Computerspiele
Tipps
- Interessieren Sie sich dafür, mit welchen Spielen sich Ihre Kinder beschäftigen und wie viel Zeit sie damit verbringen. Spielen Sie auch gemeinsam MIT Ihren Kindern, um Ihre Kinder begleiten und die Faszination Computerspiele besser verstehen zu können.
- Spiele fördern Kreativität und Interaktion und haben eine überaus wichtige Rolle in der sozialen und intellektuellen Entwicklung von Kindern. Kritisch wird es erst, wenn Kinder und Jugendliche andere typische Aktivitäten ihres Alters stark vernachlässigen (Treffen und Spielen mit Freunden, Lesen etc.).
- Beachten Sie beim Einkauf von Computerspielen die PEGI-Kennzeichnung mit den Alters- und Inhaltsangaben.
Häufige Fragen
- Was fasziniert besonders Kinder und Jugendliche an Computerspielen?
- Welche Arten von Computerspielen gibt es?
- Wo kann ich mich über empfehlenswerte Computerspiele informieren?
- Was bedeuten Aufkleber oder Aufdrucke auf Spielen mit Altersangaben von PEGI und USK?
- Was ist PEGI Online?
- Ab welchem Alter soll ich mein Kind am Computer oder an der Konsole spielen lassen?
- Bis zu welchem Alter soll ich beim Spielen bei meinem Kind dabei sein?
- Wie lange soll ich mein Kind täglich spielen lassen?
- Was kann ich tun, wenn Computerspiele Sorgen machen?
- Wie kann ich die Jugendschutzeinstellungen von Spielkonsolen nutzen?
- Soll ich mein Kind auf eine LAN-Party gehen lassen und wenn ja, auf was soll ich achten?
- Macht Gewalt in Computerspielen mein Kind zum Gewalttäter?
- Wie kann ich feststellen, ob mein Kind spielsüchtig ist?
- Wo finde ich Tipps und Informationen speziell für PädagogInnen?
- Wo finde ich persönliche Unterstützung und Beratung?
Was fasziniert besonders Kinder und Jugendliche an Computerspielen?
Fragen Sie Ihr Kind und Sie werden hören, dass Computerspielen Spaß macht und eine Abwechslung im Alltag ist. ExpertInnen geben folgende Erklärungen für die weite Verbreitung von Computerspielen:
- Spiele vertreiben Langeweile. Sie sind spannend und die Kommunikation mit anderen ist unterhaltsam.
- Erfolgserlebnisse im Spiel sind motivierend. Die Konsequenzen der eigenen Aktionen sind direkt beobachtbar und wir erleben das eigene Handeln als wirkungsvoll. Im Alltag ist dieser Zusammenhang zwischen Handlung und Wirkung für Kinder und Jugendliche meist nicht so offensichtlich wie im Spiel.
- Ähnlich wie im Sport kann man ein „Flow-Erlebnis“ erreichen: einen konzentrierten Zustand, in dem man geistig und körperlich entspannt und ausgesprochen leistungsfähig ist.
- Beim Spielen erleben wir uns als aktiv und einflussreich. An Misserfolgen und Fehlschlägen können wir – ohne Gesichtsverlust – so lange arbeiten, bis wir sie „unter Kontrolle“ haben und erfolgreich sind. Ein deutlicher Trainingsvorteil gegenüber dem Alltag!
- Sich selbst im Spiel inszenieren zu können erlaubt uns Zugang zu unserer eigenen Vielfältigkeit – unseren Persönlichkeitsanteilen und unseren Kompetenzen. Wir lernen uns kennen und einschätzen.
- Im Spiel können wir Tagträume und Phantasien ausleben. Wir können hier z. B. die Welt retten, unsterblich sein oder auch dunklen und geheimnisvollen Seiten unserer Persönlichkeit zum Ausdruck verhelfen. Die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität wird unterstützt.
- Symbole und mythische Umgebungen, die in Computerspielen sehr häufig eingesetzt werden, helfen die Realität zu entlasten, sie dienen auch der Überwindung der eigenen Angst. Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder noch sehr gewohnt, Fantasiewelten sinnbildlich und metaphorisch aufzufassen – als Welt jenseits der Realität. Spielen ermöglicht auch, sich bisweilen zurück zu ziehen und sich innerhalb der Familie „Spielraum“ und Abgrenzung zu verschaffen.
Weiterführende Links:
- eSport Verband Österreich
- Spielraum - Institut zur Förderung von Medienkompetenz: Unterrichtsmaterial zum Thema Faszination Computerspiel
Welche Arten von Computerspielen gibt es?
Der Markt bietet eine große Vielfalt an Computerspielen, die mittlerweile als „Genres“ zusammengefasst sind. Je nach Altersgruppe und persönlichem Geschmack sind unterschiedliche Spielgenres verbreitet, wie auch unterschiedliche Medien, mit Hilfe derer gespielt wird.
Genres und Möglichkeiten, interaktiv zu spielen:
- Actionspiel – Geschicklichkeit und Reaktionsschnelle der SpielerInnen sind gefragt
- Shooter: Gegner müssen mit verschiedenen Waffen bekämpft werden
- Ego-Shooter: der/die SpielerIn spielt aus der Sicht der virtuellen Spielfigur
- Third-Person-Shooter: der/die Spieler/in sieht die eigene Spielfigur in der Verfolgungsperspektive
- Adventure & Rollenspiele – Rätsel lösen und eine andere Rolle einnehmen stehen im Mittelpunkt
- Edu- und Infotainment – Lernen einmal anders
- Jump'n'Run & Funspiele - das schnelle Spiel für zwischendurch, Geschicklichkeit und Reaktionsschnelle sind gefragt
- Simulation und Strategie – taktische Entscheidungen treffen
- Sport- und Rennspiele – Sportliche Herausforderungen in der Gruppe umsetzen
- PC-Brettspiele – Altbewährtes am Computer spielen
- Kinderspiele – Spiele, die sich nur an die entsprechende Altersgruppe wenden
- Browserspiele – kleine Spiele für zwischendurch, die gleich im Browser gespielt werden
Computerspiele werden nicht nur am klassischen Computer gespielt, viele andere Möglichkeiten sind geboten:
- Spielkonsolen – werden in der Regel an den Fernseher angeschlossen und sind spezielle Spiele-Computer. Beispiele: X-Box, Wii oder Play Station.
- Handheld-Konsolen – sind tragbare kleine Computer, auf denen mobil gespielt werden kann. Beispiel: Gameboy.
- Handy – Viele Handyhersteller und Netzbetreiber bieten Spiele am Handy an.
- Vernetzte Computer und Internet – viele Spiele werden am Computer gespielt und dann mittels Internet oder eines lokalen Netzwerkes (LAN) miteinander vernetzt. So spielen die SpielerInnen miteinander und gegeneinander.
Weiterführende Links
- Spielraum - Institut zur Förderung von Medienkompetenz: Genrekunde
- Wikipedia: Computerspiel
- wienXtra-spielebox und BuPP: Broschüre Empfehlenswerte Computer- und Konsolenspiele - Elterntipps (pdf, 2 MB)
Wo kann ich mich über empfehlenswerte Computerspiele informieren?
Die BuPP (Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen) testet Spiele und gibt Empfehlungen über gute Computerspiele ab. Auf der Homepage der BuPP finden Sie eine Übersicht empfehlenswerter Computerspiele, die nach folgenden Kriterien beurteilt worden sind:
- Das Spiel bietet einem Kind oder Jugendlichen der angegebenen Altersgruppe sehr viel Spaß.
- Eltern können sich darauf verlassen, dass von den Inhalten und der Gestaltung des Spiels keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen zu befürchten sind.
- Das Spiel schöpft die positiven Potentiale die Computer- oder Konsolenspiele grundsätzlich bieten können, möglichst gut aus.
