenn Sie technische Filter und Logfiles  verwenden, machen Sie den Schüler/innen gegenüber transparent. Siehe auch: Darf die Schule Logfiles speichern?
  • Beschränken Sie Download- und Upload-Volumen, damit der Austausch von Raubkopien, Musik oder Filmen erschwert wird.
  • Stellen Sie frei zugängliche Computer auf, damit Schüler/innen dort ihre Hausaufgaben erledigen können, wenn Sie zu Hause über keine geeignete Infrastruktur verfügen.
  • Verwenden Sie einen regelmäßig aktualisierten Virenschutz. Denken Sie dabei auch an die Laptops der Schüler/innen und die privaten Laptops der Lehrenden, die ins Schulnetzwerk eingebunden sind. Siehe auch: Woher bekomme ich gute Anti-Viren-Programme?
  • Binden Sie Schüler/innen in den Support des unterrichtsbezogenen Schulnetzwerks ein, z.B. indem jede Klasse zwei „Medienbeauftragte“ hat, die für die reibungslose Nutzung sorgen. Damit erwerben die Schüler/innen entsprechende Kompetenzen und auch die dafür zuständigen Lehrkräfte werden entlastet.
  • Entscheiden Sie gemeinsam, ob Internet-Angebote gesperrt werden sollen. Bedenken Sie: Wenn YouTube, Facebook und ähnlich beliebte Websites der Schüler/innen im Schulnetz gesperrt sind, dann ist es auch nicht möglich, diese im Unterricht zu nutzen. Hier müssen Chancen und Risiken sorgfältig abgewogen werden. Diese Entscheidung wird oft nur von ganz wenigen Personen getroffen, betrifft aber letztlich alle. Deshalb ist es sinnvoll, z.B. alle Lehrenden, die das Internet in ihrem Unterricht verwenden, in die Entscheidung einzubinden.
  • Legen Sie für Lehrende und Schüler/innen einheitliche E-Mail-Adressen an. So können alle Beteiligten einfach mit Informationen versorgt werden und miteinander kommunizieren.
  • Achten Sie auf einen ausreichenden Passwortschutz für alle Computer, die auf das Schulnetzwerk zugreifen, und alle verwendeten Lernplattformen. Siehe auch: Wie sieht ein sicheres Passwort aus?

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Wie kann eine „Internet- und Handy-Policy“ in der Schule aussehen?

Es ist sinnvoll, Verhaltensvereinbarungen zur Internet- und Handynutzung in der Schule zu beschließen. Binden Sie in diesen Prozess möglichst alle Beteiligten ein (Lehrer/innen, Schüler/innen, Schulleitung, Administrator/innen, Eltern …) – die Regeln werden dann eher verstanden und akzeptiert. Sorgen Sie für die Einhaltung der Regeln und überlegen Sie gemeinsam Konsequenzen bei Regelverstößen (z.B. „Verhaltensnoten“, Schulforum …).

Eine „Internet- und Handy-Policy“ kann folgende Punkte umfassen:

  1. Basis für den Umgang miteinander in der Schule – on- und offline – ist gegenseitiger Respekt.
  2. Das Nutzen und Verbreiten von illegalen oder für die Schüler/innen ungeeigneten Inhalten ist in der Schule untersagt. Dazu zählen (kinder-)pornografische, gewalthaltige oder rechtsextremistische Inhalte.
  3. Die Internetnutzung darf den Betrieb in der Schule nicht beeinträchtigen oder negativ beeinflussen und auch nicht dem Ansehen der Schule/Klasse schaden.
  4. Urheberrechtlich geschütztes Material (Musik, Filme, Programme, Fotos …) darf ohne die Zustimmung der Urheber/innen in der Schule nicht genutzt werden. Auch der Download von Dateien für private Zwecke über das Schulnetzwerk ist nicht erlaubt.
  5. Die übermäßige Nutzung von Speicherplatz oder übermäßiges Drucken sind im Sinne einer reibungslosen Nutzung des Schulnetzes zu unterlassen.
  6. Persönliche Daten dürfen Schüler/innen nicht frei zugänglich im Internet bekannt geben.
  7. Es dürfen nur Fotos und Videos von Personen aufgenommen und im Internet veröffentlicht werden, wenn die Abgebildeten zustimmen und es eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern (bei Schüler/innen) gibt.
  8. Werden Internet-Inhalte für Referate, Hausübungen o.ä. verwendet, müssen die betreffenden Passagen gekennzeichnet und mit einer entsprechenden Quellenangabe versehen werden.
  9. Der Virenschutz auf eigenen Laptops, Tablets o.ä., die in das Schulnetz eingebunden sind, muss regelmäßig aktualisiert werden.
  10. Das Handy muss während des Unterrichts ausgeschalten am Tisch liegen / in der Schultausche verstaut sein / im Spind eingesperrt sein. Die Nutzung in den Pausen ist erlaubt / nicht erlaubt.
  11. Vertrauliches wird vertraulich behandelt: Wenn Schüler/innen etwas vertrauensvoll an Lehrende berichten und umgekehrt, müssen sich alle Beteiligten darauf verlassen können, dass nichts nach außen dringt.

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Welche Tipps gibt es für die Elternarbeit?

Damit sich die Kompetenzen der Kinder im Umgang mit Computer, Internet und Handy entwickeln können, braucht es eine gute Zusammenarbeit von Schule und Eltern. Kinder beherrschen neue Technologien meist sehr schnell und haben keine Berührungsängste. Für eine kritische Reflexion mit Inhalten brauchen sie aber die Unterstützung und Begleitung durch Erwachsene.

Eine Veranstaltung für und mit Eltern zu organisieren (z.B. Elternabend zu einem speziellen „Safer Internet“-Thema) ist eine gute Methode, um die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern zu stärken und eine gemeinsame Vorgehensweise für wichtige Anliegen zu entwickeln. Eltern sind gegenüber Informationen aus der Schule meist sehr aufgeschlossen und messen diese eine hohe Glaubwürdigkeit bei. Mögliche „Safer Internet“-Schwerpunkte für Elternabende können Sie in unserem Workshop-Programm nachlesen.

