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Wie Sie gegen Hetze und Radikalismus im Internet vorgehen können

23.10.2015

Wir zeigen, wo Sie Materialien und Beratung zu Online-Dschihadismus und -Radikalismus finden und wie Sie Hasspostings und unangemessene Inhalte im Internet melden können.

Wie kann ich Hasspostings und Hatespeech im Internet begegnen? Wo finde ich Beratung zu Radikalisierung und Extremismus? Bild: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain.

Radikale religiöse Gruppierungen bzw. politisch extreme Gruppen nutzen heute immer häufiger das Internet und insbesondere Soziale Netzwerke, um ihr radikales Gedankengut zu verbreiten. Viele Eltern, Lehrende und auch Jugendliche selbst stellen sich die Frage, wie mit Fällen von Online-Dschihadismus oder -Radikalismus umzugehen ist. Gleichzeitig steigt auch die Anzahl an rassistischen oder fremdenfeindlichen Hassbotschaften im Netz („Hatespeech“).

Wir haben zusammengefasst, wo Sie Informationen und Beratung zu Online-Dschihadismus und -Radikalismus finden und wie Sie gegen Hetze auf Online-Plattformen und in Sozialen Netzwerken vorgehen können.


Wo finde ich Informationen zum Thema „Hasspostings im Internet“?

Let's Plays auf YouTube 

Bild: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain


1. Online-Handbuch „Bookmarks“

Im Rahmen der Kampagne „No Hatespeech“ wurde das Online-Handbuch „Bookmarks – A manual combating hate speech online through human rights education“ veröffentlicht. Es zeigt in 21 Unterrichtsbeispielen für 13- bis 18-Jährige Aktivitäten, wie junge Menschen Hassreden im Internet sowie Cyber-Mobbing entgegentreten können. Die europaweite (Jugend-)Kampagne des Europarats richtet sich gegen alle Formen von Hassreden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Hasspostings im Internet.

Kostenloser Download: Handbuch: „BOOKMARKS – Bekämpfung von Hate Speech im Internet durch Menschenrechtsbildung“ (pdf, 3.5 MB)

Kostenloser Download der englischsprachigen Version: www.nohatespeechmovement.org/bookmarks


2. Broschüre „Geh sterben! – Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet“

Wie kann Hatespeech im Internet begegnet werden? Wer trägt welche Verantwortung? Und was ist Hatespeech eigentlich genau? Die Informationsbroschüre „Geh sterben! – Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet“ der Amadeu Antonio-Stiftung gibt Antworten auf diese Fragen.

Kostenloser Download der Broschüre unter www.amadeu-antonio-stiftung.de/hatespeech


3. Folder „Hasspostings“ der ISPA

Der Folder „Hasspostings“ der Internet Service Providers Austria (ISPA) informiert darüber, wann angriffige Postings einen rechtlichen Straftatbestand erfüllen.

Kostenloser Download unter ispa.at/hasspostings oder im Saferinternet.at-Broschürenservice.


4. Jugend und Extremismen – Informationsseite des BMB

Umfassende Informationen des Bundesministeriums für Bildung (BMB), Kontaktadressen von Beratungsstellen sowie den kostenlosen Folder „Jugend und Extremismen“ finden Sie unter www.bmb.gv.at/schulen/service/jugendundextremismen.


5. Elternratgeber „Rechtsextremismus im Internet“ von Klicksafe.de

Diese Broschüre informiert darüber, wie rechtsextreme Gruppierungen das Netz nutzen, wie Sie rechtsextreme Inhalte erkennen können und wie Sie Ihr Kind fit machen können, damit umzugehen. 

Kostenloser Download: Elternratgeber „Rechtsextremismus im Internet“ von Klicksafe.de


6. Broschüre Hate Speech  Hass im Netz. Informationen für Eltern und Fachkräfte von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Diese Broschüre informiert über verschiedene Spielarten von Hate Speech und unterstützt dabei, Hasspostings im Internet zu identifizieren und entsprechende Handlungsoptionen zu entwickeln.

Kostenloser Download: „Hate Speech – Hass im Netz. Informationen für Eltern und Fachkräfte“ (pdf, 3.4 MB)


7. Broschüre „Islamismus im Internet“ von Jugendschutz.de

Die Publikation informiert darüber, wie Islamisten versuchen, Jugendliche im Netz zu ködern. Die islamistische Propaganda beinhaltet Symbole aus der Popkultur, Anleihen aus Videospielen oder Hollywood-Filmen und findet überwiegend über Facebook, YouTube und Twitter statt.

