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So erkennen Sie gefälschte Facebook-Profile

16.12.2015

Ob Betrugsversuch oder Cyber-Mobbing: Mit gefälschten Profilen wird auf Facebook nach wie vor viel Schaden angerichtet. Wir erklären, wie man falsche Facebook-Accounts erkennen kann.

Bild: Dennis Skley lizenziert unter CC BY-ND 2.0

Auch im Jahr 2015 ist Facebook weltweit das beliebteste und größte Soziale Netzwerk (1,55 Milliarden aktive Nutzer/inner pro Monat). Kein Wunder also, dass auf Facebook nach wie vor viel Missbrauch getrieben wird.

Immer wieder melden Facebook-Nutzer/innen etwa Erfahrungen mit gefälschten Profilen. Wir erklären, warum sich jemand die Mühe macht, Facebook-Profile zu fälschen, und wie Sie solche Fake-Profile einfach erkennen können.


Warum werden Facebook-Profile gefälscht?

Im Großen und Ganzen gibt es zwei Gründe, warum Fake-Profile auf Facebook erstellt werden: 

  1. Betrugsversuche  Die Fake-Profile werden von Betrüger/innen erstellt, die sich bereichern wollen (z.B. im Rahmen der Betrugsmasche „Sextortion“).
  2. Cyber-Mobbing – Das Facebook-Profil der betroffenen Person wird gefälscht, um in deren Namen herabwürdigende Beiträge zu posten und die Person lächerlich zu machen.

 

1. Betrugsversuche mit gefälschten Facebook-Profilen

Bild: Christian Kadluba lizenziert unter CC BY-SA 2.0


Variante A: Kopie eines „echten“ Profils

Die Betrüger/innen kopieren das bestehende Facebook-Profil einer realen Person. Dabei werden öffentlich einsehbare Inhalte, wie z.B. Statusbeiträge, Fotos, gelikete Seiten, Profilinformationen etc., eins zu eins in ein neues Profil übertragen und somit die Identität dieser Person übernommen. Das Ziel ist dabei, die Freundinnen und Freunde des kopierten Profils abzuzocken.

Das funktioniert zum Beispiel so: Die Betrüger/innen schreiben mit dem falschen Profil im Chat dessen Facebook-Freund/innen an und tischen eine schockierende Geschichte auf, z.B. dass sie im Urlaub die Brieftasche verloren haben oder ausgeraubt wurden. Der Freund/die Freundin sollen nun das dringend benötigte Geld via Paysafecard oder einem Geldtransferdienst wie z.B. Western Union überweisen.

Achtung: In manchen Fällen wird das Profil nicht kopiert, sondern die Betrüger/innen verschaffen sich Zugang zum „echten“ Profil – etwa indem sie vorher das E-Mail-Konto der betroffenen Person hacken und das Facebook-Passwort mithilfe dieser E-Mail-Adresse ändern.

Wie erkenne ich solche Fake-Profile?

  • Eine Person, mit der ich eigentlich schon auf Facebook befreundet bin, schickt plötzlich eine erneute Kontaktanfrage. Überprüfen Sie als ersten Schritt, ob die Person nach Annahme der neuen Freundschaftsanfrage doppelt in den Kontakten vorhanden ist. Falls ja, ist das ein Hinweis auf ein kopiertes Facebook-Profil.

  • Ein weiteres Anzeichen: Das Profil weist Unstimmigkeiten auf, z.B. hat die Person nur wenige Freund/innen.

  • Wird die Freundschaftsanfrage angenommen, bittet diese Person nach kurzer Zeit im Chat um Geld – etwa, weil im Urlaub angeblich die Brieftasche verloren wurde.

  • Die Nachricht ist unpersönlich formuliert und weist ungewöhnliche viele Grammatik- oder Rechtschreibfehler auf.

  • Tipp: Fragen Sie über andere Kanäle (am besten persönlich, telefonisch oder über WhatsApp) nach, ob das neue Profil auch wirklich von dieser Person selbst erstellt wurde.


Variante B: Frei erfundenes Fake-Profil

Eine unbekannte Person nimmt aus heiterem Himmel Kontakt über Facebook auf: Sie sendet eine Privatnachricht, möchte chatten oder stellt eine Freundschaftsanfrage. Bei dieser Art von Facebook-Betrug geht es darum, die Nutzerin bzw. den Nutzer selbst in eine Falle zu führen, z.B. bei der Betrugsmasche „Sextortion“.

Wie erkenne ich solche Fake-Profile?

Nehmen Sie das Profil der Person unter die Lupe: Wer ist die Person? Welche Informationen gibt sie von sich preis? Haben Sie gemeinsame Freund/innen?

Hinweise auf ein erfundenes Fake-Profil:

  • Die Person ist überdurchschnittlich attraktiv und verfügt über ansprechende, professionelle Fotos (z.B. „Model“-Fotos bei Profilen von Frauen; Fotos von US-Soldaten oder erfolgreichen Managern bei männlichen Profilen). Dennoch verzeichnen die Fotos kaum Likes oder Kommentare.

  • Das Profil hat nur wenige andere Facebook-Freund/innen.

  • In der Chronik finden kaum Interaktionen (z.B. Unterhaltungen) statt.

  • Das Facebook-Profil wurde erst kurz vor der Kontaktaufnahme erstellt.

  • Die Kontaktaufnahme erfolgt oft in englischer Sprache.

  • Die Person ist Mitglied in vielen einschlägigen Flirt- oder Dating-Gruppen (falls diese öffentlich sichtbar sind).

  • Es gibt ungewöhnliche Muster bei den „Gefällt mir“-Angaben, z.B. hat die Person sehr viele verschiedene Fußball-Clubs geliket.
Tipp: Unterziehen Sie das Profilbild einem Realitäts-Check: Speichern Sie es mit einem Rechtsklick ab und laden Sie es in einer Bildersuchmaschine (z.B. images.google.com) wieder hoch. Wo taucht das Bild noch auf? Vielleicht finden sich hier bereits erste Hinweise auf eine Fälschung, z.B. wenn ein und dasselbe Foto in verschiedenen Profilen verwendet wird.

 


2. Cyber-Mobbing mit gefälschten Facebook-Profilen

Bild: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain


Auch in Zusammenhang mit Cyber-Mobbing kommen häufig gefälschte Facebook-Profile zum Einsatz. Die Täter/innen verschaffen sich entweder Zugang zum Facebook-Profil der betroffenen Person (z.B. durch Erraten des Passworts) oder erstellen im Name der Person ein Fake-Profil. Ziel ist es, die gemobbten Personen zu ärgern und in der Öffentlichkeit lächerlich zu machen.

Wie erkenne ich solche Fake-Profile?

  • Eine Person, mit der ich eigentlich schon auf Facebook befreundet bin, schickt plötzlich eine erneute Kontaktanfrage. Überprüfen Sie als ersten Schritt, ob die Person nach Annahme der neuen Freundschaftsanfrage doppelt in den Kontakten vorhanden ist. Falls ja, ist das ein Hinweis auf ein kopiertes Facebook-Profil.

  • Das Profil ist Mitglied in (öffentlich einsehbaren) Gruppen bzw. hat „Gefällt mir“-Angaben gemacht, die für die Person ungewöhnlich sind oder seltsam erscheinen.

  • Das Profil hinterlässt in den Chroniken anderer Facebook-Nutzer/innen „merkwürdige“ Kommentare, die die Person in einem schlechten Licht erscheinen lassen.

  • Das Profil „trollt“, d.h. es geht anderen Nutzer/innen durch gezielte Aktionen auf die Nerven.

  • Die Fotos wurden teilweise bearbeitet, um die Person lächerlich zu machen (z.B. das Profilfoto oder Bilder in den Fotoalben).

  • Es wurden Nacktfotos oder intime Aufnahmen der Person hochgeladen (z.B. von der Ex-Freundin/vom Ex-Freund).

  • Tipp: Fragen Sie über andere Kanäle (am besten persönlich, telefonisch oder über WhatsApp) nach, ob das neue Profil auch wirklich von der Person selbst erstellt wurde.


Was kann ich gegen Fake-Profile auf Facebook tun?

Für alle Formen von gefälschten Facebook-Profilen gilt: 

  • Informieren Sie die Person, in deren Namen Nachrichten verschickt oder Inhalte gepostet werden, über den vermuteten Betrug (am besten persönlich, telefonisch oder über WhatsApp!).

  • Ignorieren Sie Freundschaftsanfragen oder Privatnachrichten auf Facebook, wenn Sie ein gefälschtes Profil vermuten. Legen Sie am besten in den Privatsphäre-Einstellungen fest, dass Ihnen nur „Freunde von Freunden“ eine Freundschaftsanfrage schicken können. Mehr Infos dazu: Privatsphäre-Leitfaden „Sicher unterwegs in Facebook“ (pdf, 7.3 MB)

  • Blockieren Sie solche Profile bzw. melden Sie diese direkt an Facebook: Wie kann ich Belästigungen in Facebook melden?

  • Holen Sie sich Hilfe: Der Internet Ombudsmann (www.ombudsmann.at) hilft kostenlos bei der Entfernung von Fake-Profilen.


Wie kann ich mein eigenes Profil schützen?

Der wichtigste Tipp: Posten Sie so wenige Inhalte wie möglich öffentlich! Das erschwert es den Betrüger/innen, ein Profil detailgetreu nachzubauen. Auch die Freundesliste sollte nicht für alle sichtbar sein – so können Sie wenigstens verhindern, dass die Betrüger/innen nach erfolgtem Identitätsdiebstahl Ihre Freund/innen kontaktieren.

Weitere Informationen und Tipps finden Sie hier: Gehackte und kopierte Facebook-Profile – wie kann ich mich schützen?


Weiterführende Links: