Übung: „Wer hilft mir?"
| Thema | Der Vorfall – wie im Anlassfall reagieren? |
| Broschüre | Aktiv gegen Cybermobbing (Thema 9) |
| Alter | ab der 5. Schulstufe |
| Dauer | 1 UE + Hausübung |
| Unterrichtsfächer | Digitale Grundbildung | Soziales Lernen | Politische Bildung | Sprachen | KV-Stunden |
Ziel
- Beratungsangebote kennen
Ablauf
Die Schüler:innen informieren sich über diverse Beratungsstellen und bereiten die Informationen für alle zugänglich auf.
Phase 1
Die Schüler:innen recherchieren zu den Beratungsstellen (siehe Linkliste) und beantworten dazu folgende Fragen:
- An wen richtet sich das Angebot der Organisation?
- Mit welchen Themen kann ich mich dorthin wenden?
- Was wird angeboten (Telefonberatung, Online-Beratung, persönliche Beratung, Chat etc.)?
- Wie ist die Organisation erreichbar (Öffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer etc.)?
Phase 2
Die gesammelten Informationen werden von den Schüler:innen so aufbereitet, dass sie im Bedarfsfall allen zur Verfügung stehen (Plakat, Blog, Schulseite, Handout, ...).
Tipp
Diese Übung ist auch geeignet, um den Schüler:innen die Angebote von Schulsozialarbeiter:innen, Beratungslehrer:innen, Schulpsycholog:innen und anderen unterstützenden Personen persönlich vorzustellen.
Extra
Kinder und Jugendliche fragen bei Problemen zunehmend auch Chatbots um Rat. Besprechen Sie mit Ihren Schüler:innen, wie sie dabei ihre Privatsphäre schützen können, indem sie keine persönlichen Informationen preisgeben (z. B. durch allgemeine Fragen ohne Ich-Form, Namen oder persönliche Details).
Hintergrundinformation: Der Vorfall – wie im Anlassfall reagieren?
Eine Schülerin meldet ihrem Klassenvorstand, dass ein Mädchen in ihrer Klasse wahrscheinlich online gemobbt wird. Sie ist sich nicht hundertprozentig sicher, da sie selbst nicht mit der Schülerin befreundet ist. Sie möchte aber auf keinen Fall, dass so etwas in ihrer Klasse um sich greift.
1. Beobachten und dokumentieren
- die Situation aufmerksam verfolgen und Beobachtungen schriftlich festhalten
- sich einen Überblick über die Klassengemeinschaft verschaffen, auch im Klassenteam (Lehrende besprechen die Situation)
- das Opfer schützen, z. B. durch vermehrte Pausenaufsicht in seinem Umfeld
- Klarheit darüber gewinnen, wer aller involviert ist
2. Klären
- persönliche Gespräche mit den Betroffenen suchen
- Mobbing-Kriterien im Lehrenden-Team klären:
- Schädigungsabsicht und Machtungleichgewicht
- längerer Zeitraum
- Ohnmacht
- Motive
3. Mobbing-Verdacht erhärtet sich
- Planung und Durchführung der Intervention, unterstützt durch kompetente Personen der Schule (ausgebildete Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter:innen ...) bzw. externe Personen (z. B. Mediator:innen, Schulpsycholog:innen etc.)
- Überprüfung der Interventionsmaßnahmen nach angemessenem Zeitraum (z. B. nach ein paar Wochen)
4. Mobbing-Verdacht erhärtet sich nicht
- Klassengemeinschaft stärken
- Präventionsmaßnahmen einleiten bzw. fortsetzen
- Verhaltensvereinbarungen überprüfen oder anpassen
- Person, die den Verdacht geäußert hat, im Handeln bestärken
Unterrichtsmaterial: Aktiv gegen Cybermobbing
Das Unterrichtsmaterial „Aktiv gegen Cybermobbing“ bietet umfangreiche Informationen zum Thema Cybermobbing sowie Übungen für den Einsatz im Unterricht.
Veröffentlichung: August 2025