Weiterführende Links:
- BuPP: Liste empfehlenswerter Spiele. Das Projekt ElternLan der BuPP und des eSport Verbands Österreich bietet Eltern und Großeltern eine Einführung in die Welt der Computer- und Konsolenspiele.
- wienXtra-spielebox (in Kooperation mit BuPP): Broschüre Empfehlenswerte Computer- und Konsolenspiele - Elterntipps (pdf, 2 MB). In den Computer- und Konsolenspiele-Workshops der spielebox können Kinder ab 7 Jahren auch direkt in die Welt von elektronischen Games hinein schnuppern.
- ACOS (Arbeitsgemeinschaft Computer und Spiel): Testberichte und weitere Infos
- spielbar.de: Beurteilungen von Computerspielen und weitere praktische Tipps
- Spieleratgeber-NRW.de: Ratgeber zu Computer- und Konsolenspielen mit Spielebeurteilungen, Hintergrundwissen, einem Lexikon mit Fachbegriffen der Gamekultur und vielen weiteren Informationen und Hinweisen rund um das Thema
- Internet-ABC: Spieletipps und Spielsuche
- Feibel.de (Büro für Kindermedien Berlin): Datenbank von Computerspielen für Kinder
- Zavatar: Datenbank für Unterhaltungssoftware
- kinder.at bietet eine Reihe Spiele-Linktipps mit Altersbewertungen an.
Was bedeuten Aufkleber oder Aufdrucke auf Spielen mit Altersangaben von PEGI und USK?
Das europaweite Kennzeichnungssystem PEGI (Pan-European Game Information) gibt beim Kauf von Computerspielen eine wichtige Orientierung. Es informiert Sie:
- ab welchem Alter das Spiel aus Jugendschutzsicht unbedenklich ist
- welche Art von problematischen Inhalten im Spiel vorkommen
PEGI-Alterssymbole:
PEGI-Inhaltssymbole:
USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) heißt der deutsche Ansatz. Da viele Spiele für den österreichischen und deutschen Markt gemeinsam produziert werden, finden sich die USK-Kennzeichnungen auch häufig in Österreich.
USK unterscheidet nach fünf Altersstufen:
Eine Kennzeichnung mit den PEGI-Symbolen ist in Wien seit April 2008 verpflichtend: Es dürfen nur Spiele verkauft werden, auf denen ein PEGI-Symbol zu finden ist. Und es dürfen Spiele nur an Jugendliche verkauft werden, wenn diese zumindest das Alter gemäß der PEGI-Kennzeichnung erreicht haben. Bis Ende 2009 gibt es eine Übergangsfrist, innerhalb der alternativ auch die Kennzeichnung mit dem deutschen USK-System erlaubt ist.
Achtung: Beide Kennzeichnungen sagen nichts über sonstige Qualitäten des Spiels aus und auch nicht, ab welchem Alter das Spiel überhaupt erst aufgrund der Schwierigkeit spielbar ist.
Weiterführende Links:
- PEGI (Pan European Game Information)
- USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle): Die Broschüre "Kinder und Jugendliche schützen" informiert über die Alterskennzeichen für Computer- und Videospiele und kann auf der USK Website unter der Rubrik „Informationsmaterial“ heruntergeladen werden.
Was ist PEGI Online?
Online-Spiele, deren Anbieter sich verpflichtet haben, ein Mindestmaß an Schutz für Minderjährige einzuhalten, erkennen Sie am zusätzlichen PEGI Online Symbol.
Weitere Infos finden Sie auf PEGI Online.
Ab welchem Alter soll ich mein Kind am Computer oder an der Konsole spielen lassen?
Diese Entscheidung kann nur von Ihnen getroffen werden! Beachten Sie dabei, dass Sie mit Ihrer eigenen Mediennutzung als Vorbild ganz besonders wichtig sind. Wenn Sie selbst also zu Hause viel am Computer arbeiten oder spielen, dann kann es auch schon für sehr kleine Kinder gut sein, den Umgang mit dem Medium spielerisch zu erlernen und zu erproben.
Wichtig ist natürlich, dass Sie ein dem Alter des Kindes angemessenes Spiel anbieten. Ihr Kind soll weder überfordert noch unterfordert werden.
Am Markt finden sich Spiele für wirklich jedes Alter.
Siehe auch: Wo kann ich mich über empfehlenswerte Computerspiele informieren?
Bis zu welchem Alter soll ich beim Spielen bei meinem Kind dabei sein?
Kleinkinder und Vorschulkinder werden jedenfalls Unterstützung benötigen. Dabei sollte immer im Vordergrund stehen, das Kind selbst Erfahrungen sammeln zu lassen und es zum Ausprobieren zu ermutigen. Dadurch wird es möglich, dass das Kind Erfolgserlebnisse hat und Selbstbestätigung findet.
Nur in Ausnahmefällen, wenn es dem Kind auch nach mehreren Versuchen nicht gelingt, eine Aufgabe zu bewältigen, sollten Erwachsene „für das Kind“ spielen. Es ist übrigens auch gar nicht notwendig, dass beim Spielen mit Kindern die Erwachsenen alles wissen und können. Im Gegenteil: Wenn Sie gemeinsam mit dem Kind die Lösung suchen und ausprobieren, lernt das Kind viel mehr, als wenn Sie die fertige Lösung vorzeigen!
Aber auch bei älteren Kindern ist es sehr gut, wenn Sie öfters gemeinsam spielen oder gemeinsam die Lösung suchen. Es gibt auch eine Reihe von Spielen, die genau dazu angelegt sind, gemeinsam als Familien- oder Partyspiel gespielt zu werden. Das macht allen Beteiligten besonders Spaß und kann eine sinnvolle Ergänzung zu gemeinsamen Brett- oder Kartenspielen sein.
(Quelle: Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien)
Wie lange soll ich mein Kind täglich spielen lassen?
Bei kleinen Kindern ist dies noch relativ einfach einzuschätzen: da Computer und Konsolenspiele ziemlich viel Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern, wird bei Vorschulkindern nach etwa 20-30 Minuten die Grenze erreicht sein, zu Beginn der Volksschule können es auch mal 45 Minuten werden.
Bei älteren Kindern ist es nicht sinnvoll, pauschale Angaben zu machen. Hier sollte im Vordergrund stehen, dass wichtige Bereiche, wie Schulaufgaben, keinesfalls zu kurz kommen dürfen. Darüber hinaus muss auch stets genug Zeit für Bewegung und Sport, andere Hobbys, Freunde und Familie bleiben.
Es spricht also nichts dagegen, wenn gelegentlich die Spiel-Session etwas länger dauert. Sobald jedoch das Bildschirm-Spiel die einzige und dauernde Freizeitbeschäftigung wird, sollte versucht werden, Alternativen anzubieten.
(Quelle: Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien)
Weiterführender Link:
- BuPP: Folder savegame: Tipps und Tricks für erfolgreiches Zocken auf PC und Konsole (pdf, 478 KB)
Was kann ich tun, wenn Computerspiele Sorgen machen?
Wenn Sie als Eltern mehr über die Lieblingsspiele Ihres Kindes wissen, fällt es Ihnen auch leichter, Regeln zu vereinbaren. Kinder freuen sich selten über Regeln, weil sie diese (zunächst) nur als Einschränkung erleben. Das ist bei Computerspielen nicht anders als in anderen Erziehungsbereichen.
Nutzen Sie Ihre positiven Erfahrungen aus diesen anderen Bereichen, um Regeln zu vereinbaren und auf deren Einhaltung zu achten.
