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Watchlist Internet feiert 1-jähriges Bestehen – und viele Erfolge

14.07.2014

Auf der Watchlist Internet werden seit Juli 2013 Warnungen und Tipps rund um Internet-Betrug veröffentlicht. Ziel ist, österreichische Internetnutzer/innen rechtzeitig vor Online-Fallen zu bewahren.

Die Watchlist Internet, eine unabhängige Informationsplattform zu Internet-Betrug und betrugsähnlichen Online-Fallen, feierte ihren ersten Geburtstag. (c) Dan Kosmayer - Shutterstock.com, Saferinternet.at

Unsere Kolleg/innen vom Internet Ombudsmann, Österreichs größter Streitschlichtungs- und Beratungsstelle im Internet, können stolz sein: Im Juli 2013 starteten sie die unabhängige Informationsplattform Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at) zu Internet-Betrug und betrugsähnlichen Online-Fallen. Seither informiert die Watchlist Internet österreichische Internetnutzer/innen über aktuelle Betrugsfallen im Netz, gibt hilfreiche Tipps zur Prävention und erklärt gängige Betrugsmaschen. Bereits 418.000 Besucher/innen haben sich im ersten Jahr auf der Watchlist Internet informiert, 265 konkrete Warnmeldungen wurden veröffentlicht und mehr als 4.850 Online-Fallen von User/innen gemeldet. Zahlreiche positive Rückmeldungen zeigen, dass viele User/innen durch die Informationen auf der Watchlist Internet vor finanziellem Schaden bewahrt werden konnten.

Auf der Watchlist Internet finden Konsument/innen vor allem Antworten auf folgende Fragen:

  • Handelt es sich in einem konkreten Fall (z.B. bei einer bestimmten Website oder bei einer E-Mail) um Betrug?
  • Was kann ich tun, wenn ich in eine Betrugsfalle getappt bin?
  • Wie kann ich mich vor Betrugsfallen schützen


Aktive Mithilfe der User/innen ist gefragt

Bisher haben sich rund 418.000 Konsument/innen auf der Watchlist Internet über Online-Betrugsfälle informiert. Die meisten User/innen kommen dabei über zielgerichtete Suchmaschinenanfragen zu zweifelhaften E-Mails, Websites etc. auf die Plattform. Bereits vier von zehn der beim Internet Ombudsmann eingereichten Beschwerden fallen in die Kategorie „Betrug“ oder „betrugsähnliche Angebote“.

Die Watchlist Internet setzt stark auf die Internetnutzer/innen selbst als Informationsquelle. Über ein Meldeformular können User/innen Online-Fallen selbst melden und so die Aufklärungsarbeit aktiv unterstützen. Im ersten Jahr des Bestehens sind so mehr als 4.850 Meldungen von Konsument/innen eingegangen, die eine wichtige Grundlage für die tagesaktuellen Warnungen der Watchlist Internet sind. 75 Prozent der eingegangenen Meldungen betrafen gefälschte Rechnungen.


Tipps zum Schutz vor Internet-Betrug

Um nicht selbst zum Opfer von Online-Betrüger/innen zu werden, empfiehlt die Watchlist Internet fünf konkrete Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nicht alles glauben. Seien Sie bei allzu verlockenden Angeboten misstrauisch.
  • Persönliche Daten schützen. Geben Sie Name, Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum etc. nur äußerst sparsam im Internet bekannt.
  • Unbekannte E-Mails löschen. Öffnen Sie keine Dateianhänge von E-Mails unbekannter Herkunft und klicken Sie nicht auf darin enthaltene Links.
  • Erst lesen, dann kaufen. Bevor Sie etwas im Internet bestellen, informieren Sie sich über den Anbieter.
  • Hilfe holen. Aktuelle Betrugsfallen im Netz: www.watchlist-internet.at 
    Streitschlichtung und Beratung: www.ombudsmann.at

Jubiläumstipp: Anlässlich des 1. Watchlist Internet-Geburtstags können sich User/innen lustige Watchlist Internet-Postkarten mit Betrugssprüchen und wertvollen Tipps herunterladen und verschicken. 


Betrugsfälle 2013/14 zeigen Trend zu Professionalierung und emotionalen Fallen

Viele der gemeldeten Betrugsfälle lassen eine zunehmende Professionalisierung der Betrüger/innen erkennen. So ist 2013 vor allem die Verbreitung von täuschend echt wirkenden, in Wahrheit aber gefälschten Rechnungen regelrecht explodiert: In E-Mails wird auf den vermeintlichen Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages hingewiesen und eine Zahlung unter Androhung rechtlicher Schritte gefordert. Details zu der Bestellung und die Zahlungsdaten finden sich angeblich in angehängten Dateien, welche aber in Realität gefährliche Schadsoftware enthalten. Häufig werden auch bekannte Unternehmen als Auftraggeber und erfundene Inkassobüros oder Anwaltskanzleien als Absender angeführt. Rund 3.000 Meldungen ergingen zu diesem Thema bislang an die Watchlist Internet.

Das zweite Hauptthema bei den Online-Fallen waren betrügerische Handelsplattformen, die vor allem von einer Firma mit dem aktuellen Namen B2B Technologies Chemnitz GmbH betrieben werden. Konsument/innen werden über Werbung auf Facebook auf professionell gestaltete Websites weitergeleitet. Diese erwecken den Eindruck, man könne dort Waren zu sehr günstigen Preisen erwerben. Um die Angebote einsehen zu können, ist allerdings zuerst eine Anmeldung erforderlich. Sichtbare Hinweise auf etwaige Anmeldegebühren fehlen. Nach erfolgter Anmeldung werden die Konsument/innen mit Zahlungsaufforderungen und Mahnungen konfrontiert, obwohl in diesem Fällen davon auszugehen ist, dass kein gültiger Vertrag zustande gekommen ist.

Viele aktuelle Fälle zeigen, dass sich Online-Betrüger zunehmend der emotionalen Ebene bedienen. Dabei investieren die Betrüger viel Zeit, um Vertrauen zu ihren potentiellen Opfern aufzubauen. Die Palette reicht dabei von den „klassischen“ Heiratsschwindlern (Love-Scams) und Sex-Betrug via Video-Chat, über Tierkauf über Kleinanzeigen-Plattformen bis hin zu Betrug bei Kinderadoptionen.

Besonders makaber: auch die Hinterbliebenen kürzlich verstorbener Personen geraten in das Visier der Betrüger/innen. Den Angehörigen werden Rechnungen von Internet-Pornodiensten geschickt, welche der/die Verstorbene angeblich kurz vor dem Tod konsumiert haben soll.

Fake-Shops, Immobilien- bzw. Treuhand-Betrug über Kleinanzeigen-Plattformen, Phishing-Mails und Markenfälscher waren im letzten Jahr ebenfalls Dauerbrenner.

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