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Instagram in der Schule: Wie können Lehrende von der Fotoplattform profitieren?

22.02.2017

Je beliebter Instagram bei Kindern und Jugendlichen ist, desto mehr verbreitet es sich auch unter Lehrenden. Auf was müssen Lehrende achten, wenn sie Instagram im Zusammenhang mit der Schule nutzen? Wir geben einige Anregungen dazu.

Einige Schulen, Lehrer oder Klassen haben sich schon an das sich an das Abenteuer von Instagram gewagt. Bild: Saferinternet.at, lizenziert unter CC BY-NC 3.0 AT

Instagram kann im schulischen Alltag vielseitig eingesetzt werden: Sei es, um die eigene Arbeit zu dokumentieren, ein selbst erstelltes Lehrmittel vorzustellen oder auch den schulischen Alltag bzw. Besonderheiten der Klasse vor den Vorhang zu holen. Die Möglichkeiten sind unendlich und der Kreativität sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

Kurz-CV: Was ist Instagram?

Auf Instagram teilt man selbst gemachte Bilder, welche auf künstlerische Art und Weise mit Filtern bearbeitet werden können. Es geht darum, die eigenen Aktivitäten zu dokumentieren und verbreiten und weniger darum, Inhalte von anderen Personen wie beispielsweise auf Facebook zu teilen. Im Rahmen eines „Takeovers“ jedoch, übernimmt eine andere Person den eigenen Instagram Account für einen Tag oder eine Woche und prägt ihn so mit ihrer „Sicht auf die Welt“, natürlich immer in Form von Fotos, Hashtags und evtl. kurzen Begleittexten.

Warum Instagram in der Schule?

Instagram in der Schule macht vor allem dann Sinn, wenn die eigenen Schüler/innen sich in ihrer Freizeit gerne auf Instagram aufhalten und es als Bereicherung sehen, wenn auch im Schulumfeld mit der Foto-Plattform gearbeitet wird. Oftmals schätzen es Schüler/innen, wenn sie in Bildern auf Instagram getaggt (markiert) werden, manche möchten dies jedoch auch eher nicht. Es wird also stark von der Klasse abhängen, ob Instagram im schulischen Rahmen Anklang findet.
Für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule ist Instagram ebenfalls gut geeignet, da relevante Inhalte mit Hilfe der Schüler/innen schnell zu einer großen Verbreitung führen können. Das Instagram-Profil kann zusätzlich als „Plugin“ auf der Webseite der Schule eingebunden werden, so dass auch Eltern und andere Außenstehende einen Einblick in den Schulalltag haben können.
Bevor man sich an die Arbeit macht und ein berufsbezogenes Instagram-Profil einrichtet, sollten auf jeden Fall erst der Zweck und die Rahmenbedingungen des Profils geklärt werden:

  • Handelt es sich um ein offizielles Schulprofil? Wenn ja, wer übernimmt die regelmäßige Bespielung und Betreuung dieses Profils?
  • Handelt es sich um das Profil einer Lehrperson, einer Klasse oder einer Schule?
  • Wie grenzt sich die Lehrperson von sich als Privatperson ab?
  • Welche Inhalte sollen und dürfen gepostet werden?
  • Wollen die Schüler/innen in Fotos markiert werden?

Auch wenn noch nicht so viele Schulen, Lehrer oder Klassen sich an das Instagram-Abenteuer gewagt haben, finden sich doch schon erste Beispiele:

Bild: www.instagram.com/nms_lindenallee



Instagram lässt sich für den Unterricht auch super als Content-Quelle nutzen:


Bild: www.instagram.com/matheforscher

 

 

Soll das Instagram-Profil öffentlich oder privat sein?

Beim Einrichten des Profils stellt sich die Grundsatzfrage, ob es sich beim geplanten Profil um ein öffentliches oder ein privates handeln soll:
Vorteile eines öffentlichen Profils: Die Bilder können von allen Personen, die sich auf Instagram einloggen, sofort gesehen werden. Auch in den Suchmaschinen werden die Bilder sichtbar.
Vorteile eines privaten Accounts: Die Bilder können nur von den Personen, die dem spezifischen Account folgen, gesehen werden. Dazu müssen sie vom Administrator des Instagram-Profils freigegeben werden. Wichtig zu wissen ist, dass auch beim privaten Profil der Username, das Profilbild und die Kurzbeschreibung (ID) immer öffentlich sichtbar sind.
 

Dürfen Personen getaggt werden?

Hier gilt es immer abzuwägen, ob die abgebildeten Personen mit ihren privaten Accounts getaggt werden möchten oder doch lieber anonym bleiben. Dies sollte im Einzelfall abgeklärt werden, damit die Privatsphäre aller Beteiligten gewahrt wird. Falls die Klasse eine generelle Social Media-Vereinbarung hat, kann dieser Aspekt auch Teil von dieser sein. Um das Recht am eigenen Bild der Schüler/innen zu wahren, sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder bei der Veröffentlichung ihrer Werke auf Instagram nicht nachteilig dargestellt werden. So ist es möglicherweise heikel, wenn Schüleraufsätze (mit Fehlern) 1:1 veröffentlicht werden. Insbesondere dann, wenn Kinder darin ihre persönlichen Ansichten oder sogar Geheimnisse preisgeben (Negativbeispiele: Ein Aufsatz über den gemeinsamen Familienurlaub oder auch eine Wunschliste ans Christkind). Natürlich lässt sich über solche Fragen auch gemeinsam diskutieren, um ein Bewusstsein auf beiden Seiten zu schaffen.

Urheberrechte beachten

Instagram lebt mehrheitlich von eigenen Bildern, die hochgeladen werden. Doch auch hier gilt es, das Urheberrecht zu beachten. So ist es beispielsweise nicht rechtens, Bücher, Schulbücher oder andere Cover 1:1 zu fotografieren und danach zu posten. Dies verstößt gegen das Urheberrecht. Möchte man dennoch ein Buch abfotografieren sollte die Erlaubnis beim Verlag  eingeholt werden.

Hashtags gekonnt einsetzen

Bilder in Instagram verbreiten sich vor allem über Hashtags. Diese fungieren wie ein dezentrales Inhaltsverzeichnis. Lassen Sie sich inspirieren, welche Hashtags in Ihrem Bereich sinnvoll sind, indem Sie Accounts von anderen Personen folgen. Eine Idee für den Schulunterricht wäre beispielsweise, Hashtags zum Thema im Sprachunterricht zu machen. So kann gemeinsam überlegt werden, wie es dazu kommt, dass manche Hashtags so oft genutzt werden, andere jedoch nicht.
 

Tipps für das Einrichten eines Instagram-Profils

  • Beteiligte informieren. Bei Klassen- und schulbezogenen Inhalten: Eltern und Kinder informieren, dass ein Instagram-Profil geplant ist und es pädagogisch begründen (evtl. in Form eines Elternbriefes).
  • Einverständnis einholen. Einverständniserklärungen der Kinder (wenn diese über 14 Jahre alt sind) und/oder der Eltern (wenn die Kinder unter 14 Jahre alt sind) einholen und bedenken, dass das Einverständnis jederzeit  auch wieder zurückgezogen werden kann.
  • Rahmenbedingungen gemeinsam definieren. Mit den beteiligten Kindern besprechen, welche Inhalte veröffentlicht werden dürfen und welche lieber nicht.

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