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Übung: „Konflikt oder Cybermobbing?"

ThemaCybermobbing, ein Modebegriff
BroschüreAktiv gegen Cybermobbing (Thema 1)
Alterab der 5. Schulstufe
MaterialArbeitsblatt „Konflikt oder Cybermobbing?“
Dauer1 UE
UnterrichtsfächerDigitale Grundbildung | Soziales Lernen

Ziele

  • Sensibilisierung für Cybermobbing
  • Sich in andere hineinversetzen können
  • Konfliktlösungsstrategien kennen und anwenden können

Ablauf

Die Schüler:innen reflektieren anhand konkreter Beispiele die Unterschiede zwischen Konflikt und Mobbing.

Phase 1

Die Schüler:innen erhalten Papierstreifen (siehe Arbeitsblatt), auf denen unterschiedliche Situationen beschrieben sind.

Phase 2

Nun ordnen die Schüler:innen ihre Papierstreifen dem Thema „Konflikt“ oder „Mobbing“ zu. Dafür kann beispielsweise das Klassenzimmer in zwei Hälften geteilt werden.

Phase 3

Abschließend diskutieren die Schüler:innen gemeinsam ihre unterschiedlichen Antworten und erarbeiten für jede Situation einen Lösungsansatz. Daraus können dann allgemeingültige Klassenregeln abgeleitet werden.

Lösungshinweise für die Lehrkraft

SituationHinweis
Gestern noch waren Anna und Duygu beste Freundinnen, doch heute streiten sie wie wild.eher Konflikt
Marco wird von seiner Clique aus dem beliebten Online-Spiel ausgeschlossen.möglicher Beginn von Mobbing
Ariane verbreitet ein Nacktfoto ihrer Mitschülerin.kann Grundlage für Cybermobbing sein, wenn nicht eingegriffen wird
Über Murat gibt es seit drei Tagen eine Hassgruppe mit fünfzehn Mitgliedern und drei Beiträgen.eher noch Konflikt, da nur wenige Beiträge
Max und Paul streiten sich in der Klassen-WhatsApp-Gruppe über das letzte geschossene Tor beim gestrigen Fußballspiel.Konflikt
Valerie hat beim Umziehen in der Turngarderobe ein Foto ihrer Schulkollegin gemacht und dieses dann über Snapchat - mit vielen Stickern verschönt - an die gesamte Klasse verschickt.möglicher Beginn von Mobbing
Wally ist schlecht gelaunt und beschimpft alle Mitglieder der Klassengruppe.Konflikt
Es gibt mehrere Online-Klassengruppen, in denen Theo nicht drinnen ist, alle anderen aber schon.könnte Indiz für Mobbing sein
Noah möchte nicht im Hintergrund von Annas TikTok-Beitrag zu sehen sein, er beschimpft sie daher in den Direktnachrichten.Konflikt
Sigrid hat den Snapchat-Streak von 538 Tagen unterbrochen, weil sie kein WLAN und auch kein Guthaben hatte. Wanda ist jetzt tödlich beleidigt und glaubt Sigrid nicht, dass sie das nicht absichtlich gemacht hat.Konflikt
Max dreht Paul in MS Teams zum Spaß immer wieder die Kamera und das Mikro ab.könnte Anzeichen von Mobbing sein, wenn es häufig vorkommt und sich Pauls Verhalten ändert

Hintergrundinformation: Cybermobbing, ein Modebegriff

Sprüche wie: „Schau mich nicht so an, du mobbst mich!" hört man immer öfter unter Jugendlichen, was zeigt, dass der Begriff „Mobbing“ inzwischen sehr inflationär gebraucht wird. Jeder Konflikt, jede Auseinandersetzung und jede Abneigung gegenüber anderen wird salopp als Mobbing bezeichnet, auch wenn es sich dabei noch lange nicht um Mobbing im eigentlichen Sinne handelt.

Was ist Cybermobbing?

Der Begriff Cybermobbing (auch „Cyberbullying") bezeichnet das absichtliche und über einen längeren Zeitraum anhaltende Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen, Belästigen oder Ausgrenzen anderer über digitale Medien. Ziel dabei ist, eine andere Person fertig zu machen und Macht auszuüben.

Cybermobbing findet vor allem im Internet (Soziale Netzwerke, Chats, Messenger, E-Mails, Online-Spiele etc.) oder per Handy (Nachrichten, lästige Anrufe, Fotos, Videos etc.) statt. Anders als herkömmliches Mobbing kennt Cybermobbing keine räumlichen Grenzen und kann somit Tag und Nacht fortgeführt werden. Für die Opfer gibt es keine Pause.

Konflikt vs. Mobbing

Auch ein Streit oder Konflikt zwischen zwei oder mehreren Personen kann mitunter sehr heftig ausfallen. Wenn sich der Kern bzw. der Inhalt des Konflikts von der Sachebene (dem Streitthema) auf die Beziehungsebene verschiebt und eine Person versucht, Unbeteiligte auf ihre Seite zu ziehen und gegen die andere Person aufzuhetzen, kann dies der Beginn von Mobbing sein.

Die Kennzeichen von Mobbing sind eine schädigende Absicht, das Machtungleichgewicht (Gruppe versus Einzelperson) und sich wiederholende Handlungen, die die darauf abzielen, die betroffene Person zu isolieren. Im Schulbereich sind (vermeintlicher) Spaß und Langeweile sowie falsche Vorstellungen von Coolness die Hauptgründe für Mobbing. Aus Angst, selbst ins Mobbinggeschehen hineingezogen zu werden, schauen Mitschüler:innen oft weg und legitimieren damit unbeabsichtigt das Geschehen.

Warum Cybermobbing meist die Schule betrifft

In der Regel gehen die Attacken von Personen aus dem persönlichen Umfeld aus. Daher ist es naheliegend, dass Cybermobbing vor allem im Schulumfeld auftritt. Hier befinden sich die Kinder in einem Zwangskontext, dem sie bei Problemen nicht so ohne Weiteres entkommen können. Tritt in einer Klasse Cybermobbing auf, so ist meist die gesamte Klasse oder sogar die ganze Schule davon betroffen. Das kann sich auch auf den Unterricht auswirken.

 Aktiv_gegen_Cybermobbing.pdf

Unterrichtsmaterial: Aktiv gegen Cybermobbing

Das Unterrichtsmaterial „Aktiv gegen Cybermobbing“ bietet umfangreiche Informationen zum Thema Cybermobbing sowie Übungen für den Einsatz im Unterricht.

Veröffentlichung: August 2025