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Dürfen Jugendarbeiter/innen weiterhin WhatsApp verwenden, um mit Jugendlichen in Kontakt zu bleiben?

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Eher ja! Die Verwendung von WhatsApp durch Jugendarbeiter ist vor allem deswegen problematisch, weil der/die Jugendarbeiter*in seine Kontakteliste hochlädt und damit an WhatsApp weitergibt, ohne dass alle Personen in der Kontaktliste dieser Weitergabe zugestimmt hätten. Dies trifft aber auf jeden anderen Berufstätigen ebenso zu. Abgesehen davon stellt die Nutzung von WhatsApp im Rahmen der Jugendarbeit keinen besonderen datenschutzrechtlichen Verstoß des Jugendarbeiters / der Jugendarbeiterin dar.

Grundsätzlich gilt in Österreich zwar, dass Jugendliche erst ab 14 Jahren der Verarbeitung personenbezogener Daten Internet-Dienste (und damit der Nutzung von WhatsApp) zustimmen können. Doch WhatsApp hat in den Nutzungsbedinungen bestimmt, dass Nutzer*innen mindesten 16 Jahre sein müssen. Doch selbst wenn der/die Jugendarbeiterin weiß, dass auch Unter-16-Jährige Ihrer/seiner Klient*innen WhatsApp nutzen, wird dies keine rechtliche Konsequenzen für ihn/sie haben, weil die Jugendlichen damit zwar gegen die Nutzungsbedingungen von WhatsApp verstoßen, aber WhatsApp daraus kein Schaden entsteht (eher im Gegenteil!) und die Nutzung von WhatsApp durch Unter-16-Jährige auch keine strafbare Handlung darstellt.

Nicht zuletzt geht auch aus „Erwägungsgrund 38“ der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) implizit hervor, dass das Datenschutzrecht einem Kind oder Jugendlichen nicht im Weg stehen soll, Präventions- oder Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen.

Es gibt auch bereits einige empfehlenswerte Alternativen zu WhatsApp wie Signal, Threema oder Telegram. 

Achtung:

Auch in diesem Ausnahmefall ist eine nachweisbare Zustimmung zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig!