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Aktuelle Studie zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Bildern im Internet

04.02.2016

Bilder sind die neuen Worte: Saferinternet.at präsentiert eine neue Studie zum Thema „Jugendliche Bilderwelten im Internet“. 507 Kinder und Jugendliche von 8-17 Jahren wurden zu ihrem Umgang mit Bildern im Netz befragt.

Infografik: Kinder und Jugendliche & ihre Bilderwelten im Internet (Studie von Saferinternet.at/ISPA, 2016)

Grafik: Saferinternet.at


Bereits neun von zehn Jugendlichen veröffentlichen regelmäßig Fotos und Videos

Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass sich das Internet als wichtiger Teil der kreativen Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen etabliert hat. Besonders Bilder spielen dabei eine große Rolle spielen: Bereits 88 Prozent der Jugendlichen veröffentlichen pro Woche zumindest ein Foto oder Video im Internet. Mehr als ein Drittel (35 %) teilt wöchentlich sogar mehr als zehn Bilder in Sozialen Netzwerken. 

Auf häufigsten wird WhatsApp zum Teilen von Bildern genutzt (89 %), gefolgt von Facebook (56 %). Dahinter liegen bereits die Bilder-Netzwerke Instagram (51 %), Snapchat (39 %) und YouTube (13 %). Besonders auffallend: Instagram wird von doppelt so vielen weiblichen wie männlichen Jugendlichen genutzt. Bei Snapchat ist dieser Unterschied sogar noch größer (58 % zu 22 %). 


Mehr als nur Schnappschüsse

Jugendliche stecken viel kreative Energie in das Erstellen von Bildern – ihre Ansprüche an Fotos und Videos sind hoch. Neun von zehn Jugendlichen (89 %) haben zumindest schon einmal Fotos oder Videos digital bearbeitet, fast die Hälfte (47 %) macht dies regelmäßig vor dem Posten. 

Die beliebtesten Motive der Jugendlichen sind dabei sie selbst (68 %), dicht gefolgt von „Freunden“ (57 %) und „besonderen Momenten“ aus ihrem Leben (49 %) sowie „Lustigem und Originellem“ (49 %).

Jugendliche testen mit Bildern, wie sie auf andere wirken, und zeigen, wo sie dazugehören möchten und wovon sie sich abgrenzen. Die Selbstdarstellung mit Hilfe von Fotos und Videos in Sozialen Netzwerken nimmt eine wichtige Rolle bei der Identitätsfindung von Jugendlichen ein.


Bilder und Emojis sagen mehr als 1000 Worte

Jugendliche sind auch Vorreiter wenn es darum geht, sich mit Bildern nicht nur zu präsentieren, sondern auch online zu unterhalten. Wenn sich Jugendliche beispielsweise mitteilen „wie es ihnen geht“, verwenden bereits sieben von zehn Jugendlichen am liebsten Texte mit Emojis (70 %), 17 Prozent Fotos oder Videos zusammen mit Text und jeder Zehnte postet ein Selfie. 

Emojis sind also ein gutes Beispiel dafür, dass Texte und Bilder in der Online-Kommunikation immer häufiger kombiniert werden. Auf Platz 1 der Emoji-Hitliste von Österreichs Jugendlichen liegt dabei das lachende Gesicht mit Freudentränen, bei den Kindern das Gesicht mit Kussmund und Herz. 

Die Lieblings-Emojis von Kindern und Jugendlichen.



Herausforderung Urheberrecht

Das aktuelle Urheberrecht ist dabei für Jugendliche eine große Herausforderung. Jeder Dritte kennt sich laut eigenen Angaben nicht ausreichend damit aus. 38 Prozent der Jugendlichen haben sogar Angst davor, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, wenn sie fremde Inhalte aus dem Internet bearbeiten. Dabei ist gerade das Bearbeiten und kreative Neugestalten von Inhalten anderer ein wichtiger Bestandteil der Netzkultur und der Online-Kommunikation. 


Eltern verletzen Privatsphäre ihrer Kinder

Doch nicht nur das Urheberrecht beschäftigt die jungen Nutzer, auch das „Recht am eigenen Bild“ sowie die eigene Privatsphäre sehen viele als gefährdet. 65 Prozent ärgern sich darüber, wenn Eltern Bilder von ihnen posten, ohne sie vorab zu fragen. Gerade Volksschulkinder fühlen sich dabei oft machtlos und resignieren. 


Der Umgang mit Bildern will gelernt sein

Kinder und Jugendliche müssen die notwendigen Kompetenzen für einen sicheren und kritischen Umgang mit Bildern erwerben. Visuell kompetent zu sein bedeutet zum einen, Bilder produzieren und auf geeignete Weise veröffentlichen zu können. Darüber hinaus ist es wichtig, die Wirkung von Bildern zu reflektieren, Bearbeitungen zu erkennen und über rechtliche Fragen Bescheid zu wissen.

Praktische Informationen und Hilfestellungen finden Sie in zahlreichen neuen Saferinternet.at-Materialien: 

  • Unterrichtsmaterial „Jugendliche Bilderwelten im Internet“ (pdf, 3.8 MB) mit Informationen für Lehrende und vielen Übungsbeispielen für den Unterricht;

  • Info-Folder zu Snapchat (pdf, 1.1 MB) und Instagram (pdf, 829 KB) mit Tipps und Tricks für Jugendliche;

  • Privatsphäre-Leitfäden mit praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die wichtigsten Foto-Netzwerke (z.B. WhatsApp, Snapchat, Instagram, Facebook, ...);

  • Informationen und Tipps für Eltern bietet auch der Video-Ratgeber „Frag Barbara!“. Die aktuelle Folge beschäftigt sich mit dem Thema „Bilderwelt auf Instagram“.


Video: „Frag Barbara!“ – Bilderwelt auf Instagram



Über die Studie:

Die Initiative Saferinternet.at, koordiniert vom ÖIAT in Kooperation mit der ISPA, beauftragte das Institut für Jugendkulturforschung mit einer Studie zum Thema „Der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Bildern im Internet“. Bei dieser repräsentativen Online-Umfrage wurden 407 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren zu ihrem Umgang mit Bildern im Internet befragt. Zusätzlich wurde mit 100 Kindern von 8 bis 10 Jahren zu diesem Thema in Workshops gearbeitet. 


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