Übung: „Was ist okay?"
| Thema | Wann reagieren? |
| Broschüre | Hass im Netz kontern (Thema 1) |
| Material | Arbeitsblatt „Was ist okay?" |
Material
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Arbeitsblatt_Was_ist_okay.pdf
( pdf | 5 MB )
Ziel
- Ein Gefühl für passende und unpassende Postings entwickeln
Ablauf
Das Arbeitsblatt zeigt fünf Szenen, denen Kinder in Sozialen Netzwerken begegnen könnten: darunter allgemeine Unmutsäußerungen, rassistische Kommentare, generelle Abwertungen einer Person oder geschlechtsdiskriminierende Anmerkungen. Ziel ist es, dass die Kinder einschätzen lernen, welche Bemerkungen okay sind und welche nicht.
Phase 1
Diskutieren Sie zunächst mit den Schüler:innen, was diese unter Hass im Netz verstehen, und verschaffen Sie sich so einen Überblick über vorhandenes Wissen. Teilen Sie dann das Arbeitsblatt aus und lassen Sie dieses von den Kindern selbstständig ausfüllen, indem sie entweder „Ist okay!“ oder „Ist nicht okay!“ ankreuzen.
Phase 2
Nun vergleichen die Kinder ihre Lösungen mit ihrem:ihrer Sitznachbar:in und diskutieren ihre Antworten.
Phase 3
Besprechen Sie abschließend in der gesamten Klasse, was „okay“ oder „nicht okay“ ist. Nutzen Sie die Übung, um gemeinsam mit den Kindern Regeln für die Klasse zu erstellen. Dokumentieren Sie diese für alle sichtbar auf einem Plakat.
Lösungshinweis
1. Ist okay! Ja, Menschen können einen schon mal nerven. Das ist nichts Schlimmes. Sag Alex, was dich nervt, am besten privat und nicht öffentlich auf Sozialen Netzwerken.
2. Ist nicht okay! Sich über etwas lustig zu machen, wofür Alex nichts kann, ist nicht in Ordnung. Das Aussehen und die Herkunft gehören da dazu.
3. Ist nicht okay! Man muss nicht alle Menschen mögen, doch jemanden aus der Gruppe zu werfen ist nicht okay! Das kann sogar Cyber-Mobbing sein und ist somit strafbar! Überlege dir außerdem, wie du mit anderen sprichst – solche Beschimpfungen sind nicht okay!
4. Ist nicht okay! Manche Menschen können bestimmte Dinge besser als andere. Das ist okay. Aber kein Grund, sich lustig zu machen.
5. Ist nicht okay! Es stimmt nicht, dass Mädchen nicht Computerspielen können. Aber viele Menschen vertreten diese Meinung. Und dann trauen sich manche Mädchen nicht, es zu probieren. Mach da nicht mit!
Hintergrundinformation: Wann reagieren?
Kinder wissen meist nicht, welche Kommentare oder Nachrichten im Internet okay sind und welche ihnen oder anderen vielleicht zum Problem werden können. Daher testen sie oft einfach ihre Grenzen aus und schauen, wie welches Verhalten bei anderen ankommt. Oder sie orientieren sich an anderen Personen und übernehmen jene Meinungen, die besonders viel Zuspruch bekommen, in der Hoffnung, dadurch ebenso viel Anerkennung zu erhalten. Fehlt die direkte Rückmeldung, weil man sich nicht persönlich sieht, ist es für Kinder besonders schwer, abzuschätzen, ob ihre Bemerkungen als verletzend empfunden werden oder nicht. Das muss also mit den Kindern besprochen und geübt werden.
Fragen, die man sich vor dem Posten stellen sollte
- Wie würde ich diese Nachricht verstehen, wenn ich sie bekäme?
- Was würde diese Nachricht in mir auslösen? Würde sie mich traurig, wütend oder glücklich machen?
- Wie würden meine Freund:innen oder Geschwister so eine Nachricht verstehen? Könnte sie diese kränken?
Was definitiv nicht okay ist
- rassistische Kommentare
- sexistische Kommentare
- Diskriminierung und Abwertungen wegen des Aussehens oder fehlender Kompetenzen
- Cyber-Mobbing (systematisches Ausschließen oder Fertigmachen einer Person)
Was definitiv okay ist
- konstruktive Kritik an einer Person zu üben oder neutrale Feststellungen zu posten
- jemanden nicht zu mögen (ohne gemein zu werden!)
Unterrichtsmaterial: Hass im Netz kontern
Dieses Unterrichtsmaterial bietet Informationen zum Thema Hass im Netz kontern und Übungsbeispiele für Schüler:innen ab 9 Jahren.
Veröffentlichung: August 2022