Übung: „Diese Anwendungen sind mir wichtig!"
| Thema | Ressourcenverbrauch durch die Nutzung von Geräten |
| Broschüre | Digitalisierung und Klima (Thema 7) |
| Dauer | 2 UE + HÜ (mehrere Wochen für Medientagebuch) |
| Art | Recherche, Diskussion, Selbstreflexion |
| DigComp 2.2 AT | 1. Umgang mit Informationen und Daten, 2. Kommunikation und Zusammenarbeit, 3. Kreation digitaler Inhalte, 4. Sicherheit |
| Digi.komp12 | 3.1 Produktion digitaler Inhalte, 3.3 Suche, Auswahl und Organisation von Information, 3.4 Kommunikation und Kooperation |
| SDGs | Ziel 4 „Hochwertige Bildung" |
Ziele
- Kritisches Denken
- Eigene Mediennutzung reflektieren
- Alternative Anwendungen kennen
Ablauf
Die Jugendlichen verschaffen sich mittels Medientagebuch einen Überblick über ihre eigene Mediennutzung.
Phase 1
Die Schüler:innen erheben, welche digitalen Angewohnheiten sie über eine Woche verteilt an sich feststellen können. Dazu machen sie Aufzeichnungen in einem Medientagebuch und nutzen Tools am Handy (zum Beispiel „Bildschirmzeit“) und in den sozialen Netzwerken (zum Beispiel „deine Aktivität“ und Erinnerungstools auf Instagram). Für das Medientagebuch werden vorab Kategorien entwickelt, wie zum Beispiel Video-Streamen, soziale Netzwerke, Spiele, Nachrichten schauen/lesen et cetera
Anhand dieser Aufzeichnungen treffen die Schüler:innen eine erste quantitative Abschätzung ihrer Mediennutzung: Welche Anwendungen nutzen sie wie lange? Womit verbringen sie die meiste Zeit?
Phase 2
Nun recherchieren die Schüler:innen nach Studien zur Auswirkung ihrer Mediennutzung auf den Klimawandel. Auf diese Weise soll eine Abschätzung getroffen werden, welche Auswirkungen die genutzten Anwendungen auf das Klima haben. Dabei kann es zum Beispiel vorkommen, dass Anwendungen, die lange dauern, weniger Ressourcen verbrauchen als datenintensive Anwendungen, die nur kurz genutzt werden (zum Beispiel Surfen im Internet vs. Streaming-Dienste).
Phase 3
Nun überlegen die Schüler:innen, welche die relevantesten Anwendungen für sie sind und wie sie ihre Nutzung klimafreundlicher gestalten könnten. Anschließend diskutieren sie, wie sie sich zu einer Verhaltensänderung motivieren könnten.
Hintergrundinformation: Ressourcenverbrauch durch die Nutzung von Geräten
Nicht nur das Laden und Betreiben der Geräte ist energieaufwändig, auch die Internetanbindung und das Betreiben von Datenzentren, über die Apps oder Clouds verarbeitet werden, sowie deren Kühlung kosten viel Energie. Informations- und Kommunikationstechnologien hinterlassen mittlerweile einen großen Fußabdruck. (The Shift Project)
- Stromanbieter: Digitale Geräte müssen regelmäßig aufgeladen werden, oft sogar mehrmals am Tag. Dabei macht es einen wesentlichen Unterschied, ob wir Strom aus erneuerbaren Energien oder fossilen Brennstoffen beziehen.
- Internetanbindung: Das Betreiben und Kühlen der Datenzentren ist energieaufwändig. Es empfiehlt sich die Nachhaltigkeitsberichte der einzelnen Unternehmen untereinander zu vergleichen.
- Dienstanbieter: Bei der Überprüfung der einzelnen Dienstanbieter ist man auf Untersuchungen angewiesen, die beispielsweise von Umweltorganisationen wie Greenpeace durchgeführt werden.
Welchen Beitrag kann man leisten?
- Stromanbieter bewusst wählen und klimaneutrale Energieanbieter suchen: WWF Stromanbieter-Check
- Ungenutzte Geräte ausschalten und Standby-Modus vermeiden.
- WLAN und GPS abdrehen, wenn nicht in Verwendung (zum Beispiel in der Nacht).
- Bevorzugt WLAN statt 3G-Anbindungen verwenden (siehe Info von BMUKN Deutschland).
- Geräte und Anwendungen wie Spiele und Apps bewusst nutzen und nicht nebenbei laufen lassen.
- Übermäßiges Streaming vermeiden und auf möglichst kleinem, datensparsamem Bildschirm streamen.
- Autoplay-Funktion in sozialen Netzwerken deaktivieren.
- Für das Backup keine Cloud-Dienste, sondern externe Festplatten nutzen.
- Bildschirmhelligkeit verringern, ohne dabei die Augen zu sehr zu belasten.
- Unbenutzte Apps löschen und damit unnötige Updates/Synchronisierungen vermeiden.
- Beim Online-Shopping auf Express-Versand verzichten und mehrere Bestellungen auf einmal tätigen. Sofern möglich bei lokalen/regionalen Anbietern bestellen.
- Eco-Suchmaschinen nutzen (zum Beispiel Ecosia, die ihre Server mit Ökostrom betreibt und Gewinne verwendet, um Bäume zu pflanzen).
- Projekte dabei unterstützen, CO₂ zu binden oder einzusparen (Bäume pflanzen, Moore schützen, Entwicklungsarbeit et cetera). (Ratgeber zur CO₂-Kompensation, PDF)
Mit dem Firefox Add-On „Carbonalyser” kann man sehen, wie hoch der Datentransfer einer Anwendung im Browser ist.
Unterrichtsmaterial: Digitalisierung und Klima
Im Handbuch "Digitalisierung und Klima" wird das Thema Umweltbewusstsein in der digitalen Welt näher beleuchtet. Es wird hinterfragt, was das Klima mit digitalen Medien und Jugendlichen zu tun hat.
Veröffentlichung: Oktober 2020