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2 Jahre ZDDK auf Facebook – wir feiern mit!

08.03.2013

Seit zwei Jahren warnt die Initiative „Zuerst denken – dann klicken (ZDDK)“ auf Facebook vor Abo-Fallen, Spams, Falschmeldungen und schädlichen Links. Wir baten den ZDDK-Gründer zum Geburtstags-Interview über Facebook-Betrug.

(c) ZDDK

Wer sich mit Sicherheitsfallen auf Facebook beschäftigt, ob beruflich oder privat, kommt an der Initiative Zuerst denken – dann klicken (ZDDK) nicht vorbei. Seit zwei Jahren wird auf Facebook vor Abo-Fallen, Spams, Falschmeldungen und schädlichen Links gewarnt. Alleine im vergangenen Jahr wurden 1.249 eigene Beiträge verfasst. Ein beachtliches Engagement, das auch seitens der Facebook-Community geschätzt wird: Inzwischen zählt die Seite beeindruckende 253.671 Unterstützer/innen (Stand: 08.03.2013). Hinter der (ursprünglich österreichischen) Initiative ZDDK steht der gemeinnützige Verein Mimikama.

Warum die ZDDK-Seite vor zwei Jahren gegründet wurde, wie sich Facebook-Betrug in dieser Zeit verändert hat und wo aktuell die größten Fallen lauern, verriet uns ZDDK-Gründer Tom in einem Geburtstags-Interview.


Saferinternet.at: Wenn du zurück an den Anfang gehst … Wie ist die Idee zu „Zuerst denken – dann klicken (ZDDK)“ entstanden?

Tom von ZDDK: Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Es war Samstag, der 5. März 2011, und ich saß bei einem Online-Game, das ich damals spielte. Als alter Landbub aus der Steiermark, war es naheliegend „FarmVille“ [Anm.: ein Bauernhofspiel auf Facebook] zu spielen. Hier stolperte ich über ein Fake-Geschenk und fing mir damit einen Trojaner ein. Da ich damals sehr viele Freunde bzw. „Spielnachbarn“ hatte, verfasste ich einen Statusbeitrag inklusive eines Bildes und warnte meine eigene Freundesliste davor. So kam dann die Idee zu „Zuerst denken – dann klicken“: Wenige Tage später kaufte ich kurzerhand die Domäne www.mimikama.at [Anm.: „Mimikama“ bedeutet „Gefällt mir“ auf Suaheli] und gründete auf Facebook die ZDDK-Seite, wozu ich alle meine Freunde einlud. Innerhalb weniger Tage hatte ich bereits 5.000 Fans. Dies war für mich die Bestätigung, dass es hier eine Informationslücke gibt und dass die Nutzer so eine Seite brauchen.

Saferinternet.at: Das Hauptanliegen von ZDDK ist es, vor Facebook-Fakes zu warnen. Wo siehst du die größten Fallen für Nutzer/innen, womit gibt es die meisten Probleme?

Tom von ZDDK: Die meisten Problem gibt es, wenn schädliche Links, z.B. Trojaner, über den Chat bzw. über die persönlichen Nachrichten ungewollt versendet werden. Denn wenn ein Freund mir etwas sendet, wo ich klicken soll, dann kann es ja nichts Böses sein – so denken zumindest viele. Dem ist aber leider nicht so, denn der Freund, der diesen Link versendet hat, wusste zumeist nichts davon, da er selbst Opfer eines Angriffes wurde.

Ein weiteres Problem sind gefälschte Facebook-Mails. Der Nutzer denkt, es handelt sich um eine Nachricht / eine Mail von Facebook und klickt unbedacht auf diese. Es öffnet sich eine Seite im Internet und der Nutzer wird aufgefordert, seine Kontodaten einzugeben. So wird der Nutzer zu einem Phishing-Opfer und die Betrüger haben Zugriff auf sein Konto und dergleichen.

Saferinternet.at: Hättest du ein oder zwei aktuelle Beispiele für uns?

Tom von ZDDK: Auf Facebook werden so viele Fakes verbreitet, dass wir fast stündlich darüber berichten könnten. Zwei Geschichten, die in den letzten Wochen für viel Aufsehen sorgten, waren zum Beispiel der „Das ist doch nicht dein ernst oder?!“-Trojaner oder die Spam-Attacke durch angebliche Sex-Videos von Prominenten.

Saferinternet.at: Wenn du rückblickend an die letzten zwei Jahre denkst … Was hat sich durch das Engagement von ZDDK verändert oder sogar verbessert?

Tom von ZDDK: Hier kann ich nur wiedergeben, was unsere Fans sagen und dies sind Aussagen wie z.B. „Danke, ZDDK! Seitdem ich Fan von eurer Seite bin, tappe ich in keine Falle mehr“ oder „In meiner Freundesliste sehe ich fast keine Falschmeldungen mehr, da meine Freunde eure Berichte lesen“. Es gibt aber natürlich auch Nutzer, die „unbelehrbar“ sind, die trotzdem immer und alles klicken, obwohl ihre Freunde unsere Beiträge teilen. Im Großen und Ganzen denke ich aber, dass wir bereits vieles bewirkt haben, denn es kommen immer wieder auch Rückmeldungen wie „Eure Seite sollte zu einer Pflichtseite werden, sobald man sich bei Facebook registriert“. Ich denke, solche Kommentare sagen vieles aus.

Saferinternet.at: Wie wichtig sind die über 250.000 Facebook-Fans für eure Arbeit?

Tom von ZDDK: Die Fans sind enorm wichtig, denn sie sind die „Botschafter“ von ZDDK! Sie teilen unsere Berichte an ihre Freundesliste und führen so unsere Aufklärungsarbeit fort.

Saferinternet.at: Wir wünschen uns natürlich, dass ZDDK so engagiert weitergeführt wird. Wie sehen deine Wünsche für die Zukunft aus, wie soll und wird es für ZDDK weitergehen?

Tom von ZDDK: ZDDK wächst im Schnitt pro Tag um 700 Nutzer an und wird immer größer und größer. Die Seite funktioniert nur, weil ein Spitzenteam dahinter steht. Das Team besteht aus ganz normalen Facebook-Nutzern, die den Verein hier ehrenamtlich unterstützen. Trotz des mittlerweile beträchtlichen Aufwands, möchten wir das ZDDK-Angebot weiter ausbauen. In Kürze werden wir mit einer neuen Seite online gehen, die sich „Bedenkenlos-klicken“ nennen wird (www.bedenkenlos-klicken.at). Hier möchten wir den Nutzern zeigen, welche Facebook-Seiten, -Anwendungen und -Gewinnspiele BEDENKENLOS geklickt werden können. Die Betreiber können ihre Seiten und Anwendungen bei uns auf Herz und Nieren prüfen lassen und wir vergeben, bei erfolgreicher Prüfung, das „Bedenkenlos-klicken“-Vertrauenssiegel.

Saferinternet.at: Das klingt nach einem spannenden Projekt, das wir sicher im Auge behalten werden. Wir bedanken uns herzlich für das Interview und wünschen noch einen schönen ZDDK-Geburtstag!


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