Es gibt jedoch auch immer wieder Eltern, die den Sinn und Zweck von „Safer Internet“-Themen im Unterricht anzweifeln. Folgende Argumente können helfen, skeptische Eltern zu überzeugen:

  • Digitale Medien gehören fest zum Alltag von Kindern und Jugendlichen.
  • Das BMUKK bzw. auch Landesschulrät/innen regen in Erlässen dazu an, digitale Kompetenzen in den Unterricht einzubinden.
  • Wenn sich viele Schüler/innen einer Klasse in einem Sozialen Netzwerk (z.B. Facebook) aufhalten, ist es sinnvoll, den Umgang damit zu thematisieren. Cyber-Mobbing wirkt sich negativ auf den Unterricht und das Klassenklima aus. Präventive Maßnahmen können hier sehr viel bewirken.
  • Die kompetente Nutzung digitaler Medien ist wesentliche Voraussetzung, um die Schule positiv abzuschließen und später im Arbeitsleben erfolgreich zu sein. Die Auseinandersetzung mit „Safer Internet“-Themen schützt Schüler/innen vor möglichen Risiken.

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Welche Services bietet Saferinternet.at für Lehrende?
  • Fragen & Antworten rund um die Uhr. Die Website www.saferinternet.at  liefert Ihnen zahlreiche Informationen und Tipps für den sicheren und kompetenten Umgang mit Internet und Handy in der Schule.
  • Kostenlose Unterrichtsmaterialien – zum Bestellen oder Downloaden in unserem Broschürenservice. Alle Unterlagen sind CC-lizenziert, d.h. sie können Sie unter Angabe der Quelle Saferinternet.at frei nutzen und (nicht-kommerziell) weiterverarbeiten.
  • Übungen für Ihren Unterricht. Machen Sie die sichere Internet- und Handynutzung in Ihrer Schule zum Thema. Hier finden Sie zahlreiche Übungsvorschläge und Arbeitsblätter zum Schutz der Privatsphäre im Internet, Urheberrechten, Online-Shopping, Cyber-Mobbing, Internet-Abzocke, Mediengewalt, dem Handy in der Schule u.v.m.
  • Workshops für Schüler/innen, Lehrende und Eltern. Wir kommen z.B. an die Schule und bearbeiten aktuelle Safer Internet-Themen: Datenschutz, Urheberrecht, Umgang mit Quellen, Netiquette, Cyber-Mobbing … Wir bringen Broschüren und Unterlagen mit und stehen für Fragen direkt zur Verfügung. Anfrage stellen
  • Präsentationsfolien zu aktuellen Themen der sicheren Internet- und Handynutzung für Jugendliche, Eltern und Lehrende – zur freien Verwendung für Ihren Unterricht oder Veranstaltungen. Zum Download
  • Online-Kurse zu Safer Internet-Themen für die Unter- und Oberstufe zur Verwendung auf OTP-LMS.at oder in Moodle. Die Kurse eignen sich z.B. für Supplierstunden. Zu den Online-Kursen
  • Videos für Ihren Unterricht als Einstieg in verschiedene Themen der sicheren Internet- und Handynutzung – die Bit & Byte Show für die Unterstufe, Sheeplive für die Volksschule.
  • Quiz für Kinder und Jugendliche – testen Sie Ihr Internet-Wissen gemeinsam mit Ihren Schüler/innen! Am Ende der Quiz können Urkunden ausgedruckt werden. Los geht’s!
  • Webinare. Kostenlose Safer Internet-Workshops zu Spezialthemen bequem von daheim. Zum aktuellen Programm
  • Safer Internet-Aktions-Monat an Schulen im Rahmen des internationalen Safer Internet Day. Machen Sie mit und entwerfen Sie gemeinsam mit Ihren Schüler/innen einfallsreiche Projekte! Alle Infos
  • Folgen Sie uns auf Facebook. Auf www.facebook.com/saferinternetat informieren wir regelmäßig über aktuelle Safer Internet-Themen und Aktivitäten von Saferinternet.at.

Cyber-Mobbing

Wie kann die Schule gegen Cyber-Mobbing vorbeugen?
  • Schüler/innen in ihrem Selbstbewusstsein stärken: Kinder und Jugendliche, die lernen, selbstbewusst und selbstbestimmt zu agieren, wissen sich in schwierigen Situationen besser zu helfen. Sie beziehen Angriffe weniger auf sich selbst und können in der Regel gelassener mit Mobbing umgehen.
  • Wertschätzender Umgang: Ein wertschätzender Umgang miteinander bedeutet, zwischen dem subjektiven Empfinden einer Person gegenüber und der objektiven Situation trennen zu können. Jeder, ob sympathisch oder unsympathisch, hat ein Recht auf eine gewaltfreie Arbeits- und Lernumgebung.
  • Gutes Verhältnis zwischen Lehrenden und Schüler/innen schaffen: Ein gutes Vertrauensverhältnis trägt dazu bei, dass sich von Cyber-Mobbing betroffene Schüler/innen schneller an ihre Lehrer/innen wenden und so möglichst früh Hilfe organisiert werden kann.
  • Verhaltensvereinbarungen und Hausordnung erstellen: Wird Cyber-Mobbing in der Haus- bzw. Schulordnung thematisiert, ist später leichter damit umzugehen. Je transparenter das Thema von Anfang an in der Schule behandelt wird, desto einfacher fällt es, im konkreten Anlassfall konstruktive Entscheidungen zu treffen.
  • „Briefkasten“ einrichten und betreuen: Ein „Kummerkasten“ (z.B. E-Mail-Adresse, „echter“ Briefkasten) bietet Schüler/innen die Möglichkeit, anonym von Mobbing-Fällen zu berichten. Der „Kummerkasten“ sollte gut kommuniziert und regelmäßig überprüft werden. Zu beachten: Dieser anonyme Beschwerdekasten kann auch zum „Anschwärzen“ von anderen Schüler/innen missbraucht werden!
  • Peer-Modelle einführen: Da sich Cyber-Mobbing in der Regel zwischen Gleichaltrigen abspielt, kann eine Unterstützung aus dem Kreis der Schüler/innen hilfreich sein. In vielen Fällen reden die Opfer lieber mit einem vertrauenswürdigen Mitschüler als mit einem Erwachsenen.

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Was kann die Schule bei einem Cyber-Mobbing-Vorfall tun?

Wird ein Cyber-Mobbing-Vorfall bekannt, so muss die Schule – die Schulleitung oder der Klassenvorstand – sofort reagieren. Zunächst sind folgende Fragen abzuklären: Was genau ist vorgefallen? Welche Personen sind beteiligt? Wie schwer ist das Delikt?

  • Mit den Beteiligten reden: Opfer und Täter/innen (sofern bekannt) befragen und gemeinsam eine Lösung für das zukünftige Miteinander finden. Ob es eine „Wiedergutmachung“ braucht, muss der/die Betroffene entscheiden. Oft ist es wichtiger, dass der Täter/die Täterin seine/ihre Schuld anerkennt.
  • Eltern einbinden: Neben Gesprächen mit den Eltern der Beteiligten (Opfer, Täter/innen) ist auch eine allgemeine Sensibilisierung (z.B. bei einem Elternabend) sinnvoll. Eltern wissen oft nicht, was Cyber-Mobbing eigentlich ist und sind sich der möglichen Tragweite nicht bewusst.
  • In der Schule thematisieren: Auf keinen Fall darf Mobbing totgeschwiegen werden! Jeder Vorfall muss als Chance genutzt werden, um Aufklärung zu betreiben: Wie fühlt man sich als Opfer? Welche Motive haben die Täter/innen? Welche Rolle haben Zeugen? Konkrete Fälle können als Anlass genommen werden, um präventive Maßnahmen umzusetzen.
  • Umgang mit Internet und Handy regeln: Was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt? Welche Sanktionen gibt es bei Regelverstößen? Manchmal kann es schon helfen, wenn beispielsweise das Handy während des Unterrichts abgeschaltet sein muss und dies in der Schulordnung geregelt ist.
  • Präventionsbeamt/innen der Polizei hinzuziehen: Dies macht vor allem Sinn, um einschätzen zu können, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden sollen oder nicht.

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Was tun, wenn Lehrende im Internet verunglimpft werden?

Immer wieder kommt es vor, dass Schüler/innen ihre Lehrer/innen im Unterricht mit dem Handy filmen, diese Aufnahmen dann zusammenschneiden und in Sozialen Netzwerken zum Spaße aller veröffentlichen. Die betroffenen Lehrenden erfahren dies in der Regel nicht, da sie selbst meist nicht Mitglied dieser Communities sind. 

Wird ein Vorfall bekannt, stellen Sie sich auf die Beine! Nichts zu tun, ist bei Mobbing gerade der falsche Weg. Suchen Sie aktiv Gespräche mit der Familie, Bekannten, Kolleg/innen etc. und eventuell auch professionelle Hilfe (Selbsthilfegruppe, psychologische Beratung). Das hilft bei der Klärung, warum man überhaupt zum Opfer geworden sein könnte und welche Verhaltensweisen speziell bei Schüler/innen Hass- oder Rachegefühle auslösen.

Empfehlenswert ist in jedem Fall, Cyber-Mobbing klar sichtbar für alle in die Schul-/Hausordnung aufzunehmen, z.B. dass in der Schule nur mit Erlaubnis der Beteiligten gefilmt oder fotografiert werden darf. Je transparenter das Thema von Beginn an behandelt wird, desto einfacher können im konkreten Anlassfall konstruktive Entscheidungen getroffen werden. Denn es ist rechtlich nicht eindeutig geklärt, ob das Filmen von Lehrenden im Unterricht erlaubt ist oder nicht. Noch ist dies ein rechtlicher Graubereich. 

Anders ist die Situation jedoch, wenn es sich um eine klar nachteilige Darstellung der Lehrenden handelt – wenn z.B. Videos oder Fotos so zusammengeschnitten werden, dass eine Lehrkraft damit lächerlich gemacht wird. In diesem Fall gilt das Recht am eigenen Bild, das der abgebildeten Person erlaubt, eine Löschung des veröffentlichten Materials zu verlangen (z.B. beim Seitenbetreiber melden). Weitere rechtliche Bestimmungen, die im Zusammenhang mit Cyber-Mobbing relevant sein können, finden Sie hier.

Generell gilt: Ein gutes Schulklima beugt Gewalt vor. Deshalb ist es wichtig, permanent am Vertrauensverhältnis zwischen Schüler/innen, Lehrenden und Schulleitung zu arbeiten. Hierbei sind auch externe Expert/innen sinnvoll, wie Schulpsycholog/innen oder Schulentwickler/innen.

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Datenschutz

Dürfen Fotos/Videos von Schüler/innen auf die Schulwebsite gestellt werden?

Haben die Eltern und die Schüler/innen (ab 14 Jahren) eine schriftliche Einverständniserklärung abgegeben, können Fotos auf der Schulwebsite veröffentlicht werden. Eine Einverständniserklärung sollte einmal pro Jahr, z.B. am Schuljahresbeginn, unterschrieben werden. Darüber hinaus sollte jede Veröffentlichung eines Fotos/Videos im Anlassfall noch einmal mit den abgebildeten Personen abgestimmt werden.

Beachten Sie, dass bei Fotos keine Namen zu den Gesichtern zuordenbar sind. Fotos der gesamten Klasse veröffentlichen Sie am besten z.B. nur mit der Klassennennung, ohne die Namen der einzelnen Schüler/innen nennen.

