Inhalt (Accesskey 0) Hauptnavigation (Accesskey 1)

Rachepornos – oder auch: die „feige Art“ Abschied zu nehmen

Das Versenden von Nackfotos ist ein allgemein bekanntes Phänomen, doch die möglichen Konsequenzen daraus sind enorm. Eine Form der Rache von Ex-Partnern und Ex-Partnerinnen ist das Posten dieser Bilder und Videos.

Seit das „Sexting“-Phänomen auch Jugendliche erreicht hat, ist das Versenden von Nacktfotos allgemein bekannt. Doch, was die wenigsten wissen: Erwachsene machen noch viel öfter Nacktbilder und Videos von sich.

Oftmals ist jedoch das verschickte Bildmaterial von Erwachsenen, diplomatisch ausgedrückt, ein wenig prekärer und eindeutiger. Jugendliche „belassen“ es meist bei einem einfachen Nacktbild ohne spezifischen Fokus.

Rache durch Bilder

Leider hat sich in den letzten Jahren die Anzahl an Websites stetig gesteigert, auf denen frustrierte Ex-Freund/innen intime Bilder und Videos Ihrer Verflossenen hochladen. Meist mit dem Zusatz des echten Namens, einem direkten Link zum Facebook-Profil oder auch andere persönliche Daten wie Wohnadresse, Arbeitsplatz oder Telefonnummer.
Dieses Öffentlich-Machen von solch intimen Bildern und Videos kann den Betroffenen nachhaltig schaden. Oftmals reagieren Arbeitgeber/innen wenig kulant auf solche Bilder, denn die Sympathie und das Mitleid enden meist, wenn klar wird, dass die Betroffenen das Foto oder den Film ursprünglich freiwillig haben gemacht oder machen haben lassen. Hinzu kommt, dass die Betroffenen durch die Veröffentlichung persönlicher Daten oft zusätzlich gestalked oder im lokalen Supermarkt beschimpft werden. Nachdem das Internet nie vergisst und Betreiber solcher Websites aus unterschiedlichen Gründen (Oft steht der Server in einem anderen Land) selten gezwungen werden können, die Bilder offline zu nehmen, kann man davon ausgehen, dass die Fotos ein digitales Leben lang im Internet herum geistern.

Rechtliche Komponente

Diese Art der Veröffentlichung gegen den Willen der „hauptdarstellenden“ Person nennt sich „Racheporno“ oder auch „Revenge Porn“. Rechtlich betrachtet hat eine Person das Recht am eigenen Bild, und die Betreiber von Seiten, auf denen solche Bilder und Filme hochgeladen werden, können innerhalb der EU zur Verantwortung gezogen werden. Meist jedoch halten sich die Betreiber solcher Websites im EU-Ausland auf und versuchen zusätzlich anonym zu bleiben.

Stigmatisierung der Opfer

In den USA werden in einzelnen Bundesstaaten gerade Gesetze erarbeitet, die das Veröffentlichen von Bildern mit der Absicht, einer Person Schaden zuzufügen, unter Strafe stellen. Abgesehen von der Rechtslage, liegt das Problem jedoch auch in der Stigmatisierung der Opfer mit Vorwürfen wie: „Du hast es ja geschickt!“ oder „Du weiß doch, dass du niemandem solche Bilder schicken kannst!“ bis hin zu „Selbst Schuld, wenn sie/er solche Bilder von sich machen lässt“. Doch egal, wie leichtsinnig und unbedacht eine Person gehandelt haben mag, es gibt niemandem das Recht, gegen den Willen einer anderen Person zu handeln. Niemand versendet Nacktbilder und Aufnahmen von sich in der Erwartung, dass der eigene Partner/die eigene Partnerin jemals zu so einer feigen Art Abschied zu nehmen fähig ist.

Weiterführende Links: