Worauf sollten Jugendliche bei der Selbstdarstellung im Internet achten?
Weitere Infos zu: Soziale NetzwerkeDas Wichtigste im Überblick
Keine sensiblen Daten teilen: | Erklären Sie den Jugendlichen, dass sie keine persönlichen oder sensiblen Daten veröffentlichen sollten, um das Risiko von Datenmissbrauch oder Identitätsdiebstahl zu verringern. |
Bewusst posten: | Fotos und Videos sollten so ausgewählt werden, dass sie auch später nicht nachteilig werden (beispielsweise sollte kein Hinweis auf Alkohol, Drogen oder andere heikle Inhalte zu sehen sein). |
Privatsphäre und Rechte anderer beachten: | Es ist wichtig, regelmäßig seine Privatsphäre-Einstellungen zu prüfen und seine Freundeslisten zu verwalten. Zudem sollten andere Personen auf Bildern oder Videos um Erlaubnis gefragt werden, bevor diese Inhalte veröffentlicht werden. |
Warum Selbstdarstellung für Jugendlich wichtig ist
Selbstdarstellung im Internet ist für Jugendliche ein wichtiger Teil ihrer Identitätsfindung: Sie teilen persönliche Informationen, Fotos und Videos, um ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln und zu schauen, wie sie auf andere wirken.
Vor allem soziale Netzwerke bieten ihnen die Möglichkeit, sich auszuprobieren und verschiedene Aspekte ihrer Persönlichkeit auszudrücken. Sie helfen dabei, soziale Beziehungen zu knüpfen und können das Selbstwertgefühl stärken, wenn Jugendliche durch Likes und Kommentare Bestätigung und Anerkennung erhalten.
Mögliche Risiken
Selbstdarstellung im Internet kann zu einem positiven Selbstbild beitragen, birgt aber auch gewisse Risiken:
Negativer digitaler Fußabdruck:
Jugendliche teilen oft unbedacht private Inhalte, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Doch das Internet vergisst nicht – wenn der digitale Fußabdruck ein falsches Bild zeichnet, kann das noch Jahre später Auswirkungen auf das persönliche und berufliche Leben haben.
Belästigung und Datenmissbrauch:
Je mehr persönliche Informationen Jugendliche online von sich preisgeben, desto angreifbarer machen sie sich. Cybermobbing, Hasskommentare oder sexuelle Belästigung, aber auch unerwünschte Eingriffe in die Privatsphäre – etwa durch Datenmissbrauch oder Identitätsdiebstahl – können die Folge sein.
Vergleichsdruck:
Die Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken befeuert ständige Vergleiche mit anderen. Wird der eigene Selbstwert in Likes und Followern gemessen, kann das zu Neid, psychischem Stress und Selbstzweifeln führen.
Entwicklung unrealistischer Schönheitsideale:
Filter, Bildbearbeitungstools und bewusste Inszenierung führen zu einer großen Diskrepanz zwischen Onlinedarstellung und Realität. Das kann Jugendliche unter Druck setzen und zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung führen.
Selbstdarstellung und psychische Gesundheit
Die Nutzung sozialer Netzwerke kann Druck erzeugen: Likes, Vergleiche mit Vorbildern oder perfekt inszenierte Profile verstärken Stress und Unsicherheiten. Wichtig ist, dass Jugendliche lernen, bewusst zu posten, eigene Grenzen zu setzen und negative Einflüsse zu erkennen. Bei Problemen stehen Beratungsstellen wie Rat auf Draht (147) zur Verfügung.
Worauf sollten Jugendliche achten?
Keine sensiblen Daten veröffentlichen:
Sensibilisieren Sie Jugendliche dafür, achtsam mit persönlichen Informationen umzugehen. Personenbezogene Daten (zum Beispiel Geburtsdatum, Ausweisnummern), Kontaktdaten (Adresse und Telefonnummer) sowie Passwörter und Bankdaten haben im Internet nichts verloren. Besonders schützenswert sind sensible Daten wie Gesundheitszustand, Religionsbekenntnis oder sexuelle Orientierung.
Nachteilige Selfies vermeiden:
Erklären Sie Jugendlichen, dass gewisse Selfies Auswirkungen auf Ihre Zukunft haben könnten. Freizügige Fotos oder Aufnahmen, die Alkohol- oder Drogenkonsum oder illegale Inhalte zeigen, könnten später einmal problematisch sein oder strafrechtliche Konsequenzen haben.
Auf Details achten:
Jugendliche sollten auch darauf achten, was im Hintergrund ihrer Selfies zu erkennen ist: Ein scheinbar harmloses Partyfoto, auf dem man nüchtern zu sehen ist, könnte zum Beispiel durch einen Joint im Hintergrund zum Problem werden. Private oder sensible Informationen haben im Hintergrund ebenfalls nichts verloren.
Privatsphäre-Einstellungen überprüfen:
Beim Posten von Selfies sollte schon vorab überprüft werden, wer diese sehen kann und welche weiteren Informationen (zum Beispiel Infos zum Standort) damit preisgegeben werden. Auf Fotos und Videos sollte man nur Freund:innen und vertrauenswürdigen Kontakten Zugriff gewähren. Helfen Sie Jugendlichen dabei, die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken entsprechend vorzunehmen.
Die Rechte anderer wahren:
Sind auf Bildern oder Videos auch andere Personen zu erkennen, sollten diese immer um ihr Einverständnis gefragt werden. Halten Sie Jugendliche dazu an, immer zu hinterfragen, ob die Aufnahmen für die Abgebildeten in irgendeiner Weise nachteilig sein oder deren Privatsphäre verletzen könnten. Bilder, die Personen bloßstellen oder herabsetzen, verstoßen gegen das Recht am eigenen Bild und dürfen nicht veröffentlicht werden!
Unterstützen Sie, statt zu werten!
Begreifen Sie den Wunsch nach Selbstdarstellung als Teil der Identitätsentwicklung und stehen Sie Jugendlichen unterstützend zur Seite: Helfen Sie ihnen dabei, ihr Image im Internet bewusst zu pflegen, ohne sich unter Druck setzen zu lassen und besprechen Sie, was man warum besser nicht teilen sollte – insbesondere, wenn es um Nacktfotos geht.
Flyer und Material für den Unterricht
Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet
Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.
Veröffentlichung: Januar 2021
Flyer: Bilder und Videos im Netz
Informativer Flyer für Jugendliche zum Umgang mit Bildern und Videos im Internet.
Veröffentlichung: April 2025
Flyer: Sexting
Informativer Flyer für Jugendliche zum Thema Sexting.
Veröffentlichung: April 2025