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Welche Regeln sollten Schulen für Onlinegruppen festlegen?

Weitere Infos zu: LehrendeSoziale Netzwerke

Das Wichtigste im Überblick

Klare Regeln schaffen:

Definieren Sie Zweck, Inhalte und Verantwortlichkeiten für Klassenchats.

Respektvollen Umgang fördern:

Achten Sie auf einen freundlichen Ton und klare Verhaltensregeln.

Datenschutz beachten:

Achten Sie auf Privatsphäre, Rechtslage und alternative schulische Tools.

Warum sind Regelungen für Klassengruppen wichtig?

Online-Klassengruppen können für die schulische Organisation und Kommunikation sehr hilfreich sein. Aber auch außerhalb des Unterrichts nutzen die Schüler:innen diese Plattformen und erstellen selbstständig Gruppen und Chats, in denen sie miteinander kommunizieren. 

Klassenbezogene Onlinegruppen, die oft über Microsoft Teams oder WhatsApp laufen, dienen also nicht nur dem Austausch von Informationen, sondern spielen auch für die Gruppendynamik in der Klasse eine fundamentale Rolle. Daher ist es wichtig, den Umgang damit zu regeln. 

Klare Regeln können dabei helfen, die Schüler:innen vor Mobbing und Ausgrenzung zu schützen, eine verlässliche und respektvolle Kommunikation zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Datenschutz und Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.

Klassische soziale Netzwerke sind für schulische Zwecke nicht empfehlenswert

Auch wenn in der Praxis oft WhatsApp genutzt wird: Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist der Einsatz des Messengers – ebenso wie anderer sozialer Netzwerke – zur schulischen Kommunikation nicht empfohlen. Das geht aus einer Empfehlung des Bundesministeriums für Bildung hervor. Bedenken Sie auch, dass für die Nutzung sozialer Netzwerke in Österreich generell ein Mindestalter von 14 Jahren gilt und dass keine Schüler:innen ausgeschlossen werden sollten. Die Kommunikation über Lernplattformen, schulische E-Mail-Adressen etc. kann eine Alternative darstellen.


Wie etabliert man Klassenregeln für den Onlineraum?

Wenn sie mit Ihren Schüler:innen Klassenregeln besprechen, schließen Sie immer auch den Onlineraum mit ein. Erarbeiten Sie die Regeln gemeinsam mit den Schüler:innen, damit sie auch akzeptiert und eingehalten werden. Hier finden Sie Anhaltspunkte, um wirksame Regeln zu etablieren:

  • Klare Strukturen schaffen:

    Schaffen Sie klare Strukturen und Vorgaben: Welche Gruppen gibt es, was ist ihr Zweck? Wo findet man welche Infos (zum Beispiel Unterrichtsmaterialien, Hausübungen, Organisatorisches)?

  • Verantwortlichkeiten definieren:

    Legen Sie fest, wer für die Administration bzw. Moderation verantwortlich ist: Wer darf Gruppen erstellen und Mitglieder aufnehmen? Wer kümmert sich um die passenden Einstellungen? Wer moderiert die Gruppen und achtet darauf, dass Regeln eingehalten werden und Konflikte nicht eskalieren?

  • Spam vermeiden:

    Klären Sie, was in welcher Gruppe kommuniziert werden kann (zum Beispiel schulrelevante Informationen versus Privatgespräche) und wann es zu viel wird. Besprechen Sie, wie sich vermeiden lässt, dass die Kommunikation unübersichtlich und nervig wird – etwa, indem man sich auf relevante Informationen beschränkt.

  • Für einen guten Umgangston sorgen:

    Etablieren Sie einen freundlichen, sachlichen Umgangston. Besprechen Sie, wo die Grenze zwischen Spaß und Ernst ist und veranschaulichen Sie mit Bespielen, was beleidigend ist und was nicht. Als Faustregel gilt: Online sollte man genauso respektvoll miteinander umgehen wie im echten Leben!

  • Konfliktlösungsstrategien erarbeiten:

    Besprechen Sie, wie online mit Konflikten umgegangen wird (zum Beispiel, wenn jemand ausgegrenzt oder beschimpft wird) und was bei Regelverstößen passiert (zum Beispiel Mediation, Verwarnung). Moderator:innen sollten die Aufgabe übernehmen, bei der Konfliktklärung zu unterstützen und bei unangemessenem Verhalten rechtzeitig einzugreifen. 

  • Ruhezeiten festlegen:

    Schaffen Sie klare Richtlinien, wann kommuniziert werden darf und legen Sie verbindliche Ruhezeiten fest (zum Beispiel keine Nachrichten nach 20 Uhr, an Wochenenden oder zu unterrichtsfreien Zeiten).

  • Für problematische Inhalten sensibilisieren:

    Klären Sie, wie in den Gruppen mit problematischen Inhalten (zum Beispiel Falschmeldungen, Nacktbildern, Gewaltvideos oder illegalen Inhalten) umgegangen werden soll. Besprechen Sie, was verboten und möglicherweise sogar strafbar ist und welche Arten von Kettenbriefen man nicht weiterschicken sollte.

  • Auf den Schutz der Privatsphäre achten:

    Erörtern Sie, wie mit Daten und Fotos von anderen umgegangen werden soll (zum Beispiel keine privaten Informationen oder peinlichen bzw. intimen Bilder teilen). Thematisieren Sie das Recht am eigenen Bild und halten Sie dazu an, andere Personen immer um Erlaubnis zu fragen, bevor Bilder von ihnen verschickt werden.

Hier finden Sie Tipps, worauf Sie selbst bei der Nutzung von Onlineplattformen im pädagogischen Alltag achten sollten.


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