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Neue Nutzungsbedingungen bei WhatsApp – was ist zu beachten?

30.08.2016

WhatsApp hat mit 25. August 2016 seine Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie aktualisiert. Wir haben die wichtigsten Änderungen zusammengefasst und erklären, was Sie bei der Nutzung beachten sollten.

Datenaustausch mit Facebook, Mindestalter gesenkt: WhatsApp hat seine Nutzungbedingungen aktualisiert.

Datenaustausch mit Facebook, Mindestalter gesenkt: WhatsApp hat seine Nutzungbedingungen aktualisiert. Bild lizenziert unter CC0 Public Domain

Der allseits beliebte Messenger-Dienst WhatsApp hat mit 25. August 2016 seine Nutzungsbedingungen und auch die Datenschutzrichtlinie aktualisiert. Erstmals können Nutzer/innen damit die Nutzungsbedingungen auch auf Deutsch lesen – bisher waren sie nur in englischer Sprache verfügbar.

Hier geht es zu den neuen Nutzungsbedingungen und der aktuellen Datenschutzrichtlinie


Doch welche Bestimmungen hat WhatsApp eigentlich geändert? Was bedeuten diese Änderungen für die Nutzung im Alltag? Für Aufregung sorgt vor allem die Neuerung, dass WhatsApp ab nun auch Daten mit Facebook teilt – dem kann man aber zumindest teilweise widersprechen.

Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Änderungen bei WhatsApp.


Sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung


Bis vor kurzem stand WhatsApp immer wieder wegen mangelndem Datenschutz in der Kritik, im Frühjahr 2016 wurde schließlich nachgerüstet: Seit damals werden sämtliche Inhalte auf WhatsApp standardmäßig mit einer sicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verschickt. Das bedeutet, dass nur der/die Sender/in und der/die Empfänger/in die versendeten Nachrichten, Fotos, Videos etc. lesen können. Voraussetzung: Alle Kommunikationspartner/innen (auch in einer Gruppe!) haben die neueste Version von WhatsApp installiert:

„Wenn du und deine Kontakte die neuste Version unserer App verwenden, sind deine Nachrichten standardmässig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Wenn deine Nachrichten Ende-zu-Ende verschlüsselt sind, können nur die Personen, mit denen du chattest, sie lesen - nicht WhatsApp, Facebook oder irgendjemand anderes.“


Nutzung offiziell ab 13 Jahren


Während man für die Nutzung von WhatsApp bisher mindestens 16 Jahre alt sein musst, wurde das Mindestalter nun an Facebook angeglichen:

„Du musst mindestens 13 Jahre alt sein, um unsere Dienste zu nutzen (bzw. so alt, wie es in deinem Land erforderlich ist, damit du berechtigt bist, unsere Dienste ohne elterliche Zustimmung zu nutzen).“

Welches Mindestalter damit in Österreich gilt, ist rechtlich nicht ganz eindeutig. Vermutlich gilt ein Alter von mindestens 14 Jahren.

 

Ist ein Kind jünger und möchte trotzdem WhatsApp nutzen, müssen die Eltern im Namen ihres Kindes den Nutzungsbedingungen zustimmen.


Wird es Werbung in WhatsApp geben?


Auch in Zukunft soll es in WhatsApp keine Werbebanner von Unternehmen geben. WhatsApp behält sich aber vor, neue Möglichkeiten zu erkunden, „wie du und Firmen über WhatsApp miteinander kommunizieren können.“ Das bedeutet, dass künftig Unternehmen über WhatsApp Kontakt mit Kund/innen aufnehmen können, um Informationen zu Bestellungen, Lieferterminen oder Zahlungsbelege zu übermitteln. Wie das im Detail aussehen wird, bleibt derzeit abzuwarten.


WhatsApp tauscht Daten mit Facebook aus

Seit 2014 gehört WhatsApp zu Facebook, nun ist es soweit: WhatsApp reicht in Zukunft bestimmte Nutzer/innendaten an den Mutterkonzern weiter – und umgekehrt. Betroffen sind u.a. 

  • die Telefonnummer, mit der sich Nutzer/innen bei WhatsApp angemeldet haben
  • die Telefonnummern aus dem Handy-Adressbuch, sowie
  • die Nutzungshäufigkeit von WhatsApp (z.B. der Zeitpunkt, an dem ein Nutzer/eine Nutzerin zum letzten Mal bei WhatsApp online war).

WhatsApp gibt also auch die Telefonnummern anderer Kontakte aus dem eigenen Adressbuch weiter – auch wenn diese gar nicht WhatsApp verwenden. Dazu heißt es in den Nutzungsbedingungen:

Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.

Wie die verlangte Autorisierung im Detail ausschauen soll, lässt WhatsApp offen. Nach Einschätzung von Saferinternet.at könnte diese Klausel unwirksam sein – in der Praxis wird es hier vermutlich keine Konsequenzen für WhatsApp-Nutzer/innen geben.

Über WhatsApp verschickte Nachrichten oder Fotos werden allerdings nicht an Facebook weitergegeben oder dort öffentlich sichtbar gemacht:

„Auch wenn wir in den nächsten Monaten mehr mit Facebook zusammenarbeiten, werden deine verschlüsselten Nachrichten privat bleiben und niemand sonst kann sie lesen. Nicht WhatsApp, nicht Facebook oder irgendjemand sonst.“


Wie nutzt Facebook die WhatsApp-Daten?


Facebook verknüpft die Informationen von WhatsApp mit bestehenden Facebook-Konten der WhatsApp-User/innen. Auf diese Weise sollen auf Facebook etwa passendere Freundesvorschläge oder Werbeeinblendungen angezeigt werden.


Wie kann ich den Datenaustausch verhindern?


Gegen die Weitergabe der eigenen WhatsApp-Nutzungsdaten an Facebook kann man leider nichts ausrichten. Bestehende Nutzer/innen von WhatsApp können aber zumindest der Verwendung ihrer Daten für personalisierte Facebook-Werbung widersprechen.

Das erledigt man am besten gleich, wenn die Informationen zu den neuen Nutzungsbedingungen in der App aufpoppen:


So funktioniert’s:
Bevor Sie in der App auf „Zustimmen“ tippen, öffnen Sie darunter die Option „Lies mehr...“. Entfernen Sie bei „Meine WhatsApp-Informationen mit Facebook teilen...“ das Häkchen bzw. schalten Sie den Schieberegler um. Klicken Sie danach auf „Zustimmen“.

Nach dem Zustimmen hat man noch 30 Tage lang Zeit, um die Verwendung der Daten für Facebook-Werbung zu untersagen.

So funktioniert’s: Öffnen Sie die WhatsApp-Einstellungen > „Account“ > „Meine Account-Infos teilen“ und entfernen Sie dort das Häkchen bei „Meine WhatsApp-Informationen mit Facebook teilen...“.

Achtung: Die Daten erhält Facebook im Falle eines Widerspruchs trotzdem und darf sie zu anderen Zwecken verwenden, „wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen.


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