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Alle Jahre wieder: Das Weihnachtsgeschenk Tablet sicher nutzen

22.12.2014

Tablets stehen auch in diesem Jahr bei Kindern und Jugendlichen ganz oben auf dem Wunschzettel. Damit die Freude daran lange möglichst währt, haben wir Tipps zur (kinder)sicheren Nutzung zusammengestellt.

Tablets zählen auch 2014 bei Kindern und Jugendlichen zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. (cc) Geschenke Designed by Freepik und Tablet Designed by Freepik

Tablets erfreuen sich schon seit einiger Zeit auch in Österreich immer größerer Beliebtheit und rangieren auch heuer wieder auf den Weihnachtswunschlisten von Alt und Jung ganz oben. Dem Mobile Communications Report 2014 (pdf, 1.44 MB) zufolge besitzen bereits 37 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung ein oder mehrere Tablets, bei den Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren sind es schon rund 20 Prozent. Tendenz: steigend. Auch jüngere Kinder sind meist schon früh mit mobilen Endgeräten vertraut und meistern die Handhabung der mobilen Alleskönner meist spielerisch. Auch wenn die kleinsten User/innen oft noch kein eigenes Tablet besitzen, nutzen sie das Familiengerät oder das der älteren Geschwister.

Es lässt sich daher mit einiger Sicherheit sagen, dass Tablets auch heuer unter zahlreichen Weihnachtsbäumen landen werden. Die mobilen Endgeräte gibt es in allen Preisklassen und verschiedenen Ausführungen - somit ist für alle Ansprüche und Bedürfnisse etwas dabei. Einstiegsgeräte sind bereits ab etwa 100 Euro erhältlich. Damit Groß und Klein möglichst lange Freude an den Mobilgeräten haben, hat Saferinternet.at in Zusammenarbeit mit der ISPA hilfreiche Tipps zur (kinder)sicheren Nutzung von Tablets zusammengestellt.

Doch nicht vergessen: Die wichtigsten Tools zum Erwerb digitaler Kompetenzen sind nach wie vor die elterliche Vorbildfunktion und eine möglichst früh beginnende Medienbildung!


Elterliche Vorbildfunktion

Tablets bieten den kleinen User/innen viele Möglichkeiten sich auszutoben, zu spielen und auch zu lernen. Viele Eltern haben Angst, dass ihre Kinder im Internet auf ungeeignete Inhalte stoßen, in Verkaufsfallen tappen oder persönliche Daten preisgeben könnten.

Wie kann man seine Kinder bei der kompetenten Internetnutzung unterstützen?
Verbote, Sperren und ständiges Kritisieren funktionieren wenig bis kaum. Vor allem heimliche Kontrollen der Geräte können zum Vertrauensbruch führen. Auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, darum respektieren Sie diese!

Damit Sie Ihre Kinder beim Erwerb der digitalen Kompetenzen unterstützen können, ist es sehr wichtig zu akzeptieren, dass Sie als Elternteil eine wichtige Vorbildfunktion innehaben. Kinder ahmen das Computer-, Smartphone-, Tablet- und generelle Medienverhalten der Eltern und großen Geschwister nach. Seien Sie sich dessen bewusst! Sammeln Sie zusammen mit Ihrem Kind praktische Erfahrung, beschäftigen Sie sich gemeinsam mit dem neuen Tablet und führen Sie Ihr Kind langsam an die Welt des Internets heran. Kinder verstehen digitale Medien sehr schnell und intuitiv, brauchen aber definitiv Unterstützung seitens der Eltern um Verhaltensweisen zur sicheren Internet- und Gerätenutzung zu erwerben.


Lösungsansätze

Hier finden Sie Vorschläge, wie Sie das Tablet (und auch andere mobile Endgeräte) kindgerecht einrichten können: 

  • Kinderprofil/Kinderecke: Viele Tablets bieten die Möglichkeit, eine „Kinderecke“ einzurichten, also ein eigenes Profil oder Nutzerkonto. Hier können Eltern vordefinieren, welche Spiele, Apps und Programme ihr Nachwuchs konkret verwenden darf – das eignet sich vor allem für besonders junge User/innen. So können beispielsweise alle Anwendungen außer kindgerechten Spielen und Videos blockiert werden, sodass Ihr Kind die ersten Schritte in einer sicheren digitalen Umgebung tun kann.

  • Kinderfreundliche Apps: Zahlreiche Apps sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind. Das Angebot reicht dabei von Lese- und Video-Apps mit besonders wertvollen und altersgerechten Inhalten bis hin zu sinnvollen Lernspielen (z.B. Knoala.com). Im App-Store von Apple gibt es eine eigene Kategorie für Kinder, auch der Google Playstore enthält einen optionalen Filter, der nicht kindgerechte Inhalte sperrt.