Kostenloser Download: Broschüre „Islamismus im Internet: Propaganda – Verstöße – Gegenstrategie“ von Jugendschutz.net (pdf, 649 KB)


8. Forsa-Umfrage „Ethik im Netz  Hate Speech“ im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Aktuelle Umfrage (Juni 2016) aus Deutschland zur Wahrnehmung von und Umgang mit Hate Speech im Internet.

Kostenloser Download: Forsa-Umfrage „Ethik im Netz – Hate Speech“ (pdf, 127 KB)



Wo finde ich Beratung zu Radikalisierung und Extremismus?

Bild: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain


1. Beratungsstelle Extremismus des BMFJ

Das Team der Beratungsstelle Extremismus (im Auftrag des Jugendministeriums) steht Ihnen zur Verfügung, falls Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Kind, ein/e Schüler/in oder Ihnen anvertraute Jugendliche einer radikalen religiösen Gruppierung bzw. einer politisch extremen Gruppe angeschlossen haben oder mit rechtsextremem oder radikal islamistischem Gedankengut sympathisieren.

Die Beratung ist kostenlos und anonym (Sprachen: Deutsch, Türkisch, Englisch, Arabisch und Persisch). 

Hotline: 0800 20 20 44 (Montag bis Freitag, 10.00-15.00 Uhr)
E-Mail:  officeberatungsstelleextremismusat


2. 147 Rat auf Draht

Der Notruf 147 Rat auf Draht steht Kindern und Jugendlichen sowie deren Bezugspersonen zur Verfügung – rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Auch bei Fragen rund um (Online-)Radikalisierung kann man sich an das Psycholog/innen-Team wenden:

Per Telefon unter 147 (ohne Vorwahl), in der Online-Beratung oder im Chat (jeden Freitag von 18:00 bis 20:00 Uhr).


3. Schulpsychologische Beratungsstellen in den Bundesländern

Die schulpsychologischen Beratungsstellen unterstützen Schulen im Bedarfsfall bei der Bewältigung schwieriger Situationen, z.B. in Form von Einzelgesprächen mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, Klasseninterventionen, Beratung der Schulleitung bzw. von Lehrkräften und Planung von Präventionsmaßnahmen.

Kontakt: Ansprechpartner/innen im Bildungsministerium und in den Bundesländern

 

Wie kann ich Hasspostings und andere unangemessene Inhalte melden?

 

Bild: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain


1. Hasspostings direkt an das Soziale Netzwerk melden

Wenn Sie in Sozialen Netzwerken auf hasserfüllte Beiträge stoßen, können Sie diese in der Regel direkt an das jeweilige Netzwerk melden. Eingegangene Meldungen werden vom Netzwerk-Betreiber überprüft und gegebenenfalls gelöscht. Das kann aufgrund der großen Anzahl an Meldungen einige Zeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, Nutzer/innen, die Hasspostings verbreiten, zu melden oder zu blockieren.

Es gibt allerdings unterschiedliche Erfahrungen, wie Soziale Netzwerke in der Praxis mit derartigen Meldungen umgehen. Nicht immer wird auf einschlägige Meldungen reagiert.

Wir zeigen an dieser Stelle, wie Sie Hasspostings bzw. extremistische Inhalte in jenen Sozialen Netzwerken melden können, in denen sie am häufigsten vorkommen.

Ausführliche Informationen zum Melden bzw. Blockieren von User/innen und Beiträgen finden Sie in unseren Privatsphäre-Leitfäden für Soziale Netzwerke: www.saferinternet.at/leitfaden


Facebook

Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Beitrag „Hasspostings auf Facebook melden“.


Instagram

  • Klicken Sie beim entsprechenden Beitrag auf das Symbol mit den drei Punkten (rechts unter dem Bild). Wählen Sie im neuen Fenster die Option „Melden“.

  • Begründen Sie im nächsten Schritt, warum Sie das Foto melden. Wählen Sie dazu „Dieses Foto sollte sich nicht auf Instagram befinden“ und danach „Hassbotschaften oder -symbol“.


Twitter

  • Klicken Sie unter dem Beitrag auf das Drei-Punkte-Symbol und wählen Sie dann die Option „Melden“.

