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Das sind die digitalen Trends 2015

15.01.2015

Phubbing, FOMO, Messenger-Apps: Wir erklären, welche digitalen Trends und Tools das Jahr 2015 bringt, welche Safer Internet-Themen wichtiger werden und welche Buzzwörter man unbedingt schon mal gehört haben sollte.


Das Jahr 2015 ist erst wenige Wochen alt – ein guter Zeitpunkt, um einen kurzen Blick in die Online-Zukunft zu wagen. Wir geben einen Überblick über Trends, Tools und Themen, die heuer unserer Einschätzung nach die digitale Welt bewegen werden.


1. Messenger-Apps

Chatten statt Posten: Trotz immer wiederkehrender Sicherheitslücken und Datenschutzbedenken laufen Messenger-Apps wie WhatsApp, kik, Viber, Tango oder Telegram den Sozialen Netzwerken, wie z.B. Facebook, langsam aber sicher den Rang ab. Eine aktuelle Studie zeigt, dass WhatsApp besonders bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren äußerst beliebt ist – mit 84,2 Prozent ist WhatsApp in dieser Altersgruppe die meistgenutzte mobile App und hat Facebook längst vom Thron gestoßen. 


2. Phubbing

Die Wortschöpfung „Phubbing“ setzt sich aus „Phone“ und „Snubbing“ (engl. „jemanden vor den Kopf stoßen“) zusammen und bezeichnet ein weitverbreitetes Phänomen: Menschen starren in der Gegenwart von Freund/innen oder Bekannten ständig und ausdauernd auf ihr Smartphone, während die Interaktion mit den Anwesenden im Sand verläuft.


3. FOMO 

Die Abkürzung „FOMO“ steht für „Fear Of Missing Out“ und kann in etwa mit „Angst, etwas zu verpassen“ übersetzt werden. FOMO ist der Grund, warum viele Handybesitzer/innen ständig ihr Smartphone auf Nachrichten oder Neuigkeiten überprüfen. Einer Studie zufolge wird das Handy im Durchschnitt alle siebeneinhalb Minuten gecheckt – das sind ganze 135 Mal pro Tag. 63 Prozent der Österreicher/innen nehmen ihr Smartphone sogar mit auf die Toilette


4. Binge Watching 

Dieser Begriff leitet sich vom Binge Drinking, also „Komatrinken“, ab und meint die Angewohnheit von Cineasten und Serienjunkies, mehrere Spielfilme oder ganze Serienstaffeln über Stunden hinweg an einem Stück anzusehen. Ein digitaler Trend ist Binge Watching deshalb, da Video-on-Demand-Portale, die dem zahlenden Filmfan das unbegrenzte Streamen von Videos ermöglichen, bereits seit einiger Zeit auch in Österreich boomen. 


5. Cyber-Mobbing im Fokus

Zwar konnte Saferinternet.at – zum Glück – keine verstärkte Verbreitung von Cyber-Mobbing an und für sich wahrnehmen, dafür aber eine deutlich gestiegene Thematisierung von Cyber-Mobbing, Flaming und Ausgrenzung in digitalen Medien. Dieser zunehmende Fokus wird sowohl in der Medienberichterstattung als auch im Bewusstsein von Eltern, Lehrenden und Schüler/innen deutlich. 


6. Clickbaiting 

Obwohl kein ganz neuer Trend, ist das sogenannte Clickbaiting nach wie vor in digitalen Medien und besonders in Sozialen Netzwerken eine beliebte Masche, um User/innen auf die eigene Website zu locken und eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen. Online-Artikel, Postings und Videos werden mit reißerischen, oft auch schockierenden Schlagzeilen versehen, die neugierig auf den Inhalt machen und zum Klicken animieren. Daher auch der Name: „to bait“ bedeutet im Englisch nämlich „locken“ oder „ködern“. Die dahinterstehenden Inhalte halten in der Regel nicht, was sie versprechen – und führen oft auch zu gefährlicher Schadsoftware.  


7. Native Advertising 

Native Advertising ist eine kreative Erfindung des Online-Marketing, um die Aufmerksamkeit potentieller Kund/innen auf Online-Werbung zu ziehen, ohne dass diese es merken. Bezahlte werbliche Botschaften werden geschickt in Geschichten verpackt, die dann z.B. als getarnter Online-Artikel in einem Newsportal oder Blog erscheinen. Dabei ähnelt die Werbung den „echten“ Inhalten so sehr, dass sie von Leser/innen kaum mehr als solche wahrgenommen wird.


8. Urheberrechtsverletzungen

Vor allem in Sozialen Netzwerken werden oft unwissentlich Urheberrechte verletzt. Auch wenn Fotos, Grafiken oder Videos leicht im Netz zu finden sind, dürfen diese nicht einfach beliebig weiterverwendet oder geteilt werden. Für jede Veröffentlichung braucht es nämlich in der Regel die Zustimmung des Rechteinhabers/der Rechteinhaberin. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe: Abmahnungen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen können schnell in die Tausenden Euro gehen. In Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram werden Urheberrechtsverletzungen in Zukunft vermutlich verstärkt geahndet. 


9. Datenschutz & Privatsphäre 

Sicherheitslücken in Messenger-Apps und Soziale Netzwerken, die immer wieder in die Privatsphäre ihrer Nutzer/innen eingreifen, führen dazu, dass immer mehr User/innen immer größeren Wert auf den Schutz ihrer Daten und Privatsphäre legen. Hoch im Kurs stehen daher auch technische Hilfsmittel bzw. Software, die vor Datenmissbrauch oder Schadsoftware schützen. 


10. IT-Sicherheit

Weltweit bekannt gewordene Fälle von Cyber-Crime und Hackangriffen bewirken bei Internetnutzer/innen ohne spezielles IT-Wissen ein erhöhtes Bedürfnis nach Information, Schutz und Absicherung ihrer Daten. Einer aktuellen Studie zufolge bestehen vor allem bei Cloud-Speicherdiensten große Sicherheitsbedenken – immer weniger User/innen vertrauen den digitalen Datenwolken. Generell zeichnet sich ein größeres Bewusstsein für die Notwendigkeit, mit persönlichen Daten im Internet sorgsam umzugehen, ab.


11. Big Data

„Big Data“ ist kein ganz neues Thema: Schon seit Jahren werten Unternehmen und Institution systematisch und automatisiert große Datenmengen aus, um z.B. Bewegungsprofile ihrer Kund/innen zu erstellen oder deren Online-Such- und -kaufverhalten zu dokumentieren. Ziel ist es dabei etwa, Rückschlüsse auf künftige Konsumbedürfnisse zu ziehen und möglichst passgenaue Werbeanzeigen zu präsentieren. Die Daten selbst kommen aus unterschiedlichen Quellen, wie z.B. Webstatistiken, Kameras, Sensoren, Smartphones, Online-Shops oder Sozialen Netzwerken. Big Data wird aber auch im Gesundheitswesen, in der Marktforschung oder in der Wissenschaft eingesetzt. 2015 sollen erstmals bislang ungenutzte Datenmengen, wie z.B. Bilder, Videos oder Sounds, analysiert werden. In Zukunft dürften Big Data-Verfahren auch im Schulbereich eingesetzt werden, z.B. für Schulbuchverlage oder bestimmte Apps. 


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