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Tipps für Eltern: Wie Kinder und Jugendliche YouTube nutzen

22.06.2016

YouTube & Co: Manchmal ist es ganz schön schwierig, mit den App-Vorlieben der Kids Schritt zu halten. Wir erklären, wie Kinder und Jugendliche das Videoportal YouTube nutzen und geben Tipps zum sicheren Umgang.

Smartphone-Grafiken Designed by Designed by Freepik


Von wegen kurzfristiger Hype: Das Videoportal YouTube feierte letztes Jahr bereits seinen zehnten Geburtstag. Was einst mit einem Video im Zoo und Musikclips begann, ist heute längst zum Internetphänomen geworden. Das Besondere an der Plattform: YouTube machte erstmals Zuschauer/innen auch zu Videoproduzent/innen. Mittlerweile werden pro Minute rund 300 Stunden Videomaterial hochgeladen; mehr als eine Milliarde Nutzer/innen schauen regelmäßig auf der Plattform vorbei.

YouTube ist heute bei jungen Internetnutzer/innen die klare Nummer eins im Netz: Sowohl bei Kindern im Volksschulalter als auch bei Jugendlichen bis 18 Jahre liegt das Videoportal bei den beliebtesten Online-Aktivitäten ganz vorne. Aktive YouTuber/innen sind aber nur die wenigsten: Der Großteil schaut Videos, die von anderen User/innen hochgeladen wurden; nur 13 Prozent stellen selbst eigene Clips online (Quelle: Saferinternet.at-Studie „Bilderwelten im Internet“). 

Tipp: Versuchen Sie, der YouTube-Begeisterung Ihres Kindes offen zu begegnen und lassen Sie sich z.B. dessen Lieblings-Kanäle zeigen und erklären. Das Erstellen und Schneiden von eigenen Videos verlangt spezielle Kenntnisse und viel Übung. Erkennen und fördern Sie diese Fähigkeiten Ihres Kindes – sie sind wichtige Kompetenzen! 


Was schauen Jugendliche auf YouTube?

Junge YouTube-Nutzer/innen verbringen viel Zeit auf der Plattform – doch was sehen sie sich dort eigentlich an? Die Bandbreite der angebotenen Themen ist riesig. Einige Genres sind bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt:

Let’s PlaysLet's Plays auf YouTube

Unter Let's Play (Deutsch: „Lasst uns spielen“) versteht man Videos, in denen Computer- oder Konsolenspiele vorgeführt und kommentiert werden. Die Zuschauer/innen profitieren von Tipps und Lösungsvorschlägen.

Bild lizenziert unter CC0 Public Domain

 

Tutorials (How to)Tutorials auf YouTube

„Hemden schnell falten“, „Griller selber bauen“, „Handytasche häkeln“, „Augen größer schminken“: Auf YouTube findet man praktische Video-Anleitungen für so gut wie jede Lebenslage. 

Bild: Pent Puff Tutorial von Ryan Robinson, lizenziert unter CC BY-NC 2.0

 

Beauty & FashionBeauty & Fashion auf YouTube

Vor allem YouTuberinnen teilen gerne Schmink- und Pflegetipps oder präsentieren ihre neuesten Shopping-Errungenschaften (sogenannte „Hauls“).

Bild lizenziert unter CC0 Public Domain

 

ComedyComdey & Pranks auf YouTube

In YouTubes Comedy-Kanälen wird über alles gelacht – Parodien, lustige Tutorials, ungeschickte Tiere oder Mitmenschen, Slapstick, Animationen, Streiche („Pranks“) oder einfach groben Unfug (Stichwort: The Annoying Orange).

Bild: Santas Ice block racing in Dolores Park - Santacon 2008 von Steve Rhodes, lizenziert unter CC BY-NC-ND 2.0


ChallengesChallenges auf YouTube

Spätestens seit der Ice Bucket Challenge ist diese Art von Video-Wettbewerben auch Menschen außerhalb der YouTube-Welt ein Begriff. Während der Großteil der zu bewältigenden Herausforderungen harmlos und lustig ist, sind manche Challenges nicht ganz ungefährlich.

Bild: Mission Accomplished - ALS Ice Bucket Challenge von Anthony Quintano, lizenziert unter CC BY 2.0.


Einen humorvollen Überblick über die wichtigsten YouTube-Kategorien bietet das österreichische YouTuber/innen-Kollektiv KsFreakWhatElse:



Kleine Kinder und YouTube – niemals ohne Eltern!

Auch für Kinder im Kindergartenalter hält YouTube grundsätzlich ein tolles Angebot bereit, etwa beliebte Zeichentrickserien oder Cartoons in kompakter Länge. Allerdings: YouTube ist kein Babysitter! Eltern können sich nie hundertprozentig darauf verlassen, dass auch das nächste Video in der Playlist für kleine Kinder geeignet ist. So kursieren auf YouTube auch bearbeitete Folgen von „Peppa Wutz“ oder „Bob der Baumeister“, die mit obszönen Ausdrücken oder Gewalt durchsetzt sind – und kleine Kinder sehr verstören können. Kleine Kinder sollten daher niemals mit YouTube-Videos alleine gelassen werden. Eltern oder Großeltern sollten zumindest in der Nähe bleiben und regelmäßig einen Blick auf den aktuellen Clip werfen.

Tipp: Wenn Ihr Kind alleine Videos im Netz schauen möchte, nutzen Sie am besten altersgerechte Angebote außerhalb von YouTube, z.B. „Die Seite mit dem Elefanten“ (www.wdrmaus.de/elefantenseite). Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, wie viele Folgen angeschaut werden dürfen – und machen Sie danach gemeinsam etwas anderes.

 
YouTube für die Jüngsten – weitere Tipps und Infos finden Sie in unserem Elternratgeber Frag Barbara!:



Lernen mit YouTube? Unbedingt!

Auch wenn bei vielen YouTube-Clips ganz klar Spaß und Unterhaltung im Vordergrund stehen, hat das Portal wesentlich mehr zu bieten. So können etwa Erklärfilme, Kurz-Dokus oder Lehrvideos (z.B. www.youtube.com/khanacademydeutsch) beim Lernen oder bei den Hausaufgaben helfen. Selbst renommierte Hochschulen bieten auf YouTube Vorlesungen an. Zusätzlich haben sich spezielle Bildungskanäle wie Explainity etabliert, die selbst komplexe Zusammenhänge aus Politik und Wirtschaft mit einfachen und kurzen Videos erklären. Kein Wunder also, dass Kinder und Jugendliche das Videoportal zunehmend als Suchmaschine verwenden: Wer wissen will, wie etwas geht, sieht es sich auf YouTube an.


Faszination YouTube-Stars

YouTuber/innen sind die Popstars von heute! Die erfolgsreichsten YouTube-Stars generieren mit ihren Videos Millionen von Klicks und verfügen über eine riesige Fan-Gemeinde. Längst macht sich auch die Werbewirtschaft die große Reichweite von YouTuber/innen zunutze.

Viele YouTuber/innen verdienen mit der Vermarktung ihrer Videos ein kleines Vermögen: Neben Werbeeinblendungen zählen bezahlte Produktplatzierungen oder Produktempfehlungen zu den wichtigsten Einnahmequellen. Diese Art von Werbung ist auf YouTube oft nicht eindeutig gekennzeichnet, weshalb es Kindern und Jugendlichen schwer fällt, werbliche Inhalte in den Videos ihrer Lieblings-YouTuber/innen als solche zu erkennen.

Die beliebtesten YouTuber/innen in Österreich 2015/16:

  1. Bibis Beauty Palace (Beauty)
  2. KS Freak Whats Else (Comedy, Vlog, Verschiedenes)
  3. Dagi Bee (Vlog, Comedy, Tutorials, Challenges, Verschiedenes)
  4. Melina Sophie (Vlog, Challenges, Reisen, Frage-Antwort, Verschiedenes)
  5. Dner (Let's Play, Vlog)
  6. LeFloid  (News, Vlog, Let’s Play)
    Julien Bam (Musik, Vlog, Frage-Antwort)
    Paluten (Let's Play/Minecraft, Animationen)


Quelle: Webchecker Broadcast

Tipp: Üben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, versteckte Werbung in YouTube-Videos zu identifizieren: Warum halten so viele  YouTuber/innen bestimmte Produkte in die Kamera? Wurden die präsentierten Einkäufe wirklich selbst bezahlt? Wieso ist es wichtig, welche Hose oder welchen Pulli die YouTuberin im Video trägt? Wohin führen die Links unter dem Video?

Weiterführende Links: