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Was Eltern über die Lieblings-Apps ihrer Kinder wissen müssen

08.03.2016

Snapchat, Instagram & Co: Manchmal ist es ganz schön schwierig, mit den App-Vorlieben der Kids Schritt zu halten. Wir erklären, wie Kinder und Jugendliche angesagte Soziale Netzwerke nutzen und geben Tipps zum sicheren Umgang.

Snapchat, Instagram & Co.: Welche Apps sind bei Kindern und Jugendlichen gerade angesagt? Icons: Designed by Freepik.com

Gestern Facebook, heute WhatsApp, Instagram und Snapchat, morgen…?! Die Lieblings-Netzwerke von Kindern und Jugendlichen wechseln rasend schnell. Im Jugend-Internet-Monitor 2016 von Saferinternet.at wurde erstmals erhoben, welche Sozialen Netzwerke und Apps bei Österreichs Jugendlichen aktuell am beliebtesten sind.

Manchmal ist es ganz schön schwierig, mit den App-Vorlieben der Kids Schritt zu halten. Besonders Eltern quält oft die Frage: Was tut mein Kind eigentlich in Sozialen Netzwerken? Wir geben einen Überblick über Apps, die bei Kindern und Jugendlichen gerade top sind.


Instagram


Der Saferinternet-at-Account von Saferinternet.atBei Instagram dreht sich alles um das Aufnehmen, Bearbeiten und Teilen von Fotos und kurzen Videos. Im Vordergrund steht dabei die Ästhetik der Bilder: Für das „perfekte“ Instagram-Bild wird posiert, inszeniert und schon mal das Kinderzimmer aufgeräumt.

Die aufgenommenen Fotos können direkt in der App mit verschiedenen Filtern „verschönert“ und bearbeitet werden. Mithilfe von #Hashtags werden Fotos und Videos bestimmten Kategorien zugeordnet und so der Instagram-Community zugänglich gemacht. Instagram-Enthusiasten geht es natürlich um möglichst viel Aufmerksamkeit für die eigenen Fotos – die Anzahl der „Likes“ und „Follower“ soll schließlich weiter steigen. Für die Selbstdarstellung im Netz spielt Instagram eine bedeutende Rolle: Viele Likes stärken das Selbstbewusstsein.

Hier geht es zum Instagram-Account von Saferinternet.at: www.instagram.com/saferinternet.at

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Art von Bildern auf Instagram gepostet werden dürfen und welche tabu sind (z.B. freizügige Fotos oder Bilder, die einen Rückschluss auf Wohnort oder Schule zulassen etc.). Abgebildete sollten vor dem Posten der Aufnahmen immer um Erlaubnis gefragt werden („Recht am eigenen Bild“). Vereinbaren Sie entsprechende Regeln!

>> Elternratgeber „Frag Barbara!“ – Bilderwelt auf Instagram (Video)


Snapchat

Das ist Snapchat!Bei Snapchat hingegen geht es um schnelle Schnappschüsse und Momentaufnahmen. Der Reiz der App liegt darin, dass verschickte Bilder nach maximal 10 Sekunden wieder „verschwinden“ – danach sind die „Snaps“ für die Empfänger/innen nicht mehr sichtbar.

Da liegt es natürlich nahe, besonders „blöde“ oder „peinliche“ Fotos zu versenden. Unter älteren Jugendlichen wird Snapchat auch zum Austausch von Nacktaufnahmen genutzt („Sexting“). Wie Instagram bietet auch Snapchat viele kreative Foto-Filter und animierte Effekte, um den Bildern das gewisse Etwas zu verleihen – wobei es bei Snapchat mehr um den Spaßfaktor als um „Schönheit“ geht.

Tipp: Vorsicht: Snapchat-Bilder sind nicht wirklich weg! Empfänger/innen können etwa einen Screenshot erstellen oder die Snaps mithilfe spezieller Apps abspeichern. Auch mit Snapchat gibt es also kein „Safer Sexting“!


YouTube

Das ist YouTube!Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit auf YouTube – neben Musikvideos bietet die Plattform eine breite Palette an Genres und Formaten. Besonders beliebt bei Teenagern: Let’s Play-Videos (Gaming), Beauty & Fashion-Tipps sowie Comedy-Clips aller Art. Tausende Tutorial-Videos bieten zudem Hilfestellungen für so gut wie jede Lebenslage.

Kein Wunder also, dass junge Nutzer/innen das Videoportal zunehmend als Suchmaschine verwenden: Wer wissen will, wie etwas geht, sieht es sich auf YouTube an. Eigene Videos stellen nur die wenigsten online – das bleibt meist den Stars der YouTube-Szene überlassen. YouTuber sind die Popstars von heute und verfügen über riesige Fan-Gemeinden. Diese große Reichweite macht sich auch die Werbewirtschaft zunutze: Erfolgreiche YouTuber verdienen mit Produktplatzierungen und Werbeeinblendungen ein kleines Vermögen.

Tipp: Mit diversen Zeichentrickfilmen und Cartoons bietet YouTube auch den Jüngsten ein interessantes Programm. Kleine Kinder sollten mit YouTube-Videos aber nicht alleine gelassen werden – man kann nie wissen, ob auch der nächste Clip in der Playlist für Kinder geeignet ist!

>> Elternratgeber „Frag Barbara!“ – YouTube: Niemals ohne Eltern (Video)


WhatsApp

Das ist WhatsApp!Der Messenger ist ein fixer Stern am Social-Media-Himmel und wird von so gut wie allen Jugendlichen genutzt. Neben dem Austausch mit Freund/innen oder Klassenkolleg/innen wird WhatsApp immer öfter zur Planung des Familienalltags eingesetzt – gemeinsame Gruppen mit Mama, Papa, Geschwistern und Tanten sind keine Seltenheit mehr.

In der Vergangenheit stand WhatsApp immer wieder wegen Sicherheitslücken in der Kritik und hat seitdem an vielen Stellen nachgebessert (z.B. teilweise Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Dennoch haben sensible Daten wie Passwörter oder Bankdaten in WhatsApp nichts verloren – das gilt allerdings auch für andere Messenger-Apps und Online-Plattformen.

Tipp: In WhatsApp kursieren manchmal Kettenbriefe mit Horrorgeschichten – diese können besonders jüngeren Kindern große Angst machen! Nehmen Sie diese Ängste unbedingt ernst und erklären Sie, dass solche Nachrichten Lügen sind und nicht weitergeschickt werden sollten.

>> Elternratgeber „Frag Barbara!“ – WhatsApp-Wahnsinn (Video)


Weitere Tipps für Eltern

  • Privatsphäre schützen. In den meisten Sozialen Netzwerken gibt es Einstellungen, um die eigene Privatsphäre besser zu schützen. Stellen Sie dabei folgende Leitfragen: Wer kann meine Inhalte sehen? Wer kann mich kontaktieren? Wie melde ich Missbrauch? Hier finden Sie praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen für beliebte Soziale Netzwerke.

  • Selbst ausprobieren. Probieren Sie Instagram & Co. einfach einmal selbst aus oder begeben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf „Entdeckungsreise“! Sie werden nicht nur die Faszination dahinter besser verstehen, sondern auch mögliche Risiken besser einschätzen können.

  • Nutzungsbedingungen beachten. Facebook, Instagram und Snapchat dürfen offiziell erst ab 13 Jahren genutzt werden, WhatsApp sogar erst ab 16. Die Realität sieht freilich anders aus, da die Anmeldung auch für jüngere Kinder kein Problem ist.


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