Beispiel für eine Einverständniserklärung für Eltern

Ich, Frau/Herr ___________________________________, bin einverstanden, dass mein Sohn/meine Tochter ______________________________ im Zuge von Schulveranstaltungen oder -projekten fotografiert/gefilmt wird und diese Fotos/Videos auf der Schulwebsite und in sonstigen Publikationen der Schule veröffentlicht werden dürfen. Die Fotos zeigen die Schüler/innen beim Arbeiten oder im Schulalltag. Es werden keine Porträts oder Bilder mit vollständigem Namen der Schüler/innen veröffentlicht.


Achtung: Die Eltern und die Schüler/innen können ihre Einverständniserklärungen jederzeit widerrufen. Auf Wunsch müssen entsprechende Fotos/Videos umgehend wieder aus dem Netz genommen werden. Bilder, die für die abgebildeten Personen nachteilig sein könnten (z.B. freizügig bekleidet), dürfen nicht veröffentlicht werden. Sie verletzten das Recht am eigenen Bild. Zu beachten sind auch die Urheberrechte des Fotografen bzw. der Fotografin.

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Darf die Schule Logfiles speichern?

Die Schule darf Logfiles speichern, um sicher zu stellen, dass das Netzwerk reibungslos an der Schule läuft (§ 14 Abs. 2 Z 7 DSG). Allerdings ist es wichtig, dass bei der Speicherung nicht die Personen (Lehrende wie Schüler/innen) im Mittelpunkt des Interesses stehen, sondern die Abwehr von Schäden am IT-System. Nur dann ist es zulässig, die Daten zu kontrollieren und zu nutzen. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn das IT-System Probleme aufweist (z.B. Viren) oder das Herunterladen großer Datenmengen zu Engpässen im Schulnetzwerk führt. Wenn Logfiles in der Schule gespeichert werden, machen Sie das allen Beteiligten gegenüber transparent.

Auch wenn die Schule prinzipiell das Recht hat, Logfiles zu speichern, dürfen diese Daten nicht unbedingt dafür genutzt werden, um Schüler/innen zur Rechenschaft zu ziehen. Schüler/innen müssen mit geeigneten pädagogischen Mitteln dazu gebracht werden, sich an die Anweisungen der Lehrenden oder an eine vorhandene Internet-Policy der Schule zu halten. Besteht eine Gefährdung des Schulnetzwerkes über einen längeren Zeitraum hinweg und wurden alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, dies zu beheben, können auch die Logfiles genutzt werden. Dies darf aber wirklich nur ein letzter Schritt sein!

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Soziale Netzwerke

Schutz der Privatsphäre im Internet – welche Tipps kann ich den Schüler/innen geben?
  • Das Internet vergisst nicht. Besprechen Sie mit Ihren Schüler/innen, dass einmal im Internet veröffentlichte Daten oft nicht mehr gelöscht werden können. Deshalb: Keine Fotos, Videos oder Texte veröffentlichen, die peinlich sein oder später einmal zum eigenen Nachteil verwendet werden könnten! Hilfreiche Regel: Daten nur hochladen, wenn man diese auch den Eltern oder Lehrer/innen zeigen würde.
  • Persönliche Daten geheim halten. Wohnadresse, Telefonnummer, Passwörter etc. gehen Fremde nichts an. Wo möglich, sollten anonymen Nicknames anstellen des richtigen Namens verwendet werden.
  • Was ist „freizügig“? Vor allem bei der Veröffentlichung von Fotos kennen viele Jugendliche kaum Grenzen. Diskutieren Sie mit den Schüler/innen, welche Selbstporträts veröffentlicht werden können und welche nicht.
  • „Recht am eigenen Bild“ beachten. Fotos oder Videos, die andere Personen nachteilig darstellen, dürfen nicht verbreitet werden. Die Abgebildeten sind daher vorher zu fragen, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind. Siehe auch: Was ist das „Recht am eigenen Bild“?
  • Privatsphäre-Einstellungen aktivieren. Wenn Ihre Schüler/innen Soziale Netzwerke zu nutzen, gehen Sie gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Diese ändern sich häufig und sind standardmäßig nicht immer auf der sichersten Stufe eingestellt. Die Saferinternet.at-Leitfäden liefern Ihnen einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Schutz der Privatsphäre in Sozialen Netzwerken.
  • Unerwünschte Nutzer/innen blockieren. Wenn ein/e Schüler/in in einem Sozialen Netzwerk oder per Messenger belästigt wird, kann es die Person auf die „Ignorier-Liste“ setzen oder an die Betreiber melden. Siehe auch: Wie kann ich Belästigungen in Facebook melden?
  • Verurteilen Sie die Schüler/innen nicht, wenn sie fragwürdige Inhalte online stellen, sondern erklären Sie das Problem dabei!

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Facebook-Freundschaft mit den Schüler/innen?

Mit den Schüler/innen „befreundet“ zu sein, ist dann sinnvoll, wenn Sie deren Online-Aktivitäten (erzieherisch) begleiten oder Facebook aktiv in den Unterricht einbeziehen möchten. Überlegen Sie sich dann aber unbedingt, wie Sie im Falle von Cyber-Mobbing, freizügigen Bildern, Verunglimpfungen etc. reagieren und vor allem auch, wie Sie Ihre eigene Privatsphäre schützen. Schließen Sie außerdem keine Schüler/innen aus: entweder alle oder keine/n!

Eine andere mögliche Variante ist es, nur ehemalige Schüler/innen als „Freunde“ zu akzeptieren und dies auch offen zu kommunizieren. So bleibt die eigene Privatsphäre und die Ihrer Schüler/innen in jedem Fall gewahrt.

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Handy & Smartphone

Das Handy in der Schule wegsperren – wie sinnvoll ist das?

Viele Schulen haben in ihrer Hausordnung geregelt, dass Handys während des Unterrichts (und manchmal auch während der Pausen) im Spind weggesperrt sein müssen. Beachtet man den großen Stellenwert, den Handys im Alltag von Kindern und Jugendlichen haben, kann das generelle Wegsperren oder Verbieten von Handys keine Lösung sein. Das wird vor allem deutlich, wenn die Schüler/innen ihre Zweit- bzw. Dritthandys im Spind lassen, ihre aktuellen Ersthandys allerdings erst recht in den Schultasche mit sich führen, weil sie sich nicht davon trennen wollen.

Ein Handyverbot kann zwar als kurzfristige Maßnahme sinnvoll sein, um eine schwierige Situation in einer Schule zu entschärfen. Am Ende kommt die Schule aber nicht darum herum, die Handynutzung in ein medienpädagogisches Konzept zu integrieren.

  • Verhaltensvereinbarungen
    Ein erster Schritt können z.B. von allen Schulpartnern (Lehrer/innen, Schüler/innen, Eltern, Schulleitung …) gemeinsam erarbeitete Verhaltensvereinbarungen zum Umgang mit dem Handy in der Schule sein. Sind alle Schulpartner intensiv in die Erarbeitung und Formulierung der Verhaltensvereinbarung eingebunden, werden sie diese eher akzeptieren und sich für die Umsetzung verantwortlich fühlen. Die erarbeiten Inhalte können auch in die Hausordnung aufgenommen werden.

  • Handynutzung auf Schulveranstaltungen
    Ein generelles Handyverbot auf Schulveranstaltungen ist in der Praxis kaum umsetzbar. Die Eltern haben ein entsprechendes Interesse, ihre Kinder in Notfällen erreichen zu können bzw. bei Heimweh oder sonstigem Unwohlsein selbst für ihre Kinder erreichbar zu sein. Um zweifelhaften „Handy-Wettbewerben“ der Schüler/innen – Wer schreibt die schlimmste SMS? Wer schießt die peinlichsten Bilder? Wer hat die coolsten Videos? – Vorschub zu leisten, kann z.B. folgende Regel aufgestellt werden:
    Handys dürfen pro Tag für die Dauer von einer Stunde (z.B. vor dem Abendessen) verwendet werden. In der restlichen Zeit müssen sie abgedreht sein bzw. in der Nacht abgedreht im Zimmer eines Lehrenden lagern.

Weiterführende Links:

Wie kann ich das Handy kreativ im Unterricht verwenden?

In vielen Schulen wird das Handy verboten, weil es stört. Jedoch ist das Handy für Kinder und Jugendliche ein wichtiger alltäglicher Begleiter. Ein anderer Weg ist, das Handy aktiv in den Unterricht einzubeziehen und es als positive Chance zu nutzen. Probieren Sie es doch einfach einmal aus und machen Sie „Mobile Learning“ zu Ihrer persönlichen Realität! Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von Handy-Fotostorys über SMS-Aufsätze bis hin zu Handy-Schnitzeljagden auf Schullandwochen.

Viele Anregungen und Anwendungsbeispiele für den kreativen Einsatz des Handys im Unterricht finden Sie in Kapitel 4 – Lernen und unterrichten mit dem Handy (pdf, 600 KB) aus dem Handywissen.at-Unterrichtsmaterial Das Handy in der Schule (pdf, 2.5 MB).

Weiterführende Links:

Wie soll in der Schule mit WhatsApp umgegangen werden?

WhatsApp ist eine App, über die kostenlos Text- und Audionachrichten, Bilder oder Videos verschickt werden können. Auch das Chatten zu zweit oder in Gruppen ist über WhatsApp möglich. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ist WhatsApp sehr beliebt und hat Facebook schon den Rang abgelaufen. Doch Sicherheitslücken und mangelnde Datenschutz-Optionen haben WhatsApp in Verruf gebracht. Auch Cyber-Mobbing via WhatsApp ist keine Seltenheit mehr. Und trotzdem: WhatsApp ist für viele Kinder und Jugendliche ein wichtiger Kanal, um mit Freund/innen in Kontakt zu bleiben und sich z.B. auch über Schulisches auszutauschen. 

  • Reflektieren Sie mit den Schüler/innen, ob es Sinn macht, WhatsApp zur gemeinsamen Kommunikation bzw. im Unterricht zu verwenden. Achtung: Sollten Sie mit Ihren Schüler/innen WhatsApp nutzen wollen, bedenken Sie, dass Ihre (private) Handynummer in Umlauf kommt! Vereinbaren Sie klare Regeln, um nicht ständig erreichbar sein zu müssen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Schüler/innen über Risiken in WhatsApp und anderen Sozialen Netzwerken, z.B. Sexting, Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming, Datenschutz, ...
  • Thematisieren Sie das „Recht am eigenen Bild“. Dies empfiehlt sich bereits ab einem frühen Alter, noch bevor Kinder und Jugendliche Soziale Netzwerke intensiv nutzen.
  • Weisen Sie die Schüler/innen darauf hin, dass die Verbreitung von verunglimpfenden Inhalten strafbar sein kann – egal über welches Medium.
  • Reagieren Sie, wenn Sie von Cyber-Mobbing-Fällen auf WhatsApp erfahren! Siehe dazu auch: Was kann die Schule bei einem Cyber-Mobbing-Vorfall tun?

Weiterführende Links:

Urheberrechte und Quellenkritik

Darf ich Fotos, Videos, Texte etc. aus dem Internet im Unterricht verwenden?

Das Urheberrecht gilt auch bei der Erstellung von Unterlagen für den Unterricht. Wenn Sie als Lehrende/r fremde Inhalte übernehmen wollen, müssen Sie daher folgendes beachten:

  • Fremde Inhalte dürfen nur veröffentlicht werden (dazu zählt streng genommen auch die Verbreitung im Klassenzimmer), wenn Sie dafür die Erlaubnis des Urhebers bzw. Rechteinhabers haben oder diese unter einer „Creative Commons“-Lizenz stehen. Siehe auch: Was sind „Creative Commons“-Inhalte und wie darf ich sie nutzen?
  • Eine Ausnahme ist die „Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch“. In diesem Fall dürfen auch vollständige Werke (z.B. ein ganzer Zeitschriftenartikel) im Rahmen des Unterrichts im Internet bereit gestellt werden, wenn …
  • der Zugang nur für Mitglieder einer einzelnen Lerngruppe (z.B. eine Klasse) besteht,
  • die Inhalte nur über einen festgelegten Zeitraum (z.B. ein Schuljahr) angeboten werden,
  • vollständige Quellenangaben gemacht werden und
  • es sich um keine Inhalte aus Schulbüchern handelt.
  • Einzelne Stellen eines veröffentlichen Sprachwerks dürfen in eigene Werke übernommen werden (Zitate), wenn sie entsprechend gekennzeichnet und mit einer Quellenangabe versehen werden. Siehe auch: Was ist beim Zitieren zu beachten? Lehrer/innen sind hier ein wichtiges Vorbild für ihre Schüler/innen! Umso wichtiger sind korrekte Quellenangaben auf jedem Arbeitsblatt, dem Wochenplan etc.

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Wo finde ich geeignete Materialien für meinen Unterricht?

Urheber/innen können ihre eigenen Werke – seien es Texte, Bilder oder Musik, unter einer sog. „Creative Commons-Lizenz“ (creativecommons.org) veröffentlichen. Damit geben sie anderen Menschen die Möglichkeit, die eigenen Werke unter bestimmten Bedingungen weiterzuverwenden, ohne ausdrücklich um Erlaubnis fragen zu müssen. Die private bzw. nicht-kommerzielle Nutzung ist in der Regel kostenlos, wenn der/die Urheber/in sichtbar genannt wird. Der genaue Umfang der Verwendung (z.B. ob Werke auch verändert werden dürfen) hängt von der jeweiligen Lizenz ab – die Bedingungen, unter denen die Werke verwendet werden dürfen, sollten Sie daher immer genau lesen und einhalten.

Suchmaschinen für freie Inhalte

Über die erweiterte Suche auf Google kann unter der Einstellung „Nutzungsrechte“ nach Inhalten mit bestimmten Nutzungslizenzen gesucht werden. Auch Yahoo! bietet eine ähnliche Möglichkeit.

Eine spezielle Suchmaschine für CC-Inhalte bietet auch die Creative Commons-Initiative selbst.

Wo finde ich Bilder?

Sucht man mit den üblichen Suchmaschinen zu einem bestimmten Thema, stößtman in den seltensten Fällen auf Bilder unter der CC-Lizenz. Deshalb muss man die eigenen Suchroutinen anpassen:

  • Flickr bietet z.B. bei der „Erweiterten Suche“ gezielt das Auffinden von CC-lizenzierten Bildern an.
  • Compfight ist eine Suchmaschine speziell für Flickr. Nach Eingabe des Suchbegriffs wählen Sie links in der Spalte „Creative Commons“ aus, dann erhalten Sie nur CC-Ergebnisse.
  • Viele Bilder und auch andere Dateien bietet Wikimedia, ein „Schwesterprojekt“ von Wikipedia.
  • Piqs und Pixelio.de sind deutschsprachige Foto-Communitys, bei denen ebenfalls alle Bilder frei verwendbar sind.
  • Auch die Foto-Community Openphoto enthält ausschließlich Bilder mit CC-Lizenz.
  • Frei verwendbare Bilder für Ihren Unterricht finden Sie außerdem in der Fotodatenbank des Tiroler Bildungsservice (TiBS).

Wo finde ich Musik?

  • Jamendo: Hier finden Sie über 370.000 Titel verschiedener Länge und Qualität, die Sie frei remixen und verwenden dürfen.
  • ccMixter: Freie Remixes jeder Art zum Herunterladen, Verbreiten und Weiterverwenden.
  • Musopen: Werke klassischer Komponisten, deren Urheberrechte abgelaufen sind, wurden von Musiker/innen neu eingespielt und hier veröffentlicht.

Wo finde ich Filme?

Weiterführender Link:

Wie kann ich mit meinen Schüler/innen „Quellenkritik“ üben?

Das Internet ist nicht nur eine unerschöpfliche Quelle von relevanten und richtigen Informationen, sondern ebenso eine Sammlung von vielen Halb- und Unwahrheiten. Das Überprüfen von Quellen ist für Kinder und Jugendliche nicht so leicht nachvollziehbar – dieser Prozess muss daher erlernt und immer wieder geübt werden. Ziel ist es, dass Ihre Schüler/innen Online-Quellen besser einschätzen lernen und Informationen aus dem Internet kritisch betrachten.

Tipps:

  • Lassen Sie Ihre Schüler/innen in unterschiedlichen Suchmaschinen suchen.
  • Achten Sie auf die Rechtschreibung von Suchbegriffen. Nach Eigennamen wird am besten unter Anführungszeichen gesucht („Maria Meier“).
  • Üben Sie mit Ihren Schüler/innen Suchbegriffe unterschiedlich zu formulieren und auf den Punkt zu bringen (z.B. „Foxterrier“ statt „Hund“).
  • Schauen Sie sich gemeinsam den Vorschau-Text der ersten Treffer an und ändern Sie den Suchbegriff, falls keine passenden Links aufscheinen.
  • Gibt es ein Impressum, Logos oder sonstige Erkennungszeichen, die angeben, wer hinter der Website steht? Kann Parteilichkeit vorhanden sein? Sind die Herausgeber/innen bzw. die Autor/innen für das entsprechende Thema kompetent genug?
  • Woher stammen die Informationen, die auf der Website stehen (Quellenangaben)? Wie aktuell sind die Informationen?
  • Zeigen Sie Ihren Schüler/innen, wie sie Informationen aus dem Internet mit anderen Quellen (z.B. Bücher) überprüfen können. Web-Inhalte sollten immer mit mind. 2-3 anderen Quellen gegengecheckt werden.
  • Besprechen Sie mit den Schüler/innen, wie man Werbung erkennt und zeigen Sie Beispiele (z.B. bezahlte Links in den Suchergebnissen). Vor allem jüngere Kinder tun sich schwer, werbliche von nicht-werblichen Inhalten zu unterscheiden.
  • Thematisieren Sie auch, warum Wikipedia nur begrenzt geeignet ist, beispielsweise weil die Inhalte nicht immer verständlich sind oder stimmen. Wikipedia ist ein guter Start für die Internetsuche, es erspart aber nicht einen intensiven Quellenvergleich.
  • Ermutigen Sie Ihre Schüler/innen dazu, Urheberrechte zu beachten und üben Sie in der Klasse korrektes zitieren. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Weiterführende Links:

