Handy & Smartphone

Handy & Smartphone

Das Handy bietet mittlerweile weit mehr Funktionen als nur telefonieren und SMS schreiben: Egal ob Infos im Internet recherchieren, rasch mit Freund/innen kommunizieren, Fotos schießen, bearbeiten und verschicken, Termine organisieren oder Video anschauen – mit dem Smartphone ist das Internet immer in der Hosentasche mit dabei!

Die große Anzahl unterschiedlicher Apps stellt Nutzer/innen aber auch vor Herausforderungen: Wie kann ich Apps sicher nutzen? Welche Berechtigungen verlangen einzelne Anwendungen? Wer kann sehen, wo ich gerade bin?

Erfahren Sie hier, wie Sie selbst mit Handy & Smartphone sicher und verantwortungsvoll umgehen und Kinder und Jugendliche bei der kompetenten Nutzung unterstützen können.

FAQ - Häufige Fragen und Antworten

Handykosten

Vertrags- oder Wertkartenhandy?

Bei einem Handy kann zwischen Wertkarte und Vertrag gewählt werden. Ein Blick auf die Vor- und Nachteile lohnt sich. Achten Sie bei einem Vertrag darauf, welche Leistungen in dem gewählten Tarif inkludiert sind und was es kostet, wenn Monatslimits überschritten wurden.

Vor- und Nachteile von Vertrags- und Wertkartenhandys:

VertragshandysWertkartenhandys
Vorteile

+ günstigere Gesprächstarife
+ Pauschales Datenvolumen („Flatrate“)
+ große Auswahl an Geräten

+ volle Kostenkontrolle
+ kein monatliches Grundentgelt
+ Sie bezahlen im Vorhinein

Nachteile

- monatliches Grundentgelt
- Sie bezahlten im Nachhinein
- Vertragsbindung (max. 24 Monate)

- Sie können nur telefonieren bis die Karte leer ist (aber trotzdem angerufen werden)
- höhere Tarife
- damit die Gültigkeitsdauer für Ihre SIM-Karte verlängert wird, müssen Sie meist einen Mindestbetrag im Jahr aufladen
- kleinere Auswahl an Geräten

(Quelle: A1 Internet Guide (pdf, 2.12 MB))

Wertkartenhandys sind vor allem dann als Einstiegshandy für Kinder zu empfehlen, wenn diese die Geräte nur selten nutzen (z.B. nur im Notfall). Auch wenn Sie nur sehr selten telefonieren oder vor allem angerufen werden, ist ein Wertkartenhandy sinnvoll. Wenn Sie viel Zeit im Ausland verbringen und dort telefonieren, hilft eine Wertkarte oder ein Wertkartenhandy eines örtlichen Mobilfunkbetreibers Kosten zu sparen. Geht es dem Kind aber vorrangig darum, im Internet zu surfen oder Online-Spiele zu spielen, ist ein Vertragshandy unter Umständen besser geeignete (Datenpauschale!).

Weiterführender Link:

Wie finde ich den geeignetsten Handytarif?

Die Mobilfunkbetreiber bieten viele verschiedene und sich laufend ändernde Tarifmodelle an. Die große Auswahl macht es schwierig, den günstigsten Tarif zu finden.

Folgende Fragen helfen Ihnen bei der Entscheidung:

  • Vertrags- oder Wertkartenhandy?
  • Wie hoch ist der Erstanmeldepreis und wie hoch sind die einmaligen Freischaltkosten?
  • Wie lange ist die Bindungsdauer des Vertrags?
  • Wie ist die Taktung des Tarifs?
  • Welche aktuellen Tarifangebote gibt es?
  • Das Kleingedruckte: Mindestumsätze, Kosten für zusätzliches Datenvolumen etc.
  • Unterstützt der Mobilfunkanbieter alle Dienste, die ich nutzen möchte?
  • Was kostet es, wenn Monatslimits überschritten werden (z.B. Gesprächsminuten, Anzahl der SMS, Datenvolumen)?

Auf folgenden Websites können Sie Handy-Tarife vergleichen:

Weiterführende Links:

Wie kann ich hohe Handykosten verhindern?
  • Bewusstes Handyverhalten: Berücksichtigen Sie beim Telefonieren, SMS versenden, mobilen Internetsurfen etc. die jeweiligen Kosten Ihres Handytarifs und vor allem die vertraglich vereinbarten Monatslimits. Eine Überschreitung dieser Limits kann schnell hohe Kosten verursachen! Der Verbrauch eines Pakets kann über die Servicehotline oder die Website Ihres Mobilfunkanbieters, per SMS oder bei Smartphones auch über eigene Apps kontrolliert werden.
  • Wählen Sie den für Ihre Bedürfnisse bzw. die Ihres Kindes günstigsten Mobilfunkanbieter und Tarif. Siehe auch: Wie finde ich den geeignetsten Handytarif?
  • Wertkartenhandys können als Einstiegshandy für Kinder sinnvoll sein, wenn das Gerät eher selten aktv genutzt wird (z.B. nur für Notfälle). Mit Wertkartenhandys kann so viel telefoniert, SMS geschrieben oder im Internet gesurft werden, wie vorher an Guthaben aufgeladen wurde.
  • Achten Sie besonders auf Mehrwertnummern – Anrufe oder SMS an solche Nummern sind teurer und werden separat über die Handyrechnung verrechnet. Beenden Sie unerwünschte Abo-SMS-Dienste mit einer SMS mit „Stopp“. Siehe auch: Unerwünschte Mehrwertdienste – was tun?
  • Bei der Handynutzung im Ausland fallen oft unterschätzte Zusatzkosten an. Siehe auch: Was ist bei der Handynutzung im Ausland zu bedenken?
  • Vorsicht bei angeblichen „Gratis“-Angeboten! Hinter manchen Werbeeinschaltungen auf Websites oder in Apps lauern handfeste Abzocke-Tricks, z.B. WAP- oder WEB-Billing. Bevor Sie einen Dienst in Anspruch nehmen möchten, lesen Sie aufmerksam das Kleingedruckte – hier verbergen sich oft versteckte Kosten. Seien Sie skeptisch, wenn Sie für eine vermeintlich kostenlose Leistung Ihre persönlichen Daten angeben müssen. Bei Problemen und Fragen hilft Ihnen der Internet Ombudsmann weiter.
  • Bedenken Sie: Wenn Sie mit dem Handy online gehen, können auch unerwartete Kosten entstehen! Seit 1. Mai 2012 müssen Mobilfunkbetreiber bei Erreichen von € 60.- die mobilen Datendienste für den restlichen Verrechnungsmonat sperren. Die Handynutzer/innen werden per SMS informiert, wenn das gebuchte Datenvolumen fast verbraucht ist oder der Entgeltstand € 30.- beträgt.

Weiterführende Links:

Was ist bei der Handynutzung im Ausland zu bedenken?

Bei der Handynutzung im Ausland fallen oft unterschätzte Zusatzkosten an. Im Unterschied zu daheim zahlt man im Ausland auch, wenn man angerufen. Wie viel, hängt vom jeweiligen Land und vom Partnernetz vor Ort ab. Halten Sie daher Gespräche so kurz wie möglich. Generell gilt: Statt anrufen besser eine WhatsApp-Nachricht über WLAN schicken!

Deaktivieren Sie im Ausland auch die Mobilbox (das Abhören kann sehr teuer sein!) und das mobile Internet (Datenroaming). Wenn Sie mit Ihrem Handy ins Internet gehen wollen, nutzen Sie öffentliche WLAN-Netze. Bei längeren Auslandsaufenthalten empfiehlt es sich, eine Wertkarte vor Ort zu kaufen.

Weltweit gilt eine Datenroaming-Grenze von € 60,- für mobile Datendienste. Werden 80 Prozent dieses Höchstbetrages erreicht, wird der Kunde kostenlos per SMS, Pop-up oder E-Mail informiert, ebenso bei Überschreitung des Limits. Falls nicht ausdrücklich gewünscht, werden weitere Datenroaming-Dienste danach automatisch gesperrt.

Roaming innerhalb der EU
Innerhalb der EU wurden einige Regelungen geschaffen, die für mehr Kostensicherheit sorgen, z.B. Kosteninformationen per SMS, Tarifobergrenzen für Telefonie, SMS und Datenübertragung.

Seit dem 30. April 2016 gelten innerhalb der EU (inklusive Liechtenstein, Island und Norwegen) neue Tarifobergrenzen für die Mobilfunknutzung, die erstmals auch vom Inlandstarif abhängig sind.

  • Inlandstarife mit inkludierten Freieinheiten: Ab sofort werden auch im EU-Ausland genutzte Einheiten von diesem Kontingent abgezogen, zusätzlich wird ein Aufschlag pro Einheit verrechnet.

  • Inlandstarife mit Abrechnung pro Einheit: Hier muss der Inlandstarif pro Einheit plus ein variabler Aufschlag pro Einheit bezahlt werden. Die Gesamtsumme pro Einheit darf einen Maximalbetrag nicht überschreiten.

BISHER
(vor dem 30. April 2016)
NEU:
TARIFE MIT
INKLUDIERTEN EINHEITEN
NEU:
TARIFE MIT
ABRECHNUNG PRO EINHEIT

Abzug von inkludierten Einheiten 
plus Aufschlag von

Inlandspreis plus Aufschlag,
in Summe maximal
max. 0,228 EUR /min
abgehende Anrufe 
max. 0,06 EUR /min
abgehende Anrufe 

 max. 0,228 EUR /min
abgehende Anrufe 

max. 0,06 EUR /min
abgehende Anrufe 

max. 0,01368 EUR /min
eingehende Anrufe

max. 0,01368 EUR /min
eingehende Anrufe
max. 0,072 pro SMSmax. 0,024 EUR pro SMSmax. 0,072 pro SMS
max. 0,24 EUR pro MB bei Datenmax. 0,06 EUR pro MB bei Datenmax. 0,24 EUR pro MB bei Daten

 Preise jeweils inkl. USt.

 

Achtung: Datenroaming sowie das Versenden und Empfang von SMS in Nicht-EU-Ländern kann sehr teuer kommen und mehr als das 20-fache des gesenkten EU-Tarifs betragen. Zum EU-Ausland zählen auch die Schweiz oder beliebte Urlaubsziele wie die Türkei oder die USA.

Fragen Sie daher vor Ihrem Auslandsaufenthalt bei Ihrem Anbieter nach, welche Preise im jeweiligen Land zu erwarten sind. Viele Mobilfunkanbieter bieten auch spezielle Roamingpakete an, bei der eine gewisse Anzahl an Gesprächsminuten oder Datenvolumen inkludiert sind. Informieren Sie sich über einen günstigsten Netzpartner und wählen Sie diesen dann vor Ort manuell aus. Achtung: bei Telefonaten im Nicht-EU-Ausland können die in Österreich gültigen Freiminuten bzw. Freidaten nicht genutzt werden!

Weiterführende Links:

Unerwünschte Mehrwertdienste – was tun?

Mehrwertdienste sind Dienstleistungen, die über die reine Verbindungsleistung wie ein Telefongespräch oder eine SMS hinausgehen und separat über die Handyrechnung verrechnet werden. Beispiele: Beratungs- und Erotik-Hotlines, Nachrichten- und Chatdienste, Klingeltöne, Logos, Spiele, Horoskope, Wetter, Votings etc. Erkennen können Sie solche Mehrwertdienste an den Anfangsziffern ihrer Rufnummer: 0810, 0820, 0821, 0828, 0900, 0901, 0930, 0931, 0939 und 118.

Wiederkehrende Abo-SMS müssen jederzeit kostenfrei abbestellt werden können. Senden Sie dazu eine SMS mit „Stopp“ an den Serviceanbieter. Beeinspruchen Sie gegebenenfalls alle weiteren Rechnungsbeträge bei Ihrem Mobilfunkanbieter schriftlich und fristgerecht.

Sie haben auch das Recht, einmal jährlich kostenlos über Ihren Mobilfunkanbieter alle Mehrwertdienste sperren zu lassen.

Weiterführende Links:

Wie vermeide ich, dass Apps zur Kostenfalle werden?

Apps (engl. Kurzform für „Applications“) sind spezielle Programme für Smartphones, die über App-Shops bezogen und direkt auf das Gerät installiert werden können. Es gibt kostenpflichtige wie kostenlose Angebote. Nachrichtendienste, Fahrplanauskünfte, Lexika, Wetterinfos, Spiele, Soziale Netzwerke, Rezept-Datenbanken, Währungsrechner ... – die Bandbreite der Anwendungen ist mittlerweile unüberschaubar.

So nützlich Apps manchmal sein können, bergen sie auch Risiken wie etwa die Verletzung des Datenschutzes oder unerwartete Kosten.

1. In-App-Käufe deaktivieren

Kostenlose Apps finanzieren sich oft über Werbeeinschaltungen oder so genannte „In-App-Verkäufe“. In-App-Käufe ermöglichen es innerhalb der Anwendung z.B. Zusatzfunktionen oder Spielguthaben zu kaufen – die Anbieter bewerben das natürlich offensiv, weil sie Geld verdienen möchten. Viele Apps funktionieren aber auch tadellos ohne diese Zukäufe! Skeptisch sollten Sie auch sein, wenn in Apps (v.a. Spielen) mit „Free Cash“ geworben wird.

Oft passieren In-App-Käufe auch „unabsichtlich“, weil schnell irgendwo geklickt wird, ohne die Detailinformationen zu lesen. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie In-App-Käufe von vornherein deaktivieren.

So können Sie auf Ihrem Smartphone In-App-Käufe deaktivieren:
Android: Play Store > EINSTELLUNGEN > NUTZERSTEUERUNG > AUTHENTIFIZIERUNG FÜR KÄUFE ERFORDERLICH> HAKERL BEI "FÜR ALLE KÄUFE BEI GOOGLE PLAY AUF DIESEM GERÄT" SETZEN (bzw. ist gesetzt und kann mit Google-Zugangsdaten deaktiviert werden)

iPhone, iPad: EINSTELLUNGEN > ALLGEMEIN > EINSCHRÄNKUNGEN AKTIVIEREN > PIN-CODE EINGEBEN > IN-APP-KÄUFE DEAKTIVEREN (Regler nach links schieben) (teilweise muss noch zusätzlich festgelegt werden, dass der PIN bei jedem In-App-Kauf eingegeben werden muss)

2. Datenpaket im Auge behalten
Die meisten Apps verbinden sich mit dem Internet. Deshalb sollten Apps vor allem dann genutzt werden, wenn ein kostenloses WLAN-Netz zur Verfügung steht. Ein begrenztes Datenvolumen und Daten-Roaming im Ausland können hier schnell zu hohen Kosten führen!

Weiterführende Links:

Was tun bei strittigen Handyrechnungen?

Sie können binnen drei Monaten gegen jede Handyrechnung Einspruch erheben. Gleichzeitig ist auch eine Beschwerde bei der Regulierungsbehörde RTR-GmbH empfehlenswert, da Sie nach Bestätigung durch die RTR den strittigen Teil der Rechnung bis zur Klärung nicht bezahlen müssen. Sollten Sie sich mit Ihrem Mobilfunkanbieter nicht einigen können, so können Sie bei der RTR auch ein kostenfreies Schlichtungsverfahren beantragen. Bei Fragen und Problemen hilft Ihnen kostenlos der Internet Ombudsmann weiter.

Weiterführender Link:

Handysicherheit

Was tun bei Handydiebstahl bzw. -verlust?
  • Lassen Sie das Handy nach einem Diebstahl oder Verlust sofort beim Netzbetreiber sperren. Dazu ist das Kundenkennwort erforderlich – lernen Sie dieses am besten auswendig. Damit ist im Fall eines Verlustes bzw. Diebstahls eine schnelle Sperre möglich.
  • Sofort nachdem ein Diebstahl bemerkt wurde, sollten Sie bei der Polizei Anzeige erstatten. Damit ist die Sperre beim Netzbetreiber auch meistens kostenlos. Dazu müssen Sie die 15-stellige Seriennummer (IMEI-Nummer) Ihres Handys kennen. Mit dieser Nummer kann ein Handy eindeutig identifiziert werden. Sie ist unter dem Akku und auf der Originalverpackung angebracht oder mit der Eingabe des Codes *#06# auf Ihrem Handy abrufbar. Notieren Sie sich die Seriennummer gleich nach dem Handykauf!

Weiterführender Link:

Brauche ich ein Anti-Viren-Programm für mein Smartphone?

Ob ein Anti-Viren-Schutzprogramm für mobile Geräte notwendig ist, hängt vor allem vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Werden auf dem Smartphone oder Tablet sehr viele Apps installiert (Richtwert: mehr als fünf pro Woche), ist die Verwendung von Schutzsoftware empfehlenswert.

Einen Überblick über Schutzsoftware für Android finden Sie im Testbericht von Chip.de.

Generell gilt: Die Anzahl neuer Schadsoftware für mobile Geräte ist zwar im Steigen begriffen, aber nicht mit dem Ausmaß und der Funktionsweise von Computer-Malware zu vergleichen. 

  • Als Nutzer/in eines Android-Smartphones sind Sie prinzipiell gut geschützt, wenn Sie nur Apps aus dem offiziellen App Store von Google herunterladen. Denn so gut wie alle Android-Schädlinge fängt man sich bei unseriösen Drittanbietern an. Erlauben Sie Ihrem Android-Smartphone daher sicherheitshalber nicht, Apps von Drittanbietern zu installieren. Diese Option ist standardmäßig deaktiviert, kann aber in den Einstellungen geändert werden.
  • In Apples iOS können prinzipiell nur verifizierte Apps über den offiziellen Apple Store heruntergeladen werden. Das Risiko, das iPhone mit Malware zu infizieren, ist somit generell geringer.
  • Achten Sie bei der Verbindung zu öffentlichen bzw. ungesicherten WLAN-Netzwerken, keine sensiblen Daten über das Smartphone zu senden. Verzichten Sie hier vor allem auf Online-Banking.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre installierten Apps und entfernen Sie nicht mehr benötigte Anwendungen wieder vom Gerät.

Verzichten Sie als Laie auch unbedingt auf das Rooten Ihres Android-Smartphones bzw. auf den Jailbreak bei iOS, da hier großer Schaden angerichtet werden kann.

Wie kann ich persönliche Daten am Handy schützen?

Bei der Nutzung von Handys und Smartphones kann es zu Verletzungen der Privatsphäre kommen. Beispiele dafür sind einerseits die unbedachte Veröffentlichung von Handy-Fotos, die Eingabe der Handynummer auf Abzocke-Websites, die leichtfertige Übermittlung von Standortdaten auf Facebook, der Zugriff auf persönliche Daten nach einem Handydiebstahl etc.

Andererseits kann es sein, dass Apps – unabhängig vom Verhalten der Nutzer/innen – zur „Datenschleuder“ werden. Es ist in vielen Fällen gar nicht nachvollziehbar, welche Daten im Hintergrund übertragen werden. Deshalb ist es wichtig, sich über den Schutz der eigenen Daten Gedanken zu machen.

Die wichtigsten Tipps:

  • Keine Zugangsdaten oder Passwörter ohne Passwort-Safes am Handy speichern.
  • PIN-Abfrage und Passwort, Sperrmuster bzw. Fingerprint-Abfrage für die Display-Sperre aktivieren.
  • Vor der Veröffentlichung von Fotos nachdenken, ob sich daraus Nachteile ergeben könnten, und abgebildete Personen um Erlaubnis fragen (siehe: Recht am eigenen Bild).
  • Datenverbindungen wie Bluetooth oder WLAN deaktivieren, wenn man diese gerade nicht verwendet.
  • Vor dem Installieren einer App kontrollieren, ob diese Zugriffsberechtigungen auf Daten hat, die für die Funktion der App gar nicht notwendig sind. Eine Taschenlampen-App benötigt etwa keinen Zugriff auf das Adressbuch.
  • Die angebotenen Software-Updates für Apps regelmäßig durchführen, um etwaige Sicherheitslücken zu schließen.
  • Nicht mehr benötigte Apps regelmäßig löschen.

Weiterführende Links:

Welche Risiken gibt es bei Apps?

Unbemerkte Übertragung persönlicher Daten
Studien zeigen, dass viele Apps sensible Nutzerdaten übertragen – oft ohne dass diese für die Funktion der Apps notwendig sind, z.B. Standortdaten bei einer Taschenlampen-App.

Schadsoftware und Viren
Apps nur über die offiziellen Apps-Shops herunterladen. Anwendungen von Drittanbietern sind mit Vorsicht zu genießen – diese können mit Schadsoftware infiziert sein. Die verseuchten Programme können Handy-Daten (z.B. Kontakte) unbemerkt und unbefugt übermitteln oder kostenpflichtige SMS an Mehrwertnummern versenden.

Abzocke
Viele kostenlose Apps finanzieren sich über Werbeeinschaltungen, über die man auch Bestellungen tätigen kann oder auf Angebote im Internet weitergeleitet wird. Neben der breiten Masse der seriösen Werbeangebote gibt es auch Fallen, bei denen versteckt Bestellungen oder Abo-Verträge abgeschlossen werden. Die Nutzer/innen werden dabei nicht ausreichend über die Vertragsbedingungen und Preise informiert. Oft wird dies erst im Nachhinein bemerkt, da manche dieser zweifelhaften Angebote erst über die nächste Handyrechnung abgerechnet werden.

„In-App“-Käufe
Weiters besteht bei manchen Apps (z.B. bei Spielen) die Möglichkeit, in der Anwendung selbst ein Guthaben oder Punkte zu kaufen („In-App“-Käufe), ohne den klassischen Bestellprozess zu durchlaufen. Damit besteht die Gefahr, unbewusst Geld auszugeben. Oft tätigen auch Kinder unbewusst Bestellungen, wenn sie mit dem Smartphone spielen.

(Quelle: Informationsblatt Apps – Programme, die das Handy „smart“ machen des Internet Ombudsmann)

Weiterführende Links:

Wie gehe ich sicher mit Apps um?
  • Fragen Sie sich, welche Apps sie wirklich brauchen oder unbedingt ausprobieren wollen.
  • Lesen Sie die Bewertungen der Apps und installieren Sie schlecht bewertete Apps besser nicht.
  • Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr brauchen. Diese können im Hintergrund auch keine unerwünschten Daten mehr übertragen.
  • Installieren Sie nur Apps aus den offiziellen App-Shops, da diese entweder vor der Bereitstellung überprüft wurden oder bei gröberen Beschwerden aus dem App-Store bzw. vom Handy via Fernlöschung entfernt werden.
  • Kontrollieren Sie bei der Installation von Apps die Zugriffsberechtigungen und installieren sie eine App, die offensichtlich zu viele Berechtigungen für den Funktionsumfang bietet, lieber nicht. Die Einstellung „Standort“ macht z.B. nur Sinn, wenn es sich um eine Navigationsanwendung (z.B. Routenplaner) handelt. „Push-Nachrichten“ werden in erster Linie für Werbung genutzt und sind daher nicht zu empfehlen. Deaktivieren Sie bei Android am besten die Möglichkeit, Apps von Drittanbietern installieren zu können.
  • Vorsicht mit Apps, die in sehr reißerischem Stil oder auffallend schlechtem Deutsch für etwas werben (z.B. für einen „schnellen Gewinn in nur kurzer Zeit" etc.). Die Sprache ist oft das beste Warnsignal für betrügerische Apps.
  • Nehmen Sie keine Änderungen am Handy-Betriebssystem„Jailbreak” oder „Rooten” genannt – vor, da dies die Installation von unsicheren Apps erleichtert und auch die Updates des Handy-Betriebssystems beeinträchtigen kann.
  • Seien Sie besonders bei kostenlosen Apps und damit verbundenen Werbelinks vorsichtig.
  • Vorsicht ist auch geboten, wenn Kinder mit dem Smartphone spielen. Sie könnten unbemerkt Werbelinks anklicken und unbewusst Bestellungen tätigen.
  • Installieren Sie einen mobilen Virenschutz, der schädliche Software erkennt und löscht. Es gibt zahlreiche kostenlose Schutz-Apps von bekannten Anbietern – auch in den App-Shops selbst. Diese ermöglichen u.a. auch eine Ortung Ihres verlorenen Handys bzw. das Sperren oder Löschen persönlicher Daten.