- Seien Sie offen für die Welt der Kinder und Jugendlichen. Versuchen Sie auch aktiv, einen Einblick in die Welt der Spiele zu bekommen, indem Sie sich von Ihren Kindern „einschulen“ lassen und es aktiv ausprobieren! Dann fällt es Ihnen auch leichter, über die Dauer des Spielens mit Ihrem Kind zu „verhandeln“ („Noch bis zum nächsten Level, dieses Leben noch ...“)
- Bieten Sie Ihrem Kind Alternativen zum Spielen am Bildschirm an und lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Kind die gebotene Alternative nicht sofort freudig annimmt! Der Spaß an alternativen Beschäftigungen kommt oft erst beim (gemeinsamen) Tun – haben Sie Geduld und Vertrauen! Helfen Sie Ihrem Kind, diese Alternativen auch annehmen zu können.
- Manchmal versuchen Kinder im Computerspiel einem belastenden Alltag oder der Einsamkeit zu entfliehen. Dann brauchen sie Hilfe, um zu erleben, dass sie Schwierigkeiten meistern können und nicht „davon laufen“ brauchen. Sich hin und wieder jedoch beim Computerspiel zu „erholen“, dagegen spricht nichts, sondern erleichtert den Alltag auch wirklich - solange es sich eben nicht um eine Flucht aus dem Alltag handelt. Sorgen Sie also dafür, dass der Alltag Ihres Kindes nicht nur als belastend erlebt wird, sondern motivierende Perspektiven und Angebote die Rückkehr in den Alltag auch attraktiver machen.
- Lange spielen zu wollen, hat noch nicht unbedingt etwas mit Sucht zu tun. Etwas unbedingt tun zu wollen, entspringt oft einem „gesunden Ehrgeiz“ und einer hohen Eigenmotivation voranzukommen. Wenn Computerspielen allerdings das einzige ist, was Ihr Kind tun will und wichtige Lebensbereiche Ihres Kindes darunter leiden, dann ist Ihr Handeln gefordert.
- Hinterfragen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind alltägliche Mediengewohnheiten und nehmen Sie dabei Ihre eigenen nicht aus. Sie leben Ihrem Kind immer auch Medienkonsum vor, auch wenn es sich nicht um Computerspiele handelt. Seien Sie also ein Vorbild.
- Achten Sie bei „Geschwisterkindern“ darauf, dass die gespielten Spiele auch für die jüngeren verträglich sind. Gerade bei jüngeren Geschwistern sind die Kleinen genauso am Spiel beteiligt, auch wenn sie noch nicht aktiv mitspielen können, denn sie sind aufmerksame ZuschauerInnen. Vereinbaren Sie auch in solchen Situationen Regeln mit allen Kindern.
Weiteführende Links:
- BuPP: Informationen und Tipps im Bereich für Eltern
- Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) Deutschland: Online Broschüre: Zu viel Zeit am Bildschirm? Wenn die Faszination am Computerspielen Sorgen macht
- Spielraum – Institut zur Förderung von Medienkompetenz: Informationen und Tipps im Bereich „Medienpädagogik in der Familie“
Wie kann ich die Jugendschutzeinstellungen von Spielkonsolen nutzen?
- Xbox: Jugendschutzeinstellungen bzw. Anleitung zum Verwalten der Familieneinstellungen für Xbox 360-Spiele, DVDs und Xbox LIVE.
Im Spielekatalog der Xbox finden Sie speziell familienfreundliche Spiele, wenn Sie bei der Suche unter Genre „Familie“ eingeben. Weitere Tipps zum Thema Spielen im Internet gibt es im Bereich „Kinder und Spiele“.
Auch in den Jugendschutzeinstellungen von Windows Vista kann eingestellt werden, welche Spiele Ihre Kinder spielen dürfen. - Wii: im Bereich für Eltern unter Häufige Fragen – Sicherheit
- Playstation: über den Suchbegriff „Kindersicherung“ kommen Sie zu den Sicherheitstipps.
Soll ich mein Kind auf eine LAN-Party gehen lassen und wenn ja, auf was soll ich achten?
Wenn die Spiele, die bei der LAN-Party gespielt werden, dem Alter Ihres Kindes angemessen sind, spricht grundsätzlich nichts gegen eine Teilnahme. Im Gegenteil: LAN-Partys sind im Grunde „Sport-Wettkämpfe“, bei denen beeindruckende Leistungen erbracht werden und gleichzeitig enorm viele soziale Kontakte ablaufen (auch wenn diese für Außenstehende als Chats oder im „Teamspeak“ nicht so leicht erkennbar sind).
Wie bei allen Aktivitäten Ihres Kindes außer Haus sollten Sie aber natürlich auch hier Anteil nehmen und sich dafür interessieren. Und ein Sieg bei einer LAN kann auch ein ebenso guter Anlass für anerkennende Worte Ihrerseits sein wie ein gewonnenes Fußball-Turnier.
(Quelle: Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien)
Weiterführender Link:
- mobileLAN Ein Projekt des Landesjugendreferats Oberösterreich zur Unterstützung von LAN-Partys mit gewaltfreien Spielen.
Macht Gewalt in Computerspielen mein Kind zum Gewalttäter?
Durch Computerspiele alleine wird Ihr Kind sicherlich nicht gewalttätig. Dies entsteht erst durch ein Bündel von Einflüssen. Wenn Sie ein Spiel nicht gut finden, Ihr Kind aber sehr davon fasziniert ist, dann wird ein reines Verbot meist wenig oder nur sehr kurzfristig etwas bewirken.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ihre Bedenken! Versuchen Sie auch durch Gespräche mit Ihrem Kind zu erkunden, warum gewalttätige Darstellungen in Spielen so attraktiv sind. Denn dies kann ganz unterschiedliche Gründe haben.
Liegen die Gründe darin, dass Ihr Kind auf diese Weise versucht Gewalterfahrungen zu verarbeiten oder es darin bestärkt wird, Gewalt als geeigneten Weg zur Konfliktlösung zu sehen, so suchen Sie Hilfe auf. Das gilt auch, wenn Sie eine Veränderung an Ihrem Kind in Richtung aggressives Verhalten bemerken.
Exzessives Interesse an Gewalt in Computerspielen ist meist ein Hinweis auf ein Problem im Leben Ihres Kindes, es ist aber kaum je die Ursache für dieses Problem.
Weiterführender Link:
- BuPP: Kunczik und Zipfl (2006): Medien und Gewalt: Der aktuelle Forschungsstand
Wie kann ich feststellen, ob mein Kind spielsüchtig ist?
Eine wirkliche „Spiele-Sucht“ ist bei Kindern oder Jugendlichen extrem selten zu diagnostizieren. Problematisch sind jedoch auch exzessives und süchtiges Verhalten, da hier andere, wichtige Lebensbereiche massiv leiden. Anhaltspunkte dafür sind vor allem eine im Zusammenhang mit einem (neuen) Spiel auftretende deutliche Veränderung der Lebensweise und einer Vernachlässigung von Schule, Ausbildung, Beruf und Freundeskreis.
Wenn Sie Befürchtungen in diese Richtung haben, sollten Sie behutsam vorgehen und zunächst herausfinden, wo denn tatsächlich Probleme auftreten. Fragen Sie sich auch selbst, wie weit Ihre Einstellung zum Medium Computerspiel vielleicht zu einer dramatischeren Einschätzung der Situation verleitet – würden Sie ähnliche Sorgen haben, wenn statt des Computerspiels zu Hause der Fußballverein eine entsprechende Dominanz im Freizeitverhalten Ihres Kindes einnimmt?
Wenn Sie zur Erkenntnis kommen, dass die Probleme durch das intensive Computerspielen tatsächlich besorgniserregend sind, dann suchen Sie professionelle Hilfe auf! Radikale Verbote können meist nicht durchgehalten werden und führen oft zur Entfremdung.
Bedenken Sie auch, dass das Computerspielen für Ihr Kind offensichtlich extrem wichtig ist, weil es die eine oder andere Funktion erfüllt (Erfolgserlebnisse, Anerkennung, etc.) – dies einfach wegzunehmen kann nicht funktionieren. Es müssen gemeinsam Alternativen und Ziele gesucht werden.
