Digitale Spiele

Digitale Spiele

Spielen ist wertvoll und mehr als nur nutzloser Zeitvertreib. Das gilt auch für digitale Spiele – egal ob sie am Computer, auf der Konsole, als Online-Game oder als App gespielt werden. Sie fördern die Fähigkeiten und Kompetenzen von Kindern auf vielfältige Weise. Informieren Sie sich hier über altersgerechte digitale Spiele und was zu tun ist, wenn das Spielverhalten Ihres Kindes doch einmal Sorgen macht.

Die 10 Eltern-Tipps – Digitale Spiele unterstützen Sie im Erziehungsalltag.

FAQ - Häufige Fragen und Antworten

Was ist an digitalen Spielen so faszinierend?
  • Spiele vertreiben Langeweile. Sie sind spannend und die Kommunikation mit anderen ist unterhaltsam.

  • Erfolgserlebnisse im Spiel sind motivierend. Die eigenen Aktionen wirken sich direkt aus – das eigene Handeln wird als wirkungsvoll erlebt. Für Kinder und Jugendliche ist dieser Zusammenhang zwischen Handlung und Wirkung im Alltag meist nicht so offensichtlich wie im Spiel.

  • Ähnlich wie beim Sport kann durch das Spielen ein „Flow-Erlebnis“ erreicht werden: ein Zustand, in dem man geistig und körperlich sehr entspannt und leistungsfähig ist.

  • Der Spieler/die Spielerin erlebt sich als aktiv und einflussreich. An Misserfolgen und Fehlschlägen kann – ohne Gesichtsverlust – so lange gearbeitet werden, bis wieder alles unter Kontrolle ist. Ein deutlicher Trainingsvorteil gegenüber dem Alltag!

  • Sich selbst im Spiel inszenieren zu können, erlaubt es, die eigene Persönlichkeit und Kompetenzen auszuloten. Der Spieler/die Spielerin lernt sich kennen und einschätzen.

  • Im Spiel können Tagträume und Fantasien ausgelebt werden. Der Spieler/die Spielerin kann z.B. die Welt retten, unsterblich sein oder auch dunkle und geheimnisvolle Seiten der Persönlichkeit entdecken. Die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität wird unterstützt.

  • Symbole und mythische Umgebungen, die in digitalen Spielen sehr häufig eingesetzt werden, entlasten die Realität und dienen auch der Überwindung von Ängsten. Im Gegensatz zu Erwachsenen sind es Kinder gewohnt, Fantasiewelten sinnbildlich und metaphorisch aufzufassen – als Welt jenseits der Realität.

  • Spielen ermöglicht damit auch, sich vom Alltag zurückzuziehen und sich innerhalb der Familie „Freiraum“ und Abgrenzung zu verschaffen.

Weiterführende Links:

Ich mache mir Sorgen um mein Kind!

Das Spielen der Kinder am Bildschirm weckt häufig Ängste und Sorgen bei Eltern. Sie sind unsicher, welche Auswirkungen das Spielen auf die Kinder haben könnte und wissen oft nicht genau, wie Sie auf diese Ungewissheit reagieren können und sollen. Folgende Tipps liefern Ihnen Anregungen für den Erziehungsalltag:

  • Interesse zeigen. Lassen Sie sich Spiele von Ihrem Kind erklären und probieren Sie diese gemeinsam aus. Dann fällt es Ihnen auch leichter, mit Ihrem Kind über die Spieldauer zu „verhandeln“ („Noch bis zum nächsten Level/Speicherpunkt, dieses Leben noch ...“). Gleichzeitig verstehen Sie durch gemeinsames Spielen besser, warum Ihr Kind gerne am Computer oder am Handy spielt.

  • Regeln ausmachen. Wenn Sie als Eltern mehr über die Lieblingsspiele Ihres Kindes wissen, fällt es Ihnen auch leichter, Regeln zu vereinbaren. Kinder freuen sich selten über Regeln, weil sie diese (zunächst) nur als Einschränkung erleben. Nutzen Sie Ihre positiven Erfahrungen aus anderen Erziehungsbereichen!

  • Reden statt verbieten. Durch Computer- oder Handy-Spiele alleine wird Ihr Kind nicht gewalttätig. Wenn Sie ein Spiel nicht gut finden, Ihr Kind aber davon fasziniert ist, wird ein reines Verbot meist wenig oder nur kurzfristig etwas bewirken. Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind darüber und erklären Sie ihm Ihre Sorgen und Bedenken.

  • Alternativen anbieten. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach alternativen Freizeitaktivitäten – und lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Kind Ihre Angebote nicht sofort „freudig“ annimmt. Der Spaß an alternativen Beschäftigungen kommt oft erst beim (gemeinsamen) Tun – haben Sie Geduld und Vertrauen!

  • Vergleichen. Würden Sie es auch bedenklich finden, wenn Ihr Kind mehrere Stunden am Tag liest oder Fußball spielt?

  • Gewohnheiten hinterfragen. Reflektieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind alltägliche Mediengewohnheiten und nehmen Sie dabei Ihre eigenen nicht aus. Sie leben Ihrem Kind immer auch einen bestimmten Medienkonsum vor, den es sich „abschaut“, auch wenn es sich nicht konkret um digitale Spiele handelt. Seien Sie sich Ihrer wichtigen Vorbildfunktion bewusst.

  • Krisenzeichen erkennen. Überlegen Sie: Kann das „Sucht“-Verhalten Ihres Kindes ein Anzeichen für Krisen oder massive Probleme sein? Ist es ein Warnsignal für ganz andere Bereiche, die erst durch den Rückzug in das Spiel sichtbar werden? Dann braucht Ihr Kind Hilfe, um zu erleben, dass es Schwierigkeiten meistern kann und nicht davor davonzulaufen braucht.

  • Sucht ist eine Krankheit, aus der Betroffene ohne Hilfe nur sehr schwer herauskommen. Lange spielen zu wollen, hat aber noch nicht unbedingt etwas mit Sucht zu tun. Ist Spielen allerdings über einen längeren Zeitraum hinweg das einzige, was Ihr Kind tun will und leiden wichtige Lebensbereiche Ihres Kindes (Schule, Freunde, etc.) darunter, dann ist Ihr Handeln gefordert. Die medizinische Diagnose können nur Fachkräfte stellen!

  • Es kann aber auch ganz normal sein. Irgendwann wendet sich jedes Kind mehr oder weniger von den Eltern ab und findet andere Aktivitäten interessanter und spannender. Finden Sie hier einen neuen Umgang miteinander.

Weiterführende Links:

Wo finde ich „gute“ Spiele?

Die BuPP (Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen) testet Spiele und gibt konkrete Empfehlungen über digitale Spiele ab. Auf der Website der BuPP können Sie gezielt nach Spielen suchen, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Diese werden nach folgenden Kriterien beurteilt:

  • Das Spiel bietet einem Kind oder Jugendlichen der angegebenen Altersgruppe viel Spaß.
  • Eltern können sich darauf verlassen, dass von den Inhalten und der Spielgestaltung keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes zu befürchten sind.
  • Das Spiel schöpft die positiven Potenziale, die digitale Spiele grundsätzlich bieten können, möglichst gut aus.

Weiterführende Links:

Was bedeuten die PEGI-Kennzeichen?

Das europaweite Kennzeichnungssystem PEGI  (Pan European Game Information) informiert Sie:

  • ab welchem Alter ein Spiel aus Jugendschutzsicht unbedenklich ist,
  • welche Arten von problematischen Inhalten im Spiel vorkommen.

PEGI-Alterssymbole:

Symbol PEGI-3 JahreSymbol PEGI-7 JahreSymbol PEGI-12 JahreSymbol PEGI-16 JahreSymbol PEGI-18 Jahre

 PEGI-Inhaltssymbole:

Symbol PEGI-SchimpfwörterSymbol PEGI-DiskriminierungSymbol PEGI-DrogenSymbol PEGI-AngstSymbol PEGI-GlücksspielSymbol PEGI-NacktheitSymbol PEGI-Gewalt

 PEGI Online:

Symbol PEGI-Online

Online-Spiele, deren Anbieter sich verpflichtet haben, ein Mindestmaß an Schutz für Minderjährige einzuhalten, erkennen Sie am PEGI Online -Symbol.

