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Was ist ein Algorithmus und wie entstehen Filterblasen?

Weitere Infos zu: Informationskompetenz

Das Wichtigste im Überblick

Definition:Algorithmen sind schrittweise Anweisungen zur Lösung von Problemen oder zur Durchführung von Aufgaben.
Anwendungsbereiche:Suchergebnisse, Produktempfehlungen, Newsfeeds in sozialen Medien, personalisierte Werbung
Filterblasen:Personalisierte Inhalte können eine Filterblase schaffen. Diese kann man durchbrechen, indem man bewusst anderen Inhalten und Personen folgt.

Was Algorithmen sind und wie sie funktionieren

Ein Algorithmus ist eine klar definierte Abfolge von Schritten, mit denen eine Aufgabe gelöst oder ein Problem bearbeitet wird – ähnlich wie bei einem Kochrezept oder einem Entscheidungsbaum. Im Alltag begegnen uns Algorithmen ständig, besonders im Zusammenhang mit Computerprogrammen und Onlineplattformen. Viele Internetseiten verwenden Algorithmen, um automatisch zu entscheiden, welche Inhalte Nutzer:innen angezeigt werden. Sie funktionieren dabei wie Filter und sollen die (vermeintlich) relevantesten Themen hervorheben.

Faktoren, die Algorithmen beeinflussen

  • verwendetes Gerät, Betriebssystem und Browser: beeinflussen, wie Inhalte angezeigt oder priorisiert werden;
  • Surfverhalten: zum Beispiel wie oft bestimmte Seiten besucht werden, welche Produkte gekauft oder auf welche Werbung geklickt wird;
  • persönliche Vorlieben und Interaktionen: welche Beiträge geliked, geteilt, gespeichert oder kommentiert werden;
  • Standort und Spracheinstellungen: regionale oder sprachlich passende Inhalte werden meist bevorzugt angezeigt;
  • Tageszeit und Nutzungsdauer: können beeinflussen, welche Inhalte angezeigt werden;
  • Kontakte und Freundeslisten: In sozialen Netzwerken wirken sich auch die Aktivitäten der eigenen Kontakte auf die angezeigten Inhalte aus.
  • frühere Suchanfragen und Klickhistorie: Suchmaschinen wie Google berücksichtigen vorherige Suchen, um Ergebnisse zu personalisieren.

Beispiele für den Einsatz von Algorithmen

  • Suchmaschinen: Wenn Sie in einer Suchmaschine wie Google eine Suchanfrage stellen, ordnet ein Algorithmus die Suchergebnisse so, das Ihnen die relevantesten Webseiten angezeigt werden. Solche Algorithmen berücksichtigen eine Vielzahl von Faktoren wie Keywords, Verlinkungen, Aktualität oder Nutzer:inneninteraktion, um die jeweils passendsten Ergebnisse zu bestimmen.
  • Empfehlungen: Plattformen wie Netflix, Amazon und YouTube verwenden Algorithmen, um personalisierte Empfehlungen für Filme, Produkte, Videos und Musik zu erstellen. Diese Algorithmen analysieren das bisherige Verhalten der Nutzer:innen, um Vorhersagen darüber zu treffen, welche Inhalte diese wahrscheinlich mögen werden.
  • Soziale Medien: Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok verwenden Algorithmen, die bestimmen, welche Inhalte im Newsfeed oder in der Timeline der Nutzer:innen angezeigt werden. Diese Algorithmen berücksichtigen Faktoren wie Beitragsrelevanz, Interaktion, Posting-Zeitpunkt und persönliche Vorlieben, um die Kanäle zu personalisieren.
  • Verschlüsselung: Beim Surfen im Internet oder beim Versenden von Nachrichten werden häufig Verschlüsselungsalgorithmen verwendet, um die Daten während der Übertragung zu schützen. Durch diese Algorithmen werden die Daten unlesbar und können nur mit einem geeigneten Schlüssel entziffert werden.
  • Werbung: Werbeplattformen verwenden Algorithmen, um potenziellen Kund:innen passende Anzeigen auszuspielen und sie zum Handeln (zum Beispiel zum Kauf eines Produkts) zu bewegen. Diese Algorithmen berücksichtigen demografische Merkmale, Interessen, bisheriges Klickverhalten und die Relevanz der Anzeige für die Nutzer:innen.

Algorithmen sind meist sehr komplex und berücksichtigen viele verschiedene Faktoren – die meisten Onlineplattformen verraten allerdings nicht, wie ihre Algorithmen aufgebaut sind.


Filterblasen verstehen und aufbrechen

Dadurch, dass Algorithmen die Inhalte für uns filtern, entsteht ein eingeschränktes Wahrnehmungsfeld, ohne dass wir uns dessen bewusst sind – die sogenannte Filterblase. In dieser personalisierten Filterblase wird uns überwiegend das angezeigt, wofür wir uns ohnehin bereits interessieren. Wir erhalten also verstärkt Informationen, die unsere bestehenden Überzeugungen und Interessen widerspiegeln, während abweichende oder gegensätzliche Meinungen ausgefiltert werden.

So können Sie aus Ihrer Filterblase ausbrechen

  • Folgen Sie anderen Inhalten und Personen. Gerade in sozialen Netzwerken sollten Sie auch Personen folgen und mit Inhalten interagieren, mit denen Sie  sich sonst eher nicht beschäftigen. Das können zum Beispiel politische Parteien sein, die Sie nicht wählen würden oder Personen, deren Meinung Sie nicht teilen.
  • Nutzen Sie alternative Suchmaschinen und Tools. Die Nutzung von alternativen Suchmaschinen wie Duckduckgo ermöglicht es Ihnen ganz ohne Personalisierung, Informationen im Internet zu suchen. Alternativ können Sie auch Add-ons wie Ghostery (auch als App verfügbar) installieren, welche das Tracking durch Facebook oder Google stark einschränken.
  • Üben Sie Quellen- und Medienkritik.  Überprüfen und hinterfragen Sie regelmäßig die Informationen, die Ihnen in sozialen Netzwerken präsentiert werden. Gerade bei hoch emotionalen Themen ist man schnell verleitet, auch sogenannten Fake News zu glauben.
  • Nutzen Sie analoge Medien. Vertrauen Sie nicht ausschließlich auf digitale Informationen. Andere Medien wie Print, TV oder Radio ermöglichen es Ihnen, einen anderen Blick auf gewisse Dinge zu werfen und sich damit auseinanderzusetzen.

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