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Ray-Bans, iPhones & Co: Vorsicht vor Billig-Angeboten auf Facebook!

26.08.2014

Verlockende Werbeangebote auf Facebook versprechen Gratis-Smartphones oder günstige Markenartikel. Oft werden diese vermeintlichen Schnäppchen von den eigenen Freunden geteilt. Doch Vorsicht: Dahinter stecken oft Betrüger/innen!

Verlockende Angebote für günstige Sonnenbrillen der Marke Ray-Ban sind meist Betrugsversuche. (c) andersphoto_Shutterstock.com, Saferinternet.at

Gratis-Angebote und Schnäppchen-Käufe erregen im Internet sofort unsere Aufmerksamkeit – vor allem, wenn diese auf Facebook von den eigenen Freund/innen geteilt werden. Bei den beworbenen Produkten handelt es sich meist um teure Markenartikel wie z.B. iPhones, iPads oder Ray-Ban-Sonnenbrillen – Dinge, die bei vielen Menschen ganz oben auf der Wunschliste stehen und oft unleistbar sind. Umso verlockender erscheint dann die Möglichkeit, Smartphones, Tablets oder Designerware zu gewinnen oder günstig online zu kaufen. Doch Vorsicht: In Wahrheit stecken hinter diesen Versprechungen oft Betrüger/innen!  

Folgender Screenshot zeigt einen Fall von Klick-Betrug auf Facebook: Ein Wurm veröffentlicht im Namen des/der User/in eine Statusmeldung, in der ein Foto mit Link zu einer betrügerischen Website zu sehen ist. Auch werden automatisch Freund/innen der Person auf dem Bild markiert und ein neues Fotoalbum in der Chronik des Betrugsopfers angelegt.

 


Welche Gefahren verbergen sich hinter gefälschten Facebook-Angeboten?

Sind Facebook-User/innen einmal auf ein betrügerisches Angebot hereingefallen, können die Betrüger/innen vielfältig davon profitieren.

  • Weiterleitung auf externe Websites. Der Klick auf Angebots-Links führt oft zu betrügerischen Websites außerhalb von Facebook. Diese sind manchmal dem Facebook-Layout täuschen echt nachempfunden und durch abgekürzte URLs, wie z.B. „bit.ly“ oder „tinyurl“, getarnt. Auf diesen Fake-Websites werden die User/innen aufgefordert, ihre persönliche Daten in ein Formular einzugeben oder an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Die versprochenen, günstigen Produkte gibt es natürlich nicht!

  • Missbrauch von User/innen-Daten. Haben User/innen ihre persönlichen Daten auf einer externen Website hinterlegt, können Betrüger/innen diese missbräuchlich verwenden. Die Daten werden entweder gewinnbringend verkauft (Adresshändler/innen) oder für eigene Marketingzwecke (Newsletter, Werbe-SMS, …) eingesetzt. Betrüger/innen nutzen persönliche Daten auch, um Identitätsdiebstahl zu begehen. 

  • Klick-Betrug mit Facebook-Würmern. Hinter manchen betrügerischen Facebook-Angeboten verstecken sich Facebook-Würmer: Nach dem Klick auf einen Link oder „Gefällt mir“ generiert der Wurm automatisch eine Statusmeldung in der eigenen Chronik oder verschickt Chatnachrichten an einzelne Freund/innen („Click-Jacking“ oder „Like-Jacking“). Manchmal werden dabei auch Fotoalben mit den Werbeanzeigen angelegt und/oder wahllos eigene Freund/innen auf dem geteilten Bild markiert. Das hat zum Ziel, diese ebenfalls zum Klicken oder Liken zu animieren – denn das Angebot stammt scheinbar ja aus einer vertrauenswürdigen Quelle.

  • Abo-Fallen. Mit der Eingabe von persönlichen Daten auf einer externen Website schließen User/innen manchmal unbewusst ein teures Abo ab. Die versprochenen günstigen Markenartikel gibt es hingegen nicht. Der Kostenhinweis für das Abo steht – wenn überhaupt – nur im Kleingedruckten der AGB. Tipp: Der Internet Ombudsmann hilft Ihnen kostenlos weiter, wenn Sie in eine Abo-Falle getappt sind.

  • Malware und Trojaner. Oft müssen User/innen auch vermeintliche Apps oder Browser-Erweiterungen herunterladen, um das angebliche Schnäppchen-Angebot in Anspruch nehmen zu können. Durch Klicken auf einen Link oder den Download von Dateien könnten allerdings Malware-Programme oder Trojaner auf dem Computer oder Handy installiert werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ZIP-Ordner heruntergeladen werden sollen!  


Wie kann ich mich vor betrügerischen Angeboten auf Facebook schützen?

  • Seien Sie sich der Gefahr bewusst. Behalten Sie bei Ihren Aktivitäten auf Facebook stets im Hinterkopf, dass solche betrügerischen Angebote existieren. Damit vermindern Sie die Gefahr, selbst darauf hereinzufallen.

  • Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken. Klicken Sie daher nicht unüberlegt auf allzu verlockend klingende Links – auch wenn die „Empfehlung“ scheinbar von „Freund/innen“ kommt.

  • Im Zweifelsfall den Anbieter kontaktieren. Wirkt ein Angebot oder ein Gewinnspiel echt, kontaktieren Sie telefonisch oder per E-Mail das Unternehmen, dessen Produkte ausgeschrieben sind. So lässt sich die Echtheit des Angebots rasch überprüfen. 

  • Wenn Sie bereits in die Wurm-Falle getappt sind: Löschen Sie alle Meldungen oder Markierungen in Ihrer Chronik bzw. im Aktivitätenprotokoll, die der Wurm erstellt hat, und überprüfen Sie Ihre „Gefällt mir“-Seiten auf ungewöhnliche Einträge. Warnen Sie Ihre Facebook-Freund/innen mit einer Statusmeldung vor dem entsprechenden Angebot! 

  • Nicht überall, wo Facebook draufsteht, ist auch Seriöses drin. Schauen Sie daher lieber zweimal hin, ob es sich um eine gefälschte Fan-Seite, gefälschte Facebook-E-Mail oder unsichere App handeln könnte. Geben Sie Schlagworte dazu in eine Suchmaschine ein – häufigen lassen sich betrügerische Angebote so sehr schnell entlarven, weil es bereits Erfahrungsberichte von anderen dazu gibt. 

  • Vorsicht bei Superlativen! Ignorieren Sie Angebote, die mit Begriffen wie „Spektakulär“, „Unglaublich“, „OMG“ etc. angekündigt werden. 

  • Teilnahmebedingungen durchlesen. Wenn Sie etwas per Klick bestätigen sollen, lesen Sie genau durch, WAS Sie damit bestätigen. Das betrifft auch das Ausfüllen von Gewinnspielformularen.

  • Persönliche Daten nicht weitergeben. Geben Sie persönliche Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse nur sehr sparsam im Internet weiter.

  • Anti-Viren-Programm regelmäßig aktualisieren. Stellen Sie sicher, dass auf Ihrem Rechner ein Anti-Viren-Programm installiert ist und führen Sie regelmäßige Updates durch – am besten täglich.

  • Facebook-Apps im Auge behalten. Überprüfen Sie regelmäßig die von Ihnen verwendeten Apps auf Facebook und schränken Sie deren Zugriffsrechte ein (Konto > Einstellungen > Apps). Löschen Sie nicht mehr verwendete Apps bzw. Apps unbekannter Herkunft.

  • Melden Sie verdächtige Statusmeldungen, Fotos, Videos, Fan-Seiten, Werbeanzeigen, Profile oder Apps an Facebook, damit diese gelöscht werden.


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