  • Geben Sie danach den Grund für Ihre Meldung an. Abschließend haben Sie noch die Möglichkeit, den Nutzer/die Nutzerin bei Twitter zu blockieren bzw. stummzuschalten.

Legen andere Twitter-/Nutzer/innen ein beleidigendes oder missbräuchliches Verhalten an den Tag, können Sie diese auch über ein eigenes Formular an den Twitter-Support melden: support.twitter.com/forms/abusiveuser.


Ask.fm

  • Klicken Sie im Profil des Users/der Userin auf „Melden“ (ganz rechts). Gemeldete Profile werden zur Überprüfung an die Ask.fm-Moderator/innen gesendet.

  • Geben Sie an, weshalb das Profil Ihrer Meinung nach gegen die Nutzungsbedingungen von Ask.fm verstößt. Wählen Sie dazu die Option „Dieser Nutzer gefährdet Personen“ und danach „Hassbotschaften und Extremismus“.

 
YouTube

  • Klicken Sie unter dem Video auf „Mehr“ (Drei-Punkte-Symbol) und danach auf „Melden“.

  • Geben Sie einen Grund an, weshalb Sie dieses Video melden. Wählen Sie etwa „Hasserfüllte/beleidigende Inhalte“ und im Drop-down-Menü Verherrlicht Hass oder Gewalt, oder Sie wählen „Gewaltsame/abstoßende Inhalte“ und danach „Fördert Terrorismus“.

 

2. Hassbotschaften in den Kommentaren von Websites und Blogs

Wenn Sie auf Websites oder Blogs auf rassistische oder hasserfüllte Kommentare von anderen User/innen stoßen, können Sie diese an die Seitenbetreiber/innen melden. Falls Ihnen der Inhaber/die Inhaberin der Website nicht bekannt ist, schauen Sie im Impressum der Seite nach. Auf vielen Websites und Online-Plattformen gibt es auch direkt im Kommentarbereich eine Meldemöglichkeit.


3. Anzeige erstatten

Online-Postings, die einen Straftatbestand erfüllen – etwa Verhetzung §283 Abs. 1 StGB – können Sie bei jeder Polizeidienststelle anzeigen. Dort wird man Sie beraten, Ihre mündliche Aussage zu Protokoll bringen und die weiteren Schritte für die Strafverfolgung in die Wege leiten. Wichtig: Jede Polizeidienststelle ist zur Aufnahme einer Anzeige verpflichtet – lassen Sie sich nicht abwimmeln! Weitere Infos zur rechtlichen Lage: Hasspostings  was sagt das Gesetz?


4. Meldestelle NS-Wiederbetätigung

Neonazistische, rassistische oder antisemitische Inhalte auf Websites oder in Sozialen Netzwerken können Sie an die Meldestelle NS-Wiederbetätigung des Innenministeriums melden.

E-Mail: ns-meldestellebvt.gvat 


5. Meldestelle gegen radikal islamistische Videos

Falls Sie im Internet auf radikal islamistische Videos von Terrororganisationen oder Extremisten stoßen, können Sie den Videolink an die Meldestelle des Innenminsteriums schicken. Die gemeldeten Videos werden zur Überprüfung an Google bzw. YouTube weitergeleitet.

E-Mail: stopextremistsbmi.gvat


6. Stopline – Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet

Bei der Stopline können Sie – auch anonym – Meldung erstatten, wenn Sie im Netz auf nationalsozialistische Inhalte oder kinderpornografisches Material stoßen.

Hier finden Sie das Stopline Meldeformular.


7. Dokumentation von Rassismus durch ZARA

Fälle von Rassismus – auch im Online-Bereich – können Sie an die Initiative ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit melden. ZARA dokumentiert und berät zu rassistischen Vorfällen, auch im Internet. Hasspostings können der Beratungsstelle gemeldet werden, ZARA bemüht sich um eine Entfernung (u.a. durch Kontaktieren der Seitenbetreiber/innen) und bringt strafrechtlich relevante Inhalte zur Anzeige. Weiters bietet ZARA Melder/innen kostenlose Beratung und Unterstützung bei (rechtlichen) Schritten an. 

E-Mail: beratung(at)zara.or.at

Online: Meldeformular auf der Website www.zara.or.at


Weiterführende Links: