Betrug per Email breitet sich aus
Das Bundeskriminalamt (.BK) warnt vor westafrikanischen Betrügerbanden. Arglose Bürger werden mit Briefen und nunmehr vorwiegend mit E-Mails kontaktiert, in denen die Betrüger unvorstellbare Geldsummen versprechen. Immer wieder fallen Menschen auf die Falle herein. Resultat: Der Traum vom schnellen Geld führt schnurstracks in ein finanzielles Fiasko.
Seit etwa Mitte der 90er Jahre landen regelmäßig so genannte 419er-Briefe in den Briefkästen oder E-Mail-Postfächern der heimischen Bevölkerung. Die Bezeichnung leitet sich vom nigerianischen Betrugsparagraphen 419 ab. In den Schreiben werden Geldbeträge in Millionenhöhe angeboten. Kreativ sind die Begründungen für die Herkunft des Geldes - sie richten sich nach der jeweiligen, aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage eines bestimmten Staates.
So wird beispielsweise dem Adressaten verkündet, ein millionenschwerer Unternehmer sei bei einem Unfall ums Leben gekommen und es gäbe keine Erben. Der gesamte Nachlass drohe nun im afrikanischen Waffenhandel zu versickern. Das Vermögen müsse, da die Sache ja sehr eilt, schnell außer Landes gebracht werden. Für die Mithilfe an diesen "streng geheimen" Transaktionen werden Provisionen in Schwindel erregenden Höhen in Aussicht gestellt. Als Gegenleistung wird vorerst lediglich die Bereitstellung eines Bankkontos verlangt. Beißt jemand an, wird er zur Kasse gebeten.
Die Betrüger geben vor, für Anwaltskosten, Manipulationsgebühren, Flugkosten usw. Geld zu benötigen. Die Forderungen untermauern sie mit gefälschten Dokumenten. Weil immer wieder neue Probleme auftreten, die nicht enden wollen, wird der Interessent fortwährend zu irgendwelchen Zahlungen aufgefordert. Zur Überweisung des in Aussicht gestellten Vermögens kommt es natürlich nie.
Seit Mitte 2004 sind dem Bundeskriminalamt zehn Anzeigen bekannt, bei denen auf Grund von 419er-Briefen Österreicher mit einer Gesamtschadenssumme von 3 Millionen Euro geschädigt wurden. In einem Fall betrug der Schaden 1,2 Millionen Euro. Im Sommer 2005 kam es in Wien und Graz zu Treffen zwischen Interessenten und Betrügerbanden, wobei insgesamt fünf Tatverdächtige festgenommen wurden.
Die Dunkelziffer der Geschädigten dürfte weitaus höher liegen. Die Opfer erstatten meist keine Anzeige weil sie einerseits Schwarzgeld investierten oder sich andererseits schämen auf die Betrüger hereingefallen zu sein.
Von Seiten des Bundeskriminalamtes wird geraten 419er-Briefe einfach zu ignorieren, die Mails sofort zu löschen und keinen Kontakt mit den Absendern aufzunehmen.
Geschädigte, die bereits wegen eines solchen "Geschäftes" Zahlungen geleistet haben, sollten sich unbedingt unter der Telefonnummer 01-24836-85025 an das Bundeskriminalamt Österreich wenden.








