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WhatsApp-Gruppen in der „neuen“ Schule – Tipps zum Umgang

30.12.2013

Wenn die Kinder nach der Volksschule in eine neue Schule kommen, ändert sich vieles. Nun haben fast alle ein Handy, viele sogar ein Smartphone. Schnell ist WhatsApp installiert und schon geht der „Wahnsinn“ los.

Gerade am Anfang der WhatsApp-Nutzung sind die Aktivitäten in Gruppen besonders spannend. In neuen Klassenverbänden findet darüber auch eine Art Rollenverteilung statt. Eltern und Lehrende sollten die Kinder gerade in diesen ersten „WhatsApp-Phasen“ unterstützen.

Wenn die Kinder nach der Volksschule in eine neue Schule kommen, ändert sich vieles. Nun haben fast alle ein Handy, viele sogar ein Smartphone. Schnell ist WhatsApp installiert und schon geht der „Wahnsinn“ los.

Gruppenbildungsprozesse über WhatsApp

WhatsApp-Gruppen werden von den Kindern, ohne nachzudenken, neu angelegt, um tags darauf wieder gelöscht zu werden. Noch ist in den neuen Klassengemeinschaften nicht klar, wer welche Rolle innehat. Hier passieren erst die üblichen Gruppenbildungsprozesse – auch mit Hilfe von WhatsApp. Um in der Klasse „wichtiger“ zu werden, legen manche Kinder sehr viele unterschiedliche Gruppen an. Die Storming-Phase der Klassenbildung findet sich somit auch in WhatsApp wieder: Viele erste Klassen haben am Ende des Schuljahres bis zu 15 (und manche noch mehr!) WhatsApp-Gruppen.

Bald stellt sich eine „Sättigung“ ein

Die unglaubliche Menge an Gruppen bedeutet aber auch eine Unzahl von Nachrichten, die verschickt werden: Bis zu 300 Nachrichten pro Tag können da schon zusammen kommen! Doch irgendwann überfordert dies auch die begeistertersten Kinder. Dann beginnt der Prozess der Konsolidierung. Es werden zunehmend weniger WhatsApp-Gruppen aktiv genutzt. Oft werden diese auch so lange umbenannt, bis sie den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.

Es kann beobachtet werden, dass in der 2. Klasse die Storming-Phase ins Norming übergeht – so bleiben oft nur zwei Gruppen übrig: eine Gruppe zum Austausch von Hausaufgaben/Teststoff/Lernen für Schularbeiten und eine zweite, wenn es „fad“ ist. Manchmal gibt es noch Spezialgruppen, wie z.B. die der Minecraft-Spieler/innen oder reine Mädchengruppen.

Tipps für Eltern und Lehrende

Was können nun Eltern oder Lehrende tun, um die Kinder besonders in den ersten „WhatsApp-Phasen“ zu unterstützen?

Tipps für Eltern:

  • Lernen Sie WhatsApp kennen! Vielleicht macht es ja auch Sinn, es für die Familienkommunikation zu nutzen?
  • Reflektieren Sie mit Ihrem Kind die Nutzung von WhatsApp. Wieviele Gruppen sind notwendig? Auf welche Dinge müssen Moderator/innen achten, wenn sie eine WhatsApp-Gruppe ins Leben rufen? Wofür ist WhatsApp wirklich praktisch, was überfordert nur?
  • Reicht es, eine Gruppe zu verlassen, wenn man bemerkt, dass darüber jemand fertig gemacht wird? Nein, natürlich nicht! Denn aus der Gruppe austreten, bedeutet ja nur, dass weggeschaut wird. In solchen Fällen sollte mit denjenigen geredet werden, die andere Personen fertig machen. Hilft dies nichts, so ist eine Blockierung der Personen sinnvoll. Treten Sie mit der Schule in Kontakt, aber nicht unbedingt mit den Eltern der vermeintlichen Täter/innen. Denn dies verschärft Konflikte eher als sie zu lösen!
  • Wenn sie die Klingeltöne der WhatsApp-Nachrichten nerven, so bitten Sie Ihr Kind, die Töne für die Benachrichtungen in den Einstellungen zu deaktivieren.
  • Verurteilen Sie Ihr Kind nicht dafür, dass es in so vielen Gruppen aktiv ist. Dies pendelt sich im Laufe der Zeit von selbst ein! Überlegen Sie gemeinsam, wofür WhatsApp sinnvoll genutzt werden kann, z.B. bei der Organisation von versäumten Hausübungen oder zum Lernen für Tests.

Tipps für Lehrende:

  • Nutzen Sie die WhatsApp-Gruppen, um das Klassenklima in der Klasse zu reflektieren. Folgende Fragen können hilfreich sein, um Spielregeln in der Klasse zu vereinbaren:

              •Welche Gruppen haben wir?

              •Warum wurden diese Gruppen gegründet?

              •Wer ist für welche Gruppen verantwortlich?

              •Welche Regeln haben wir? Welche sollten wir noch haben?

              •Was tun, wenn ich bemerke, dass jemand fertig gemacht wird?

  • Ein besonderes Augenmerk kann auch auf die Rolle der Moderator/innen gelegt werden: Gemeinsam kann festgelegt werden, wie sich Moderator/innen in einem „Krisenfall“ verhalten sollen. Es ist keine Lösung, einfach die Gruppe zu verlassen, wenn etwas Unangenehmes in der Gruppe passiert. Der/die Moderator/in hat die Möglichkeit, diejenigen, die jemanden anderen fertig machen oder stören, darauf aufmerksam machen. Bei wiederholtem „Fehlerverhalten“ kann es hilfreich sein, die Personen aus der Gruppe zu löschen.

  • Sollten Sie mit Ihren Schüler/innen gemeinsam WhatsApp nutzen wollen, so bedenken Sie, dass damit auch Ihre Telefonnummer in Umlauf kommen kann. Sollte diese ohnehin bekannt sein, dann also warum nicht eine gemeinsame WhastApp-Gruppe? Ideen für den Einsatz von WhatsApp im Unterricht finden Sie z.B. hier.
  • Wenn WhatsApp für Cyber-Mobbing genutzt wird, reagieren Sie als Schule eindeutig! Beziehen Sie Stellung und machen die den Schüler/innen unmissverständlich klar, dass dies in dieser Schule nicht geduldet wird. Weitere Tipps dazu finden Sie hier.


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