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WhatsApp-Broadcast für Jugendliche – was müssen wir beachten?

Weitere Infos zu: JugendarbeitSoziale Netzwerke

Mit einer Broadcast-Liste auf WhatsApp können Nachrichten an beliebig viele Kontakte gleichzeitig gesendet werden – im Gegensatz zu einer WhatsApp-Gruppe sehen die Empfänger/innen nicht, wer noch Mitglied der Liste ist. Hier könnt ihr nachlesen, wie man Broadcast-Listen auf WhatsApp erstellt und verwaltet.

Viele Jugendeinrichtungen nutzen einen WhatsApp-Broadcast, um mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu bleiben und aktuelle Infos oder das Programm an alle Interessierten auszuschicken. Doch ist das aus datenschutzrechtlicher Sicht auch erlaubt?

Was sagt das Gesetz?

Mit der WhatsApp-Nutzung sind zwei datenschutzrechtliche Aspekte verbunden:

  • Datenschutzgesetz: Wird WhatsApp beruflich genutzt, kommt u.a. die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zur Anwendung – und das kann ein Problem darstellen. Mit der Nutzung von WhatsApp stellt ihr nämlich der WhatsApp, Inc. die Telefonnummern aus eurem Handy-Adressbuch zur Verfügung – sowohl die Nummern von WhatsApp-Nutzer/innen als auch von sonstigen Kontakten – und bestätigt dabei, dass ihr autorisiert seid, diese Nummern an WhatsApp, Inc. weiterzugeben. Das wird allerdings nur in selten wirklich der Fall sein (dazu müssten eure Kontakte explizit ihre Einwilligung geben). Damit begeht ihr streng genommen eine Rechtsverletzung, die aber unseres Wissens in der Praxis bislang nicht geahndet wird (Stand 06/2018).
  • Mindestalter: WhatsApp legt für europäischen Nutzer/innen in seinen Nutzungsbedingungenein Mindestalter von 16 Jahren fest. Auch das hängt mit der DSGVO zusammen – die Hintergründe könnt ihr hier nachlesen: Mindestalter – Ab wann dürfen Kinder WhatsApp, Instagram & Co. nutzen?Allerdings ist es auch Kindern unter 16 Jahren praktisch möglich, WhatsApp zu nutzen, da kein Altersnachweis erbracht werden muss – es muss lediglich ein Häkchen gesetzt werden („Bestätige, dass du mindestens 16 Jahre alt bist“). Strafbar ist das weder für die Kinder noch ihre Erziehungsberechtigten – fliegt der Schwindel auf, kann WhatsApp im schlimmsten Fall den Account stilllegen. Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht, da WhatsApp naturgemäß an möglichst vielen Nutzer/innen interessiert ist. Auch ihr als Jugendarbeiter/innen seid nicht dazu verpflichtet, das Alter eurer Jugendlichen zu überprüfen.