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Stopline Jahresbericht 2015: Meldezahlen gesunken, Qualität der Meldungen gestiegen

09.06.2016

In rund 5.850 Fällen haben sich Nutzer/innen 2015 an die Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet gewendet. Der Anteil der tatsächlich illegalen Inhalte ist dabei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Rund 5.850 Mal wandten sich Internetnutzer/innen 2015 an die Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet. Bild: Stopline

Im Jahr 2015 verzeichnete Stopline im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang an eingegangenen Meldungen: Knapp 5.850 Hinweise auf vermeintlich kinderpornografische oder nationalsozialistische Inhalte im Internet gingen im Laufe des Jahres bei der Meldestelle ein (2014 waren es rund 8.800). Gestiegen ist allerdings die Qualität der Meldungen: Der Anteil der tatsächlich illegalen Web-Inhalte lag mit 13 Prozent etwas höher als im Vorjahr. Dabei handelte es sich zum Großteil (94 Prozent) um kinderpornografische Darstellungen.

Stopline (www.stopline.at) ist die anonyme Online-Meldestelle der österreichischen Internet-Service-Provider (ISPA) gegen Kinderpornographie und Nationalsozialismus im Internet.


Qualität der eingegangenen Meldungen gestiegen

Während die Gesamtzahl der Meldungen im Vergleich zu 2014 deutlich zurückgegangen ist (2014: 8.792; 2015: 5.849), hat sich die Qualität der eingegangen Hinweise verbessert: Lediglich 18 Prozent betrafen Themen, für die Stopline nicht zuständig ist (2014 waren es noch 35 Prozent). Zusätzlich ist auch der Anteil der tatsächlich illegalen Inhalte von 12 auf 13 Prozent gestiegen.

Stopline Jahresbericht 2015

 
Download: Stopline Jahresbericht 2015 (pdf, 4.8 MB)

 


Großteil Kinderpornografie, aber Anstieg bei Nationalsozialismus

Obwohl der Großteil der als zutreffend eingestuften Meldungen nach wie vor kinderpornografische Inhalte (94 Prozent) betrifft, konnte ein leichter Anstieg bei den tatsächlich nationalsozialistischen Inhalten verzeichnet werden (6 Prozent, im Vorjahr waren es nur 2 Prozent) . Ebenfalls auffallend: Während solche Inhalte üblicherweise in Ländern gehostet werden, in denen die Gesetzeslage die Veröffentlichung zulässt, wurde im Vorjahr ein nationalsozialistischer Inhalt und fünf Fälle von Kinderpornografie in Österreich gehostet. Die erfreuliche Nachricht: Die Inhalte wurden von den heimischen Internet-Providern innerhalb kürzester Zeit aus dem Netz entfernt.


INHOPE: Weltweite Zusammenarbeit gegen Kinderpornografie im Netz

Auch 2015 wurde der Großteil (99 Prozent) des bei Stopline gemeldeten, gesetzeswidrigen Materials im Ausland gehostet, allen voran in den USA (65 Prozent), gefolgt von Kanada und den Niederlanden. Aus diesem Grund ist die weltweite Zusammenarbeit unumgänglich. Dies geschieht über die Hotline-Vereinigung INHOPE, deren Meldestellen dafür sorgen, dass Kinderpornografie im jeweiligen Land schnellstmöglich entfernt wird. Derzeit sind INHOPE-Hotlines in 47 Ländern der Welt vertreten – auf diese Weise kann im Ernstfall schnell und unbürokratisch gehandelt werden.


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