Internet Ombudsmann Jahresbericht 2006
4.730 Beschwerden: Internet Ombudsmann forderte 2006 mehr als 600.000,- Euro erfolgreich für KonsumentInnen zurück. Beschwerden über vermeintliche Gratisangebote, die sich im nachhinein als kostenpflichtig herausstellen, steigen immer noch stark an.
Im Jahr 2006 haben sich die Beschwerden von Konsumenten beim Internet Ombudsmann (www.ombudsmann.at) mehr als verdreifacht. Die vom Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz unterstützte außergerichtliche Streitschlichtungsstelle für den Online-Handel wurde im Jahr 2006 in 4.730 Fällen um Hilfe ersucht. Im Jahr 2005 waren es noch 1.460 Beschwerdefälle, die von den ExpertInnen des Internet Ombudsmann behandelt werden mussten.
Insgesamt löste der Internet Ombudsmann im Jahr 2006 Streitfälle im Wert von über 609.000,- Euro im Sinne der KonsumentInnen, erreichte eine Rückzahlung des Betrages oder intervenierte für eine ordnungsgemäße Lieferung der Produkte und Dienstleistungen. Der durchschnittliche Streitwert (bzw. die Schadenssumme) lag im Jahr 2006 bereits bei 160 Euro pro Fall.
Mit den über 4.730 im Jahr 2006 bearbeiteten Beschwerdefällen entlastete das Projekt Internet Ombudsmann nicht nur die ordentlichen Gerichte enorm, auch beträchtliche Zusatzkosten, wie Anwalts- und Verfahrenskosten konnten für die betroffenen KonsumentInnen vermieden werden.
Hauptgründe für Beschwerden beim Internet Ombudsmann waren Probleme beim Vertragsrücktritt bzw. bei Reklamationen (79,9%), Probleme mit einer nicht ordnungsgemäß oder zeitgerecht durchgeführten Lieferung (10,9%) und zusätzliche Kosten oder Preiserhöhungen (2,3%).
Die hohe Anzahl von Problemen beim Vertragsrücktritt ist auf die vermeintlichen Gratis- oder Testangebote zurückzuführen, die sich im nachhinein als Kostenfalle für KonsumentInnen herausstellten.
So täuschte zum Beispiel eine Gruppe von Website-Betreibern (z. B. lebensprognose.com u. ä.) durch schwer bzw. nicht auffindbare Preisangaben tausenden KonsumentInnen im deutschsprachigen Raum Gratis-Angebote vor, um später gegen die KonsumentInnen mit Inkassobüros vorzugehen. Detaillierte Warnungen vor diesen Websites finden sich auf der "Watchlist" des Internet Ombudsmann unter www.ombudsmann.at.
"Gerade viele Internet-Einsteiger sind auf diese vermeintlichen 'Gratis-Dienste' hereingefallen und haben dann aus Angst vor Inkassobüros die erhaltenen Rechnungen bezahlt. Hier sind vor allem Bildungs- und Präventionsmaßnahmen notwendig, um zu verhindern, dass KonsumentInnen allzu einfach in die Falle tappen", so Ronald Hechenberger, Projektleiter des Internet Ombudsmann.
Der umfassende Jahresbericht des Internet Ombudsmann kann unter kontaktombudsmannat gratis bestellt werden und ist unter www.ombudsmann.at auch digital abrufbar.
Der Internet Ombudsmann existiert seit Ende 1999 und wurde vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (www.oiat.at) initiiert und gemeinsam mit dem Verein für Konsumenteninformation entwickelt. Das Projekt ist heute europaweit anerkannt und die größte außergerichtliche Streitschlichtungsstelle für den Online-Handel. Der Internet Ombudsmann initiierte Partnerprojekte in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Ungarn und Polen, und arbeitet mit diesen bei der Lösung von grenzüberschreitenden Problemen eng zusammen.
Der Internet Ombudsmann ist eine von der EU-Kommission anerkannte außergerichtliche Streitschlichtungsstelle und wird seit 2003 vom Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz seit Anfang 2007 auch von der Bundesarbeitskammer gefördert.
Meldung von Beschwerde-Fällen an den Internet Ombudsmann unter www.ombudsmann.at.







