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Suchmaschinen clever verwenden: Such-Tipps für Kinder

12.11.2014

Teil 3: Kinder können bei der Online-Suche auf ungeeignete Inhalte stoßen und tun sich darüber hinaus schwer, Inhalte aus dem Netz reflektiert zu bewerten. Wir geben Suchmaschinen-Tipps für die Jüngsten.

Das Finden im Internet ist leicht, das Bewerten umso schwieriger. Bild: Designed by Freepik

Kontaktdaten oder Adressen finden? Malvorlagen für die Kids downloaden? Die Nachrichten aus dem eigenen Bundesland abrufen? In nur wenigen Sekunden liefern uns Internet-Suchmaschinen die Antwort auf praktisch jede Frage. Das „Googeln“ nach Informationen ist für uns so alltäglich geworden, dass die Funktionsweise von Suchmaschinen oder die Frage nach der Qualität der Suchergebnisse meist in den Hintergrund tritt. Fakt ist: Nicht immer listen Suchmaschinen die besten Ergebnisse an vorderster Stelle und nicht allen Quellen im Internet sollte blind vertraut werden

Im dritten Teil unserer Serie zur cleveren Verwendung von Suchmaschinen stellen wir spezielle Suchmaschinen für Kinder vor und geben Tipps zur sicheren und sinnvollen Internetsuche für junge Internetnutzer/innen.

Teil 1: „Suchmaschinen clever verwenden: Wie funktioniert die Online-Suche?“

Teil 2: „Suchmaschinen clever verwenden: Wie kommt die Ergebnisliste zustande?“


Google & Co. für die Jüngsten nur bedingt geeignet

Die Suche nach Informationen im Internet beginnt auch für Kinder meist mit einer Suchmaschine. Kinder sind dabei in der Regel nicht wählerisch und verwenden die ersten Treffer, die in der Ergebnisliste angezeigt werden. Das ist nur einer von vielen Gründen, weshalb bekannte Suchmaschinen wie Google oder Bing für Kinder im Volksschulalter nur bedingt geeignet sind. Die Vielzahl an aufgelisteten Treffern macht die Sache unübersichtlich, enthält auch viele Links zu ungeeigneten Inhalten und kann vor allem jüngere Kinder überfordern. Zusätzlich wird auf diese Weise zu sinnlosem Surfen verleitet, bei dem das eigentliche Ziel aus den Augen verloren wird. Um jüngere Kinder bis etwa zehn Jahre bei der sicheren Internetsuche zu unterstützen, empfiehlt sich die Verwendung von speziellen Kinder-Suchmaschinen.


Kinder-Suchmaschinen filtern Ergebnisse

Eltern können ihre jüngeren Kinder aktiv unterstützen, indem sie eine kindgerechte Suchmaschine aussuchen und diese gemeinsam mit ihrem Nachwuchs erkunden. Kinder-Suchmaschinen zeigen nur redaktionell gefilterte, kindgerechte Inhalte an und unterdrücken meist auch Werbung und Pop-Ups. In vielen Fällen sind die angezeigten Ergebnisse auch pädagogisch geprüft.

Empfehlenswerte Kinder-Suchmaschinen im deutschsprachigen Raum: 

Damit die jungen Nutzer/innen die ausgewählte Suchmaschine jedes Mal auch auf Anhieb finden, sollte diese im Browser als Startseite festgelegt oder zumindest in den Favoriten abgespeichert werden. Allerdings ersetzt auch die beste kindgerechte Suchmaschine nicht die anfängliche Begleitung durch die Eltern oder andere erwachsene Vertrauenspersonen. Nur durch gemeinsames Surfen und Suchen im Internet können Eltern feststellen, welche Inhalte für ihr Kind besonders interessant sind, wie es recherchiert oder bei welchen Themen bzw. Aktionen noch aktive Unterstützung notwendig ist.

Einen speziellen Kurs zur richtigen Online-Suche bietet die Suchmaschine „Blinde Kuh“ unter www.blinde-kuh.de/suchkurs.


Nicht jugendfreie Inhalte filtern

Bei älteren Kindern bietet die sogenannte "SafeSearch"-Funktion der jeweiligen Suchmaschine die Möglichkeit, für Kinder und Jugendliche ungeeignete Angebote aus den Suchergebnissen herauszufiltern. Bedenken Sie aber: Auch im "SafeSearch"-Modus werden nicht 100% der nicht-jugendfreien Inhalte blockiert! Darüber hinaus ist es für ältere Kinder meist ein Leichtes, den Suchmaschinenfilter zu umgehen. Generell gilt: Je älter Ihr Kind ist, desto wichtiger werden Gespräche über problematische Inhalte im Netz.

Hier finden Sie Anleitungen zur Einrichtung der SafeSearch-Funktion bei Google und bei Bing.


Wahr oder falsch im Internet?

Vor allem jüngere Kinder glauben oft, dass alles, was im Internet steht, stimmt. Sie übernehmen vermeintliche Fakten und verbreiten diese dann ungeprüft weiter. Das Überprüfen und Beurteilen von Quellen ist für Kinder nicht immer so leicht nachvollziehbar – dieser Prozess muss daher erlernt und immer wieder geübt werden. Ziel ist es, dass Kinder lernen, Online-Quellen besser einzuschätzen und Informationen aus dem Internet kritisch zu hinterfragen. Folgende Überlegungen erleichtern die Einschätzung, ob eine Informationsquelle vertrauenswürdig ist: 

  • Wer steckt hinter einer Seite?
  • Wie ist der Inhalt dargestellt?
  • Was könnten mit der Seite beabsichtigt werden?
  • Wie ist der Gesamteindruck?


Tipps für Eltern für die gemeinsame Suche 

  • Lassen Sie Ihr Kind in unterschiedlichen Suchmaschinen suchen.
  • Achten Sie auf die korrekte Rechtschreibung von Suchbegriffen. Nach Eigennamen wird am besten unter Anführungszeichen gesucht („Maria Meier“). Hier finden Sie weitere praktische Tipps für die Online-Suche.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind, aussagekräftige Suchbegriffe zu formulieren und diese auf den Punkt zu bringen (z.B. „Foxterrier“ statt „Hund“).
  • Schauen Sie sich gemeinsam die Vorschau-Texte der ersten Treffer an und verändern Sie den Suchbegriff, falls keine passenden Links aufscheinen.
  • Gibt es ein Impressum, Logos oder sonstige Erkennungszeichen, die darauf hinweisen, wer hinter der Website steht? Kann Parteilichkeit vorhanden sein? Sind die Herausgeber/innen bzw. die Autor/innen für das entsprechende Thema kompetent genug?
  • Woher stammen die Informationen auf der Website (Quellenangaben)? Wie aktuell sind die Informationen?
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Informationen aus dem Internet mit anderen Quellen (z.B. Bücher) überprüfen kann. Web-Inhalte sollten immer mit mindesten zwei bis drei anderen Quellen gegengecheckt werden.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie man Suchmaschinen-Werbung erkennt und zeigen Sie Beispiele auf (z.B. bezahlte Links in den Suchergebnissen).
  • Thematisieren Sie auch, warum Informationen von Wikipedia nicht bedenkenlos übernommen werden sollten, z.B. weil die Inhalte nicht immer verständlich sind oder stimmen. Wikipedia ist ein guter Ausgangspunkt für die Internetsuche, erspart aber nicht den intensiven Quellenvergleich.


Weiterführende Links: