Was sind Deepfakes und was kann man dagegen tun?
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| Definition: | Deepfakes sind realistisch wirkende Medieninhalte (Foto, Audio, Video usw.), die mithilfe von KI erstellt bzw. verfälscht wurden. |
| Missbrauch: | Neben politischer Propaganda werden Deepfakes häufig für bildbasierte sexualisierte Gewalt missbraucht, indem Personen z. B. gegen ihren Willen mithilfe von KI entkleidet werden („Deepnudes“). |
| Umgang mit Deepfakes: | Es wird immer schwieriger, Deepfakes zu erkennen – umso wichtiger ist es, Onlineinhalte kritisch zu hinterfragen, auf den Schutz der eigenen Privatsphäre zu achten und sich gegen missbräuchliche Deepfakes zu wehren. |
Was sind Deepfakes?
Deepfakes sind manipulierte Fotos, Videos oder Audiodateien, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden und täuschend echt wirken. Sie zeigen zum Beispiel Personen, die Dinge tun oder sagen, die sie nie getan oder gesagt haben. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Deep Learning“ (einer Methode, mit der Künstliche Intelligenz aus großen Datenmengen lernt) und „Fake“ (Täuschung) zusammen.
Es gibt verschiedene Techniken, um Deepfakes zu erstellen. Grob kann zwischen manipulierten Inhalten (bestehende Fotos oder Bilder werden mit KI bearbeitet) und vollsynthetischen Inhalten (vollständig von KI erstellten Bildern oder Videos) unterschieden werden.
Deepfakes werden häufig für politische Propaganda, aber auch für bildbasierte sexualisierte Gewalt missbraucht. Sie können mithilfe von Apps oder eingebauten Filtern sehr leicht erstellt werden. Ohne die Zustimmung der betroffenen Person kann ihre Verwendung jedoch die Privatsphäre, Persönlichkeitsrechte, den Datenschutz und das Urheberrecht verletzen.
Gehen Sie – ebenso wie gegen andere Falschmeldungen – auch gegen Deepfakes vor, die andere täuschen oder ihnen schaden!
Wie kann man Deepfakes erkennen?
Durch die rasanten technischen Fortschritte wirken Manipulationen immer glaubwürdiger. Viele Deepfakes sind inzwischen so realistisch, dass sie selbst für geübte Personen kaum noch erkennbar sind. Einige Hinweise können gute Anhaltspunkte liefern, verlassen Sie sich aber nicht auf diese sichtbaren Merkmale!
Mögliche Hinweise
- Unnatürliches Gesicht, z. B. leere Blicke oder unpassende Mimik
- Unscharfe Übergänge, z. B. zwischen Gesicht und Hintergrund
- Fehlerhafte Details bei körpernahen Gegenständen und Accessoires (z. B. Schmuck)
- Abweichende Bildqualität zwischen Gesichtern und Umgebung (schärfer bzw. unschärfer)
- Unregelmäßigkeiten bei Details (z. B. Hände, Zähne, Haare)
Wichtig: Da diese visuellen Warnsignale allein oft nicht aussagekräftig sind, sollten Sie zusätzlich immer auf die Quelle bzw. den Kontext achten und die Inhalte kritisch hinterfragen. Üben Sie auch mit Kindern und Jugendlichen, wie man Onlineinhalte überprüft!
Deepfakes und sexualisierte Gewalt
Wenn Personen in Bildern oder Videos digital „entkleidet“ werden, spricht man von Deepnudes. Dazu zählen auch Face Swaps, bei denen das Gesicht einer Person in bestehendes pornografisches Material eingesetzt wird.
Deepnudes sind eine Form sexueller Gewalt, die vor allem Frauen betrifft und für die Betroffenen oft gravierende Folgen hat. Für sie spielt es kaum eine Rolle, ob ein Bild echt ist oder nicht – die Wirkung ist dieselbe und reicht von Rufschädigung bis zu massiver psychischer Belastung.
Deepnudes können auch strafrechtlich relevant sein, zum Beispiel im Zusammenhang mit:
- Cybermobbing (§ 107c StGB), wenn Deepnudes erstellt werden, um jemanden bloßzustellen.
- Sextortion, wenn Personen mit den manipulierten Bildern oder Videos erpresst werden – dies stellt zwar keinen eigenen Straftatbestand dar, kann aber u. a. nach § 144 StGB (Erpressung), § 107 StGB (Gefährliche Drohung) oder 105 StGB (Nötigung) strafbar sein.
- sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger (§ 207a StGB), wenn die Abgebildeten unter 18 Jahre alt sind.
Erfahren Sie mehr dazu im Fact Sheet „Deepfakes und sexualisierte Gewalt“!
Was kann man tun, wenn man von Deepnudes betroffen ist?
- Nicht allein bleiben, sondern früh Hilfe suchen – bei Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen wie z. B. Rat auf Draht. Auch wenn sich Betroffene oft schämen: Die Verantwortung liegt bei den Täter:innen!
- Rasch reagieren und das eigene Umfeld informieren (z. B. mit einer Nachricht, die Freund:innen darüber aufklärt, dass Deepfakes im Umlauf sein könnten).
- Beweise sichern, z. B. Screenshots und Links speichern.
- Inhalte melden, z. B. bei der Plattform oder Website – gegebenenfalls mit Unterstützung von Trusted Flaggern wie Rat auf Draht oder der Internet Ombudsstelle.
- Rechtliche Schritte prüfen, z. B. Anzeige erstatten oder juristische Beratung einholen.
Tipps zur Prävention
Eine wichtige Präventionsmaßnahme ist der Schutz persönlicher Daten und Inhalte. Helfen Sie Kindern und Jugendlichen dabei, ihre Privatsphäre in sozialen Netzwerken zu schützen und entsprechende Sicherheitseinstellungen vorzunehmen.
Dienste wie Take It Down schützen zudem vor der ungewollten Verbreitung intimer Bilder und Videos im Netz: Mithilfe dieses Services können Minderjährige weltweit und anonym die Veröffentlichung ihrer Aufnahmen verhindern.
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Veröffentlichung: August 2025