Aktuelle Studie zu Online-Communities
Österreichs Jugendliche gehen im Web zu freizügig mit Daten um
Österreichs Jugendliche sind im Internet immer wieder mit Beschimpfungen, unangenehmen Fotoveröffentlichungen und Identitätsdiebstahl konfrontiert, von den Sicherheitseinstellungen der Internet-Plattformen haben aber die wenigsten Jugendlichen Ahnung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Saferinternet.at und das Institut für Jugendkulturforschung zum Thema "Online-Communities" durchgeführt haben und im Rahmen des diesjährigen Safer Internet Day am 9. Februar vorstellten. In persönlichen Interviews wurden 402 Jugendliche zwischen 11 und 19 Jahren, die in Online-Communities aktiv sind, zu ihrem Nutzungsverhalten, zu Problemen und zu den von ihnen veröffentlichten Inhalten befragt.
68 Prozent der Befragten nutzen Online-Communities zumindest einmal täglich
Die beliebtesten Internet-Communities der österreichischen Jugendlichen sind Facebook, Netlog und MySpace. 68 Prozent nutzen sie sogar mindestens einmal täglich. Zugegriffen wird hauptsächlich über den Computer, bereits 25 Prozent greifen übers Handy zu.
Wie die Studie zeigt, sind die beliebtesten Online-Aktivitäten das Verfolgen von Nutzer-Profilen und Fotoalben von Freunden und Bekannten, Chatten, das Kommentieren von Beiträgen Dritter und die Suche nach Musik. Auch die Selbstdarstellung ist ein wichtiges Motiv von Jugendlichen für die Nutzung von Communities: 86 Prozent updaten ihr Online-Profil regelmäßig, 80 Prozent stellen auch Fotos von sich und anderen online. Dabei neigt ein Viertel der Jugendlichen laut Eigenangabe dazu, sich im Netz "besser" darzustellen, als es der Realität entspricht.
Privatsphäre: Nur 14 Prozent wissen über Sicherheitseinstellungen sehr gut Bescheid
Wie die Studie zeigt, ist den Jugendlichen der Schutz der Privatsphäre zwar wichtig, allerdings gibt es durchaus Aufholbedarf das Wissen über Sicherheitseinstellungen betreffend: Nur 14 Prozent der Befragten geben an, sich damit sehr gut auszukennen. Ein für alle Community-Mitglieder sichtbares Profil haben 35 Prozent der Befragten.
Dazu Bernhard Jungwirth, Saferinternet.at-Koordinator: „Diese Werte haben uns sehr nachdenklich gemacht, da Jugendliche sich oft nicht bewusst sind, wie offen all ihre Einträge oder Fotos bei Facebook & Co. zugänglich sind. Hier ist definitiv bessere Aufklärung notwendig, damit die Nutzer in der Lage sind, ihre Privatsphäre wirksam zu schützen. Wir fordern auch, dass diese Thematik endlich in den Lehrplänen Einzug hält.“
Beschimpfungen, unangenehme Fotos und Identitätsdiebstahl häufige Probleme in Internet-Communities
Viele Jugendliche haben in Sozialen Netzwerken bereits unangenehme Erfahrungen gemacht: 34 Prozent der Befragten geben an, dass Freunde in Communities schon einmal beschimpft wurden, je 23 Prozent wurden "blöd angemacht" oder haben erlebt, dass Unwahrheiten über sie verbreitet wurden.
Jeder fünfte Jugendliche (20 Prozent) hat zumindest einmal Fotos von sich im Internet entdeckt, deren Veröffentlichung ihm unangenehm war. 18 Prozent geben an, dass ihre Nutzerprofile gehackt und von anderen mutwillig verändert wurden, 15 Prozent berichten, dass jemand anderer ihre Online-Identität angenommen hat und 12 Prozent haben Nacktfotos geschickt bekommen.
Mehr als ein Drittel weiß, dass Einträge in Communities einmal Probleme bereiten könnten
Bereits mehr als einem Drittel (36 Prozent) der Befragten ist bewusst, dass in den Communities veröffentlichte Inhalte in Zukunft Probleme bereiten könnten. Als Beispiele für potenziell problematische Inhalte werden vor allem Fotos genannt (Partyfotos, Fotos von politischen Aktivitäten, freizügige Fotos etc.).
Weiterführende Links:
- Saferinternet.at: Presseinformation zur Studie
- Saferinternet.at: Ergebnisse der Studie „Chancen und Gefahren von Online-Communities“
- Saferinternet.at: Mehr zur Sicherheit in Sozialen Netzwerken
- Website des Instituts für Jugendkulturforschung









