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Profil-Sperre vermeiden – Was Jugendeinrichtungen auf Facebook beachten sollten

09.12.2015

Facebook sperrt immer häufiger persönliche Profile, die für die Darstellung von Vereinen oder Jugendeinrichtungen genutzt werden. Wir erklären, warum Sie solche Konten rasch zu einer Facebook-Seite umwandeln sollten.

Wer ein persönliches Facebook-Profil zur Darstellung einer Organisation oder eines Vereines nutzt, verstößt gegen die Nutzungsrichtlinien von Facebook und kann gesperrt werden. Bild: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain

Seit einigen Wochen erhalten wir immer häufiger Meldungen, dass Facebook-Profile von Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit gesperrt wurden. Der Grund für diese Sperren liegt darin, dass viele Jugendeinrichtungen ein persönliches Profil für ihre Facebook-Auftritt verwenden – teilweise schon seit vielen Jahren.

Das Problem dabei: Facebook schreibt in seinen Nutzungsbedingungen vor, dass Unternehmen, Organisationen oder Vereine kein persönliches Konto nutzen dürfen, sondern eine kommerzielle Seite erstellen müssen. Gleichzeitig behält Facebook sich das Recht vor, bestehende Konten bei Verstößen gegen die Nutzungsrichtlinien zu sperren.


Warum dürfen Jugendeinrichtungen kein persönliches Facebook-Profil nutzen?

Die einfache Antwort: Weil Facebook das in seinen Nutzungsrichtlinien so festlegt. Ob man dies nun gut findet oder nicht – mit der Erstellung eines neuen Kontos hat man diese Nutzungsbedingungen automatisch akzeptiert.

Konkret heißt es in den Richtlinien unter Punkt 4 „Registrierung und Kontosicherheit“:

Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an, (...)


Bei Facebook herrscht Klarnamenpflicht: Nutzerinnen und Nutzer müssen in ihrem persönlichen Profil ihren echten Vor- und Nachnamen angeben. Es ist also nicht erlaubt, einem persönliches Profil den Namen eines Jugendzentrums oder Vereins zu geben.

Weiters heißt es bei Punkt 4.2:

Du wirst nur ein einziges persönliches Konto erstellen.


Von daher ist es auch nicht möglich, zusätzlich zum eigenen, persönlichen Profil ein weiteres persönliches Profil für einen Verein oder ein Jugendzentrum anzulegen.

Und die wichtigste Bestimmung in diesem Zusammenhang, Punkt 4.4:

Du wirst deine persönliche Chronik nicht hauptsächlich für deinen eigenen kommerziellen Profit verwenden und auch nicht eine Facebook-Seite für solche Zwecke nutzen.


Auch wenn es in der Jugendarbeit natürlich nicht um einen kommerziellen Profit geht – die Stoßrichtung ist dieselbe: Ein persönliches Profil ist ausschließlich Einzelpersonen vorbehalten. Diese müssen Facebook unter ihrem echten Namen und für private Zwecke nutzen. Die persönliche Chronik darf nur zur Darstellung der eigenen Person verwendet werden.

Für alle anderen, nicht privaten Zwecke muss eine Facebook-Seite erstellt werden.

Hier finden Sie die vollständigen Nutzungsbedingungen (Allgemeine Geschäftsbedingungen) von Facebook zum Nachlesen.

Bemerkt Facebook, dass ein persönliches Profil zur Darstellung einer Organisation genutzt wird, wird die Umwandlung zur Seite erzwungen.


Umstellung auf eine Facebook-Seite – jetzt handeln!

Falls Ihre Organisation ein persönliches Konto für den Facebook-Auftritt verwendet, sollten Sie schnell handeln! Facebook bietet Nutzer/innen, die fälschlicherweise ein persönliches Profil angelegt haben, die Möglichkeit, dieses Konto in eine Facebook-Seite umzuwandeln. Das funktioniert aber nur, solange das Konto noch nicht gesperrt wurde!

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass bis jetzt alles gut gegangen ist! Dem Anschein nach greift das Soziale Netzwerk härter durch und sperrt verstärkt persönliche Konten, die zur Darstellung von Organisationen oder Vereinen genutzt werden.

Update Jänner 2016:
Facebook hat ein wenig an der Umwandlungsmöglichkeit geschraubt – seit Kurzem ist es möglich, eine Seite als Kopie des Profils zu erstellen, d.h. das persönliche Profil bleibt bestehen. Weitere Infos dazu gibt es bei Allfacebook.de.


Vor dem ersten Schritt zur Umwandlung
sollten Sie unbedingt noch Folgendes tun:


In 4 Schritten vom persönlichen Facebook-Profil zur Facebook-Seite:

  1. Rufen Sie den Link zur Umstellung eines Profils in eine Seite auf (Sie müssen eingeloggt sein).
  2. Wählen Sie danach eine Kategorie für die neue Facebook-Seite aus (z.B. „Unternehmen, Organisation oder Institution“).
  3. Geben Sie weitere erforderliche Informationen ein.
  4. Klicken Sie auf „Los geht's!“.

 

Bei der Umwandlung vom Facebook-Profil zur Facebook-Seite muss zunächst eine Kategorie ausgewählt werden.

 
Was genau passierte bei der Umwandlung?

  • Das aktuelle Profilbild wird übernommen;
  • Freund/innen und Abonnent/innen des Profils werden zu Fans, denen die neue Seite gefällt;
  • der Name des persönlichen Kontos wird zum Namen der neuen Seite.


Wie verwalte ich meine neue Seite?

Jede Seite muss von mindestens einem persönlichen Konto verwaltet werden.

Wichtige Tipps dafür:

  • Viele verwenden als Seitenadministrator/in ein persönliches Profil, das nicht auf den eigenen Namen läuft, sondern wie die Organisation bzw. die Jugendeinrichtung benannt wird. Aus diesem persönlichen Konto heraus wird dann eine gleichnamige Seite erstellt – das ist aber laut Facebook-Richtlinien nicht erlaubt (siehe oben).

  • Setzen Sie als Seitenadminstrator/in nur persönliche Facebook-Profile ein, die auf einen echten Namen lauten. Keine Angst, es ist auf der Seite nicht ersichtlich, wer diese als Admin verwaltet. Wenn Sie nicht ständig Benachrichtigungen zur Seite erhalten wollen, können Sie diese deaktivieren (Seite > Einstellungen > Benachrichtigungen).

  • Fügen Sie weitere Seitenadministrator/innen hinzu! Wenn es nur ein einziges Profil mit vollen Administratorrechten gibt und dieses – aus welchen Gründen auch immer – gesperrt wird, haben Sie auf die Seite keinen Zugriff mehr.

  • Denken Sie daran: Eine Facebook-Seite unterliegt ebenso der Offenlegungspflicht wie eine Website – sprich: Sie braucht ein Impressum. Hier erfahren Sie, wie Sie einer Facebook-Seite ein Impressum hinzufügen.

    Nähere Informationen zur Impressumspflicht finden sich in der Saferinternet.at-Broschüre „Initiativen, Vereine und Projekte im Internet: Die wichtigsten Do's und Don'ts“ (pdf, 460 KB).


Hilfe, mein Facebook-Profil wurde bereits gesperrt!

Wenn Sie ein persönliches Konto für den Facebook-Auftritt einer Jugendeinrichtung genutzt haben und dieses bereits gesperrt wurde, sind die Aussichten leider nicht allzu rosig. In der Regel fordert Facebook bei Profil-Sperren den/die Inhaberin des Kontos dazu auf, eine Ausweiskopie hochzuladen. Entspricht der Name auf dem Dokument dem Namen des gesperrten Profils, wird der Account mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder freigeschaltet. Mehr Informationen dazu gibt es im Hilfebereich von Facebook.

Wurde allerdings eine Organisationsbezeichnung (z.B. „Schulsozialarbeit XY“ oder „Mobile Jugendarbeit YZ“) als Profilname verwendet, gibt es keine Möglichkeit zum Identitätsnachweis. Den Erfahrungen von Saferinternet.at zufolge zeigt Facebook hier keine Kulanz und reagiert auch nicht auf Nachrichten mit der Bitte, bestimmte Profile wieder freizugeben.

Was können Sie nun tun?

  • Auch wenn es schmerzt: Eine neue Seite erstellen und mindestens zwei reale Facebook-Profile als Admins einsetzen.

  • Alternative Kanäle nutzen: Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen Instagram-Account für Ihre Einrichtung anzulegen oder WhatsApp-Broadcasting auszuprobieren? Das Foto-Netzwerk und der Messenger sind bei jungen Nutzer/innen mittlerweile viel beliebter als Facebook.

    Wie sich Jugendarbeiter/innen die Broadcasting-Funktion von WhatsApp zunutze machen können, um mit Jugendlichen in Kontakt zu bleiben, erklären wir in unserem Leitfaden „Broadcasting mit WhatsApp“ (pdf, 4 MB).

  • Facebook-Gruppe statt -Seite: Geht es vor allem um den Austausch mit Jugendlichen, und ist die Anzahl der Personen relativ überschaubar, eignet sich eine Facebook-Gruppe fast noch besser als eine Facebook-Seite. Der Vorteil: Eine Facebook-Gruppe ist schnell erstellt und kann wesentlich unkomplizierter betreut werden eine Seite. Gruppen bieten darüber hinaus ein gewisses Maß an Intimität und Privatsphäre – eine Facebook-Seite ist dagegen immer öffentlich! Wichtig: Sie benötigen zur Erstellung einer Gruppe ebenfalls ein reales, persönliches Profil! Hier erfahren Sie mehr zum Unterschied zwischen Gruppen und Seiten auf Facebook.


Weiterführende Links: