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Ratgeber: Was Eltern über musical.ly wissen müssen

27.05.2016

musical.ly & Co: Manchmal ist es ganz schön schwierig, mit den App-Vorlieben der Kids Schritt zu halten. Wir erklären, wie Kinder und Jugendliche das Musik-Video-Netzwerk musical.ly nutzen und geben Tipps zum sicheren Umgang.

Ratgeber: Was Eltern über musical.ly wissen müssen

Smartphone-Grafiken Designed by Freepik

Gestern Facebook, heute WhatsApp, Instagram und Snapchat, morgen…?! Die Lieblings-Netzwerke von Kindern und Jugendlichen wechseln rasend schnell.

Besonders Eltern quält oft die Frage: Was tut mein Kind eigentlich in Sozialen Netzwerken? Wir geben einen Überblick über Apps, die bei Kindern und Jugendlichen gerade top sind. Dieses Mal stellen wir das Musik-Video-Netzwerk musical.ly vor. 


Was ist musical.ly?

Mit der App musical.ly können 15-sekündige Musikvideos, sogenannte „Musicals“, aufgenommen und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern – den „Musern“ – geteilt werden. Der Clou: Man muss nicht selbst singen, sondern bewegt die Lippen zum Playback der Lieblingssongs. In erster Linie zählt also die Performance, nicht das Gesangstalent. Wer lieber spricht als singt, findet auf musical.ly auch lustige Zitate aus Filmen und Serien zum Nachsprechen.

Über Hashtags werden die erstellen Musicals bestimmten Kategorien zugeordnet (z.B. #duet, #girl oder #comedy). Die Hashtags dienen gleichzeitig auch als Suchfunktion: Zu jedem Hashtag und zu jedem Song zeigt musical.ly eine Bestenliste mit den beliebtesten Videos.

Die erstellten Musicals können mit hübschen Effekten bearbeitet und auch in anderen Netzwerken geteilt werden.

Die Musik-App hat schon einige Internet-Stars hervorgebracht, etwa die 13-jährigen Zwillinge Lisa und Lena aus Deutschland, denen auf musical.ly mehr als drei Millionen Fans folgen.



Warum ist musical.ly bei Jugendlichen so beliebt?

Die „Bestenliste“ bei musical.ly.In den letzten Wochen und Monaten ist unter Jugendlichen ein regelrechter Hype um musical.ly ausgebrochen. Weltweit wird die Anzahl der aktiven Nutzer/innen derzeit auf rund 30 bis 50 Millionen (!) geschätzt.

Doch warum ist das Musik-Video-Netzwerk bei Teenagern so beliebt? In erster Linie geht es natürlich um die Freude an der Musik – die App wird unseren Erfahrungen zufolge vor allem von musikalischen Kindern genutzt. Spaß und Kreativität stehen bei musical.ly daher bei den meisten jungen Nutzer/innen im Vordergrund.

Eine weitere wichtige Rolle spielt natürlich auch die Selbstdarstellung: musical.ly bietet Jugendlichen eine tolle Bühne zur Selbstinszenierung und Imagepflege im Internet. Veröffentlichte Musicals können von anderen Musern mit Herzen bewertet oder kommentiert werden – und viele „Likes“ sind wichtig für das Selbstbewusstsein. Manchmal dreht sich bei Apps wie musical.ly aber auch alles um das „Dabeisein“. Soziale Netzwerke sind schließlich eine wichtige Triebfeder, wenn es um die Demonstration von Gruppenzugehörigkeit geht.

 

Gibt es eine Altersbeschränkung?

Offiziell darf musical.ly ab 13 Jahren genutzt werden. Dieses Mindestalter spielt allerdings in der Praxis kaum eine Rolle, da auch jüngere Kinder die App problemlos herunterladen und verwenden können.

Derzeit sind die Nutzungsbedingungen von musical.ly leider nur in englischer Sprache verfügbar.


Welche Risiken gibt es bei der Nutzung?

Wie alle Sozialen Netzwerke birgt auch musical.ly gewisse Gefahren, über die Eltern mit ihren Kindern unbedingt sprechen sollten.


Cyber-Mobbing & Belästigungen

Wer musical.ly im öffentlichen Modus nutzt sollte sich bewusst machen, dass nicht nur andere Muser, sondern auch Leute außerhalb von musical.ly die eigenen Videos zu Gesicht bekommen können. Einmal veröffentlicht, können sich Aufnahmen im Internet in Windeseile verbreiten – und nicht immer meinen es die Zuseher/innen nur gut.

Wir empfehlen daher, musical.ly nur mit einem privaten Konto zu verwenden – auf diese Weise können nur bestätigte Freund/innen die eigenen Musicals anschauen. Auch das Verschicken von Privatnachrichten (direct.ly) sollte nur befreundeten Musern erlaubt werden. 

So funktioniert's:

Eigenes Profil aufrufen > rechts oben auf das Zahnradsymbol tippen > Einstellungen > privates Konto bzw. direct.ly nur von Freunden“ aktivieren 

 

Kommt es zu Belästigungen durch andere Nutzer/innen, kann man diese ganz einfach blockieren oder direkt an musical.ly melden.

So funktioniert's:

Profil der Person aufrufen > rechts oben auf die drei Punkte tippen > diesen Benutzer blockieren bzw. Missbrauch melden

Benutzer blockieren oder melden auf musical.ly



Verletzung von Urheberrechten

Große Unsicherheit herrscht derzeit noch beim Thema Urheberrechte: Die auf musical.ly verwendeten Lieder und Filmszenen sind natürlich urheberrechtlich geschützt und dürfen nach österreichischem Recht nicht einfach so verwendet werden. Verletzungen des Urheberrechts können teure Abmahnungen zur Folge haben. musical.ly selbst hält sich dazu eher bedeckt. Daher gilt: Die erstellten Musicals daher besser nicht öffentlich machen, sondern nur im privaten Modus mit den eigenen Freund/innen teilen!

Sind in einem Video auch andere Personen zu sehen, sollte man diese vor dem Veröffentlichen unbedingt um Erlaubnis fragen („Recht am eigenen Bild“).


Tipps für Eltern

  • Gemeinsam entdecken. Probieren Sie musical.ly einfach einmal selbst aus oder begeben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf „Entdeckungsreise“. Sie werden nicht nur die Faszination dahinter besser verstehen, sondern auch mögliche Risiken besser einschätzen können.

  • Reden statt verbieten. Auch wenn Sie skeptisch sind – ein reines Verbot ist eher kontraproduktiv, vor allem wenn musical.ly im Freundeskreis Ihres Kindes gerade sehr beliebt ist. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es die App unbedingt nutzen möchten und klären Sie gemeinsam mögliche Risiken ab.

  • Regeln vereinbaren. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, welche Art von Videos auf musical.ly in Ordnung sind und welche nicht (z.B. keine freizügigen Videos oder solche, die Rückschlüsse auf den Wohnort oder die Schule zulassen). Sind in einem Musical auch andere Personen zu sehen, müssen diese vor dem Posten um Erlaubnis gefragt werden.

  • Privatsphäre schützen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, warum ein privates Konto auf musical.ly sinnvoll ist und werfen Sie gemeinsam einen Blick auf die Privatsphäre-Einstellungen der App (siehe oben).

  • Urheberrechte beachten. Erklären Sie Ihrem Kind, was Urheberrechte sind und warum die Nutzung von musical.ly dagegen verstößt. Auch aus diesem Grund ist es empfehlenswert, das Musiknetzwerk ausschließlich im privaten Modus zu nutzen.

  • Kreativ werden. Regen Sie Ihr Kind dazu an, der eigenen Kreativität auf musical.ly freien Lauf zu lassen – in den Videos muss nicht unbedingt Ihr Kind selbst im Bild sein! Mit ein wenig Geschick gelingt auch eine alternative Performance, die sich sehen lassen kann (z.B. ein Stop-Motion-Video mit gezeichneten Charakteren).

Stop-Motion-Video bei musical.ly

Beispiel für ein kreatives Stop-Motion-Video
auf musical.ly ohne Personen.


Weiterführende Links: