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Internet Ombudsmann Jahresbericht 2015: Mehr als 5.000 bearbeitete Fälle

18.04.2016

2015 wurden von Österreichs größter Online-Streitschlichtungsstelle 5.428 Fälle bearbeitet. Die häufigsten Beschwerdegründe: Vertragsstreitigkeiten, vermeintliche „Gratis“-Angebote und Lieferprobleme.

Im Jahr 2015 wurden 5.428 Beschwerdefälle vom Internet Ombudsmann bearbeitet. Bild: Internet Ombudsmann


Das Einkaufen im Internet erfreut sich bei den Österreicherinnen und Österreichern nach wie vor steigender Beliebtheit. Klassische Online-Warenkäufe gehen dabei in der Regel ohne Probleme über die Bühne. Dennoch wurden im vergangenen Jahr 5.428 Beschwerdefälle vom Team des Internet Ombudsmann (www.ombudsmann.at) bearbeitet. Vertragsprobleme, vermeintliche „Gratis“-Angebote und Lieferprobleme sind dabei die häufigsten Beschwerdekategorien.

Wie funktioniert die Streitschlichtung? 

Bild: Internet Ombudsmann


Doch nicht nur die Schlichtung und Beratung durch den Internet Ombudsmann erfreute sich 2015 großer Beliebtheit, auch die Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at) etablierte sich weiter als wichtigste Informationsplattform zum Thema Internet-Betrug in Österreich.

Jedes Jahr werden die Erfahrungen aus Streitschlichtung und Beratung im Internet Ombudsmann Jahresbericht veröffentlicht. Hier können Sie den Jahresbericht 2015 herunterladen (pdf, 667 KB).


Streitfälle im Wert von 820.000 Euro zugunsten der Konsumenten bearbeitet

Rund 86 Prozent der insgesamt 5.428 Fälle, die 2015 beim Internet Ombudsmann gemeldet wurden, wurden erfolgreich bearbeitet. Insgesamt ersparten sich Konsumentinnen und Konsumenten dadurch im Jahr 2015 Kosten bzw. Schäden in der Höhe von rund 820.000 Euro. Die durchschnittliche Schadenshöhe pro Fall lag bei 224 Euro.


Top Beschwerdegründe 2015: Vertragsprobleme, vermeintliche „Gratis“-Angebote und Lieferprobleme

Mit 48,2 Prozent waren Vertragsstreitigkeiten die häufigsten Beschwerdegründe im Jahr 2015. Dazu zählen vor allem ungewollte automatische Vertragsverlängerungen, Probleme beim Rücktrittsrecht oder Unklarheiten über das Zustandekommen eines Vertrags. Dabei sind vor allem Dienstleistungen wie Partnerbörsen, Reisebuchungen, E-Mail-Services oder Erotik-Abos betroffen.

Auf Platz zwei befinden sich die vermeintlichen „Gratis“-Angebote mit 12 Prozent. Dies betrifft insbesondere Rechnungen und Mahnungen nach der Registrierung bei vermeintlich kostenlosen Online-Diensten (z. B. Kochrezepte, Routenplaner oder Restposten-Verkauf). Für das Jahr 2016 wird ein weiterer Anstieg an Beschwerden durch Abo-Fallen prognostiziert. Im ersten Quartal 2016 lag der Anteil schon über 40 Prozent. Die meisten Beschwerden verursachen aktuell habibi.de, profi-kochrezepte.de und maps-24.info. Vor einer Registrierung auf diesen Seiten wird deshalb dringend gewarnt. Betroffenen wird geraten, auf Zahlungsforderungen nicht einzugehen und auf www.ombudsmann.at eine Beschwerde aufzugeben.

Auf Platz drei der Beschwerdestatistik 2015 liegen Lieferprobleme (8,2 %). An vierter Stelle folgt mit Datenschutz bzw. der Verletzung von Persönlichkeitsrechten (8,1 %) bereits ein Themenbereich, der über Online-Shopping hinausgeht.


Urheberrechtsverletzungen meist mit hohen Kosten verbunden

Auch wenn Abmahnungen bzw. Streitigkeiten betreffend der Veröffentlichung von Bildern, Texten oder Landkarten im Internet nur 3 Prozent ausmachten, sind diese Fälle für User/innen oft mit überraschend hohen Kosten verbunden: Immer noch erreichen zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen von vorwiegend deutschen Rechtsanwälten. Auch wenn diese Urheberrechtsverletzungen meist tatsächlich stattgefunden haben und somit unstrittig sind, werden oft deutlich überhöhte Forderungen gestellt.

In einem exemplarischen Fall wurde die Zahlung von rund 2.500 Euro wegen der unberechtigten Nutzung eines Fotos bei einer privaten Verkaufsanzeige im Internet gefordert. Nach Durchsicht der Unterlagen und Unterstützung durch den Internet Ombudsmann zeigte sich allerdings, dass nur 400 Euro berechtigt und zu bezahlen waren.


Internet Ombudsmann als staatlich anerkannte Schlichtungsstelle

Seit 9. Jänner 2016 erbringt der Internet Ombudsmann einen Teil seiner Schlichtungstätigkeit als staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle nach dem Alternative-Streitbeilegung-Gesetz (AStG). In dieser neuen Rolle kann der Internet Ombudsmann als österreichischer Pionier der außergerichtlichen Streitschlichtung im Internet auf 16 Jahre Erfahrung und mehr als 71.000 bearbeitete Fälle zurückblicken. Weitere Infos dazu unter: www.ombudsmann.at/astg.


Watchlist Internet gegen Internetbetrug immer beliebter

Fast ein Drittel der eingegangenen Beschwerden beim Internet Ombudsmann im Jahr 2015 hatten mit Betrug oder betrugsähnlichen Angeboten im Internet zu tun. Dies verdeutlicht die Bedeutung von Prävention. Denn ist man einmal in die Betrugsfalle getappt, gibt es in der Regel keine Möglichkeit mehr sein Geld zurückzubekommen.

Daher informiert der Internet Ombudsmann auf www.watchlist-internet.at zu aktuellen Betrugsfällen, unseriösen Online-Shops und Online-Fallen. 2015 verzeichnete die Watchlist Internet mehr als 820.000 Besucherinnen und Besucher. Bis Ende 2015 wurden 606 redaktionelle Warnmeldungen veröffentlicht.

Auf der Watchlist Internet finden Konsumenten vor allem Antworten auf folgende Fragen:

  • Handelt es sich in einem konkreten Fall (z B. bei einer bestimmten Website oder bei einem E-Mail) um Betrug?
  • Was kann ich tun, wenn ich in eine Betrugsfalle getappt bin?
  • Wie kann ich mich vor Betrugsfallen schützen?

Bild: Internet Ombudsmann


Die wichtigsten Themen der Watchlist Internet im Jahr 2015:


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