Übung: „Peers machen Online-Schulung"
| Thema | Schule ohne Cybermobbing, geht das? |
| Broschüre | Aktiv gegen Cybermobbing (Thema 5) |
| Alter | ab der 8. Schulstufe, in manchen Fällen auch früher |
| Dauer | 1 UE |
| Unterrichtsfächer | Digitale Grundbildung | Soziales Lernen | Politische Bildung | Sprachen |
Ziele
- Vernetzung der Peers untereinander
- Gemeinschaftsgefühl stärken
- Wissen erarbeiten und weitergeben
Vorbemerkung
Sind an der Schule bereits Peer-Mentor:innen oder Streitschlichter:innen aktiv, so eignen sich diese sehr gut für die Online-Schulung. Diese ist auch eine Möglichkeit für die Peers, sich am Schuljahresbeginn den jüngeren Schüler:innen bekannt zu machen und sich als Ansprechpersonen (auch für andere Themen) vorzustellen. Aber auch andere Schüler:innen können diese Schulung gestalten.
Ablauf
Eine Gruppe an Schüler:innen bereitet für andere Schüler:innen eine Schulung vor, führt sie durch und bespricht sie nach. Die Schüler:innen werden dabei von kompetenten Erwachsenen begleitet.
Phase 1
Die Schüler:innen wählen selbst Themen, die für sie oder ihre Peers relevant sind. Die Rahmenbedingungen für die Schulung (für wen, wie lange, mit welcher Unterstützung etc.) werden von den Begleitpersonen vorgegeben.
Phase 2
Die Schulung wird möglichst interaktiv umgesetzt. Anregungen für Methoden gibt es bei Peerbox.
Phase 3
Nach der Schulung wird eine gemeinsame Reflexion der Peer-Mentor:innen mit der Lehr- bzw. Fachkraft in Form von konstruktivem Feedback empfohlen.
Für die Mentor:innen geht es vor allem um folgende Fragen:
- Welche Themen nehmen wir für unsere Beratungen mit?
- Was hat uns überrascht? Mit welchen Themen hätten wir nicht gerechnet?
- Mit welchen Themen sollten wir uns noch beschäftigen?
Hintergrundinformation: Schule ohne Cybermobbing, geht das?
Die Schule ist ein Zwangskontext, in dem man sich seine Klassenkamerad:innen nicht aussuchen kann – deshalb kommt es dort besonders oft zu Cybermobbing. Es gibt jedoch wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen, die Schulen ergreifen können. Ein proaktiver Umgang mit Cybermobbing spricht auch für die Qualität einer Schule und kann sich positiv auf ihren Ruf auswirken.
Faktoren, die Cybermobbing an Schulen begünstigen
- Es besteht bereits eine etablierte Mobbingkultur. Frühwarnzeichen für Konflikte werden ignoriert oder verharmlost.
- Mobbing beginnt teils schon unter Erwachsenen (z. B. im Kollegium) und überträgt sich auf die Schülerschaft.
- Präventive Maßnahmen werden durch die Haltung „Bei uns gibt es so etwas nicht“ blockiert. Konflikte werden zu spät erkannt und bearbeitet.
- Lehrkräfte fühlen sich durch verhaltensauffällige Schüler:innen überfordert und bieten ihnen nur wenig Unterstützung bei der Lösung von Problemen.
- Es mangelt an unterstützenden Strukturen wie Beratungslehrer:innen oder Schulsozialarbeiter:innen – oder diese werden nicht rechtzeitig einbezogen.
- Eltern verschärfen die Konflikte, indem sie sich emotional oder parteiisch in Auseinandersetzungen einmischen.
Faktoren, die Cybermobbing an Schulen erschweren
- Es herrscht ein wertschätzendes Schulklima, in dem sich Schüler:innen und Lehrkräfte gegenseitig respektieren.
- Der konstruktive Umgang mit Konflikten und Herausforderungen ist Teil des Schulalltags.
- Lehrkräfte sind verlässliche Ansprechpartner:innen und die Schulleitung übernimmt aktiv ihre Führungsrolle.
- Präventionsmaßnahmen finden regelmäßig und sichtbar statt.
- Unterstützende Strukturen wie Schulsozialarbeit oder Peer-Programme sind vorhanden und werden genutzt.
- Im Verdachtsfall wird schnell und kompetent gehandelt, da es geschulte Personen gibt, die passende Maßnahmen einleiten können.
- Es gibt eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Schulpartner:innen (Lehrkräfte, Schüler:innen, Eltern, Schulpersonal).
Worauf Schulen im Umgang mit Cybermobbing achten sollten
- Haltung: Konflikte werden als Teil des Schulalltags gesehen und daher ernst genommen sowie aktiv bearbeitet.
- Klare Zuständigkeiten: Es gibt benannte Ansprechpersonen, an die man sich im Fall von Cybermobbing wenden kann.
- Reflexion und Schutz: Um nicht vorschnell zu agieren, wird die jeweilige Situation umfassend abgeklärt und die Opfer werden geschützt. Erst dann werden aktive Maßnahmen getroffen.
- Weiterbildung: Lehrkräfte und Schulleitungen bilden sich regelmäßig weiter, unter anderem zu digitalen Medien und sozialen Netzwerken.
Link
Saferinternet.at-FAQ: „Wie können Schulen Cybermobbing vorbeugen?"
Rechtlicher Hintergrund
- § 2 SchOG - geteilte Erziehungsaufgabe zwischen Eltern und Schule
- § 107c StGB – Cyber-Mobbing
Unterrichtsmaterial: Aktiv gegen Cybermobbing
Das Unterrichtsmaterial „Aktiv gegen Cybermobbing“ bietet umfangreiche Informationen zum Thema Cybermobbing sowie Übungen für den Einsatz im Unterricht.
Veröffentlichung: August 2025