Darf die Schule eigenständige Werke der Schüler/innen veröffentlichen?

Um von den Schüler/innen eigens erstellte Werke (z.B. Fotos, Videos, Audios, Texte) veröffentlichen zu können, müssen der/die Schüler/in sowie die Eltern damit einverstanden sein. Der/die Urheber/in genießt für seine/ihre geistige Schöpfung einen rechtlichen Schutz, der im Urheberrechtsgesetz festgehalten ist. Mit einer schriftlichen Einverständniserklärung überträgt der/die Urheber/in die Rechte zur Veröffentlichung seiner/ihrer Werke an z.B. die Schule. Das Urheberrecht an sich verbleibt aber immer beim geistigen Schöpfer. Die Eltern und die Schüler/innen können ihre Einverständniserklärung demnach jederzeit widerrufen.

Trotz Einverständniserklärung empfiehlt es sich, die Veröffentlichung eines Werkes im konkreten Fall immer nochmals mit dem/der Schüler/in bzw. den Eltern abzustimmen. Denken Sie im Übrigen auch daran, den Urheber/die Urheberin als Quellenangabe zu nennen!

Beispiel für eine Einverständniserklärung von Eltern

Ich, Frau/ Herr _______________________, bin damit einverstanden, dass die Schule ______________________________, die während des Schulunterrichts entstandenen Werke meines Sohnes/meiner Tochter _________________________________, in Publikationen der Schule sowie in sonstigen Publikationen der Schule veröffentlichen darf.

 

Weiterführende Links:

Ungeeignete Inhalte: Gewalt und Pornografie

Was fasziniert Jugendliche an Gewalt- und Pornovideos?

Gewalt- und Porno-Videos haben für Kinder und Jugendliche einen besonderen Reiz – seien es mit dem Handy selbst gefilmte Gewaltszenen („Happy Slapping“ bzw. „Smack Cam“), Downloads aus dem Internet oder von Freund/innen geschicktes Material. Für die Nutzung dieser Inhalte gibt es vor allem zwei entscheidende Motive:

  1. Unterhaltungsmotiv und Grenzerfahrung
    Der emotionale „Kick“ und das Überschreiten von Grenzen stehen hier im Mittelpunkt. Man möchte etwas „Aufregendes“ erleben. Der Wunsch nach Ablenkung, Protest und Abgrenzung spielt eine zentrale Rolle.
  2. Soziale und sozialintegrative Motive
    Das gemeinsame Bestehen von extremen Situationen ist die zentrale Komponente – das Anschauen der Videos wird zum Gemeinschaftserlebnis. Besonders extreme Inhalte geben auch ein gutes Gesprächsthema in der Gruppe ab oder werden zur Anerkennung genutzt („Mitreden können“). Dazu zählt auch, schockierende Videos an jüngere Mitschüler/innen als eine Art „Mutprobe“ weiterzuschicken.


Für das Konsumieren sexueller Inhalte im Internet gibt es noch weitere Motive: Abbau von Unsicherheiten (Was ist normal? Wie funktioniert Sex? etc.), Suche nach sexueller Erregung, Identitätssuche …

Es ist Teil einer gesunden Entwicklung, wenn Heranwachsende beginnen, intimste Fragen nicht mehr mit den Eltern zu besprechen. Sexualität ist ein wichtiges Thema im langsamen Ablösungsprozess zwischen Eltern und Kindern. Mit den Informationen im Internet können Jugendliche ihre brennenden Fragen beantworten. Gespräche mit Freund/innen dienen dazu, das neu erworbene Wissen bestätigen zu lassen und sich gleichzeitig den anderen als „erwachsen“ zu präsentieren.

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Warum soll sich die Schule mit Mediengewalt beschäftigen?
  • Die Ausübung von Mediengewalt (z.B. Cyber-Mobbing, Sexting, Verunglimpfungen im Internet etc.) beeinträchtigt nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen, sondern auch das Klassenklima und somit den Unterricht. Prävention trägt zu einem störungsfreien Unterricht bei. Das Festlegen eindeutiger Konsequenzen hilft, im Anlassfall schnell und effizient einschreiten zu können.

  • Viele Lehrpläne geben vor, die Lebenswelt der Schüler/innen in den Unterricht zu integrieren. Digitale Medien (und hier auch Mediengewalt) sind fester Bestandteil des Alltags von Kinder und Jugendlichen. Auch das SchUG § 17 Abs. 1 sieht vor, dass Lehrende „den Unterricht anschaulich und gegenwartsbezogen zu gestalten haben.“

  • Das Thema „Mediengewalt“ lässt sich in viele Fächer einfach integrieren: So können im Deutsch- bzw. Englisch-Unterricht Texte von Pop-Songs analysiert, im Psychologie-Unterricht der Reiz an der Angst bzw. dem Schock aufgegriffen oder im Geschichts-Unterricht die neuen Symboliken von rechtsradikalen Inhalten bzw. neue „Werbungsmethoden“ aufgearbeitet werden. Im Rahmen des Aufklärungsunterrichtes können der Umgang mit Pornografie und die Glaubwürdigkeit von Pornografie angesprochen werden.

