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Handy gehackt! 5 Dinge, die Sie jetzt tun können

29.06.2016

Viren, Trojaner & Co: Wer sein Smartphone oft und intensiv nutzt, läuft Gefahr, Schadsoftware auf sein Gerät zu laden. Wir erklären, woran Sie ein gehacktes Handy erkennen und was Sie im Ernstfall unbedingt beachten sollten.

Ein gehacktes Handy kann sehr unangenehme Folgen haben – wir zeigen, was Sie im Ernstfall tun können. Bild lizenziert unter CC0 Public Domain.

Von Online-Banking über Shopping: Immer mehr Online-Aktivitäten werden auch mit dem Smartphone durchgeführt. Je intensiver man am Handy mobiles Internet nutzt, desto höher ist auch das Risiko, versehentlich Schadsoftware auf dem Mobilgerät zu installieren.

Mithilfe von Viren und Trojanern versuchen Kriminelle zum Beispiel, Eingaben wie Login-Daten auszuspionieren („Phishing“), die Handyrechnung mit kostenpflichtigen Services in die Höhe zu treiben oder die Kontakte am Handy auszulesen.

Auch wenn die Gefahr von Viren, Hacker-Angriffen & Co. am Handy längst nicht mit jener der Computernutzung zu vergleichen ist, gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Besonders gefährdet sind Nutzer/innen von Android-Geräten.


Wie erkenne ich, ob mein Handy gehackt wurde?

Ob auf Ihrem Handy Schadsoftware wütet, können Sie an unterschiedlichen Anzeichen erkennen. Die Alarmglocken sollten auf jeden Fall läuten, wenn von Ihrem Bankkonto unerklärliche Geldbeträge abgebucht werden, auf Ihrer Kreditkartenabrechnung merkwürdige Positionen aufscheinen oder Ihre Handyrechnung viel zu hoch ausfällt. Auch E-Mails in Ihrem Postausgang, die Sie persönlich nie verschickt haben, weisen auf ein gehacktes Handy hin. Überprüfen Sie auch den Datenverbrauch Ihres Handys: Oft werden im Hintergrund Daten an die Hacker übermittelt, die das mobile Datenvolumen belasten. Ähnliches gilt, wenn der Akku viel zu schnell leer ist.


Was kann ich tun, wenn mein Handy gehackt wurde?

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Smartphone gehackt wurde bzw. Schadsoftware auf Ihrem Handy installiert wurde, sollten Sie rasch handeln:

  1. Mobile Datenverbindung deaktivieren. Schalten Sie als ersten Schritt die mobile Datenverbindung Ihres Geräts ab und gehen Sie nur über vertrauenswürdige WLAN-Netze online (z.B. bei Ihnen zuhause oder bei Freund/innen). Dadurch verhindern Sie, dass die Aktivitäten der Angreifer/innen weiter Ihr Datenvolumen belasten. Hier finden Sie eine Anleitung für Android-Smartphones und iPhones

  2. Passwörter ändern. Tauschen Sie so schnell wie möglich die Passwörter von allen Anwendungen aus, die Sie am Handy nutzen. Das betrifft auch Apps wie z.B. Facebook oder Instagram. Achten Sie darauf, die neuen Passwörter möglichst sicher zu gestalten. Wenn Sie Online-Banking am Handy („Mobile Banking“) verwenden, sollten Sie unbedingt Ihre Bank über den Vorfall informieren. Eine Sperre des Online-Banking kann helfen, finanziellen Schaden zu vermeiden.

  3. Viren-Scan durchführen. Installieren Sie ein Virenschutzprogramm auf Ihrem Smartphone – falls Sie das nicht schon getan haben – und scannen Sie Ihr Gerät auf Schadsoftware. Im besten Fall kann der Schädling isoliert und entfernt werden. Einen Überblick über empfehlenswerte Schutzsoftware für Android gibt es zum Beispiel bei Chip.de.

  4. Wartungsmodus starten. Wenn alle Stricke reißen und am Smartphone gar nichts mehr geht, kann der sogenannten „Recovery Modus“ eventuell noch Abhilfe schaffen. Mit diesem Notfallbetriebssystem können z.B. wichtige Daten gesichert oder ein Neustart erzwungen werden. Googeln Sie am besten danach, wie der Recovery Modus bei Ihrem Handymodell funktioniert; erste Informationen finden Sie bei Pcwelt.de.

  5. Handy zurücksetzen. Um ganz sicher zu gehen, dass der Virus von Ihrem Gerät entfernt wurde, können Sie Ihr Handy auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie am besten in der Betriebsanleitung Ihres Gerätes nach. Grundlegende Informationen zum Zurücksetzen eines Smartphones finden sich auch in der Broschüre „Sicherheitseinstellungen für Smartphones“ der ISPA (pdf, 6.2 MB). Achtung: Beim Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen werden sämtliche Apps und Daten von Ihrem Gerät gelöscht, d.h. Sie sollten alle wichtigen Daten (z.B. Fotos) vorher sichern. 


Wie kann mein Handy vor Schadsoftware schützen?

Damit sich in Zukunft keine Schadsoftware mehr auf Ihrem Smartphone einschleichen kann, sollten Sie folgende Sicherheitstipps beachten:

  • Apps nur aus dem offiziellen App-Shop installieren. Anwendungen von Drittanbietern sind oft unseriös und mit Schadsoftware verseucht. Entfernen Sie nicht mehr benötigte Apps wieder von Ihrem Gerät.

  • Updates durchführen. Installieren Sie regelmäßig die angebotenen Software-Aktualisierungen bei Apps und  Betriebssystem – oft können damit vorhandene Sicherheitslücken geschlossen werden.

  • Vorsicht vor unseriösen Nachrichten! Seien Sie prinzipiell misstrauisch bei besonders verlockenden Gratis-Angeboten oder Gewinnspielen. Dahinter stecken oft Betrüger/innen mit der Absicht, fremde Handys zu kapern oder auszuspionieren. Auf WhatsApp kursieren immer wieder Kettennachrichten, die tolle Zusatzfunktionen versprechen – in Wahrheit verbergen sich dahinter Abo-Fallen oder Schadsoftware. Überlegen Sie gut, bevor Sie unbekannte Dateianhänge öffnen oder auf dubiose Links klicken!

  • Nicht benötigte Dienste deaktivieren. Schalten Sie am Handy die Funktionen Bluetooth, GPS und WLAN nur dann ein, wenn Sie diese wirklich gerade brauchen.


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