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Gegenrede – Wie kann ich gegen Hasspostings argumentieren?

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Gegenrede („Counter Speech“) ist ein wirkungsvolles Mittel, um Hasspostings im Internet entgegenzutreten. Die Idee dahinter: Hass soll im Internet nicht ignoriert werden – es lohnt sich, die Verfasser/innen aktiv zu konfrontieren! Dabei werden diskriminierende oder extremistische Botschaften auseinandergenommen und mit stichhaltigen Argumenten widerlegt. Oft geraten Hater dann in Erklärungsnot und ihre Postings verlieren an Wirkung.

Bei Gegenrede geht es weniger darum, überzeugte Hater umzustimmen – vielmehr können solche fundierten Argumente helfen, stille Mitlesende zum Nachdenken zu bringen!

So kann Gegenrede funktionieren

  • Machen Sie sich Ihre eigene Position bewusst und überlegen Sie, wie Sie mit Gegenreaktionen umgehen – diese können sehr aggressiv und persönlich ausfallen.
  • Beobachten Sie die Strategie der Hater. Die passende Art der Gegenrede hängt immer von den Hassinhalten der anderen und deren Verhalten ab.
  • Themen-Hopping: Die Hater bleiben nicht beim Streitthema und posten immer wieder neue Provokationen. Bleiben Sie selbst unbedingt beim Thema und zeigen Sie die Strategie des Gegenübers auf („Sie wollen mit Ihren vielen Themen doch nur die Diskussion stören. Wir diskutieren hier zum Thema XY.“).
  • Falsche „Fakten“: Hater zitieren angebliche Studien bzw. Statistiken oder bringen Fotos in einen anderen Zusammenhang, um ihre rassistische Theorien zu untermauern. Fragen Sie ganz konkret nach der Quelle der Studien und prüfen Sie, wie seriös die Autor/innen sind. Sprechen Sie an, wenn Ihnen etwas unschlüssig vorkommt („Die Fragestellung klingt rassistisch“ – „Wer wurde hierfür befragt?“). Die ursprüngliche Herkunft von Fotos können Sie leicht mit einer umgekehrten Bildersuche überprüfen.
  • Personalisierte Lügen: Um die Glaubwürdigkeit von Geschichten zu erhöhen, werden diese als „persönliches Erleben“ vorgetragen („Die Cousine des Bruders meines Kollegen arbeitet im Flüchtlingsheim und da hat…“). Verlangen Sie in so einem Fall weitere Quellen (z. B. Presseberichte) – manchmal hilft schon eine schnelle Recherche im Internet, um erfundene Geschichten zu enttarnen. Das angeblich selbst „Erlebte“ ist oft aus dem Internet kopiert oder komplett frei erfunden.
  • „Bürgerlicher Rassismus“: „Ich bin kein Rassist, aber…“ – danach folgen dennoch oft rassistische Aussagen – viele versuchen, dabei ihre tolerante Fassade zu bewahren. Begründen Sie, warum die Poster/innen trotzdem Rassisten sind (z. B. „Sie verallgemeinern alle Einwohner/innen eines Landes bzw. Anhänger/innen einer Religion.“).
  • Wichtig: Hass im Internet niemals mit Hass begegnen! Argumente zur Gegenrede sollten Sie daher immer ruhig und sachlich vorbringen.