(Quelle: Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien)
Siehe auch: Wo finde ich persönliche Unterstützung und Beratung?
Weiterführende Links:
- Therapiezentrum Anton-Proksch-Institut Wien (Dr. Poppe)
- Institut zur Prävention von Online-Sucht: Website mit Infos, Fachbeiträgen, Tipps und TherapeutInnenempfehlungen für Spieler und Eltern.
- Internet-ABC: Spielsucht: Wenn Spiel und virtuelle Welt stärker werden als die reale Welt. Detaillierte Informationen von Autorin Sabine Grüsser-Sinopoli.
- Eltern-Test „Ist mein Kind internetsüchtig“ auf www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER
- Selbsttest zur Feststellung von Suchtverhalten auf den Computer- und Internet-Bereich unter www.psychotherapiepraxis.at
- Praxis Mediensucht: Psychologische Beratung und Prävention.
- Verein Dialog: Online-Beratung und Beratung bei Suchtproblemen für Betroffene und Angehörige, sowie Beratung und Unterstützung in allen Bereichen der Suchtprävention an Schulen.
Wo finde ich Tipps und Informationen speziell für PädagogInnen?
- Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen (BuPP) bietet in einem eigenen Bereich Informationen für PädagogInnen an.
- European Schoolnet: Digitale Spiele im Klassenzimmer - Handbuch für LehrerInnen (pdf, 6,8 MB)
- Spielraum – Institut zur Förderung von Medienkompetenz: Tipps Informationen und medienpädagogische Materialien zum Thema Computer- und Videospiele für PädagogInnen.
- Projekt lehrer-online über die Rolle von Computerspielen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und die Möglichkeiten, sie in der Schule einzusetzen.
- Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) Deutschland: Broschüre: Computerspiele - 20 Fragen zu gesetzlichen Regelungen und zur Medienerziehung (pdf, 600 KB)
- Spielen verbindet - Initiative der deutschen Spielindustrie: Tipps, Informationen und Ratgeber für PädagogInnen und Eltern
Verein dialog: Die Servicestelle für Prävention und Früherkennung bietet Beratung und Unterstützung in allen Bereichen der Suchtprävention an Schulen.
Weiterführende Links im Bereich der Forschung:
- Weblog zur Wiener Computerspielforschung Computer Game Studies von Univ. Prof. Michael Wagner.
- Deutscher Kulturrat: Buch Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz (pdf, 825 KB)
- Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen: Studie zu Computerspielabhängigkeit im Kindes- und Jugendalter
- Dossier Computerspiele der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung.
- Digital Games Research Association ist ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Praktikern zum Thema Computerspiele (in englischer Sprache).
- Game Research beschäftigt sich mit Computerspielen aus unterschiedlichen Perspektiven wie Kunst, Kommerz und Wissenschaft.
Wo finde ich persönliche Unterstützung und Beratung?
Wenn Ihr Kind für Sie schon gänzlich „unerreichbar“ geworden ist und Sie sich Sorgen machen über die Freizeitbeschäftigung, eine eventuelle Isolation oder Computerspiel-Sucht befürchten, dann können Sie sich auch an zahlreiche Beratungseinrichtungen mit der Bitte um Unterstützung und Rat wenden.
Familienberatungsstellen:
In ganz Österreich gibt es Familienberatungsstellen, die Ihnen bei Fragen der Erziehung zur Seite stehen. Informationen und Adressen der Beratungsstellen finden Sie auf der Website Familienberatung.
147 - Rat auf Draht:
Das Angebot von "147 Rat auf Draht" kann auch von Erwachsenen in Anspruch genommen werden, sofern es sich um Fragen handelt, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Anderenfalls werden diese an adäquate Beratungseinrichtungen weitervermittelt.
Materialien
Weitere Materialien
- wienXtra-spielebox und BuPP: Broschüre Empfehlenswerte Computer- und Konsolenspiele - Elterntipps (pdf, 2 MB)


























