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Was sagt das Gesetz zu Cyber-Mobbing?

Weitere Infos zu: Cyber-Mobbing

Cyber-Mobbing ist nach § 107c Strafgesetzbuch („StGB“) strafbar. Die Bestimmung soll systematische Angriffe gegen eine Person im Internet verhindern und lautet:

  • §107c StGB bestraft die schwerwiegende Verletzung der persönlichen Ehre und die schwerwiegende Verletzung der Privatsphäre. Die Ehre ist verletzt, wenn es zu Beschimpfungen, Schmähungen, Verspottungen oder Beleidigungen kommt. Die Privatsphäre ist verletzt, wenn es zur Veröffentlichung von „Tatsachen oder Bildaufnahmen des höchstpersönlichen Lebensbereiches“ kommt. Er umfasst das Sexual- und Familienleben, die persönliche Krankheitsgeschichte, Behinderungen oder religiöse Ansichten. Die schwerwiegende Verletzung der Ehre und die schwerwiegende Verletzung der Privatsphäre muss das Opfer besonders belasten und für ungefähr 10 Person wahrnehmbar sein.
  • Die Strafbarkeit nach § 107c StGB setzt weiters voraus, dass die Angriffe gegen ein Opfer über Telefonanrufe, SMS, MMS, Faxe, E-Mails, Tweets, Instagram-Beiträge, VoIP-Anrufen, Messenger-Dienste oder Internet-Postings erfolgen. Der/die Täter/in muss das Cyber-Mobbing über einen längeren Zeitraum hinweg betreiben oder es über einen längeren Zeitraum hinweg unterlassen, eine bereits gesetzte Handlung zu beseitigen. Beispiel: Der/die Täter/in veröffentlicht ein Nacktfoto des Opfers im Internet und löscht es nicht, obwohl ihm/ihr das möglich ist.
  • Das Cyber-Mobbing muss schließlich die Lebensführung des Opfers beeinträchtigen. Dabei ist es bereits ausreichend, wenn jemand beispielsweise WhatsApp deinstalliert, weil er/sie nicht mehr mit den darin gemachten Vorwürfen zu Recht kommt.
  • Der/die Täter/in wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft. Begeht das Opfer Selbstmord oder versucht diesen, erhöht sich der Strafrahmen auf bis zu 3 Jahre.