PEGI gibt jedoch keine Auskunft über die tatsächliche „Spielbarkeit“! Oft sind Spiele, die mit „3“ oder „7“ gekennzeichnet sind, viel zu komplex, um von allen Kindern dieser Altersstufe auch wirklich gespielt werden zu können. Um das richtige Spiel für Ihr Kind zu finden, nutzen Sie daher ergänzend pädagogische Spielratgeber.

Eine Kennzeichnung mit den PEGI-Symbolen ist in Wien seit 2008 verpflichtend. Es dürfen nur Computerspiele verkauft werden, auf denen ein PEGI-Symbol zu finden ist. Damit sind de facto die Spiele in ganz Österreich entsprechend gekennzeichnet. Computerspiele dürfen nur an Jugendliche verkauft werden, wenn diese zumindest das Alter gemäß PEGI-Kennzeichnung erreicht haben.

Weiterführende Links:

Ab welchem Alter soll ich mein Kind spielen lassen?

Diese Entscheidung kann nur von Ihnen selbst getroffen werden. Beachten Sie dabei, dass Sie mit Ihrer eigenen Mediennutzung als Vorbild besonders wichtig sind. Wenn Sie zu Hause selbst viel am Computer arbeiten oder am Handy spielen, dann kann es auch schon für sehr kleine Kinder gut und notwendig sein, den Umgang mit diesen Medien spielerisch zu erlernen und zu erproben.

Wichtig ist, dass Sie ein für das Alter des Kindes geeignetes Spiel anbieten. Ihr Kind soll weder überfordert, noch unterfordert werden.

Weiterführender Link:

Wie lange soll ich mein Kind spielen lassen?

Bei kleinen Kindern ist dies noch relativ einfach einzuschätzen: Da digitale Spiele viel Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern, wird bei Vorschulkindern nach etwa 20-30 Minuten die Grenze erreicht sein. Zu Beginn der Volksschule können es auch schon mal 50 Minuten werden. Beobachten Sie Ihr Kind beim Spielen – Sie werden bald ein Gefühl dafür haben, wann es für Ihr Kind genug ist.

Für ältere Kinder eignen sich gemeinsam vereinbarte Regeln zum Spielen viel eher als eine tägliche Höchstgrenze. Wichtig ist, dass Schulaufgaben, Sport und Bewegung, andere Hobbys, Familie und Freunde nicht zu kurz kommen.

Es spricht übrigens nichts dagegen, wenn Spiel-Sessions gelegentlich etwas länger dauern. Sobald jedoch das Computerspielen zur einzigen und dauernden Freizeitbeschäftigung wird, sollten Sie für Alternativen sorgen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, die eigenen körperlichen Grenzen zu erkennen (z.B. Kopfschmerzen, brennende Augen, Ungeduld, Leistungsabfall im Spiel, ...). Ermutigen Sie es, selbst die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen und bei Erreichen der eigenen Grenzen etwas anderes zu tun, z.B. sich bewegen, raus gehen, ...). Beachten Sie: Ihr Kind muss über die eigenen Grenzen am besten Bescheid wissen – nur so kann es sich selbst vor Sucht und Abhängigkeit schützen!

Weiterführende Links:

Machen Computerspiele gewalttätig?

Haben Sie keine Angst vor „brutalem“ und „blutigem“ Bildschirmgeschehen – durch ein Computerspiel alleine wird Ihr Kind sicherlich nicht gewalttätig! Wenn Sie ein Spiel nicht gut finden, Ihr Kind aber davon fasziniert ist, wird ein reines Verbot meist wenig oder nur sehr kurzfristig etwas bewirken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und lassen Sie sich erklären, was da gespielt wird und warum das so gut gefällt. Erläutern Sie Ihrem Kind Ihre Sorgen und Bedenken – aber ohne alles zu „verteufeln“. Manchmal wirkt ein Computerspiel auf einen Beobachter schlimmer, als es tatsächlich ist.

Warum Gewaltdarstellungen in Spielen so attraktiv sind, dafür gibt es ganz unterschiedliche – und teilweise auch „harmlose“ – Gründe. Wenn Ihr Kind aber versucht, eigene Gewalterfahrungen durch brutale Spiele zu verarbeiten oder es darin bestärkt wird, Gewalt als geeigneten Weg zur Konfliktlösung zu sehen, sollten Sie Hilfe aufsuchen. Dies gilt auch, wenn Sie Verhaltensveränderungen (Aggressivität etc.) an Ihrem Kind bemerken. Exzessives Interesse an Gewalt in Computerspielen ist meist ein Hinweis auf ein Problem im Leben Ihres Kindes, aber kaum je die Ursache für dieses Problem!

Weiterführende Links:

Jugendschutzeinstellungen bei Spielkonsolen – wie geht das?
Online-Spiele – was ist zu beachten?

Besonders beliebt für das Spielen zwischendurch sind Online-Spiele, die direkt im Internetbrowser oder als App gespielt werden können (Browser- oder App-Spiele). Durch das gemeinsame Spielen mit (Online-)Freund/innen über Soziale Netzwerke (z.B. Facebook) kommt eine wichtige soziale Komponente hinzu.

Allerdings gibt es auch Nachteile: Um diese Spiele erfolgreich zu spielen und mit den anderen Mitspielern mithalten zu können, ist immer ein gewisser Zeitaufwand notwendig. Je nach Spielprinzip kann es sein, dass täglich mehrere Stunden mit dem Spiel verbracht werden (müssen). Einige der Spiele lassen sich zudem nur gegen eine monatliche Gebühr spielen oder bieten kostenpflichtige Premium-Accounts bzw. In-App-Käufe an, um schneller voran zu kommen. Auch der Zukauf von „virtuellen Gegenständen“, z.B. um die Spielumgebung zu „verschönern“, wird manchmal angeboten.

In fast allen Online-Games spielen Kinder mit anderen User/innen gemeinsam – nur wenige davon kennen sie auch im realen Leben. Besprechen Sie mit Ihrem Kind den Umgang mit unbekannten Personen im Spiele-Chats.

Zahlreiche Games finanzieren sich über Werbung, die oft nur schwer zu erkennen ist. Viele Browserspiele bzw. Spiele-Apps können aber ohne weiteres gratis gespielt werden. Hier finden Sie Tipps für eine sichere Nutzung:

Social Gaming im Griff behalten: Tipps für Eltern
Social Gaming im Griff behalten: Tipps für junge Spieler/innen

Weiterführende Links:

Ist mein Kind spiel- bzw. onlinesüchtig?

Die gute Nachricht vorweg: Nur sehr wenige Menschen, die viel Zeit am Computer verbringen, sind wirklich krankhaft süchtig! Sucht ist eine Krankheit, keine Inkonsequenz im eigenen Verhalten. Nicht die Dauer und die Intensität des Spielens entscheiden über Sucht oder Nicht-Sucht, sondern eher die Gründe, die jemanden veranlassen, am Computer zu spielen.

Wann sollten Sie professionelle Hilfe holen?

  • Nichts anderes geht mehr: Ihr Kind möchte tagein tagaus nur mehr Computerspielen, wichtige Lebensbereiche Ihres Kindes (Schule, Freunde, Freizeitaktivitäten ...) leiden bereits darunter.
  • Kontrollverlust: Ihr Kind kann sich nicht von Computer bzw. Internet lösen, auch wenn es ihm durchaus bewusst ist, dass es eigentlich zu viel ist.
  • Toleranzentwicklung: Die Dosis muss gesteigert werden. D.h. die Tätigkeit muss entweder ausgeweitet oder – wenn auch das nicht mehr möglich ist – intensiviert werden.
  • Entzugserscheinungen: Ist einmal kein Zugang zum Computer/Internet möglich, treten klassische Entzugserscheinungen wie Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Gereiztheit, Aggressivität und psychisches Verlangen (Craving) auf.
  • Negative soziale Folgen: Es wird in Kauf genommen, dass es zu Konflikten mit Familie, Schule, Arbeitgeber etc. kommen kann.

Eine medizinische Diagnose können in jedem Fall nur Fachkräfte stellen! Hier finden Sie mögliche Anlaufstellen:

Weiterführende Links:

Wo finde ich Unterstützung und Beratung?
Digitale Spiele im Unterricht – wo finde ich Tipps?

Links zu Studien: