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5 Tipps zum sicheren Verkauf Ihres Smartphones

30.07.2014

Gebrauchte Smartphones werden gerne im Internet weiterverkauft oder versteigert. Vor dem Verkauf sollten alle persönliche Daten unwiderruflich vom Gerät entfernt werden. Wir geben Tipps zur sicheren Datenlöschung.

Ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen können vermeintlich gelöschte Daten auf Smartphones auch von Laien leicht wiederhergestellt werden. (c) Denys Prykhodov_shutterstock.com, (cc) Neerav Bhatt_flickr.com, Saferinternet.at

Smartphones und Tablet-PCs erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit: Im Jahr 2013 nutzten laut Statistik Austria (pdf, 40 KB) mehr als die Hälfte der regelmäßigen Internet-User/innen diese mobilen Endgeräte. Die meisten Nutzer/innen trennen sich dabei schnell wieder von ihren mobilen Geräten: Knapp 40 Prozent der Smartphone-User/innen legen sich alle zwei Jahre ein neues Gerät zu , mehr als 60 Prozent nach spätestens drei Jahren. Grund dafür ist selten ein technisches Gebrechen – die neuen Modelle sind einfach leistungsfähiger und verfügen über modernere Technologien. Oft ist nach dem Gerätetausch das alte Smartphone noch voll funktionstüchtig und wird daher gerne auf Online-Kleinanzeigen- oder -Auktionsplattformen wie eBay zum Verkauf angeboten. Weltweit werden jeden Tag 80.000 gebrauchte Geräte online weiterverkauft.

Ein wichtiger Punkt vor dem Verkauf bzw. Verschenken Ihres gebrauchten Smartphones ist das Löschen Ihrer persönlichen Daten vom Gerät. Dies klingt zwar einfach, ist aber mit einigen Stolperfallen gespickt, die schnell zum Datenmissbrauch führen können.


Gelöscht oder nur unsichtbar?

Werden Dateien vom Smartphone gelöscht, sind sie für den/die Nutzer/in augenscheinlich von Gerät verschwunden. Tatsächlich werden die Daten aber nur aus dem „Inhaltsverzeichnis“ entfernt und bleiben im Gerätespeicher erhalten. Das Gerät gibt danach zwar den Speicherplatz für neue Dateien frei – bis dieser aber tatsächlich neu belegt wird, können die „gelöschten“ Daten mittels Spezialprogrammen („Recovery Software“) sogar von Laien nach wie vor ausgelesen werden. Die dazu notwendige Software ist im Internet meist kostenlos erhältlich und wurde ursprünglich entwickelt, um versehentlich gelöschte Fotogalerien retten zu können.

Ein einfaches Zurücksetzen des Smartphones wiegt Nutzer/innen also in Sicherheit, reicht aber in Wahrheit nicht aus, um Datenmissbrauch zu verhindern. Vor dem geplanten Verkauf eines Smartphones ist es daher wichtig, persönliche Fotos, Kontakte oder E-Mails so vom Gerät zu löschen, dass sie vom neuen Besitzer oder der neuen Besitzerin nicht wiederhergestellt werden können. Der Security-Anbieter Avast! hat unlängst den Test gemacht und 20 gebrauchte Smartphones auf eBay erstanden. Die Testkäufer/innen konnten auf den Geräten erstaunliche Datenmengen abrufen, darunter eine sehr große Anzahl von persönlichen Fotos, Kontaktdaten und Google-Suchanfragen


Sicherheitsrisiko für ehemalige Besitzer/innen

Die Wiederherstellung vermeintlich gelöschter Daten stellt ein großes Sicherheitsrisiko für den/die Vorbesitzer/in des Mobiltelefons dar. Internet-Betrüger/innen könnten die Informationen missbräuchlich nützen und großen finanziellen Schaden anrichten, etwa durch Identitätsdiebstahl. Wie viele Daten tatsächlich wiederhergestellt werden können hängt u.a. davon ab, um welches Smartphone-Modell bzw. welche Dateitypen es sich handelt und wo im Speicher die Daten abgelegt sind. So sind etwa Textdateien einfacher rekonstruierbar als Fotos. Doch auch für den/die Käufer/in des gebrauchten Geräts müssen noch vorhandene Daten des/der Vorbesitzer/in nicht immer einen Vorteil bedeuten. Das zeigt etwa der Fall eines Käufers aus Deutschland, der im Adressbuch seines gebraucht gekauften Handys die Telefonnummer des deutschen Rappers Bushido fand - mit unangenehmen Folgen.  


Tipps, um Ihre Daten nach dem Verkauf vor fremdem Zugriff zu schützen

Damit Sie vor bösen Überraschungen gefeit sind, haben wir haben fünf Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihr Smartphone sicher für den Weiterverkauf vorbereiten können. 

  • Daten sichern. Bevor Sie Ihre Daten unwiderruflich vom Gerät löschen, müssen Sie diese zuerst für Ihre eigenen Zwecke sichern. Dafür bieten die meisten Hersteller eigene Programme an, es gibt aber auch zahlreiche Lösungen von Drittanbietern. Generell empfehlen wir eine routinemäßige Sicherung Ihrer Smartphone-Daten für den Fall eines Verlustes oder Diebstahls.

    Apple iOs: Wird das iPhone an einen PC oder Mac angeschlossen, wird über das Programm iTunes automatisch ein Backup erstellt. Alternativ dazu können Sie eine Sicherungskopie Ihrer Daten in der iCloud ablegen. Eine Anleitung zur Datensicherung über iTunes oder iCloud finden Sie hier. Weitere Informationen zur Datensicherung für Smartphones finden Sie im Ratgeber des Magazins PC Welt.

    Android: Viele Hersteller, wie z.B. Samsung oder Motorola, stellen bestimmte Programme zum Datenabgleich und –sicherung zur Verfügung. Diese sind entweder am Smartphone vorinstalliert oder werden kostenlos zum Download angeboten. Im Fall von Samsung handelt es sich um die Software Samsung Kies.  Darüber hinaus gibt es zahlreiche Back-up-Apps für Android-Geräte, viele davon kostenlos, wie z.B. die App Helium, welche Daten und Apps entweder auf eine SD-Karte oder in eine Cloud sichert.
  • Daten verschlüsseln. Um zu verhindern, dass Daten auf Ihrem Smartphone mithilfe von Recovery Software wiederhergestellt werden können, müssen diese Daten verschlüsselt werden. Selbst wenn nach dem Zurücksetzung des Geräts auf die Werkseinstellungen (siehe unten) Datenreste zurückbleiben, können diese nur in verschlüsselter Form ausgelesen werden und sind somit für Dritte nicht brauchbar.

    Apple iOs: Die Verschlüsselungsfunktion ist seit dem iPhone 3 GS und dem ersten iPad automatisch aktiviert, d.h. alle am Gerät gespeicherten Daten werden automatisch verschlüsselt. Setzt man das iPhone auf die Werkseinstellungen zurück („Interner Reset“), wird auch der Sicherheitsschlüssel entfernt und alle Daten sind somit garantiert gelöscht. Bei iPhone oder iPad ist es daher ausreichend, das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Wurden Apps unter früheren iOs-Versionen installiert, müssen diese deinstalliert und noch einmal neu am iPhone eingerichtet werden.

    Android: Bei Android-Geräten muss die Verschlüsselung der Daten manuell eingestellt werden. Dabei wird der komplette interne Speicher mit einem verschlüsselten Dateisystem überschrieben. Auf Samsung-Geräten etwa finden Sie die Funktion unter > Einstellungen > Optionen bzw. Persönlich bzw. Datenschutz > Sicherheit > Gerät verschlüsseln. Eventuell verwendete SD-Karten müssen gesondert verschlüsselt werden; dazu einfach ein Häkchen bei dieser Option setzen. Nach der Verschlüsselung wird bei jedem Einschalten des Smartphones ein eigenes Passwort benötigt. Achtung: Der Verschlüsselungsprozess kann bis zu zwei Stunden dauern, daher vorher sicherstellen, dass der Akku aufgeladen ist bzw. das Handy ans Stromnetz angeschlossen ist.

    Android-Apps wie z.B. SHREDoid oder die Sicherheits-App Anti-Theft bieten ebenfalls die Möglichkeit, den Speicher mehrfach mit Nullen zu überschreiben und etwaige Datenreste damit unbrauchbar zu machen. Eine kostenpflichtige Variante ist die App Nuke My Phone. Achtung: Nach Expert/innenmeinung sollte man sich bei Android-Geräten nicht auf die alleinige Verwendung von Lösch-Apps verlassen!

  • Auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Dadurch werden sämtliche Nutzerdaten, Einstellungen und installierte Apps vom Gerät entfernt.

    Apple iOs: Einstellungen > Allgemein > Zurücksetzen (ganz unten) > Inhalte & Einstellungen löschen > iPhone löschen. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Löschung der Daten finden Sie hier.

    Android:  Einstellungen > Nutzer bzw. Persönlich bzw. Datenschutz > Sichern & Zurücksetzen > Auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Beachten Sie bei Android-Modellen, dass es unterschiedliche Speicherorte gibt: den internen Speicher und eventuell MicroSD-Karten (Speicherkarten), mit denen der Speicherplatz des Geräts erweitert werden kann. Um auch die Speicherkarte zu löschen, setzen Sie ein Häkchen bei „USB-Speicher löschen/formatieren“. 

  • SIM-Karte entfernen. Entfernen Sie vor dem Verkauf bzw. der Weitergabe Ihres Smartphones unbedingt die SIM-Karte und – bei Android- und Windows-Geräten – eventuell vorhandene SD-Speicherkarten. Die SIM-Karte benötigen Sie bei laufendem Vertrag für die weitere Nutzung in Ihrem neuen mobilen Gerät.

  • Selbst versuchen, Daten wiederherzustellen. Wer ganz sicher gehen möchte, dass keine wiederherstellbaren Daten mehr am Smartphone zu finden sind, kann dies selbst mittels Recovery Software nachprüfen. Dafür bieten sich z.B. die Programme UnErase oder RecoverMyFiles an. Um nach vermeintlich gelöschten Dateien zu suchen, kann das Smartphone einfach über USB-Kabel mit dem Computer verbunden werden.

Achtung: Auch wenn Sie auf diese Weise umfassende Vorsichtsmaßnahmen treffen, kann es in keinem Fall ein hundertprozentige Garantie dafür geben, dass wirklich alle Daten unwiederbringlich vom Gerät gelöscht wurden.

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