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Smartphones und Tablets kindersicher machen

28.01.2013

Kinder sind immer jünger, wenn sie das erste Mal mit digitalen Medien in Kontakt kommen. Dort warten allerdings nicht nur lustige Spiele und Videos, sondern auch Kostenfallen und ungeeignete Inhalte. Kinderschutz-Apps sind eine Möglichkeit – aber kein Allheilmittel.

Bild: young generation von Mario Spann lizenziert unter CC BY-SA 2.0

Kostenfallen am Smartphone wie Mehrwertdienste, In-App-Käufe oder SMS-Abos sind auch schon für die jüngsten Nutzer/innen ein Problem. Die Handys der Eltern, Großeltern oder älteren Geschwister als Spielzeug zwischendurch können dann schnell zu hohen Rechnungen führen. Dazu kommen zahlreiche ungeeignete Inhalte in Apps oder beim Internetsurfen, die Kinder ganz schön durcheinander bringen können.


Standardeinstellungen für mehr Sicherheit am Smartphone

Die Hersteller von Smartphone-Betriebssystemen gehen unterschiedliche Wege, um Nutzer/innen vor diesen Gefahren zu schützen. Gemeinsam haben alle, dass sie Einstellmöglichkeiten zur Internetnutzung, zur Installation und zur Nutzung von Apps und zum Anschauen von Videos, Fotos etc. bieten. Standardeinstellungen für unterschiedliche Altersgruppen machen die erste Konfiguration einfach. Die Angebote lassen sich aber auch individuell konfigurieren.


Individuelle Kindersicherung per App

Während Apple mit dem „Guided Access Mode“ (Einschränkungen) eine Art „Kindersicherung“ anbietet und Windows 8 mit einem „Kids Corner“ ausgestattet ist, gibt es für Android-Handys zahlreiche Apps aus dem Play Store: Kostenlose oder günstige Programme (0,00-2,00 Euro) wie „Care 4 Your Kid“, „Kids Place“ oder „KidsCare Child Lock“ bieten mehr oder weniger gute Möglichkeiten, das Smartphone speziell für die Nutzung durch Kinder einzurichten. Durch eine eigene Oberfläche werden nur die Anwendungen freigegeben, die für den Nachwuchs geeignet sind. Um Überraschungen zu vermeiden, kann der Internetzugang auch ganz gesperrt werden.

Ähnlich einer Kombination aus Virenscanner und Firewall am PC arbeiten die Apps der bekannten Hersteller von Anti-Viren-Software (Norton, F-Secure, Trend Micro etc.). Oft wird eine kostenlose Version für den Standardschutz angeboten, in einer kostenpflichtigen Version (zwischen 10,00 und 30,00 Euro) sind weitere Funktionen enthalten. Unter anderem schützen sie Kinder vor ungeeigneten und schädlichen Web-Inhalten und -Anwendungen. Außerdem kann das Smartphone vom heimischen Computer aus geortet werden. Auch hier gibt es Standardeinstellungen für unterschiedliche Altersgruppen und individuelle Einstellmöglichkeiten.


Aber: 100%ige Sicherheit gibt es nicht!

Das Problem bei allen Varianten: Einen vollständigen Schutz gibt es nicht. So lassen sich beispielsweise im Apple-Betriebssystem Videos zwar nach vorgegebenen Altersgruppen filtern, dieser Filter betrifft aber nur Videos aus dem Apple-eigenen iTunes Store. Videos, die über andere Anbieter, wie z.B. YouTube, aufgerufen werden, sind weiter ungefiltert zugänglich. Auch Einkäufe können nur für den App Store von Apple gesperrt werden. Einkäufe, beispielsweise von Zusatzfunktionen in Online-Spielen, sind auf „klassischen“ Websites weiterhin möglich und werden z.B. über die Telefonrechnung abgerechnet.


Kinder bei der Mediennutzung begleiten

Die Filterangebote auf Smartphones sind nur für die jüngsten Nutzer geeignet – dann nämlich, wenn auf dem Smartphone nur bestimmte Spiele-Apps genutzt werden und kein Internetzugang benötigt wird. Als „Babysitter“ dürfen Smartphone und Tablet deshalb aber noch lange nicht missinterpretiert werden – auch in vermeintlich sicheren (Spiel-)Umgebungen brauchen Kinder Begleitung durch kompetente Erwachsene. Je älter die Kinder werden bzw. sind, desto wichtiger wird das „Darüber reden“. Der Schutz vor einigen Gefahren ist durch Filterprogramme zwar möglich, auf jeden Fall sollten Eltern ihren Kindern aber immer wieder über die Schulter schauen und sie bei ihren Erfahrungen mit Smartphone und Tablet begleiten.


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