  • Kommunikation: Mittlerweile gibt es eigene E-Mail-Anbieter für Kinder, welche mit speziellen Filtern arbeiten und auf diese Weise versuchen, Spam-E-Mails und andere unerwünschte Nachrichten abzufangen. Zudem können E-Mails nur von jenen Personen empfangen werden, die zuvor in das eigene Adressbuch aufgenommen wurden. Teilweise werden auch (Bild)Attachments automatisch blockiert. So kann ungewollte Kommunikation mit Fremden verhindert werden. Bedenken Sie aber, dass auch diese Kinder-Maildienste nicht 100%ig sicher sind. Wichtig ist es auch hier Ihre Kinder auf die Gefahren im Internet (Cyber-Mobbing, Grooming) zu sensibilisieren.

  • Kindersichere Suchmaschine: Wenn Sie Ihr Kind im Internet surfen lassen möchten, empfiehlt sich die Nutzung kindgerechter Suchmaschinen. Diese zeigen nur jugendfreie und von Medienpädagog/innen geprüfte Suchergebnisse und Websites an. Alternativ können Sie bei den Suchmaschinen Google oder Bing die „SafeSearch“ einstellen, um nicht kindgerechte Inhalte aus den Suchergebnissen herauszufiltern.

  • Internetverbindung & Beschränkung des Datenvolumens: Tablets sind grundsätzlich internetfähige Endgeräte – damit mit dem Tablet aber im Internet gesurft kann, ist ein WLAN-Zugang oder eine SIM-Karte, die eine Datenverbindung bzw. ein Datenvolumen beinhaltet, notwendig. Insbesonders für jüngere Kinder kann es daher sinnvoll sein, ein Download- oder Datenlimit einzurichten bzw. keine SIM-Karte mit Datenvolumen zu schenken. Eine weitere Möglichkeit ist, das Tablet lediglich im Flugmodus zu verwenden. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass der internetbegeisterte Nachwuchs den Datenverbrauch nicht sprengt. Zu diesem Zweck kann etwa die Download-Funktion „Downloaden“ generell deaktiviert werden. Falls Sie ein Tablet mit SIM-Karte und einem limitiertem Internetpaket verwenden, sollten Sie jedenfalls den Datenverbrauch im Auge behalten, da es sonst am Monatsende zu bösen Überraschungen kommen kann. Hier ist die Festsetzung eines Downloadlimits auf jeden Fall empfehlenswert.

  • In-App-Käufe: Bei manchen Apps, besonders bei Spielen, besteht die Möglichkeit in den Anwendungen Guthaben oder Punkte zu kaufen, ohne den klassischen Bestellvorgang durchlaufen zu müssen. Besonders Kindern ist es oft nicht bewusst, dass sie ein kostenpflichtiges Angebot auswählen, wenn sie zusätzliches Spielguthaben kaufen, um in einem Spiel schneller voranzukommen. Deaktivieren Sie die In-App-Käufe oder schränken Sie diese durch ein Passwort ein.

  • Technische Schutzmaßnahmen: Bei kleineren Kindern können technische Schutzmaßnahmen durchaus sinnvoll sein. Vergessen Sie aber nicht, dass diese in keinem Fall ein Ersatz für Medienerziehung sind! Es gibt Kinderschutzsoftware, welche z.B. mit Filterprogrammen arbeitet, Suchmaschinen familienfreundlich einstellt oder nur im Vorfeld festgelegte und kinderfreundliche Websites zulässt. Viele Internetdienste bieten auch „Kindersicherungen“ an. So filtert etwa YouTube im „Sicheren Modus“ ungeeignete Videos und zeigt diese in den Ergebnissen nicht an.

  • Medienbildung: Versuchen Sie Medienerziehung in Ihren Alltag zu integrieren. Spielen Sie gemeinsam auf dem Tablet und sprechen Sie über ungeeignete Inhalte, Werbung und andere Risiken. Auch hierzu gibt es eigene (Online)Inhalte, die altersgerecht über Risiken und Gefahren im Internet informieren (z.B. Videos von Sheeplive.eu oder die Saferinternet.at-Bit & Byte-Show). Bedenken Sie ebenfalls, dass Verbote meistens genau das Gegenteil bewirken und dass das Verbotene oft dadurch erst attraktiv gemacht wird. Versuchen Sie immer offen und nicht „besserwisserisch“ zu sein, unterstützen Sie Ihr Kind bei Fehlern und in schwierigen Situationen, sodass es Vertrauen zu Ihnen hat und sich auch in Zukunft mit Problemen an Sie wendet!


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