Fachtagung 2026
Rückblick: Safer Internet – Aufwachsen in der digitalen Welt
Spannende Vorträge, Diskussionsrunden und viel Raum zum Austausch: Das bot unsere Fachtagung „Safer Internet – Aufwachsen in der digitalen Welt“, bei der der Onlinealltag von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt stand. Rund 220 Besucher:innen nahmen an der ausgebuchten Veranstaltung teil, die am 12.02.2026 bei unserem langjährigen Partner A1 Telekom Austria in Wien stattfand.
Mit welchen Herausforderungen Kinder und Jugendliche im Internet konfrontiert sind und wie ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien gefördert werden kann, waren die zentralen Fragen, mit denen sich die Fachtagung auseinandersetzte. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema KI und welchen Einfluss diese auf das Leben Jugendlicher hat.
Neben den Impulsen von Medien-Expert:innen brachten auch Jugendliche selbst ihre Perspektiven ein und gestalteten die Fachtagung maßgeblich mit. Im Rahmen von moderierten Tischgruppen luden sie das Publikum zum Erfahrungsaustausch ein und vermittelten praxisnahe Tipps zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Love scams, Cybergrooming oder Datenschutz. Den Gästen wurden dadurch vielfältige und authentische Einblicke in die digitale Lebenswelt junger Menschen geboten.
Zur Fotogalerie! (© Saferinternet.at)
Programmüberblick
- Eröffnung & Begrüßung
- Jiří Dvorjančanský (A1 CEO)
- Alexander Pröll (Staatssekretär für Digitalisierung, Verfassung, öffentlichen Dienst, Koordinierung und Kampf gegen Antisemitismus)
- Vorträge von Medien-Expert:innen
- Barbara Buchegger (pädagogische Leitung, Saferinternet.at) & Christine Piriwe (Sozialpädagogin, Rat auf Draht): KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche
- Michaela Barta-Müller (Transformation Lead, A1): Zwischen Klassenzimmer, Jugendkultur und Arbeitswelt: KI als Bildungsauftrag
- Julia Krickl (Co-Head of Research, Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation): Friend.exe: AI-Companions und ihre Bedeutung für Kinder & Jugendliche
- Workshops und Erfahrungsaustausch (gestaltet und moderiert von Jugendlichen)
- Verabschiedung
Künstliche Intelligenz als zentrales Thema
Der Schwerpunkt der Fachtagung lag auf KI-Anwendungen als alltäglichen Begleitern von Jugendlichen. Dieses Thema, mit dem sich auch unsere Studie zum Safer Internet Day 2026 auseinandersetzte, wurde bereits in den einleitenden Worten von A1-CEO Jiří Dvorjančanský aufgegriffen. Er wies auf die Notwendigkeit von mehr Bildung in Bezug auf KI-Anwendungen und deren Risiken hin, unterstrich das starke Commitment von A1 in diesem Bereich und die Bereitschaft, sich im Zuge der langjährigen Partnerschaft mit Saferinternet.at auch zukünftig für die Förderung entsprechender Kompetenzen einzusetzen.
A1-CEO Jiří Dvorjančanský betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung von KI-Bildung und Medienkompetenz. Bild: Saferinternet.at
Auch Staatssekretär Alexander Pröll ging in seiner Eröffnungsansprache auf die Bedeutung von Medienkompetenz ein, die angesichts der digitalen Transformation und der rasanten Entwicklung von KI immer wichtiger werde. In seiner Ansprache plädierte Pröll für regulatorische Maßnahmen wie das viel diskutierte Social-Media-Verbot, sprach sich aber zugleich für die Förderung von Medienkompetenz im schulischen Bereich und durch Maßnahmen wie die Digitale Kompetenzoffensive aus.
Zudem betonte Pröll, wie wichtig es gerade beim Thema Social-Media-Verbot sei, auch die Stimmen der betroffenen Jugendlichen zu hören und deren Meinungen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Die Chance, mit jungen Menschen in direkten Austausch zu treten, ergriff der Staatssekretär gleich anschließend: Er lud die Anwesenden des Saferinternet.at-Youth Panels vor Ort zu einer Diskussionsrunde ein, um zu hören, was die Jugendlichen zu diesem Thema zu sagen hatten – ein wertvoller Austausch für alle Beteiligten.
Staatssekretär Alexander Pröll („Xandi“, wie er sich den Jugendlichen vorstellte) im Austausch mit dem Saferinternet.at-Youth-Panel zum Thema Social-Media-Verbot für Jugendliche. Bild: Saferinternet.at
KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche
Auf welche Art und Weise Jugendliche KI-Chatbots zur sozialen Interaktion nutzen, beleuchteten die Sozialpädagogin Christine Piriwe von Rat auf Draht und die pädagogische Leiterin von Saferinternet.at, Barbara Buchegger, im ersten Expertinnen-Vortrag des Nachmittags: In ihrem aufschlussreichen Dialog gaben sie einen Einblick in die Art und Weise, wie junge Menschen KI-Chatbots zur sozialen Interaktion nutzen. Angereichert mit vielen Fallbeispielen aus der Beratungspraxis gelang es ihnen einerseits, den Mehrwert greifbar zu machen, den Jugendliche aus der Kommunikation mit Chatbots ziehen, und andererseits die damit verbundenen Risiken aufzuzeigen.
Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen für die Grenzen von KI-Systemen zu sensibilisieren: Denn auch wenn Chatbots als erste Anlaufstelle hilfreich sein mögen, können sie bei Problemen nicht in gleichem Ausmaß unterstützen wie richtige Menschen. Auf welche Weise es gelingen kann, Jugendlichen die Bedeutung von echter Kommunikation näherzubringen, veranschaulichten die beiden Vortragenden mit niederschwelligen Erklärungen und Tipps.
Christine Piriwe von Rat auf Draht und Barbara Buchegger zeigten anhand von Praxisbeispielen Chancen und Grenzen von KI-Chatbots im Alltag junger Menschen auf. Bild: Saferinternet.at
Zwischen Klassenzimmer, Jugendkultur und Arbeitswelt: KI als Bildungsauftrag
Im anschließenden Vortrag widmete sich Michaela Barta-Müller, Transformation Lead bei A1, der Frage, welche KI-Fertigkeiten in der Arbeitswelt erwartet werden und wie Jugendliche lernen können, KI als Lern- und Arbeitswerkzeug sinnvoll zu nutzen.
Anhand von Beispielen aus dem Unternehmen A1 gab die Expertin einen Einblick in den Status quo von KI in der Arbeitswelt. Dabei wurde deutlich, dass KI heute bereits in nahezu allen Arbeitsbereichen eingesetzt wird und das Wissen, wie man mit KI-Anwendungen umgeht, daher eine essenzielle Fertigkeit künftiger Arbeitnehmer:innen darstellt.
Ihr Vortrag veranschaulichte, dass es bei dieser Fähigkeit um mehr gehen sollte als um die bloße Beherrschung von KI-Tools. Gute Fragen zu stellen, Ergebnisse richtig einordnen zu können und Haltung zu entwickeln, nannte Barta-Müller demnach als die wichtigsten Kompetenzen, die Jugendliche in Bezug auf KI erlernen sollten. Denn: KI sinnvoll nutzen zu können, sei kein technologisches Thema, sondern ein Bildungsauftrag, so die Conclusio ihres aufschlussreichen Vortrags.
Michaela Barta-Müller, Transformation Lead bei A1 Telekom Austria, zeigte auf, welche KI-Fertigkeiten in Unternehmen gefragt sind – und warum der reflektierte Umgang mit KI ein Bildungsauftrag ist. Bild: Saferinternet.at
Friend.exe: AI-Companions und ihre Bedeutung für Kinder und Jugendliche
Auf die zunehmende Bedeutung, die KI-Chatbots für Jugendliche im zwischenmenschlichen Bereich einnehmen, ging auch Julia Krickl, Co-Head of Research am Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) in ihrem Vortrag ein. Sie beleuchtete darin die Rolle und Einsatzgebiete emotionaler KI-Companions (wie Character.AI, talkie oder Mechat) und machte sichtbar, dass Minderjährige derzeit nahezu uneingeschränkten Zugang zu solchen Angeboten haben – ohne wirksame Altersverifikation.
Ohne dabei mögliche positive Effekte von KI-Companions außer Acht zu lassen, thematisierte der Vortrag die Risiken dieser Entwicklung: den Rabbit-Hole-Effekt, emotionale Abhängigkeiten, problematische KI-Antworten sowie mögliche Auswirkungen auf psychische Gesundheit und soziale Beziehungen.
Vor dem Hintergrund aktueller Zahlen zeigte Krickl den dringenden Handlungsbedarf auf: mithilfe anschaulicher Beispiele gelang es ihr, deutlich zu machen, warum ein unregulierter Zugang für Kinder unter 14 Jahren nicht verantwortbar ist und weshalb altersgerechte, pädagogisch konzipierte KI-Angebote wichtig sind.
