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Wie überprüft man, welche Informationen über einen selbst im Internet stehen?

Weitere Infos zu: Soziale Netzwerke

Das Wichtigste im Überblick

Digitale Identität:

Erklären Sie Ihrem Kind, dass alles, was es online teilt oder was andere über es posten, Teil seiner digitalen Identität wird.

Kontrolle über Daten:

Zeigen Sie, wie man seine Privatsphäre schützt: Indem man Einstellungen überprüft, starke Passwörter nutzt und bewusst über geteilte Informationen nachdenkt.

Spuren überprüfen & Inhalte löschen:

Helfen Sie Ihrem Kind, seine digitalen Spuren zu finden und zeigen Sie, wie unerwünschte Inhalte dokumentiert, gemeldet oder gelöscht werden können.

Was ist eine digitale Identität?

Im Internet können Personen anhand ihrer digitalen Identität eindeutig identifiziert werden. Die digitale Identität kann zur Authentifizierung für Dienste und Services im Internet dienen (zum Beispiel durch die Kombination aus Benutzername und Passwort oder die Handy-Signatur) – ähnlich, wie sich die analoge Identität mittels Fingerabdruck oder Personalausweis nachweisen lässt. 

In einer umfassenderen Definition versteht man unter einer digitalen Identität das Online-Abbild einer Person: Sie beschreibt, wer jemand online ist – anhand aller Informationen, die dieser Person im Internet zugeordnet werden können. Das beinhaltet sowohl automatisch gesammelte Daten also auch jene Informationen, die man selbst teilt oder die andere über einen teilen.


Wie behält man die Kontrolle über die eigenen Daten im Internet?

Wir alle hinterlassen – bewusst oder unbewusst – unsere Spuren im Internet. Vor allem bei der Nutzung sozialer Netzwerke werden viele Daten gesammelt: Neben technischen Daten werden dabei auch persönliche Informationen, Interessen und Ansichten erfasst.

Gerade Jugendliche nutzen soziale Netzwerke, um sich selbst darzustellen und geben dabei freiwillig viele persönliche Informationen preis. Anhand von Profilinformationen, geteilten Inhalte und Interaktionen mit anderen Nutzern (zum Beispiel in Form von Beiträgen und Fotos, Kommentaren oder Likes) entsteht ein umfassendes Bild der Nutzer:innen.

Sensibilisieren Sie Jugendliche deshalb dafür, dass Datenschutz im Internet wichtig ist. Zeigen Sie Ihnen, wie sie ihre Privatsphäre in sozialen Netzwerken schützen können, um die Kontrolle über ihre digitalen Daten und ihr Online-Image zu behalten. Dazu zählt neben technischen Sicherheitsmaßnahmen (zum Beispiel regelmäßige Überprüfung von Privatsphäre-Einstellungen und Schutz eigener Benutzerkonten durch starke Passwörter und die Zwei-Faktor-Authentifizierung) vor allem ein bewusster Umgang mit persönlichen Informationen.


Wie kann man seine Spuren im Netz überprüfen?

  • Regelmäßig nach dem eigenen Namen suchen:

    Um herauszufinden, wo man selbst im Internet auftaucht, kann man den eigenen Namen in eine Suchmaschine eingeben. Für ein genaueres Suchergebnis sollten Vor- und Nachname in Anführungszeichen gesetzt werden (zum Beispiel „Maria Meier“).

  • Einen Google-Alert einrichten:

    Mit einem Google Alert wird man automatisch darüber informiert, sobald die Suchmaschine einen neuen Inhalt zur eigenen Person gefunden hat. Das ist vor allem sinnvoll, wenn in der Vergangenheit nachteilige Inhalte (zum Beispiel Nacktaufnahmen) im Umlauf waren, die womöglich wieder auftauchen könnten.

  • Die umgekehrte Bildersuche nutzen:

    Mit der umgekehrten Bildersuche kann man prüfen, wo Bilder der eigenen Person im Umlauf sind. Dazu lädt man ein Bild von sich in einem entsprechenden Programm hoch (zum Beispiel images.google.com, www.tineye.com oder www.bing.com/visualsearch) und dieses sucht nach genau demselben Bild oder ähnlichen Bildern.

Bildersuche hat Grenzen, Vorsicht beim Hochladen sensibler Bilder

Auch wenn die umgekehrte Bildersuche keine Treffer liefert, kann ein Bild trotzdem im Umlauf sein, etwa auf Seiten, die nicht öffentlich zugänglich sind. Bei Bildern von Personen können die Ergebnisse zudem aus datenschutzrechtlichen Gründen eingeschränkt sein. Es ist deshalb empfehlenswert, mehrere Suchdienste zu verwenden und die umgekehrte Bildersuche nur als ersten Anhaltspunkt zu sehen. Da sich nicht ausschließen lässt, dass manche Dienste die hochgeladenen Bilder speichern, sollte man bei sensiblen Bildern (zum Beispiel Nacktaufnahmen) außerdem immer gut abwägen, ob ein Upload sinnvoll ist.


Wie kann man unangenehme Inhalte löschen lassen?

Auch wenn es schwierig sein kann, Nacktbilder, peinliche Videos oder andere unerwünschte Inhalte restlos aus dem Netz zu entfernen: Es lohnt sich auf jeden Fall, dagegen vorzugehen. So können Sie Jugendliche dabei unterstützen:

  • Beweise sichern:

    Helfen Sie dabei, die Lage zu dokumentieren – zum Beispiel mithilfe von Screenshots entsprechender Beiträge oder Seiten. Achten Sie darauf, dass diese alle relevanten Informationen enthalten (zum Beispiel Datum, URL, Nutzername sowie der komplette Text oder das Bild inklusive allfälliger Kommentare).

  • Zum Löschen auffordern:

    Zeigen Sie Jugendlichen, wie sie die Verantwortlichen zum Löschen unerwünschter Inhalte auffordern können. In sozialen Netzwerken können sie die Meldefunktion nützen, bei Websites oder Blogs ist es sinnvoll, sich direkt an die Seitenbetreiber:innen (siehe Impressum) zu wenden. Bei Suchmaschinen kann man die Löschung von Links beantragen, die nachteilig mit dem eigenen Namen verknüpft sind („Recht auf Löschung“).

  • Unterstützung holen:

    Holen Sie gemeinsam Hilfe, wenn die Inhalte auch nach Aufforderung nicht gelöscht werden. Rechtswidrige Inhalte können Sie direkt an sogenannte Trusted Flagger wie die Internet Ombudsstelle oder Rat auf Draht melden, damit diese schneller bearbeitet werden. Bei der Entfernung unerwünschter Inhalte im Internet unterstützt die Internet Ombudsstelle kostenlos!

  • Anzeige erstatten:

    Unterstützen Sie Jugendliche gegebenenfalls dabei, Anzeige zu erstatten. Beziehen Sie sich bei Rechtsverletzungen konkret auf entsprechende gesetzliche Regelungen – zum Beispiel das Recht am eigenen Bild (§ 78 UrhG) bei bloßstellenden Fotos oder sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger (§ 207a StGB) bei sexuellen Aufnahmen von unter 18-Jährigen.


Material für den Unterricht

 Unterrichtsmaterial_Selbstdarstellung.pdf

Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet

Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.

Veröffentlichung: Januar 2021


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