Gemeinsam mehr Internet-Sicherheit für Kinder erreichen!

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Botschaft der EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Vivian Reding anlässlich des Europäischen Safer Internet und Handy Tages 2007 am 6. Februar:

Heutzutage gewinnt das Internet immer mehr an Bedeutung und bietet uns ungeahnte Möglichkeiten. Es hat sich zu einem großartigen Instrument für Kommunikation, Bildung und Unterhaltung entwickelt. Es hat jedoch auch eine dunkle Seite, vor allem für unsere Jüngsten, die zu den stärksten Nutzern dieses Mediums gehören. Jederzeit könnten unsere Kinder auf illegale oder pornographische Inhalte stoßen. Der nette Freund am anderen Ende des Chatrooms, könnte sich als gefährlicher Pädophiler entpuppen. Wie können wir unsere Kinder vor solchen Gefahren schützen? Ich spreche zu Ihnen in diesem Fall nicht nur als Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, sondern auch als besorgte Mutter von drei Kindern.

Das Internet hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Neue Dienste, wie Blogs, Wikipedia, My Space, You Tube und Spiele haben die Interaktivität erheblich erhöht und ermöglichen soziale Kontakte und die Erstellung von eigenen Inhalten. Die Anzahl der Blogs hat sich in den letzten zwei Jahren alle fünf Monate verdoppelt. Die Anzahl von Webseiten für das sogenannte 'social networking' vervielfältigt sich jedes Jahr. Benutzergenerierte Inhalte haben sich in den letzten drei Jahren so stark entwickelt, dass sie heute für den meisten Datenaustausch im Netz verantwortlich sind.

Kinder und junge Leute sind aktive und enthusiastische Nutzer des Internets. Sie nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) zum Chatten und zum Austausch von persönlichen Informationen. Das eröffnet viele positive Möglichkeiten zur Teilnahme und fördert Kreativität und Bildung. Es fördert auch die Kommunikation zwischen jungen Menschen verschiedener Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Bereits 50 Prozent der europäischen Eltern geben an, dass ihre unter 18-jährigen Kinder das Internet nutzen. Das erhöht natürlich erheblich die Möglichkeit, dass Kinder im Internet auf illegale oder schädliche Inhalte stoßen. Fast 20 Prozent der Eltern erklären, dass ihre Kinder bereits solche Inhalte zu Gesicht bekommen haben. Wir als Eltern, müssen wachsam bleiben.

Wir, von der europäischen Kommission, nehmen schon seit Jahren eine Vorreiterrolle ein, um das Internet für unsere Kinder sicherer zu machen. Durch unsere 'Safer Internet' Initiative, haben wir ein europäisches Netzwerk von Hotlines gegründet (www.inhope.org), an die man anonym illegale Inhalte melden kann. Diese werden dann an die zuständigen Behörden weitergeleitet. INHOPE, die internationale Organisation für Internet-Hotlines, berichtet, dass alleine im Jahr 2005 etwa 65 000 Vorfälle den Behörden zur Weiterverfolgung gemeldet wurden.

Um auf diese wichtige Initiative aufmerksam zu machen, widmen wir ihr jedes Jahr einen eigenen Tag. Der jährliche 'Safer Internet Day' wird dieses Jahr zum vierten Mal am 6. Februar gefeiert. Den Höhepunkt dieses Tages wird der weltweite "Blogathon" darstellen, bei dem im vergangenen Jahr Beiträge aus fast 40 Ländern in Europa und der ganzen Welt eingingen. Im Rahmen eines Wettbewerbs, der im Oktober 2006 gestartet wurde, arbeiteten über 200 Schulen aus 25 Ländern, um 'Safer Internet'-Werbematerial herzustellen. Diese Beiträge werden dann am 'Safer Internet Day' in den Blogathon geladen.

Der Blogathon ist nur eines von vielen Ereignissen, das am 'Safer Internet Day' stattfindet. In Deutschland zum Beispiel werden Schüler ein 'symbolisches Netzwerk bilden. Bilder dieses Netzwerks können unter www.klicksafe.de eingesehen werden. Außerdem wird es Diskussionsrunden geben, und der neue Werbespot zum Thema 'Safer Internet' wird in Kinos und im Fernsehen präsentiert werden. In Österreich werden weitere Veranstaltungen für Kinder und Eltern stattfinden. Kinder werden die Möglichkeit haben, Mobiltelefone zu entwerfen und als Reporter eigene Online-Sicherheitstipps zu veröffentlichen. Eltern können Workshops besuchen um mehr über Medienerziehung zu erfahren (www.saferinternet.at/sit2007). In Holland wird Prinzessin Maxima, Ehrengast bei einer Veranstaltung zum gleichen Thema sein, und in Slowenien werden junge Leute Kunstprojekte vorstellen. Im Ganzen werden 100 Organisationen in 40 Ländern weltweit den 'Safer Internet Day' feiern (www.saferinternet.org).

Das Internet ist jedoch nicht das einzige Kommunikationsinstrument, das negativ auf unsere Kinder einwirken kann. In den letzen Jahren hat die Handynutzung unter jungen Leuten stark zugenommen. Laut einer Eurobarometer-Umfrage vom May 2006, besitzen 70 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 13 Jahren sowie 23 Prozent der Kinder zwischen acht und neun ein Handy. In Großbritannien liegt das Durchschnittsalter, in dem ein Kind sein erstes Mobiltelefon erhält, bei acht. Und vergessen wir nicht, wie Mobiltelefone sich weiterentwickelt haben. Handys können heutzutage Videonachtrichten versenden, Spiele, Musik und Videos herunterladen und im Internet surfen.

Potentielle Risiken beim mobilen Internetzugang sind die gleichen wie beim Zugang über eine Standleitung, es gibt jedoch einige zusätzliche Herausforderungen. Der maßgebliche Unterschied zwischen Handy und Internet ist der sehr persönliche Charakter des Mobiltelefons. Es ist sehr schwierig für Eltern zu kontrollieren, mit wem und wie oft das eigene Kind Kontakte pflegt. In einer Umfrage unter 7 bis 15jährigen durch 'Save the Children Finland' gaben 20 Prozent der Kinder an, dass sie nie mit ihren Eltern über ihre Handygewohnheiten reden.

Deshalb habe ich beschlossen zu handeln und auch Mobiletelefone sicherer für unsere Kinder zu machen. Ich habe mit Mobilfunkbetreibern, der Inhalteindustrie, Organisationen für Kindersicherheit und anderen Beteiligten zusammengearbeitet, um ein Dokument zu erstellen in dem sich die Industrie verpflichtet, den Gebrauch von Handys für unsere Kinder sicherer zu machen.  Aus diesem Grund werden am 'Safer Internet Day 2007', 15 führende Mobilfunkbetreiber ein Abkommen unterschreiben, in dem sie sich dazu verpflichten, Mobiltelefone für unsere Jüngsten sicherer zu machen.
Als Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien und auch als Mutter fühle ich mich verantwortlich für das Wohlergehen ihrer Kinder. Außer der bereits erwähnten Initiativen arbeiten wir an einer einheitlichen europäischen Telefonnummer für vermisste Kinder. Ich sage allerdings auch: Eltern, seid aufmerksam! Es gibt bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen, die Ihr ergreifen könnt, um die 'Welt der Kommunikation' für unsere Kinder sicherer zu machen.