Julia Krickl, Co-Head of Research am ÖIAT, sprach über die Bedeutung und Risiken von KI-Companions für Kinder und Jugendliche. Bild: Saferinternet.at
Jugendliche kamen als Expert:innen zu Wort
Welche digitalen Themen sind für Jugendliche besonders relevant? Und was sollten Erwachsene darüber wissen? Das weiß niemand besser als die Jugendlichen selbst – deshalb war es uns wichtig, Jugendliche in die Konzeption und Umsetzung der Fachtagung zu involvieren. 18 Jugendliche des Saferinternet.at-Youth-Panels gestalteten einen wesentlichen Teil des Programms selbst und erarbeiteten gemeinsam 6 unterschiedliche Themenstationen: In Tischgruppen diskutierten sie mit den Gästen über Darstellungen von Kindern im Netz und Cybergrooming, Love Scams, Datenschutz und KI, Chatbots als Freund:innen Jugendlicher, die Nutzung von KI in der Schule und im Alltag sowie Algorithmen und Filterblasen.
Beeindruckt zeigten sich die Gäste vor allem davon, welches Wissen die Jugendlichen zu ihren Themenbereichen mitbrachten und wie gut sie dieses vermitteln konnten. In den Tischgruppengesprächen konnten die Anwesenden nicht nur einiges von den Jugendlichen lernen, sondern auch sehr persönliche Eindrücke in deren Lebenswelt gewinnen: Die Erfahrungen, von denen die Jugendlichen selbst und aus ihrem Umfeld zu berichten wussten, lieferten einen wichtigen Input für die Auseinandersetzung mit digitalen Themen. Auch die unterschiedlichen Perspektiven, die die Jugendlichen und Erwachsenen auf verschiedene Aspekte des digitalen Lebens hatten, sorgten für einen bereichernden Austausch.
In den Gesprächen wurde deutlich, wie Jugendliche selbst die aktuelle Situation einschätzen: Sie erleben, dass von ihnen erwartet wird, sich eigenständig sicher durch das Internet zu bewegen, problematische oder toxische Inhalte zu erkennen und sich nicht manipulieren zu lassen. Gleichzeitig berichten sie von einem digitalen Umfeld, das viele Versuchungen bereithält, stark auf Aufmerksamkeit ausgerichtet ist und nicht immer transparent ist.
Aus Sicht der Jugendlichen kann die Verantwortung dafür nicht ausschließlich bei ihnen liegen. Sie wünschen sich Rahmenbedingungen, die Risiken reduzieren, klarere Regeln für Plattformen und einen bewussteren Umgang mit problematischen Inhalten. Safer Internet bedeutet für sie daher nicht in erster Linie Verbote, sondern verständliche Erklärungen, Orientierung und Unterstützung.
Deutlich wurde: Jugendliche wollen ernst genommen werden – nicht als reine Risikogruppe, sondern als kompetente Nutzer:innen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wenn auch die Gesellschaft ihren Teil dazu beiträgt.
Intensiver Austausch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen: In sechs Tischgruppen diskutierte das Saferinternet.at-Youth-Panel aktuelle Fragen des digitalen Lebens. Bild: Saferinternet.at
Flyer der Jugendlichen
- Cybergrooming
- KI in der Schule und im Alltag (Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4, Bild 5)
- Love scams
- Datenschutz und KI
Auch bei der Organisation hatten wir tatkräftige Unterstützung von Jugendlichen
Nicht nur inhaltlich, sondern auch organisatorisch wurden wir bei der Fachtagung von Jugendlichen unterstützt: Acht Schüler:innen der Hertha Firnberg Schule für Wirtschaft und Tourismus übernahmen unter anderem Begrüßung, Registrierung, Check-In und Betreuung der Gäste.
A1 digital.campus: Kurse 2026 mit KI-Fokus
Ein zentrales Anliegen der Fachtagung – die Stärkung digitaler Kompetenzen – spiegelt sich auch im Bildungsangebot unseres langjährigen Partners A1 Telekom Austria wider. Im A1 digital.campus setzt A1 2026 einen klaren Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz.
A1 Österreich CEO Jiří Dvorjančanský betonte im Rahmen der Tagung die Bedeutung digitaler Bildung im schulischen Kontext: In den Workshops des A1 digital.campus werden Lehrkräften und Schüler:innen gemeinsam mit Saferinternet.at praxisnahe Kompetenzen und ein reflektierter Umgang mit digitalen Technologien vermittelt – heuer mit besonderem Fokus auf KI. Ziel sei es, Pädagog:innen zu stärken, damit sie Kinder und Jugendliche sicher und kompetent durch die digitale Welt begleiten können.
Wir danken A1 Telekom Austria AG und der PH Wien (Kompetenzzentrum für Mint und Digitalität) für die Unterstützung der Fachtagung.
Das Saferinternet.at-Youth-Panel setzt beim Safer Internet Day 2026 ein sichtbares Zeichen für ein sicheres und verantwortungsvolles Internet. Bild: Saferinternet.at