(Quelle: Informationsblatt Apps – Programme, die das Handy „smart“ machen des Internet Ombudsmann)

Kostenlose Schutz-Software für Smartphones:
Android-Handys:
Lookout
avast! Mobile Security

iPhone:
SafeSurfing

BlackBerry:
NQ Antivirus für BlackBerry

Symbian und Windows Phone:
NQ Mobile Security für Symbian
NQ Mobile Security für Windows Phone

Weiterführende Links:

WhatsApp sicher nutzen – geht das überhaupt?

WhatsApp ist eine App für Smartphones, mit der man Kurznachrichten, Bilder, Videos und Audiodateien verschicken kann. Mit WhatsApp kann man entweder zu zweit oder in Gruppen (mit bis zu 256 Personen!) chatten. Auch das Telefonieren mit anderen Nutzer/innen ist über die App möglich. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist WhatsApp sehr beliebt und hat Facebook längst den Rang abgelaufen. Doch immer wieder kritisieren Expert/innen Sicherheitslücken und mangelnde Datenschutz-Optionen. Auch Cyber-Mobbing via WhatsApp ist keine Seltenheit mehr. Eine sichere Nutzung von WhatsApp ist derzeit nur bedingt möglich, auf jeden Fall sollten Sie folgende Tipps beherzigen: 

  • Nicht in öffentlichen WLAN-Netzwerken verwenden! Dort ist die Gefahr am größten, dass persönliche Daten am Handy durch Dritte ausgelesen werden.

  • Keine sensiblen Daten versenden! Das betrifft auch vermeintlich „private“ Chats und Gruppen. Wohnadresse, Passwörter, Kreditkarten- bzw. Kontodaten und allzu persönliche Informationen oder freizügige Fotos sollten via WhatsApp nicht weitergegeben werden. Bedenken Sie: In WhatsApp können Bilder oder Informationen mit wenigen Klicks an sehr viele Menschen weitergeleitet werden!

  • Privatsphäre-Optionen nutzen. Verbergen Sie Ihr Profilbild, Ihre Statusmeldung sowie den Zeitpunkt, an dem Sie zuletzt online waren, vor Fremden. Nähere Infos: Privatsphäre-Leitfaden „Sicher unterwegs in WhatsApp“ (pdf, 4.6 MB)

  • Keine Kontaktanfragen von Fremden annehmen! Unerwünschte Kontakte können in WhatsApp blockiert werden. Klären Sie Kinder über Sexting und Cyber-Grooming auf.

  • Kettenbriefe nicht weiterleiten! Kettenbriefe sind Massennachrichten, die großes Unheil versprechen, wenn sie nicht binnen kurzer Zeit an eine gewisse Anzahl an Kontakten weitergeschickt werden. Diese Kettenbriefe sind grundsätzlich immer Hoaxes und können daher getrost ignoriert bzw. gelöscht werden.

  • Messenger schützen! Spezielle Schutz-Apps ermöglichen es auf Android-Smartphones, WhatsApp und andere Messenger-Dienste mittels PIN vor fremden Zugriffen zu schützen.
    z.B. ChatLock+ (kostenlos für Android), WhatsAppLock (kostenlos für Android)

  • Smartphone schützen! Lassen Sie Ihr Smartphone niemals unbeaufsichtigt herumliegen und schützen Sie es mit einem Sperrbildschirm vor fremden Zugriffen.

  • WhatsApp-Alternativen nutzen! Es gibt mittlerweile mehrere Messenger-Apps, die WhatsApp sehr ähnlich sind – aber deutlich mehr Wert auf den Datenschutz der Nutzer/innen legen. Testen Sie WhatsApp-Alternativen und stimmen Sie diese mit Ihrem engeren Bekanntenkreis ab.

 Weiterführende Links:

Gibt es Handy-Viren?

Zurzeit sind Schadprogramme am Smartphone noch nicht so stark verbreitet wie am Computer. Da die Datenverarbeitung am Smartphone aber ganz ähnlich abläuft, ist auch hier mit zunehmend „verseuchten“ Anwendungen zu rechnen. Handy-Viren können sich über den Download von Klingeltönen, Logos, Bildschirmschonern, Musik, Spielen etc. einschleichen oder auch als App „tarnen“. Ohne Wissen des Handy-Besitzers könnte ein Virus dann SMS verschicken, eine Internetverbindung aufbauen, den Telefonspeicher auslesen oder GPS-Daten weitergeben.

Wichtig ist jedenfalls, sich vor dem Download einer App Bewertungen und Nutzungsbedingungen durchzulesen und nur offizielle App-Shops zu nutzen. Dort gibt es inzwischen auch spezielle Virenschutzprogramme für Smartphones. Siehe auch: Wie gehe ich sicher mit Apps um?

Weiterführende Links:

Wie kann ich mein Kind bei der sicheren Handynutzung unterstützen?
  • Erkennen Sie die große Bedeutung von Handys für den Alltag von Kindern und Jugendlichen an. Freizeitaktivitäten, Treffpunkte und Klatsch werden via Handy kommuniziert. Auch die ständige Erreichbarkeit für Freund/innen ist ein Muss.

  • Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, wie es das Handy nutzt. Lassen Sie sich ruhig auch einmal Ihnen unbekannte Handyfunktionen erklären – Ihr Kind wird sich über die Rolle als Expert/in freuen! Das verbessert auch die Gesprächsbasis bei möglichen Problemen.

  • Geheime Kontrollen können zu einem Vertrauensbruch führen. Vergessen Sie nicht, dass auch Ihr Kind ein Recht auf Privatsphäre hat!

  • Sprechen Sie lieber offen mit Ihrem Kind über mögliche Risiken der Handynutzung, z.B. wie das Handy zur Kostenfalle werden kann oder wie auf Belästigungen über das Handy reagiert werden soll. Unterstützung dabei bieten unsere Info-Flyer für Jugendliche sowie unser Flyer „Internet – aber sicher!“ (pdf, 729 KB) für Kinder im Volksschulalter.

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Regeln für die Handynutzung. Wer zahlt die Handyrechnung? Wer kommt für die Kosten von Apps und In-App-Käufen auf? Muss Ihr Kind beim Herunterladen von Apps um Erlaubnis fragen? Was sind die Konsequenzen, wenn die Kosten das vereinbarte Limit übersteigen? Welche Handynutzung ist ok, welche ist nicht ok (z.B. genutzte Inhalte, Fotos, persönliche Daten)? Was geschieht, wenn andere Inhalte mit dem Handy genutzt werden als ausgemacht? Wie kann Handydiebstahl verhindert werden? Beachten Sie: Regeln sind nur dann wirksam, wenn Ihr Kind diese versteht und akzeptiert.

  • Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind den gewählten Handytarif an – was kostet wie viel? wann wird es teuer? – und nutzen Sie sinnvolle Sperrmöglichkeiten beim Mobilfunkanbieter (z.B. Mehrwertdienste, mobiles Internet, Bezahlen mit dem Handy) oder direkt am Gerät (z.B. für In-App-Käufe, Daten-Roaming).

  • Drohen Sie nicht mit einem Handyverbot, sonst wird sich Ihr Kind möglicherweise bei Problemen nicht an Sie wenden.

Weiterführende Links:

Kinderschutz-Apps & Co. – wie kann ich Smartphone & Tablet sicherer machen?

Grundsätzlich gilt: Bei kleinen Kindern können technische Schutzmaßnahmen eine sinnvolle Ergänzung sein. Je älter Kinder werden und je gezielter sie nach entsprechenden Inhalten suchen, desto wirkungsloser werden Filter und Schutz-Apps. Denken Sie daran: Medienerziehung kann nicht an Programme delegiert werden! Kein Programm der Welt kann das „Darüberreden“ ersetzen.

Smartphone & Tablet

Es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, auf Smartphones und Tablets eine kinderfreundliche Umgebung zu schaffen. Neben den Sicherheitseinstellungen am Gerät eignet sich auch die Nutzung von speziellen Kinderschutz-Apps.

  • Sicherheitseinstellungen am Gerät:
    Vor allem iOS bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten direkt im Betriebssystem, um das Gerät sicherer zu machen. Unter Android sind diese Möglichkeiten nur eingeschränkt vorhanden.

    iOS: Bei iPhone und iPad können etwa einzelne Anwendungen mit Sperrcodes blockiert werden; auch das Einrichten eines geführten Zugriffs, der bestimmte Bereiche einer App sperrt, ist möglich. Das Portal 
    Schau-hin.info bietet hierzu detaillierte Anleitungen

    Informationen und Anleitungen zu grundlegenden Sicherheitseinstellungen für Smartphones und Tablets (Android, iOs, Blackberry, Windows), wie z.B. Passwortschutz, Virenscanner und Datenverschlüsselung, finden Sie in den Ratgebern der  ISPA

  • Kinderschutz-Apps:
    Möchten Eltern das mobile Gerät ihres Kindes sicherer machen, können sie zwischen vielen Kinderschutzprodukten wählen. Einen Überblick erhalten Sie in unserem Leitfaden „Mobile Kinderschutzprodukte“ (pdf, 2.2 MB).

    Android:
    Mit speziellen Apps kann der Zugriff auf einzelne Anwendungen, Kontakte, Funktionen, den PlayStore u.v.m. mit einem Code geschützt werden, z.B. AppLock, App Sperre, Perfect App Lock oder AppLock Master.

    Spezielle
    Apps zur Kindersicherung wie z.B. Kids PlaceFamigo, Vodafone Child Protect oder Child-Modus bieten neben der App-Sperre noch weitere Funktionen, wie z.B. eine Begrenzung der Nutzungsdauer, die Sperre der Telefon- und SMS-Funktion, Zugang zu altersgerechten Spielen u.v.m. Eltern können individuell entscheiden, welche Inhalte für Ihr Kind freigeschaltet werden sollen.
  • Browser für Kinder:
    Für die sichere Internetnutzung am Smartphone empfiehlt sich die Installation
    spezieller Browser, um ungeeignete Inhalte zu filtern. Mit deren Hilfe können einzelne Websites gesperrt oder freigegeben werden. Die Nutzung des vorinstallierten Browsers wird unterbunden. Beispielle: fragFINN-App, Meine-StartseiteSafe Browser, K9 Web Protection oder Norton Family.

Weiterführende Links:

Fotos, Musik & Videos

Darf ich Musik und Filme aus dem Internet auf das Handy laden?

Besonders Kinder und Jugendliche laden Musik und Filme für das Handy oft aus dem Internet von Tauschbörsen herunter. Die dortige Bereitstellung der Dateien verletzt aber meistens bereits das Urheberrecht. Ob der reine Download von illegal angebotener Musik oder Videos aus dem Internet (also ohne das Werk selbst wieder anzubieten) erlaubt ist, ist unter Jurist/innen umstritten. Bei vielen Tauschbörsen werden allerdings die heruntergeladenen Dateien automatisch für andere Nutzer/innen zum Download angeboten – und das ist ganz eindeutig illegal. Auf der sicheren Seite ist man daher nur, wenn man es nicht tut!

Der Download ist jedenfalls dann nicht rechtswidrig, wenn dieser von einem dazu Berechtigten angeboten wird. Das kommt allerdings bei den gängigen Tauschbörsen fast nie vor. Es gibt aber mittlerweile viele Websites, auf denen Sie gegen Bezahlung legal Musik-Dateien downloaden können.

Privatkopien, z.B. von CDs, für den persönlichen Gebrauch sind übrigens erlaubt.

Weiterführende Links:

Was ist zu beachten, wenn ich jemanden mit der Handykamera fotografiere?

Das Recht am eigenen Bild darf nicht verletzt werden. Dieses Recht steht dann einer Veröffentlichung entgegen, wenn das Bild für die abgebildete Person nachteilig ist. Im privaten Bereich sind die Interessen eines Abgebildeten viel früher beeinträchtigt. In der Regel unproblematisch sind Aufnahmen an öffentlichen Orten, wenn dabei zufällig auch Personen mitfotografiert werden – jedoch darf der Kontext für den Abgebildeten trotzdem nicht nachteilig sein (z.B. Oben-ohne-Foto am Strand).

Um auf Nummer sicher zu gehen: Holen Sie sich vor der Veröffentlichung das OK der abgebildeten Person(en)!

Das Fotografieren selbst ist aus Sicht des Urheberrechts nicht verboten, das „Recht am eigenen Bild“ bezieht sich nur auf die Veröffentlichung.

Weiterführende Links:

Welche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche gesetzlich verboten?

Das Jugendschutzgesetz ist in Österreich auf Landesebene geregelt. In jedem Bundesland gibt es leicht unterschiedliche Bestimmungen. Überall gleich ist jedoch, dass die Weitergabe von z.B. pornografischen, nationalsozialistischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten an Jugendliche verboten ist und Jugendliche solche Inhalte auch nicht besitzen dürfen. Bei Verstößen sind für Erwachsene meist Geld- und sogar Freiheitsstrafen, für Jugendliche verpflichtende Beratungsgespräche und u.U. auch Geldstrafen vorgesehen.

Zum Thema „Jugendgefährdende Medien, Gegenstände und Dienstleistungen“ lauten zum Beispiel die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes in Niederösterreich und im Burgenland:

Das Anbieten, Vorführen, Weitergeben und Zugänglichmachen von Medien, Datenträgern, Gegenständen und Dienstleistungen an Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ist verboten, wenn sie Jugendliche in ihrer Entwicklung gefährden können. Solch eine Gefährdung ist anzunehmen, wenn dadurch

  • kriminelle Handlungen von menschenverachtender Brutalität oder Gewaltdarstellungen verherrlicht werden,
  • Menschen aus Gründen der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Orientierung oder des Geschlechts diskriminiert werden oder wenn
  • die Darstellung einer die Menschenwürde missachtenden Sexualität beinhaltet wird.
(Quelle: help.gv.at)


Sobald Eltern wissen
, dass ihre Kinder nach dem Jugendschutzgesetz verbotene Inhalte auf ihr Handy oder ihren Computer geladen haben, müssen sie diese löschen bzw. löschen lassen. Eltern sind jedoch nicht verpflichtet, die Handys ihrer Kinder laufend bzw. ohne konkreten Verdacht auf jugendschutzgefährdende Daten zu kontrollieren.

Auch Lehrende haben bei konkretem Verdacht auf rechtswidrige Inhalte auf Handys von Schüler/innen die Pflicht, die Handys zu kontrollieren und ggf. abzunehmen.

Weiterführende Links:

Was tun, wenn mein Kind ungeeignete Inhalte mit dem Handy tauscht?
  • Reagieren Sie nicht über, wenn Sie erfahren, dass Ihr Kind Kontakt mit ungeeigneten Inhalten hatte (Pornografie, Gewalt etc.). Da das Handy für Kinder und Jugendliche ein wichtiges Kommunikationsmittel im Freundeskreis und Alltag ist, haben sie Angst, dass es ihnen nach einem Gespräch mit den Eltern weggenommen wird. Ein Handyverbot ist meist keine gute Lösung. Entscheidend ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen der Faszination an der Gewalt bzw. das „Darüber-reden“.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind im Alltag bei der Wahrnehmung eigener Gefühle, indem Sie interessiert nachfragen.
  • Thematisieren Sie aufrichtig, wie Sie über problematische Inhalte bzw. Pornos denken. Erklären Sie auch, warum Sie diese Einstellungen und Gefühle haben.
  • Machen Sie auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen aufmerksam. Besitz und Weitergabe von brutalen Gewaltvideos und Pornografie ist nach dem Jugendschutzgesetz verboten. Jugendliche ab 14 Jahren machen sich durch z.B. das Tauschen von kinderpornografischen Handyvideos (das betrifft auch Videos von Gleichaltrigen!) strafbar. Siehe auch: Was ist „Kinderpornografie“?
  • Es ist auch wichtig, die in der Schule geltenden Regeln zu diskutieren. In vielen Schulen kann der Besitz von gewalttätigen oder pornografischen Videos zu einem Schulverweis führen. Vielen Jugendlichen ist nicht bewusst, welch weitreichende Folgen dies haben kann.
  • Versuchen Sie Ihr Kind zum Nachdenken anzuregen, sein Unrechtsbewusstsein zu fördern und es für die Ursachen von Gewalt zu sensibilisieren.
  • Vergessen Sie nie die wichtige Vorbildfunktion, die Sie gegenüber Ihrem Kind haben! Das betrifft sowohl den Umgang mit Gewalt und Pornografie als auch den verantwortungsvollen Einsatz des Handys.
  • Technische Filterprogramme können ein Schutz für die Jüngsten sein, sobald die Kinder jedoch älter und eigenständiger werden, sollten Sie auf andere (erzieherische) Maßnahmen setzen. Kein Filter ist 100% sicher und kann immer irgendwie umgangen werden, außerdem ändern sich die Technologien ständig.

Weiterführende Links:

Was ist „Sexting“?

„Sexting“ – zusammengesetzt aus „Sex“ und „Texting“ (engl. für das Senden von SMS) – meint das Verschicken und Tauschen von eigenen Nacktaufnahmen über Internet und Handy. Sexting ist bei Jugendlichen mittlerweile sehr populär und Teil einer selbstbestimmten Sexualität geworden. Die erotischen Bilder oder Videos werden am häufigsten innerhalb einer Partnerschaft oder zum Flirten verschickt. Auch wenn Sexting oft völlig unproblematisch verläuft, kann es für die Abgebildeten sehr unangenehme Folgen haben, wenn die Aufnahmen in die falschen Hände geraten oder öffentlich im Internet landen. Gehen etwa Beziehungen oder Freundschaften in die Brüche, werden intime Aufnahme oft aus Rache an Außenstehende weitergeleitet oder zur Erpressung verwendet, z.B. damit weitere Fotos geschickt werden („Rachepornos“). In diesem Fall spricht man auch von Cyber-Mobbing.

Sind solche Bilder einmal in Umlauf gebracht, besteht jedenfalls so gut wie keine Möglichkeit mehr, deren Verbreitung zu stoppen. Auch wenn Fotos in Sozialen Netzwerken z.B. nur für „Freunde“ freigegeben sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese an anderen Stellen im Internet auftauchen. So können einmal verbreitete Aufnahmen auch Jahre später wieder auftauchen und den Abgebildeten schaden (z.B. Jobsuche, Beziehungen).

Besondere Vorsicht ist in diesem Zusammenhang mit der Foto-App Snapchat geboten! Snapchat ist dafür bekannt, dass man Freund/innen und Bekannten Fotos oder Videos schicken, die nur für einen kurzen Zeitraum (1-10 Sekunden) sichtbar sind. Vor allem Jugendliche versenden über Snapchat gerne freizügige Fotos. Die Fotos sind aber nicht wirklich „weg“, sondern können auf verschiedenen Wegen wieder sichtbar gemacht werden, z.B. können die Empfänger/innen einen Screenshots von Bildern anfertigen oder mithilfe von speziellen Apps abspeichern. Daher: Am besten nur Fotos über Snapchat verschicken, die man auch anderswo posten würde!

Was viele Jugendliche außerdem nicht wissen: Das Verbreiten und Veröffentlichen erotischer Fotos Minderjähriger gilt als Kinderpornografie und ist somit illegal (§ 207a StGB – Pornografische Darstellungen Minderjähriger). Seit 1.1.2016 ist das einvernehmliche Tauschen von eigenen pornografischen Fotos oder Videos zwischen zwei Jugendlichen ab 14 Jahren straffrei. Das bedeutet z.B., dass ein 16-jähriges Mädchen ihrem 17-jährigen Freund ein Nacktfoto von sich schicken darf. Weder das Versenden, noch der Besitz des Fotos ist in diesem Fall für die beiden strafbar. Es bleibt aber weiterhin verboten, dieses Foto anderen zu zeigen oder an Dritte weiterzuleiten!

Weiterführende Links:

Belästigungen über das Handy

Wie kann ich mich gegen Belästigungen über das Handy wehren?
  • Als wichtigste präventive Maßnahme: Vorsicht bei der Weitergabe von persönlichen Daten wie Handynummer, E-Mail-Adresse, Wohnadresse, Fotos etc.
  • Nicht antworten!
  • Beweise sichern (z.B. SMS oder Sprachbox-Nachrichten speichern, Screenshots von WhatsApp-Nachrichten etc. machen)
  • Verbündete suchen (z.B. Klassenkolleg/innen, Freund/innen)
  • In Sozialen Netzwerken oder Chats: Nutzer/in blockieren und Vorfälle direkt an die Seitenbetreiber melden
  • Täter/in identifizieren und Probleme direkt ansprechen
  • Täter/in darauf hinweisen, dass er/sie möglicherweise eine Straftat begeht („Anti-Stalking-Gesetz“: §107a StGB „Beharrliche Verfolgung“)
  • Bei gefährlichen Drohungen die Polizei kontaktieren

Lassen Sie sich von einer professionellen Beratungsstelle über die weitere Vorgehensweise in Ihrer spezifischen Situation beraten:

Weiterführender Link:

Handy & Schule

Wie soll die Handynutzung in der Schule geregelt werden?

Viele Schulen haben in ihrer Hausordnung geregelt, dass Handys während des Unterrichts (und manchmal auch während der Pausen) im Spind weggesperrt sein müssen. Beachtet man den großen Stellenwert, den Handys im Alltag von Kindern und Jugendlichen haben, kann das generelle Wegsperren oder Verbieten von Handys keine Lösung sein. Das wird vor allem deutlich, wenn die Schüler/innen ihre Zweit- bzw. Dritthandys im Spind lassen, ihre aktuellen Ersthandys allerdings erst recht in den Schultasche mit sich führen, weil sie sich nicht davon trennen wollen.

Ein Handyverbot kann zwar als kurzfristige Maßnahme sinnvoll sein, um eine schwierige Situation in einer Schule zu entschärfen. Am Ende kommt die Schule aber nicht darum herum, die Handynutzung in ein medienpädagogisches Konzept zu integrieren.

  • Verhaltensvereinbarungen
    Ein erster Schritt können z.B. von allen Schulpartnern (Lehrer/innen, Schüler/innen, Eltern, Schulleitung …) gemeinsam erarbeitete Verhaltensvereinbarungen zum Umgang mit dem Handy in der Schule sein. Sind alle Schulpartner intensiv in die Erarbeitung und Formulierung der Verhaltensvereinbarung eingebunden, werden sie diese eher akzeptieren und sich für die Umsetzung verantwortlich fühlen. Die erarbeiten Inhalte können auch in die Hausordnung aufgenommen werden.

  • Handynutzung auf Schulveranstaltungen
    Ein generelles Handyverbot auf Schulveranstaltungen ist in der Praxis kaum umsetzbar. Die Eltern haben ein entsprechendes Interesse, ihre Kinder in Notfällen erreichen zu können bzw. bei Heimweh oder sonstigem Unwohlsein selbst für ihre Kinder erreichbar zu sein. Um zweifelhaften „Handy-Wettbewerben“ der Schüler/innen – Wer schreibt die schlimmste SMS? Wer schießt die peinlichsten Bilder? Wer hat die coolsten Videos? – Vorschub zu leisten, kann z.B. folgende Regel aufgestellt werden:
    Handys dürfen pro Tag für die Dauer von einer Stunde (z.B. vor dem Abendessen) verwendet werden. In der restlichen Zeit müssen sie abgedreht sein bzw. in der Nacht abgedreht im Zimmer eines Lehrenden lagern.

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