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Übung: „Gründe suchen"

Material

Ziele

  • Wissen, welche vielfältigen Gründe hinter Hass im Netz stecken können
  • Wissen, dass man selbst nicht vor Hass im Netz gefeit ist (weder als Täter:in noch als Opfer)
  • Verständnis auch für jene zeigen, die andere beschimpfen, und ihnen einen Ausweg bieten

Ablauf

Die Schüler:innen analysieren anhand von realen Postings, warum es zu Hass im Netz kommen kann und überlegen dabei, wie sich solche Postings verhindern ließen.

Phase 1

Die Kinder suchen entweder allein oder in Gruppen in ihrem aktuellen Lieblingsnetzwerk nach Postings, bei denen es in den Kommentaren zu Beschimpfungen kommt. Sie suchen sich ein Posting aus und analysieren die Kommentare. Dazu machen sie sich ein Bild von den Personen, die dahinterstehen, und stellen Vermutungen an, warum es zu diesen Beschimpfungen gekommen sein könnte. Diese tragen sie in das Arbeitsblatt ein. Alternativ können Sie auch selbst Beispiele vorgeben, um zu verhindern, dass die Schüler:innen über ungeeignete Inhalte stolpern.

Phase 2

Im nächsten Schritt überlegen sich die Kinder, was verhindern könnte, dass die Hater:innen solche Kommentare schreiben. Die Lösungen werden ebenfalls ins Arbeitsblatt eingetragen.

Phase 3

Die Schüler:innen diskutieren nun in der gesamten Klasse ihre unterschiedlichen Überlegungen. Die Ergebnisse können an der Tafel oder auf einem Plakat festgehalten werden.

Hausaufgabe

Lassen Sie die Kinder einen Brief an eine Person schreiben, die Hasspostings verbreitet hat. In diesem Brief erklären die Kinder, warum Hass im Netz keine Lösung ist. Ziel ist, möglichst genau auf den:die Empfänger:in des Briefs einzugehen: Warum würde diese konkrete Person von einer anderen Handlungsweise mehr profitieren?


Hintergrundinformation: Warum es zu Hasspostings im Internet kommt

Hasspostings kommen oft von anderen Personen als erwartet. Nicht selten sind es beispielsweise sehr junge Online-Nutzer:innen, die Beschimpfungen verbreiten.

Warum Kinder und Jugendliche Hasspostings veröffentlichen

  • „Alle machen es.“ Es scheint einfach üblich zu sein und zum normalen Umgangston zu gehören, wenn man online ist.
  • Anonymität und Distanz. Sie spüren beim Schreiben nicht, dass es den Beschimpften weh tun kann.
  • Wut und Zorn. Sie wissen sich in dieser Situation nicht anders zu helfen.
  • Selbstwertgefühl. Sie wollen sich selbst wichtiger und mächtiger als andere fühlen und das auch nach außen tragen.
  • Angst. Sie haben Angst, selbst zum Opfer zu werden, und machen daher lieber mit.
  • Langeweile. Sie wissen nicht, was sie stattdessen tun könnten.
  • Konsequenzen nicht einschätzen können. Es fehlt ihnen an Erfahrung im Umgang mit Online-Hass und den Folgen für die betroffenen Personen.

Was dagegen helfen kann

  • Sich in andere hineinzuversetzen. Es ist wichtig, zu verstehen, dass es sich bei den Beschimpften um Menschen mit Gefühlen handelt.
  • Die rechtliche Situation kennen. Wichtig ist, dass die Kinder wissen, dass auch im Netz Gesetze gelten und ihr Handeln sogar strafbar sein kann.
  • Die eigenen Gefühle einschätzen und benennen können. Und diesen entsprechend handeln.
 Unterrichtsmaterial_Hass-im-Netz-kontern.pdf

Unterrichtsmaterial: Hass im Netz kontern

Dieses Unterrichtsmaterial bietet Informationen zum Thema Hass im Netz kontern und Übungsbeispiele für Schüler:innen ab 9 Jahren.

Veröffentlichung: August 2022