News

News

Stopline Jahresbericht 2014: Meldezahlen von illegalen Web-Inhalten wieder stark gestiegen

21.04.2015

In rund 8.800 Fällen haben sich Internetnutzer/innen 2014 an die Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet gewandt. Der Anteil der tatsächlich illegalen Inhalte ist dabei deutlich zurückgegangen.

Rund 8.800 Mal wandten sich Internetnutzer/innen 2014 an die Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet. Bild: stopline.at

Auch 2014 verzeichnete Stopline einen sprunghaften Anstieg an Meldungen: Knapp 8.800 Hinweise auf vermeintlich kinderpornografische oder nationalsozialistische Inhalte im Internet gingen im Laufe des Jahres bei der Meldestelle ein. Wichtiges Detail: Der Anteil der tatsächlich illegalen Web-Inhalte ist dabei deutlich zurückgegangen. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um kinderpornografische Darstellungen.

Stopline ist die anonyme Internet-Meldestelle der österreichischen Internet-Service-Provider (ISPA) gegen Kinderpornographie und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet.


Beurteilung von Inhalten wird für Laien immer schwieriger

Während die Gesamtzahl der Meldungen im Vergleich zu 2013 um knapp 45 Prozent (2013: 6.070, 2014: 8.792) stieg, ist der Anteil der tatsächlich illegalen Inhalte deutlich gesunken (von 26 Prozent auf 12 Prozent). Dabei handelt es sich aber nur scheinbar um einen Widerspruch: Die konstante Medienberichterstattung zum Thema sexueller Missbrauch von Kindern führt zu einer deutlichen Sensibilisierung der Bevölkerung. Gleichzeitig wird es für Laien immer schwieriger zu beurteilen, welches Material wirklich illegal ist. Nicht jedes Nacktfoto von Minderjährigen fällt automatisch unter Kinderpornografie. Gerade deshalb ist es außerordentlich wichtig, jeden Verdacht an Stopline zu melden und die Einordnung der Inhalte den geschulten Mitarbeiter/innen zu überlassen.


98 Prozent Kinderpornografie, nur fünf illegale Inhalte in Österreich gehostet

Bei den 8.792 Inhalten, die Stopline im vergangenen Jahr gemeldet wurden,  handelt es sich zu 98 Prozent um kinderpornografische Darstellungen, lediglich 2 Prozent waren dem Nationalsozialismus zuzuordnen. Die erfreuliche Nachricht: Nur fünf illegale Inhalte wurden in Österreich gehostet und vom jeweils betroffenen Host-Provider umgehend aus dem Netz entfernt.


INHOPE-Netzwerk: Internationale Zusammenarbeit von größter Bedeutung

Der Großteil des gesetzeswidrigen Materials wurde auch in diesem Jahr in den USA gehostet (54 Prozent), gefolgt von den Niederlanden und Kanada. Da beinahe alle illegalen Web-Inhalte im Ausland gehostet werden, ist die gut funktionierende, internationale Zusammenarbeit von größter Bedeutung.  Seit über 15 Jahren ermöglicht das weltweite INHOPE-Netzwerk, dass kinderpornografische Inhalte im jeweiligen Land schnellstmöglich entfernt werden. Die 51 Partner-Hotlines – darunter auch die österreichische Stopline – sind mit den Behörden und Providern im eigenen Land gut vernetzt. Auf diese Weise kann im Ernstfall schnell und unbürokratisch gehandelt werden.


Weiterführende Links: