Cybercrimereport 2006 des Bundeskriminalamts

3.600 Zombie-Rechner und 381 Phishing-Opfer

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Statt einzelner Hacker operieren im Internet immer häufiger organisierte Tätergruppen. Die Kriminalität im Netz wird professioneller und hat vorwiegend wirtschaftlichen Hintergrund, so der am heutigen Tage präsentierten Cybercrimereport 2006 des Bundeskriminalamts (BK). In Österreich haben Phishing-Attacken im Vergleich zum Jahr 2005 zugenommen (2006: 381 Opfer mit einem potentiellen Schaden von über 1 Million Euro), jedoch Anzeigen wegen Kinderpornografie gingen zurück.

In den letzten Jahren hat der Wandel in der Informationstechnik zu neuen Bedrohungsformen geführt. Gelangten früher Computerviren und -würmer vor allem durch den Austausch von infizierten Datenträgern in Umlauf, so werden sie heute hauptsächlich über das Internet und via E-Mail verbreitet. Auf Grund der starken Vernetzung von IT-Systemen kann es dadurch in kürzester Zeit zu weltweiten Schäden mit enormen finanziellen Auswirkungen kommen.

Der verstärkte Auftritt von Zombierechnern macht auch vor Österreich nicht halt: 3.600 dieser Computer, die über Trojaner oder ähnliche Programme von Fremden ferngesteuert werden, konnten die heimischen Kriminalisten 2006 registrieren. Das dürfte allerdings nur die Spitze des Eisbergs sein, denn nicht alle Angriffe werden bekanntlich auch bemerkt.

"Täter sind längst nicht mehr davon angetrieben, Sicherheitslücken im Internet aufzudecken. Durch das Ausspionieren und den Missbrauch sensibler Daten lässt sich viel Geld verdienen. Das Spektrum reicht vom einfachen Betrug bis hin zur Erpressung. Durch die Anonymität des World-Wide-Web (www) sinken die Hemmschwelle und das Unrechtsbewusstsein", sagte Mag. Leopold Löschl, Leiter des Büros Computer- und Netzwerkkriminalität im BK.

Internetkriminelle haben auch wieder einen neuen Trick auf Lager: Über professionell wirkende E-Mails werden User als so genannte Finanzmanager angeworben, die für betrügerische Organisationen Geldüberweisungen vornehmen sollen. "Wir raten dringend davon ab, die Gelder stammen in der Regel auf Phishing-Delikten. Beim Surfen im Internet sei weniger Gutgläubigkeit ratsam: "Denken vor klicken", empfiehlt Mag. Löschl.

Cybercrimereport 2006

(bmi / futurezone)