Übung: „Meine Bedürfnisse in der digitalen Welt"
| Thema | Grundbedürfnisse in der digitalen Welt |
| Broschüre | Digitalisierung und Klima (Thema 5) |
| Dauer | 1 UE + HÜ |
| Art | Einzelarbeit, HÜ, Aufsatz, Diskussion |
| DigComp 2.2 AT | 4. Sicherheit |
| Digi.komp12 | 1.1 Bedeutung von Informatik in der Gesellschaft, 1.2 Verantwortung, Datenschutz und Datensicherheit |
| SDGs | Ziel 12 „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster" |
Ziele
- Eigenes Verhalten reflektieren
- Persönliche Entscheidungsprozesse verstehen
- Die Bedürfnisse anderer verstehen können
Ablauf
Die Schüler:innen reflektieren ihre persönlichen Bedürfnisse in ihrer (digitalen und analogen) Welt.
Phase 1
Die Schüler:innen schauen sich nun gemeinsam mit der Lehrperson die Abbildung der Maslowschen Bedürfnispyramide an und versuchen für jede der Ebenen Beispiele aus dem persönlichen Alltag zu finden:
- Eine schwierige Prüfung bestehen
- In einem Computerspiel ins nächste Level gelangen
- Die Liebe des Lebens finden
- Sofort den neuesten Film sehen
- Das neueste Tablet besitzen
- In der Lieblingsserie versinken
Phase 2
Immer wieder entscheiden sich Menschen für Handlungen, die eventuell im Widerspruch zu den eigenen Grundbedürfnissen stehen. Die Schüler:innen suchen nun solche Konfliktpaare und begründen diese anhand der Bedürfnispyramide.
Beispiele:
- Video-Streamen, obwohl man weiß, dass dies sehr viel CO2 produziert und man damit aktiv zum Klimawandel beiträgt.
- Backup in der Cloud machen, obwohl man eine ausreichend große Festplatte zuhause hat.
- In-App-Käufe in einem Spiel tätigen, obwohl man weiß, dass man sich damit verschuldet.
- Mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, trotz ökologischem Fußabdruck.
- Ein neues Smartphone kaufen, obwohl das aktuelle erst ein Jahr alt ist.
Phase 3
Die Schüler:innen überlegen nun gemeinsam mit ihrer Lehrperson, wie solche Entscheidungen in Richtung einer klimafreundlichen Verhaltensweise geändert werden können. Lassen sich Bedürfnisse gegeneinander aufwiegen? Wodurch könnte es zu einer Verhaltensänderung kommen?
Hintergrundinformation: Grundbedürfnisse in der digitalen Welt
Menschen bestimmen ihr Leben anhand ihrer Bedürfnisse. Neben den unverzichtbaren Grundbedürfnissen, wie Nahrung und saubere Luft zum Atmen, gehört für viele Jugendliche auch ein stabiles Internet zu einem zufriedenstellenden Leben.
Gleichzeitig steigt die Unsicherheit unter Jugendlichen, etwa durch Zukunftsängste aufgrund von Jobunsicherheit, Hürden auf dem Ausbildungsweg (Bewerbungen, Aufnahmeverfahren et cetera) und nicht zuletzt durch die nicht abzuschätzenden Auswirkungen des Klimawandels.
Bedürfnispyramide (nach Maslow) unter Berücksichtigung der Digitalisierung und des Klimawandels
Abbildung: Bedürfnispyramide nach Maslow im Zeitalter von Digitalisierung und Klimawandel – (rechts in Blau) Interpretation durch Jugendliche (Saferinternet.at, Jugendforum 2019)
Persönliche Betroffenheit ist wichtig
Nur wenn Jugendliche eine persönliche Betroffenheit durch den Klimawandel spüren, können sie sich aus eigener Motivation und vor allem auch langfristig engagieren.
Beispiele: Unübliche Überschwemmungen und Muren-abgänge; extreme Trockenheit mit Wasserknappheit und Schädlingen, Bedrohung des Eisbären durch schwindenden Lebensraum; der Skibetrieb ist nur mehr mit Kunstschnee möglich et cetera.
Unterrichtsmaterial: Digitalisierung und Klima
Im Handbuch "Digitalisierung und Klima" wird das Thema Umweltbewusstsein in der digitalen Welt näher beleuchtet. Es wird hinterfragt, was das Klima mit digitalen Medien und Jugendlichen zu tun hat.
Veröffentlichung: Oktober 2020