Übung: „Mach doch mit!"
| Thema | Andere zum Mittun bewegen |
| Broschüre | Hass im Netz kontern (Thema 5) |
| Material | Arbeitsblatt „Mach doch mit!" |
Material
-
Arbeitsblatt_Mach_doch_mit_.pdf
( pdf | 5 MB )
Ziele
- Argumente kennen, mit denen man andere zum Mittun überzeugen kann
- Die Vorteile von Gruppenzusammenhalt kennen
- Lernen, Online-Beschimpfungen nicht einfach hinzunehmen
Ablauf
Kinder, die Soziale Netzwerke nutzen, kennen das gut: Jemand wird online beschimpft und niemand unternimmt etwas dagegen. Jene, die andere dazu motivieren wollen, sich gegen solche Postings aufzulehnen, hören dann häufig die gleichen demotivierenden Argumente: „Das bringt eh nichts!“, „Da kann man nichts machen!“ et cetera Ziel der Übung ist es, Gegenargumente für solche Situationen zu finden.
Phase 1
Die Kinder reflektieren in einer ersten Phase ihre Erfahrungen mit missglückten Versuchen andere zum Handeln zu motivieren. Haben die Kinder keinerlei Erfahrungen in diesem Bereich, können sie sich vorstellen, wie sie reagieren würden, wenn man sie zum Mitmachen auffordern würde.
Phase 2
Die Schüler:innen überlegen nun anhand des Arbeitsblattes, wie sie auf demotivierende Argumente reagieren könnten. Dazu versetzen sie sich in die Rolle jener Personen, die versuchen andere zu motivieren, sich gegen Hass im Netz aufzulehnen. Was können sie schreiben, um andere zu überzeugen?
Hinweis
Anregungen dazu finden Sie im Übungsblatt. Wann welche Aussage passt, kann sehr unterschiedlich wahrgenommen werden – es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Wichtiger ist, zu besprechen, warum wer welche Antworten gewählt hat.
Hintergrundinformation: Andere zum Mittun bewegen
Allein etwas gegen Beschimpfungen im Internet zu unternehmen, ist schwierig. Es wird nicht nur von den Kindern selbst als überfordernd empfunden, sondern ist es tatsächlich. Auch wenn es wichtig ist, als Einzelperson Zivilcourage zu zeigen: Wirklich wahrgenommen – von anderen Menschen und von den Sozialen Netzwerken – wird man meist nur, wenn viele Menschen etwas dagegen unternehmen. Ziel ist also nicht nur selbst etwas gegen Hass im Netz zu tun, sondern auch möglichst viele andere Menschen dazu zu motivieren – keine einfache Aufgabe!
Für viele Kinder und Jugendlichen ist die Idee, miteinander etwas gegen Hasspostings zu tun, nicht naheliegend und oft wollen oder trauen sie sich dies auch nicht. Gemeinsam zu üben und miteinander zu überlegen, macht es aber leichter, gegen Hass im Netz vorzugehen.
Ideen für den Unterricht
- Miteinander gegen Beschimpfungen vorgehen. Drucken Sie Beispiele für Hasspostings aus und hängen Sie diese an die Tafel. Nun erstellen die Schüler:innen Antworten darauf und hängen diese zu den Postings.
- Andere dabei unterstützen, gegen Hass im Netz vorzugehen. Lesen Sie nun die Hasspostings inklusive der Antworten, die die Schüler:innen gegeben haben, vor. Anschließend gehen die Kinder an die Tafel und fügen entweder weitere Kommentare hinzu oder hängen ein Emoji (Daumen hoch, Herzchen, trauriges Emoji et cetera) zu bereits erstellten Kommentaren dazu. Diese drucken Sie am besten vorab aus, sodass die Kinder daraus wählen können.
Hinweis
Hier steht das Miteinander im Vordergrund. Es ist nicht so wichtig, was passiert, Hauptsache ist, dass etwas passiert und die Kinder lernen, wie sie sich gegenseitig am besten unterstützen und als Gruppe wirksam werden.
Unterrichtsmaterial: Hass im Netz kontern
Dieses Unterrichtsmaterial bietet Informationen zum Thema Hass im Netz kontern und Übungsbeispiele für Schüler:innen ab 9 Jahren.
Veröffentlichung: August 2022