  • Kinder und Jugendliche brauchen medienkompetente Erwachsene – Eltern, Lehrer/innen, Betreuer/innen, die sich für ihre Lebenswelt interessieren und ihnen Orientierung in dieser Welt geben. Auch wenn die Kinder und Jugendlichen (möglicherweise) den Erwachsenen technisch überlegen sind, bedeutet das nicht, dass sie sich im Bereich „Medien“ quasi auch selbst erziehen können.

  • Auch Lehrende werden immer wieder Opfer von Mediengewalt. Eine klare Haltung der Schule und das Aufgreifen des Themas wirken auch hier klar präventiv.

  • Im Grundsatzerlass zur Medienerziehung (pdf, 110 KB) des BMUKK wird explizit darauf hingewiesen, „dass Medienerziehung auch und besonders in dieser Altersgruppe bei den persönlichen Medienerfahrungen, -erlebnissen und -gewohnheiten der Schüler/innen ansetzen und zur Selbstreflexion führen soll.“ Mediengewalt ist das, was Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien erfahren, erleben und teilweise auch selbst ausüben. Ihren präventiven Einsatz im Bereich „Mediengewalt“ können Sie auf diesen Erlass stützen.

Weiterführende Links:

Welche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche gesetzlich verboten?

Das Jugendschutzgesetz ist in Österreich auf Landesebene geregelt. In jedem Bundesland gibt es leicht unterschiedliche Bestimmungen. Überall gleich ist jedoch, dass die Weitergabe von z.B. pornografischen, nationalsozialistischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten an Jugendliche verboten ist und Jugendliche solche Inhalte auch nicht besitzen dürfen. Bei Verstößen sind für Erwachsene meist Geld- und sogar Freiheitsstrafen, für Jugendliche verpflichtende Beratungsgespräche und u.U. auch Geldstrafen vorgesehen.

Zum Thema „Vermeidung bestimmter Medien, Gegenstände und Dienstleistungen“ lauten zum Beispiel die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Salzburg und Tirol:

Erwerb, Besitz, Verwendung oder Veranstaltungsbesuch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ist verboten, wenn dadurch die Aggression und Gewalt gefördert werden, Menschen wegen Rasse, Religion, Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sexueller Orientierung diskriminiert werden oder die Sexualität in einer die Menschenwürde missachtenden Weise dargestellt wird.

(Quelle: help.gv.at)


Sobald Eltern wissen, dass Ihre Kinder nach dem Jugendschutzgesetz verbotene Inhalte auf Ihr Handy oder Ihren Computer geladen haben, müssen sie diese löschen bzw. löschen lassen. Eltern sind jedoch nicht verpflichtet, die Handys oder Computer ihrer Kinder laufend bzw. ohne konkreten Verdacht auf jugendschutzgefährdende Daten zu kontrollieren.

Auch Lehrende haben bei konkretem Verdacht auf rechtswidrige Inhalte auf Handys von Schüler/innen die Pflicht, die Handys zu kontrollieren und ggf. abzunehmen.

Zögern Sie nicht, illegale Inhalte (z.B. Kinderpornografie) im Internet zu melden, z.B. an www.stopline.at oder die Meldestellen des Bundeskriminalamts.

Weiterführende Links:

Dürfen Lehrende die Handys ihrer Schüler/innen kontrollieren?

Eine routinemäßige Kontrolle im Sinne eines aktiven Durchsuchens ist aus persönlichkeits- und datenschutzrechtlicher Sicht nicht erlaubt und selbst bei konkretem Verdacht auf jugendgefährdende bzw. rechtswidrige Inhalte ist das Durchsuchen sehr problematisch. Es gilt aber, dass Lehrende bei einem konkreten Verdacht auf jugendgefährdende bzw. rechtswidrige Inhalte auf Handys von Schüler/innen nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht haben, Handys ggf. dem/der Schüler/in abzunehmen. Eine strafbare Handlung (z.B. Besitz oder Verbreitung von Kinderpornografie) muss in jedem Fall an die Schulleitung gemeldet werden. Diese entscheidet dann unter Berücksichtigung von § 79 StPO (Strafprozessordnung) bzw. § 45 BDG (Beamten-Dienstrechtsgesetz), ob eine Anzeige erforderlich ist. Jeder Verdacht sollte darüber hinaus entsprechend dokumentiert werden, um Vorfälle und Handlungen für andere (Eltern, Polizei …) nachvollziehbar zu machen.

Beachten Sie: Eine routinemäßige Kontrolle von Handys ohne Verdacht verletzt die Privatsphäre der Schüler/innen!

Grundsätzlich ist das Ausreizen und Übertreten von Grenzen im jugendlichen Alter eine Herausforderung, der sich Eltern und Lehrende immer wieder stellen müssen. Dieser Prozess gehört zu einer normalen Entwicklung in der Adoleszenz. Daher sind das Konsumieren und Verbreiten von jugendgefährdenden Inhalten auch stets in diesem Kontext zu sehen. Merken Lehrende, das Vorkommnisse in diesem Bereich zunehmen (z.B. ältere Schüler/innen schicken jüngeren Pornos auf das Handy, Wettbewerb um die extremsten Handy-Videos etc.), sollte der Umgang mit ungeeigneten Inhalten dringend thematisiert werden – sowohl mit den Schüler/innen, die die Inhalte verbreiten, aber auch mit jenen, die „nur“ konsumieren. Anregungen dazu finden Sie in den Saferinternet.at-Unterrichtsmaterialen Das Handy in der Schule (pdf, 2.5 MB) und Medien und Gewalt – Herausforderungen für die Schule (pdf, 1 MB).

Weiterführender Link:

Computerspiele

Computerspiele im Unterricht – wo finde ich Tipps?

Links zu Studien: